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Eine Winterreise mit dem Postschiff - Reisefilm



Für den unwahrscheinlichen Fall, daß sich jemand für Dinge außerhalb des Video-Universums interessieren sollte :-)
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3Dvideos
Beiträge: 540

Eine Winterreise mit dem Postschiff - Reisefilm

Beitrag von 3Dvideos » Do 09 Mai, 2019 11:51

Henning Bischof hat geschrieben:
Di 30 Apr, 2019 23:27
Vielen Dank für die Einblicke.
Ich bin ja noch nicht wirklich alt aber mir waren die Schnitte durchgängig viel zu schnell. Kaum eine Einstellung länger als 5 Sekunden, eher weniger. Ich hatte kaum Zeit mich auf irgend ein Bild einzulassen, oh eine schöne Wolkenformati...weg, oh ein tolles Bild mit Schiff und Fjor...weg. Beim Titel hatte ich viel mehr erhabene Landschaften und Atmosphäre erwartet, 10 sekündige Festeinstellungen, Entschleunigung..sowas.
Sicherlich ist es auch richtig zB die persönlichen Einblicke, Check-in, Schlittenfahrt etc. etwas schneller zu schneiden aber bei diesen geilen Landschaftsbildern! Da muss man ja Pause drücken. Sie schneiden beizeiten schneller als einer dieser 20jährigen YouTube-Vlogger :)
Die Arbeit gefällt mir trotzdem, auch mit dem voice over, da steckt schon Passion drin. Auch die Smartphone Verwendung stört nicht, im Gegenteil, es trägt zum ehrlichen Charakter der kurzen Dokumentation bei.

Beste Grüße
Walter B. gehört sicher zu den erfahrenen Hobbyfilmern und VDL-Anwendern. Aus seinen Videos spricht eine ruhige, aber doch spürbare Begeisterung nicht nur für das eigentliche Thema, sondern für das Filmedrehen überhaupt. Auch beim Filmschnitt orientiert er sich an professionellen Vorbildern. Gleichwohl haben selbst die keine starren Regeln. Und auf der Zuschauerseite ist die Pause-Taste wie ein Klick auf den Auslöser am Fotoapparat.

Natürlich kann man sich über den Aufbau des Films unterhalten, über Orientierung und Ortswechsel, über die Dramaturgie eines Reisefilms. Hier gibt es sicher noch einiges zu optimieren. Manches bleibt dabei Geschmackssache.

Um lange Einstellungen ging es mir bei der abendlichen Fahrt über Venedigs Canale Grande. Inhaltlich bestimmten die Motive die Länge der Einstellung. Gerade eine Bootstour bringt bei längeren Einstellungen genügend Bewegung ins Bild. Aber auch hier kann man es nicht jedem Recht machen. Das müssen selbst Hobbyfilmer ertragen können.




Jack43
Beiträge: 1114

Re: Eine Winterreise mit dem Postschiff - Reisefilm

Beitrag von Jack43 » Do 09 Mai, 2019 14:45

[/quote]
Walter B. gehört sicher zu den erfahrenen Hobbyfilmern und VDL-Anwendern.
[/quote]

ganz im Gegensatz zu Dir!
Komisch, Du kannst eigentlich gut argumentieren. Die Theorie, über wie man es in Sachen Film machen sollte ist Dir nicht unbekannt...Wieso schaffst Du es denn nicht bei Deinen Video entsprechend umzusetzen?




3Dvideos
Beiträge: 540

Re: Eine Winterreise mit dem Postschiff - Reisefilm

Beitrag von 3Dvideos » Do 16 Mai, 2019 14:06

Jack43 hat geschrieben:
Do 09 Mai, 2019 14:45
Walter B. gehört sicher zu den erfahrenen Hobbyfilmern und VDL-Anwendern.
ganz im Gegensatz zu Dir!
Komisch, Du kannst eigentlich gut argumentieren. Die Theorie, über wie man es in Sachen Film machen sollte ist Dir nicht unbekannt...Wieso schaffst Du es denn nicht bei Deinen Video entsprechend umzusetzen?
Ich bin ein bescheidener Typ und bilde mir auf das Kompliment zum Argumentieren nichts ein. Ich freue mich, dass ich bei VDL immer noch etwas Neues entdecken kann. Ansonsten schneide ich ja auch mit dem Powerdirector. Für konkrete Hinweise bin ich immer offen. Pauschale und persönliche Nörgelei überlasse ich den Wonnabies.




