slashCAM
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Erster Live-Action KI-Film in Filmfestivalprogramm - und Kling AI-Bilder auf Amazon Prime

Beitrag von slashCAM »



Mit "Dreams of Violets" zeigt das Tribeca-Festival ein mit KI generiertes, fotorealistisches Dokudrama und erntet dafür viel Kritik. Doch ohne KI hätte diese Geschichte nicht erzählt werden können - oder vielleicht doch? Und auch anderswo drängen KI-Bilder in etablierte Videokanäle.



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Aktuelles: Erster Live-Action KI-Film in Filmfestivalprogramm - und Kling AI-Bilder auf Amazon Prime



Drushba
Beiträge: 2711

Re: Erster Live-Action KI-Film in Filmfestivalprogramm - und Kling AI-Bilder auf Amazon Prime

Beitrag von Drushba »

Was für ein Mist. Ich habe nichts gegen generative KI im Spielfilmbereich, aber von allen KI-Entscheidungen, die Festivals getroffen haben, ist das wohl die beschissenste und folgenreichste. Ich vermute, dass die Macher:innen vor der eingebildeten Wahl standen, entweder die Ersten zu sein (und fortan in vielen filmwissenschaftlichen Texten als "Pioniere" genannt zu werden), die generative fotorealistische KI im Dokumentarfilmbereich zulassen, oder von anderen, ebenso Haltungslosen, überholt zu werden. Dabei ist Animation im Dokumentarbereich längst etabliert, vor allem zur Interviewillustration. Das war bisher zwar umstritten, aber zumindest noch deutlich erkennbar. In obigem Beispiel hätte der Macher auch einen Animationsstil wählen können, das wäre noch an der Grenze aber vertretbar. Hier ist die Hürde gefallen. In Zukunft werden viele unter Verweis auf obiges Beispiel und in Erwartung von Festivalakzeptanz von vorne herein KI-Filme drehen, die darum pure Behauptungen bleiben und den Sinn von dokumentarischen Arbeiten auf den Kopf stellen. Als Dokfilmer, der um jedes Bild und für Echtheit kämpft, finde ich das Sch...ade. Fortan wird alles angezweifelt werden und dokumentarisches Arbeiten ist im Grunde obsolet.



MaxSchreck
Beiträge: 510

Re: Erster Live-Action KI-Film in Filmfestivalprogramm - und Kling AI-Bilder auf Amazon Prime

Beitrag von MaxSchreck »

Was für ein BS. Ich habe mit einem Freund über diesen "Film" gesprochen. Filmemacher hatten extremste Konsequenzen zu befürchten, wenn sie sich mit ihren Filmen gegen Regime richteten und i.d.R. dort lebten: In der NS Diktatur, aber genauso auch in kommunistischen, sozialistischen und islamischen, selbst in Demokratien konnte und kann es ernsthafte Konsequenzen haben, nicht auf Linie zu sein (siehe McCarthy-Ära).
Aber was dieser Typ tut ist lächerlich. Das ist eine One-Man-Show und der hat quasi nichts zu befürchten. Er lebt auch nicht mehr in Iran und auch sonst war während der Produktion niemand in Gefahr, weil es schlicht niemanden gab. Er hat hier billigste Midjourney-Tränendrüsen-Bildchen aneinandergehängt, die nichts mit der extrem brutalen Realität zu tun haben, denn es würde mich schwer wundern, wenn irgendwo mal ein ausgeschossenes Auge zu sehen wäre, wie es dieses Drecksregime unentwegt Menschen antut und wesentlich schlimmeres. Das ist aus meiner Sicht eine Verhöhnung des Leids, das dort in diesem Moment passiert, besonders, da der Produzent dieses Schunds sich eigentlich als Musiker und Cloud und KI-Unternehmer betätigt. Wirkt auf mich wie Marketing für KI.



iasi
Beiträge: 31180

Re: Erster Live-Action KI-Film in Filmfestivalprogramm - und Kling AI-Bilder auf Amazon Prime

Beitrag von iasi »

Dreams of Violets
Sehr gut.
Hier wird sichtbar gemacht, was sonst niemand zu sehen bekommt.

