Der billig produzierte, aber nach Hollywood aussehende Horror-Kurzfilm "The Chair" (2023), der über 10 Millionen mal gesehen wurde, beeindruckte James Harris von der Produktionsfirma Tea Shop Productions so sehr, dass er ihm ein kleines Budget anbot, um daraus einen Spielfilm zu machen, aber Barker pitchte dann ein anderes Projekt, "Obsession". 2024 veröffentlichte Barker dann auf YouTube den 1-stündigen Found Footage Horrorfilm "Milk & Serial", sein Spielfilmdebüt.
Kurzfilme scheinen doch gesehen zu werden. Und scheinen so etwas wie eine Visitenkarte zu sein.
„Wissen Sie, Ryback, aussehen tut's köstlich. Aber riechen tut's wie Schweinefraß. Ich hab' Ihren Scheiß lang genug geduldet. Nur weil der Captain die Art liebt, wie Sie kochen. Aber dieses eine Mal ist er nicht hier und wird Ihnen nicht helfen können.“
Natürlich,
zig sehr erfolgreiche Karrieren von Schauspielern, über Kameraleute, bis zum Regisseur oder Produzent, kamen erst durch sehr gute Low Budget Kurzfilme so richtig in Fahrt.
Auch wenn der iasi den Fakt ignoriert, ändert nichts daran.
Das Beispiel zeigt leider auch wieder schön, welchen Startvorteil man mit so einem Projekt in den USA hat.
1. Hätte sich mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit weder in Österreich noch in Deutschland eine Produktionsfirma gefunden, welche das Risiko eingeht bzw. das Kapital hätte einem "unbekannten" Regisseur so ein Projekt zu finanzieren.
2. Hätten die Förderstelle das Projekt abgelehnt - weil Horror als Genre fast immer abgelehnt wird.
3. Das Studio hatte genügend Hebel den Film in den Kinos lange genug laufen zu lassen, bis die Mundpropaganda ihre Wirkung entfalten konnte. Bei uns wäre der Film nach zwei Wochen aufgrund der Besucherzahlen rausgeflogen und die Studios hätte da nicht mal was dagegen machen können, weil den Kinos das Programm von US Studios mehr oder weniger aufgezwungen wird.
4. Von den USA aus kann man dann mit der Erfolgswelle international mitschwimmen. Umgekehrt ungleich schwieriger.
Die Storyidee ist natürlich auch großartig und konsequent umgesetzt und der Trailer macht Lust den Film zu sehen.
Der Erfolg ist verdient.
Diese Diskussion um Kurzfilme macht keinen Sinn. Es kommt doch immer darauf an, in welcher Situation man ist, und was man will. Und wenn man einen Investor überzeugen will, seinen ersten Langfilm zu finanzieren, dann ist ein Kurzfilm (ich würde 'mal sagen mindestens 20 oder 30 Minuten) als Referenz besser als nur sagen zu können: "Hier. Ich habe ein Drehbuch gekauft." Mit so einem Film kann man "beweisen", dass man alle Schritte bis zum fertigen Produkt prinzipiell beherrscht.
Und nebenbei bemerkt: Wenn man seinen ersten Langfilm produzieren möchte, dann kann man noch keinen Langfilm als Referenz vorzeigen.
"Es gibt so gut wie keine Verwertungsschienen für Kurzfilme."
Das Mantra kommt immer. Aber darum geht's doch gar nicht. Es geht darum, sein Talent zu zeigen und aufzufallen. Und: die erhoffte unbezahlte Spielfilm-Crew wird erst mal sehen wollen, was Meister Iasi so drauf hat, bevor sie Wochen oder Monate ihrer Zeit investiert und obendrein bitte schön auch noch das finanzielle Risiko tragen tragen soll. So ist doch dein Plan?
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