domain
Beiträge: 11018

Re: Eine Winterreise mit dem Postschiff - Reisefilm

Beitrag von domain » Do 16 Mai, 2019 14:51

Mit einem Schnittprogramm hat das mal überhaupt nichts zu tun.
Theoretisch schneidest du mit deiner offenbar schon mal von Haus eher menschenfernen und mehr objektbezogenen Footage in der Bildabfolge der Theorie entsprechend ziemlich logisch.
Ich erkenne das, aber es ist meist trotzdem ziemlich langweilig.
Es fehlt die emotionale Dramaturgie, du kannst nicht damit rechnen, dass es ohne "menschelnde" Elemente gut funktioniert.
Und 3-D ist mal sowieso eine Niesche, mit der du allgemein keinen speziellen Anwert mehr erzielen kannst.




3Dvideos
Beiträge: 540

Re: Eine Winterreise mit dem Postschiff - Reisefilm

Beitrag von 3Dvideos » Do 16 Mai, 2019 15:49

Die Schnittprogramme unterscheiden sich. Jedes hat seine Stärken und Schwächen. Auch wenn ich Einsteigern Powerdirector und Fortgeschrittenen VDL eher empfehlen würde, können Fortgeschrittene auch den Powerdirector noch sinnvoll nutzen.

Außer Zoovideos habe ich Reisefilme im Angebot. Vor allem die lebendigen Zoofilme ziehen viele Abonnenten an. Die eher objektbezogenen Reisefilme sind quasi ein Dankeschön an alle Youtuber, die mir durch ihre Reisefilme bei Recherche und Planung geholfen haben.

Stärker auf Emotionen habe ich bei dem aktuellen Film über den Jungle Park, Teneriffa, gesetzt:



Das Thema 3D ist erst noch im Kommen. Die neuen Avatar-Folgen werden das Thema weiter beleben. Nach PINA hatte ich von Wim Wenders dazu mehr erwartet. Seine Verkündung einer neuen räumlichen Bildsprache weckte Hoffnungen. Ich wünschte, er hätte seinen eigenen Rat befolgt. Leider filmt er noch zu konventionell. Seine Denke ( oder die seines Kameramanns ) ist kontrastarm und flach.

Natürlich geht es bei der Räumlichkeit auf der z-Achse vor allem um Nähe und Distanz, Popouts und Tiefe. Aber es geht auch um Fülle des Raums und Differenziertheit der Darstellung. Und schließlich geht es um räumliche Dynamik. Das reflektiere ich sehr stark, bevor ich auf den Auslöser drücke:



Wer nur mit einem Auge sieht oder auch natürliches und effektvolles Sehen für banal hält, der wird im weiten Feld der 3D-Technologien auch Gründe finden, in Vorurteilen gefangen zu bleiben. Wer davon loskommen möchte, muss sich ein Stück weit selbst befreien.




3Dvideos
Beiträge: 540

Re: Eine Winterreise mit dem Postschiff - Reisefilm

Beitrag von 3Dvideos » Fr 24 Mai, 2019 22:43

Zurück in die Zukunft. Ich muss noch eine Anmerkung zum Thema 3D und Wim Wenders machen. Im Zusammenhang mit PINA gab es ein intensives Making Off mit vielen Farbbrillen und einer intensiven Debatte über die Leistungen und Grenzen der wiederentdeckten Möglichkeiten der Bildgestaltung. Auch die FAZ weckte hohe Erwartungen:

01.04.2015 - In „Every Thing Will Be Fine“ von Wim Wenders ist das Originelle nicht die Story. Sondern die Entscheidung, den Film in 3D zu drehen.

Schaut man den Film auf einem 3D-Fernseher ( von LG ) mit einer Tiefeneinstellung von -9 wirkt der Film überraschend flach - ähnlich flach wie der The Amazing Spiderman ( 2012 ) oder wie Asterix - Die Welt der Götter ( 2015 ) - ähnlich flach wie viele 3D-Filme von Warners, die nachträglich konvertiert wurden.

Wurde "Every Thing Will Be Fime" ebenfalls nachträglich konvertiert?

