rush hat geschrieben: Do 25 Jun, 2026 00:03
Wenn eine Technologie "militärisch" aufgeladen wird - haben die kleinen Leute halt leider schlechte Karten.
Einerseits stimmt das, andererseits vergisst du die kommerziellen Interessen: Drohnen können für Liefer- / Vermessungs-/Inspektionsdienste u.v.m. eingesetzt werden, das ist ein Milliardenmarkt. Nicht nur die Militärs, sondern auch kommerzielle Protagonisten wollen deshalb "Fritze Müller, der sich bei Amazon ne Drohne kauft und damit erratisch herumfliegt", aus dem Luftraum haben.
Folge 1: Der Fun-Faktor ist weg und der kommt auch nicht mehr wieder, dieses anarchische: "Ich starte jetzt mal spontan in Berlin-Mitte und mach nen geilen Quick Shot um den Fernsehturm herum". Und der Kunde versendet das dann.
Folge 2: Professionalisierung. Ich fliege Drohne und filme auch unter Wasser, von daher habe ich eine ganz gute Vergleichsmöglichkeit: Beides sind Sonderformen des Filmens und beides setzt eine Lernkurve voraus. Für das Unterwasserfilmen muss man überhaupt erstmal Tauchen können, das ist ne rein handwerkliche Lernkurve und bis man so weit ist, nicht mehr über das Tauchen selbst, sondern nur noch über Filmen nachdenken zu müssen, dauert es schon ne Weile/50 Tauchgänge Minimum. Dafür gibt es aber auch kaum rechtliche Beschränkungen.
Für das Drohnenfilmen muss man ... Fliegen können? Nicht wirklich, mal abgesehen von FPV ist das dank IMU, GNSS & Co kinderleicht, sofern der werte Pilot nicht in die Verlegenheit kommt, manuell steuern zu müssen. Man macht für kleinere Drohnen diesen Online-Kurs, besorgt sich danach die EU-Registrierung and
that's pretty much it!. Interessant wird es danach: Schon jetzt braucht man für den kommerziellen Einsatz eine entspr. Haftplichtversicherung, ganz unabhängig von der Drohnenklasse und die kostet deutlich mehr, als eine reine Modellflieger-Haftpflicht. Und dann muss man sich eigeninitiativ auch noch mit den regionalen Gegebenheiten plus aktueller Notams für jeden einzelnen(!) Flug auseinandersetzen, und
das ist die eigentliche Lernkurve dabei, kurz:
Die Zeiten, in denen Drohnen nur eine "weitere Kamera im Rucksack" waren, vielleicht neben ner DSM, nem Camcorder und 1+X Actioncams, sind einfach mal vorbei, so doof wir das auch finden mögen. Luftaufnahmen werden wieder zu jenem Spezialgebiet, das sie früher schon mal waren. Das Problem besteht im Grunde darin, das den Kunden zu kommunizieren und enstprechende Tarife durchzustellen. Also z.B: 1 Std. für die Erkundung des Flugbereichs, 1 Std. für das eigentliche Fliegen, plus 3-X Stunden für die Recherche der regionalen Procedere, zuzügl. der behördlichen Genehmigungskosten. Roundabout also einen Tagessatz on top, egal ob die Möhre 100 Gramm oder 20 Kg wiegt.