Wer nun schreit, man könne doch so etwas mit KI nicht machen, denn es würde verfälschen, sollte sich bewußt machen, dass kein Foto, kein Video, kein Text die Wirklichkeit objektiv wiedergibt.
Wichtig ist, dass Intension und Aussage so wahrhaftig sind, wie möglich.

Ash Koosha hat die Möglichkeiten von KI genutzt, um das, was er für wichtig hält, der Welt zu zeigen.

Diejenigen, die nun über KI-Qualität so sehr herziehen, sind doch auch die, die die "Herr der Ringe"-Trilogie feiern. ;)



Darth Schneider
Beiträge: 28236

Re: Erster Live-Action KI-Film in Filmfestivalprogramm - und Kling AI-Bilder auf Amazon Prime

Beitrag von Darth Schneider »

@iasi
Peter Jackson arbeitet aktuell am Teil 2 von Tim und Struppi.
Jede Wette er wird dafür genau so wie bei beim ersten Teil und der Herr der Ringe Trilogie gar keine KI generierten Bilder nutzen wollen.;)



soulbrother
Beiträge: 1175

Re: Erster Live-Action KI-Film in Filmfestivalprogramm - und Kling AI-Bilder auf Amazon Prime

Beitrag von soulbrother »

Dokumentarfilmbereich und Computergenerierte Bilder, ja nee, lass mal stecken.

Nennt mich ab sofort gerne den Pionier der KI Verweigerer, denn ich werde mir sowas definitiv nicht ansehen, geschweige denn, mich weiter damit beschäftigen.
(AI im Dokumentarfilmbereich)



iasi
Beiträge: 31180

Re: Erster Live-Action KI-Film in Filmfestivalprogramm - und Kling AI-Bilder auf Amazon Prime

Beitrag von iasi »

Darth Schneider hat geschrieben: Mi 10 Jun, 2026 06:10 @iasi
Peter Jackson arbeitet aktuell am Teil 2 von Tim und Struppi.
Jede Wette er wird dafür genau so wie bei beim ersten Teil und der Herr der Ringe Trilogie gar keine KI generierten Bilder nutzen wollen.;)
Der Film kommt komplett aus dem Computer.

Ich kann Kling 3.0 auch ein Video vorgeben und die Person durch eine (ebenfalls vorgegebene Kreatur) ersetzen lassen.
Ob Peter Jackson nun einem Mann vor dem Computer erklärt, was er will, oder direkt dem Computer/der KI, macht doch keinen großen Unterschied. Künstlich sieht am Ende beides aus.

Und ob nun ein dokumentarisches Ereignis im Studio nachgestellt wird oder dies eine KI erledigt, macht doch auch keinen Unterschied. Wichtig ist der Inhalt - und das Bewußtsein, dass es sich nicht um das reale Ereignis handelt.

Dokumentarisch bedeutet doch immer, dass die Realität verfälscht wiedergegeben wird. Jeder Filmschnitt verfälscht die Realität.



Darth Schneider
Beiträge: 28236

Re: Erster Live-Action KI-Film in Filmfestivalprogramm - und Kling AI-Bilder auf Amazon Prime

Beitrag von Darth Schneider »

Der erste Tim und Struppi sah aber toll aus nicht künstlicher als die Comics.



MaxSchreck
Beiträge: 510

Re: Erster Live-Action KI-Film in Filmfestivalprogramm - und Kling AI-Bilder auf Amazon Prime

Beitrag von MaxSchreck »

Darth Schneider hat geschrieben: Mi 10 Jun, 2026 08:46 Der erste Tim und Struppi sah aber toll aus nicht künstlicher als die Comics.
Das wird jemand nicht verstehen, der Hundefutter isst und daran nichts verkehrt findet, im Gegenteil, noch mehr davon will und auch will, daß alle anderen Hundefutter fressen sollen... ;)



PrincipeAzzurro
Beiträge: 58

Re: Erster Live-Action KI-Film in Filmfestivalprogramm - und Kling AI-Bilder auf Amazon Prime

Beitrag von PrincipeAzzurro »