Wer ein Making Off sucht, muss tief graben. Da findet man zunächst einen Promotion Trailer, der auch noch O-Töne zum Film bietet. Aber schließlich kann man auf Facebook auch ein Making Off mit Timecode finden. Am Rande hat man doch den Eindruck - trotz fehlenden Brilleneinsatzes -, dass da mit einem Spiegelrig real in 3D gedreht wurde.

Warum dann so flach?

Die fehlende Tiefe überrascht deshalb, weil ein 3D-Fernseher ( von LG ) bei entsprechender Tiefeneinstellung aus einer Sony TD30 sehr viel mehr herausholt.

Wie das?

Die Sony TD30 ist bei 3D-Enthusiasten zunächst gar nicht sonderlich beliebt gewesen. Die Vertreter der Alten Schule bemängelten den geringen Linsenabstand. Moderne Kameras imitieren nicht mehr den Augenabstand, sondern unterschreiten diesen Abstand um mehr als ein Drittel. Dabei haben die Kritiker nicht verstanden, dass der Linsenabstand nur ein Parameter im System der Raumwirkung ist. Eine große Bedeutung bei der Aufnahme haben auch die Objektive ( Weitwinkel erzeugt eine größere Raumwirkung ) sowie die Nähe der Kamera zum aufgenommenen Objekt. Mit dem kleinen Linsenabstand kommt man viel näher an die Objekte heran und erzielt gerade im familiären Umfeld eine bessere Raumwirkung. Aber auch die Wiedergabe ist von Bedeutung. Simuliert der Fernseher durch elektronische Veränderung der beiden Teilbilder eine weitwinkelige Darstellung, dehnt er die z-Achse und vergrößert damit die Raumwirkung. Offenbar funktioniert das mit einer Sony TD30, mit flach produzierten Kinofilmen jedoch nicht. Im Ergebnis liefert die Sony TD30 eine volle Raumwirkung mit natürlichen Proportionen, während bei flach produzierten Kinofilmen der halbe Raum fehlt bzw. leer bleibt.

3D ist eben nicht gleich 3D, sondern eine allgemeine Bezeichnung für jedwede Raumwirkung - ob mit natürlichen oder unnatürlichen Proportionen, mit natürlichen oder unnatürlichen Farben - von der künstlerischen Raumgestaltung des Regisseurs und des konkreten Kameraeinsatzes eines Kamerateams abgesehen.

Was bedeutet das für die Entwicklungsmöglichkeit?

Wo der halbe Raum fehlt, kann er noch gefüllt werden. Die Kombination aus geeigneter Aufnahme- und Wiedergabetechnik macht das spielend möglich. Und die muss weder neu erfunden werden, noch besonders viel Geld kosten. Sony und LG liefern den Beweis. Eine volle Raumwirkung mit natürlichen Proportionen ist auch unter den Bedingungen von Realem 3D ohne nachträgliche Konvertierung einfach und effektvoll möglich. Sie sollte in Zukunft nur tatsächlich genutzt werden.

Dazu sollte der Fernsehzuschauer frei werden. Durch Verschlüsselung lässt sich die Zwangsgebühr abschaffen - und wie 60 Jahre lang zuvor, zahlt jeder geräteabhängig. Außerdem kann er dann wählen, ob ihm sein Gerät Fernsehen in 3D oder 2D darstellt. Denn Formatoffenheit bedeutet, dass der Zuschauer nicht mehr bevormundet wird, sondern in dem Format schaut, das ihm am besten gefällt.




domain
Beiträge: 11018

Re: Eine Winterreise mit dem Postschiff - Reisefilm

Beitrag von domain » Sa 25 Mai, 2019 09:12

Es gibt etliche Abstraktions- bzw. Reduktionsmöglichkeiten weg von der Realität. Aus meiner Sicht sind sie in einigen Fällen positiv zu sehen, damit das Hirn mit seiner Phantasie und Vorstellungskraft einige Freiheitsgrade bekommt. In diesem Sinne sind 2D SW-Filme ohne viel Kamerafahrten am ergiebigsten.
Kamerafahrten (Paralaxeverschiebung im Zeitablauf) in Kombination mit den dem Gehirn bekannten Größenverhältnissen von Objekten (weit Entferntes ist kleiner als Nahes) ersetzen schon weitgehend echtes 3D.
Daher hat es sich wohl auch nicht flächendeckend durchgesetzt und ist mehr ein Effekt als eine wesentliche Eigenschaft von Film.




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