MarcusG hat geschrieben: Mo 08 Jun, 2026 21:41... hattet ihr denn nicht auch Albträume in eurer Kindheit, wo ihr genau durch solche unendlichen Räume vor einem Monster (bei mir war es eine Hexe) flieht, und nicht entkommen könnt? Oder wo man versucht wegzurennen und wie durch Honig gebremst fast nicht vorwärts kommt?
Die moderne Psychologie arbeitet eng mit der Schlafforschung zusammen. Alle Träume, an die man sich erinnert, haben zum Aufwachen geführt. Die empfundene Lähmung, Trägheit und Bewegungsverlangsamung ist real, physisch, da der Körper sich noch im Zustand der Schlaflähmung befindet, während Cortisol und Adrenalin das System fluten. Was die Inhalte der Träume betrifft ist heute Freuds Deutungsansatz teilweise widerlegt, nicht aber seine These, dass im Traum Wunsch- und Angstthemen aus dem Alltag aufgegriffen werden, mit dem Ziel, sie aus dem Bewusst-Sein (der gedanklichen Beschäftigung damit, die uns am Einschlafen hindert) ins Unterbewusstsein zu drücken. Darum sind die Themen des Traums in hohem Maß kompensatorisch: habe ich Sorgen, erfülle ich mir Wünsche, brenne ich wegen unerfüllter Wünsche, bestraft mich ein Alptraum. Da es im Flucht-Lähmungstraum unwahrscheinlich ist, dass eine reale, unmittelbare Gefahr besteht (war es eine gute Idee, einen Löwen als Haustier zu nehmen?), handelt es sich i.d.R. um eine Vermeidung. Man wird praktisch vom sinkenden Melatoninspiegel auf frischer Flucht ertappt? Wovor?
Nach der Traum-Logik vor etwas, mit dem man sich nicht konfrontieren will. Die meisten dieser Probleme sind komplex, beziehen sich auf fortbestehende soziale Konflikte. Die Vermeidung einer aktiven Lösung kann tatsächlich ein Alptraum, kann wirklich Horror sein.
Hier etwas zu den Reaktionen.
MarcusG hat geschrieben: Mo 08 Jun, 2026 21:41Abgesehen davon ist es auch ein Bild für das gefangen sein in einem entmenschlichten Leistungssystem, ohne Orientierung oder Einfluss darauf, was der eigene gute Weg oder Sinn im Leben sein könnte, dann landet man in einem Großraum Büro und fragt sich: wie bin ich nur hierher gekommen, wie komme ich wieder raus, bleibt das jetzt für immer so, und je länger man I. Diesem Leben bleibt, desto schwieriger ist es, Alternativen zu denken, irgendwann wird alles diese Routine, dieses Leben, nicht Mal in Gedanken kannst du wirklich entfliehen, weil deine Fantasie von dieser Eintönigkeit aufgefressen und gelb eingefärbt wird.
Nun, gleich, ob wir im "Fight-" oder "Fawn-" Modus darauf reagieren: sind wir nicht tatsächlich, zumindest mit einem Bein, in einem "entmenschlichten Leistungssystem"?
MarcusG hat geschrieben: Mo 08 Jun, 2026 21:41Ich hatte zum Beispiel Angst mein Kind dem deutschen Schulsystem zu überlassen, weil es halt genau auf diesen Weg führt, dich konditioniert. "Sie belohnen richtige Antworten und verkaufen es dir als intelligente Leistung, während sie dein Gehirn eigentlich langsam verstümmeln und versklaven, und von ihrer Belohnung von außen abhängig machen. Sie ersticken dein Gespür für dein Selbst, den Wert deiner eigenen Ideen, deinen Mut eigene Wege zu gehen, die nicht sofort eine absehbare Belohnung bringen.
Du hast das teilweise in Anführungsstriche gesetzt. Ist das ein Zitat?
Na und? Im Fernsehen wird ja auch alles wiederholt ...