Schade, dass die Diskussion hier in großen Teilen so platt läuft und (fast) nur extreme Meinungen und Standpunkte darstellt. "Großer Mist", Bullshit usw. Dabei bietet dieser Film - dieses in filmischer Form vorliegende Werk über einen Moment, der wahrscheinlich anders nicht darstellbar war, auch gerade weil niemand im Land diese Momente filmen konnte - meiner Ansicht nach zwei sehr verschiedene Diskussionsansätze, über die man nachdenken könnte ohne gleich typisch deutsche schwarz-weiße Extrem-Statements mit dem Zeigefinger rauszuhauen: einmal der ganze KI-Komplex und die Frage, ob so etwas zulässig ist oder "geht", wenn es sonst keine andere Möglichkeit gibt, die Story in Bilder zu fassen. Denn: wer kann mir den Unterschied zwischen einem Re-Enactment in einem Doku-Drama (diesem seltsamen und vor allem deutschen Zwitter-Genre) und diesem Film wirklich erklären? Gibt es da überhaupt einen Unterschied?
Und dann ist da die Frage nach der Haltung hier im freien, demokratischen (oder zumindest) nicht diktatorisch und mit Maschinengewehr-Brutalität beherrschten Westen, gegenüber den Ereignissen im Iran Anfang des Jahres. Das war starker Tobak, extrem starker, da ging es um Leben und Tod. Und ich persönlich würde mich etwas mehr zurückhalten mit Statements über den Autor, der sich angeblich feige aus dem Land ferngehalten hat (was hätte er denn tun sollen, dorthin fahren und sich abschießen lassen?). Und würde mich freuen, wenn die Diskussion hier ein wenig weniger extremistisch-absolut laufen würde - auch der Teil über KI - als sie hier im Forum gerade geführt wird (nicht von allen, aber leider von den meisten).
Dirk van den Berg / OutreMer Film (www.outremerfilm.com)



MaxSchreck
Beiträge: 510

Re: Erster Live-Action KI-Film in Filmfestivalprogramm - und Kling AI-Bilder auf Amazon Prime

Beitrag von MaxSchreck »

PrincipeAzzurro hat geschrieben: Do 11 Jun, 2026 21:05 Schade, dass die Diskussion hier in großen Teilen so platt läuft und (fast) nur extreme Meinungen und Standpunkte darstellt. "Großer Mist", Bullshit usw. Dabei bietet dieser Film - dieses in filmischer Form vorliegende Werk über einen Moment, der wahrscheinlich anders nicht darstellbar war, auch gerade weil niemand im Land diese Momente filmen konnte - meiner Ansicht nach zwei sehr verschiedene Diskussionsansätze, über die man nachdenken könnte ohne gleich typisch deutsche schwarz-weiße Extrem-Statements mit dem Zeigefinger rauszuhauen: einmal der ganze KI-Komplex und die Frage, ob so etwas zulässig ist oder "geht", wenn es sonst keine andere Möglichkeit gibt, die Story in Bilder zu fassen. Denn: wer kann mir den Unterschied zwischen einem Re-Enactment in einem Doku-Drama (diesem seltsamen und vor allem deutschen Zwitter-Genre) und diesem Film wirklich erklären? Gibt es da überhaupt einen Unterschied?
Und dann ist da die Frage nach der Haltung hier im freien, demokratischen (oder zumindest) nicht diktatorisch und mit Maschinengewehr-Brutalität beherrschten Westen, gegenüber den Ereignissen im Iran Anfang des Jahres. Das war starker Tobak, extrem starker, da ging es um Leben und Tod. Und ich persönlich würde mich etwas mehr zurückhalten mit Statements über den Autor, der sich angeblich feige aus dem Land ferngehalten hat (was hätte er denn tun sollen, dorthin fahren und sich abschießen lassen?). Und würde mich freuen, wenn die Diskussion hier ein wenig weniger extremistisch-absolut laufen würde - auch der Teil über KI - als sie hier im Forum gerade geführt wird (nicht von allen, aber leider von den meisten).
Tja, Pech gehabt, ich lasse mir von Dir definitiv nicht sagen, was ich zu tun hab. Wenn ich KI-Müll/Bullshit sehe, spreche ich das aus. Besonders, wenn er von einem Typen produziert wurde, der nicht im Ansatz so viel Mut und Rückgrat wie z.B. Jafar Panahi besitzt, welcher im Gegensatz zum KI-Unternehmer tatsächlich wieder nach Iran gereist ist, im Gefängnis saß und nun erneut in den Knast muss für seine Überzeugungen.



freezer
Beiträge: 3907

Re: Erster Live-Action KI-Film in Filmfestivalprogramm - und Kling AI-Bilder auf Amazon Prime

Beitrag von freezer »

MaxSchreck hat geschrieben: Do 11 Jun, 2026 21:34
Tja, Pech gehabt, ich lasse mir von Dir definitiv nicht sagen, was ich zu tun hab. Wenn ich KI-Müll/Bullshit sehe, spreche ich das aus. Besonders, wenn er von einem Typen produziert wurde, der nicht im Ansatz so viel Mut und Rückgrat wie z.B. Jafar Panahi besitzt, welcher im Gegensatz zum KI-Unternehmer tatsächlich wieder nach Iran gereist ist, im Gefängnis saß und nun erneut in den Knast muss für seine Überzeugungen.
??? Aber sonst geht's Dir noch gut?
Du erwartest ernsthaft, dass der Filmemacher in den Iran reist, dort sein Leben riskiert, im Knast landet, lange gefoltert und hingerichtet wird - nur damit Du Dich besser fühlen kannst weil keine KI zum Einsatz kam?
Also das ist mal echtes Maulheldentum vom Schreibtisch aus.
LAUFBILDkommission
Robert Niessner - Graz - Austria
Blackmagic Cinema Blog
www.laufbildkommission.wordpress.com



MaxSchreck
Beiträge: 510

Re: Erster Live-Action KI-Film in Filmfestivalprogramm - und Kling AI-Bilder auf Amazon Prime

Beitrag von MaxSchreck »

freezer hat geschrieben: Do 11 Jun, 2026 22:01
MaxSchreck hat geschrieben: Do 11 Jun, 2026 21:34
Tja, Pech gehabt, ich lasse mir von Dir definitiv nicht sagen, was ich zu tun hab. Wenn ich KI-Müll/Bullshit sehe, spreche ich das aus. Besonders, wenn er von einem Typen produziert wurde, der nicht im Ansatz so viel Mut und Rückgrat wie z.B. Jafar Panahi besitzt, welcher im Gegensatz zum KI-Unternehmer tatsächlich wieder nach Iran gereist ist, im Gefängnis saß und nun erneut in den Knast muss für seine Überzeugungen.
??? Aber sonst geht's Dir noch gut?
Du erwartest ernsthaft, dass der Filmemacher in den Iran reist, dort sein Leben riskiert, im Knast landet, lange gefoltert und hingerichtet wird - nur damit Du Dich besser fühlen kannst weil keine KI zum Einsatz kam?
Also das ist mal echtes Maulheldentum vom Schreibtisch aus.
Überfordert mit lesen, offenbar. Versuch es nochmal. Nur Mut. Irgendwann checkst Du (vielleicht), was der Punkt ist.



PrincipeAzzurro
Beiträge: 58

Re: Erster Live-Action KI-Film in Filmfestivalprogramm - und Kling AI-Bilder auf Amazon Prime

Beitrag von PrincipeAzzurro »

MaxSchreck hat geschrieben: Do 11 Jun, 2026 22:22 Überfordert mit lesen, offenbar. Versuch es nochmal. Nur Mut. Irgendwann checkst Du (vielleicht), was der Punkt ist.
MaxSchreck hat geschrieben: Do 11 Jun, 2026 21:34 Tja, Pech gehabt, ich lasse mir von Dir definitiv nicht sagen, was ich zu tun hab. Wenn ich KI-Müll/Bullshit sehe, spreche ich das aus.
Lustig, dass Du Dir meine und Freezers Kritik so ungefragt anziehst. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Schade aber, das Du von Null auf Hundert aggressiv reagierst. Und das egal welcher Kommentar von Dir vor allem dadurch sich auszeichnet, latent oder offen aggressiv zu sein anstelle einmal vom hohen (männlichen?) Ross der Überheblichkeit zu steigen und ein wenig durchlässiger zu werden - für andere Standpunkte, aber auch für differenziertere Betrachtung grundsätzlich.

Ärgerlich finde ich aber, dass Du den armen Panahi bemühst; das ist feiger whataboutism in Reinform. Pfui. Jeder ist seines Glückes Schmied, das war auch bei Nawalny so, der wusste was ihn bei seiner Rückkehr nach Russland erwartete. Dass Du aus Deiner deutschen Wohlstandswohnung Dir erdreistest darüber zu richten ob „einer besser ist als der andere“, ist eine Frechheit.

Aber mit Dir werde ich nicht mehr diskutieren denn Du hast bewiesen, dass es Dir um Dich und NUR um Dich geht. Armer Mensch. Setzen, sechs. Und bitte halte jetzt einfach mal die Klappe.
Dirk van den Berg / OutreMer Film (www.outremerfilm.com)



Drushba
Beiträge: 2711

Re: Erster Live-Action KI-Film in Filmfestivalprogramm - und Kling AI-Bilder auf Amazon Prime

Beitrag von Drushba »



PrincipeAzzurro hat geschrieben: Do 11 Jun, 2026 21:05 Schade, dass die Diskussion hier in großen Teilen so platt läuft und (fast) nur extreme Meinungen und Standpunkte darstellt. "Großer Mist", Bullshit usw. Dabei bietet dieser Film - dieses in filmischer Form vorliegende Werk über einen Moment, der wahrscheinlich anders nicht darstellbar war, auch gerade weil niemand im Land diese Momente filmen konnte - meiner Ansicht nach zwei sehr verschiedene Diskussionsansätze, über die man nachdenken könnte ohne gleich typisch deutsche schwarz-weiße Extrem-Statements mit dem Zeigefinger rauszuhauen: einmal der ganze KI-Komplex und die Frage, ob so etwas zulässig ist oder "geht", wenn es sonst keine andere Möglichkeit gibt, die Story in Bilder zu fassen. Denn: wer kann mir den Unterschied zwischen einem Re-Enactment in einem Doku-Drama (diesem seltsamen und vor allem deutschen Zwitter-Genre) und diesem Film wirklich erklären? Gibt es da überhaupt einen Unterschied?
Und dann ist da die Frage nach der Haltung hier im freien, demokratischen (oder zumindest) nicht diktatorisch und mit Maschinengewehr-Brutalität beherrschten Westen, gegenüber den Ereignissen im Iran Anfang des Jahres. Das war starker Tobak, extrem starker, da ging es um Leben und Tod. Und ich persönlich würde mich etwas mehr zurückhalten mit Statements über den Autor, der sich angeblich feige aus dem Land ferngehalten hat (was hätte er denn tun sollen, dorthin fahren und sich abschießen lassen?). Und würde mich freuen, wenn die Diskussion hier ein wenig weniger extremistisch-absolut laufen würde - auch der Teil über KI - als sie hier im Forum gerade geführt wird (nicht von allen, aber leider von den meisten).
Nur weil etwas technisch möglich ist, muss es nicht künstlich in eine filmische Form gepresst werden. Die Ereignisse im Iran ließen sich gut über Social Media verfolgen, insbesondere auf X (dem ehemaligen Twitter), wo viele gut vernetzte Exiliraner schrieben und Aufnahmen teilten. Wir wissen also um die Existenz realer Aufnahmen, die dokumentarfilmerisch noch nicht verarbeitet wurden und die wohl wirklich unter Lebensgefahr entstanden sind. Diese sind jetzt für den Festivaldiskurs stark entwertet, weil sie „zu spät” kommen, da ein Fälscher bereits seinen Haufen für das Thema gesetzt hat. Zudem gab es wirklich starke Podcasts und Berichterstattung in Printmedien. Es bestand keinerlei Notwendigkeit, auf „unbekannte Ereignisse” hinzuweisen, die sonst verborgen geblieben wären, wie die Festivalleitung in ihrer Rechtfertigung suggeriert.

Was hier destruktiv – und vermutlich epocheprägend destruktiv – angewendet und durch ein A-Festival „legalisiert” wurde, ist das pure Erfinden und Behaupten photorealistisch wirkender, in Wahrheit gefälschter Bilder. Die Zuschauer:innen werden nicht durch Abstraktion wie im erkennbaren Reenactment oder Animation zumindest so weit gefordert, dass sie selbst beginnen, sich Bilder vorzustellen, ohne den Bildern direkt zu glauben. Stattdessen wird schlicht behauptet, die gezeigten Bilder hätten reale Gültigkeit. Das sind die Mittel von Propaganda, aber nicht die von Dokumentarfilm, der stets um seine Glaubwürdigkeit kämpfen muss und durch solch einen vernichtenden Bullshit in Mitleidenschaft gezogen wird. Wohlgemerkt: Das Infame daran liegt nicht nur in der Tat des Regisseurs, sondern auch in der Entscheidung des Festivals, so etwas aufzuwerten.



PrincipeAzzurro
Beiträge: 58

Re: Erster Live-Action KI-Film in Filmfestivalprogramm - und Kling AI-Bilder auf Amazon Prime

Beitrag von PrincipeAzzurro »

Drushba hat geschrieben: Do 11 Jun, 2026 23:13 Die Ereignisse im Iran ließen sich gut über Social Media verfolgen, insbesondere auf X (dem ehemaligen Twitter), wo viele gut vernetzte Exiliraner schrieben und Aufnahmen teilten. Wir wissen also um die Existenz realer Aufnahmen, die dokumentarfilmerisch noch nicht verarbeitet wurden und die wohl wirklich unter Lebensgefahr entstanden sind. Diese sind jetzt für den Festivaldiskurs stark entwertet, weil sie „zu spät” kommen, da ein Fälscher bereits seinen Haufen für das Thema gesetzt hat.
Das ist tatsächlich ein guter Punkt, gerade auch der über alle „zu spät“ kommenden weiteren Auseinandersetzungen über dieses Thema. Danke, genau solche Denkansätze fehlten mir hier bisher.

Trotzdem: keiner von uns hat den Film bisher gesehen, der Trailer allein reicht nicht, um die - von einigen in ihren zumeist recht nachdenklichen Rezensionen - geschilderten Eindrücke bei der Premiere abzubilden. Warum sollte ein Film, von dem alle WISSEN dass er ausschließlich au KI-Bildern besteht, nicht die Möglichkeit bekommen, bei seinem Publikum emotionale und empathische Reaktionen zu erzeugen? Wo ziehen wir die neuen Grenzen des Erlaubten, sind hochbudgetäre Re-Enactments „besser“ als ein (wenn‘s stimmt) für 2000 Dollar erzeugter Film? Haben die bewusst eingesetzten und (soweit mir bekannt) in keiner Hinsicht verheimlichten KI-Bilder weniger Daseinsberechtigung als scheinbar echte Re-Enactments? Und was ist mit dem „demokratischen Element“, dass der vorher komplett branchenfremde iranische Exil-Filmemacher nicht müde wird zu beschreiben?

Und um die Sache noch einen Tick zu verkomplizieren fallen mir zum Beispiel die fiktional erzeugten und ohne Erklärung als scheinbar echte Super-8-Archive über die DDR-Skaterszene ein von „This Ain’t California“, einem Film der dokumentarisch auftrat und doch zum Großteil fiktional hergestellt war - was ist aufrichtiger, so etwa zu verheimlichen (oder zumindest es zu verbrämen) oder von vorneherein die KI-Geburtsurkunde zu offenbaren? Mir zumindest fällt es nicht leicht, hier eindeutig urteilen zu können…

Danke!
Dirk van den Berg / OutreMer Film (www.outremerfilm.com)



Drushba
Beiträge: 2711

Re: Erster Live-Action KI-Film in Filmfestivalprogramm - und Kling AI-Bilder auf Amazon Prime

Beitrag von Drushba »

PrincipeAzzurro hat geschrieben: Do 11 Jun, 2026 23:36
Drushba hat geschrieben: Do 11 Jun, 2026 23:13 Die Ereignisse im Iran ließen sich gut über Social Media verfolgen, insbesondere auf X (dem ehemaligen Twitter), wo viele gut vernetzte Exiliraner schrieben und Aufnahmen teilten. Wir wissen also um die Existenz realer Aufnahmen, die dokumentarfilmerisch noch nicht verarbeitet wurden und die wohl wirklich unter Lebensgefahr entstanden sind. Diese sind jetzt für den Festivaldiskurs stark entwertet, weil sie „zu spät” kommen, da ein Fälscher bereits seinen Haufen für das Thema gesetzt hat.
Das ist tatsächlich ein guter Punkt, gerade auch der über alle „zu spät“ kommenden weiteren Auseinandersetzungen über dieses Thema. Danke, genau solche Denkansätze fehlten mir hier bisher.

Trotzdem: keiner von uns hat den Film bisher gesehen, der Trailer allein reicht nicht, um die - von einigen in ihren zumeist recht nachdenklichen Rezensionen - geschilderten Eindrücke bei der Premiere abzubilden. Warum sollte ein Film, von dem alle WISSEN dass er ausschließlich au KI-Bildern besteht, nicht die Möglichkeit bekommen, bei seinem Publikum emotionale und empathische Reaktionen zu erzeugen? Wo ziehen wir die neuen Grenzen des Erlaubten, sind hochbudgetäre Re-Enactments „besser“ als ein (wenn‘s stimmt) für 2000 Dollar erzeugter Film? Haben die bewusst eingesetzten und (soweit mir bekannt) in keiner Hinsicht verheimlichten KI-Bilder weniger Daseinsberechtigung als scheinbar echte Re-Enactments? Gibt es da auch ein gewisses „demokratisches Element“, wie der iranische Exil-Filmemacher nicht müde wird zu beschreiben?

Und um die Sache noch einen Tick zu verkomplizieren fallen mir zum Beispiel die fiktional erzeugten und ohne Erklärung als scheinbar echte Super-8-Archive über die DDR-Skaterszene ein von „This Ain’t California“, einem Film der dokumentarisch auftrat und doch zum Großteil fiktional hergestellt war - was ist aufrichtiger, so etwa zu verheimlichen (oder zumindest es zu verbrämen) oder von vorneherein die KI-Geburtsurkunde zu offenbaren? Mir zumindest fällt es nicht leicht, hier eindeutig urteilen zu können…

Danke!

Es gibt in diesem Kontext doch keinerlei Grenzen des Erlaubten – also auch keine Verbote. Alle machen alles, und das war schon immer so. Zu behaupten, es gäbe Verbote, löst bei manchen ja schon den Heroismus-Automatismus aus, „mutig” gegen „Verbote” zu verstoßen, nach dem strapazierten Motto „Wir wütenden Bürger lassen uns den Mund nicht verbieten”. Nein, so ist es nicht. Lügner haben schon immer gelogen und tun es weiterhin.

Im Kontext des kritischen Diskurses (Dokumentarfilm oft als Gegenaufklärung zu den Lügen von mächtigen Interessengruppen) gab oder gibt es unter Dokumentarfilmern aber durchaus eine Ethik, so etwas nicht zu tun bzw. nicht und niemals zu fälschen, um glaubwürdig zu bleiben und das perfide Spiel der Propagandisten nicht mitzumachen. Das war lange Zeit bzw. bis Tribeca auch Konsens bei Festivals, Auswahlkommissionen und sensibilisiertem Publikum. Wenn dieser Konsens verletzt wurde, gab es bei den Q&As Buhrufe aus dem Publikum, wenn es sich um die Glaubwürdigkeit des Gezeigten betrogen fühlte. Filme erhielten dann keine Preise, wenn sie der Lüge oder auch nur Unsauberkeit überführt wurden, für gute Dokfilmer gehts hier auch um ihr Selbstverständnis. Denn letztlich geht es beim Dokumentarfilm um den Gegenentwurf zur Propaganda – um Aufklärung, um einen Schlüssel, die Menschen dieser Welt durch (idealerweise nicht eingreifende) Beobachtung bzw. gut beobachte Momente ein wenig mehr zu verstehen. Und auch darum, den Lügen dieser Welt authentische Wirklichkeit entgegenzusetzen.

Das „demokratische Element“ dabei ist meiner Meinung nach die Glaubwürdigkeit. Demokratie setzt mündige Menschen voraus, um zu funktionieren. Also Menschen, die sich mithilfe glaubwürdiger Informationen und Inhalte möglichst wertfrei Urteile bilden können, um danach die Geschehnisse für sich zu bewerten. An bestimmten Punkten können gute Dokumentarfilme dazu beitragen, andere Perspektiven auf festgefahrene Bilder im Kopf zu eröffnen. Durch gute Beobachtung und dokumentarische Momente können zusätzliche Dimensionen aufgemacht und nachvollziehbar gemacht werden. Lügen aber leisten das Gegenteil: Sie emotionalisieren, verengen das Blickfeld und treiben Menschen in eine moralische Abwärtsspirale von Intoleranz – in dem von dir genannten Kontext eher das Gegenteil von Demokratie bzw. deren Grundlage der Mündigkeit. Perfiderweise wirkt schon die Erwartbarkeit einer Lüge destruktiv und lässt Menschen dichtmachen. Und dafür ist hier wohl das Fundament gelegt worden. Es ist immer einfach, das einzureißen, was andere mühsam aufgebaut haben – in diesem Fall die freie Übereinkunft von Dokumentarfilm als Genre gegen die Omnipräsenz von Propaganda und Lügen.



7River
Beiträge: 5058

Re: Erster Live-Action KI-Film in Filmfestivalprogramm - und Kling AI-Bilder auf Amazon Prime

Beitrag von 7River »

iasi hat geschrieben: Di 09 Jun, 2026 22:20 Dreams of Violets
Sehr gut.
Hier wird sichtbar gemacht, was sonst niemand zu sehen bekommt.
Wird das denn, was dort tatsächlich geschehen ist, der ungeheuren Brutalität ansatzweise gerecht? Oder kommt das einer Verharmlosung gleich?
„Wissen Sie, Ryback, aussehen tut's köstlich. Aber riechen tut's wie Schweinefraß. Ich hab' Ihren Scheiß lang genug geduldet. Nur weil der Captain die Art liebt, wie Sie kochen. Aber dieses eine Mal ist er nicht hier und wird Ihnen nicht helfen können.“



MaxSchreck
Beiträge: 510

Re: Erster Live-Action KI-Film in Filmfestivalprogramm - und Kling AI-Bilder auf Amazon Prime

Beitrag von MaxSchreck »

Mit solchen "Filmen" pflanzt man unweigerlich falsche Bilder in die Historie, als wenn diese nicht schon genug verdreht und verhunzt worden wäre.

Edit:
Zufälligerweise wurde soeben Albert Einstein von der Telekom reanimiert, um ein Joint Venture mit Eleven Labs zu promoten, was so einiges an Reaktionen in der Werbewelt verursacht hat. Thomas Strerath, ein Manager aus der Werbung, hat einen fiktiven Brief von Albert Einstein produziert mit einem sehr zu diesem Iran-Film passenden Absatz:

"Sie bewerben eine Maschine, die jede Stimme nachbauen kann — und Sie beweisen ihre Macht, indem Sie meine fälschen. Sie führen also nicht nur vor, was diese Technik vermag, sondern auch, was sie anrichten kann: dass künftig niemand mehr sicher sein wird, ob ein Toter, ein Lebender, ein Staatsmann je gesagt hat, was man ihn sagen hört. Ich habe ein Leben dem Unterschied zwischen Schein und Wahrheit gewidmet. Ihre Vorführung handelt, ob Sie es wollen oder nicht, von der Leichtigkeit, mit der dieser Unterschied verschwindet."



dienstag_01
Beiträge: 14968

Re: Erster Live-Action KI-Film in Filmfestivalprogramm - und Kling AI-Bilder auf Amazon Prime

Beitrag von dienstag_01 »

Wenn das Festival wirklich eine Diskussion zum Thema KI und Dokumentarfilm führen will, dann ordnet es den Film in den Bereich Animationsfilm ein. Dann ist für jeden Rezipienten klar (sollte klar sein), dass der Film das Denken des Machers unter Mithilfe von Maschinen zeigt und nicht die sogenannte Realität abbildet.



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