R S K
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Re: Apple Vision Pro - Bereits nachlassende Nachfrage in den USA?

Beitrag von R S K »

Lustig, dass ausgerechnet Leute, die seit 30 Jahren den Untergang von VR feiern, immer noch Zeit darauf verwenden, jeden neuen Versuch ausführlich zu kommentieren. 🤦🏼‍♂️

Apple ist ziemlich bekannt dafür, nicht „die Zukunft“ zu erfinden, sondern unreife Technologien so lange liegen zu lassen, bis sie benutzbar sind. Dass die erste Version kein Massenprodukt ist, wäre also eher Markenzeichen als Offenbarung. 🙄

Das „VR ist seit den 90ern Bullshit“-Narrativ blendet ziemlich konsequent aus, warum es damals bzw. bisher tatsächlich gescheitert ist: zu geringe Auflösung, hohe Latenz, gar kein bis schlechtes Tracking, keine brauchbaren Eingabekonzepte und schlicht fehlende Rechenleistung. Dass frühe Versuche kläglich waren, sagt nichts über das Medium, sondern über die Technik der Zeit.

Vision Pro ist das erste System, bei dem diese Grundprobleme gleichzeitig in einer benutzbaren Form gelöst wurden. Nicht perfekt, nicht massentauglich, aber funktional. Das ist ein qualitativer Bruch zu allem, was vorher unter „VR“ lief.

Parallel verkauft sich eine technisch extrem einfache Ray-Ban/Meta-Brille schon letztes Jahr um diese Zeit millionenfach. na sowas. Funktional kaum vergleichbar mit Vision Pro, aber ein klarer Beleg dafür, dass Interesse an räumlicher, körpernaher Technologie sehr wohl vorhanden ist. Von generellem Desinteresse oder einem „Flop“ zu sprechen, wirkt vor diesem Hintergrund eher ideologisch als analytisch.

Apple entwickelt kein eigenes Betriebssystem, neue Interaction-Modelle, Frameworks und spezielle Chips, um ein Projekt nach ein oder zwei Jahren abzuschreiben. Vision Pro ist offensichtlich ein teurer Vorreiter, kein Konsumprodukt. Genau so beginnen neue Plattformen dort regelmäßig – und erst danach kommen die günstigeren, alltagstauglichen Ableger. (und die endlosen schlechten Versuche einer Kopie)

Und zum Punkt mit den „Medien-Gurus und Branchenpropheten“: Auch das jahrzehntelange, selbstsichere Ausrufen des Scheiterns ist eine Form von Prophetentum. Nur mit negativem Vorzeichen. Wer seit den 90ern zuverlässig weiß, dass etwas nicht funktionieren kann, steht argumentativ auf derselben Stufe wie die, die zu früh den Durchbruch verkünden.

Skepsis ist sinnvoll. Dauerhafte Gewissheit – egal in welche Richtung – ist genau das, was man sonst gern verspottet. Also an der Stelle pure Ironie.

Wir werden ja sehen, welcher selbsternannte "Branchenprophet" sich hier also als Idiot erweisen wird.



Jott
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Re: Apple Vision Pro - Bereits nachlassende Nachfrage in den USA?

Beitrag von Jott »

Apple hat sich bei der VP offensichtlich viele Gedanken um’s User Interface gemacht. Davon werden sicherlich zukünftige Produkte profitieren.



cantsin
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Re: Apple Vision Pro - Bereits nachlassende Nachfrage in den USA?

Beitrag von cantsin »

Jott hat geschrieben: So 04 Jan, 2026 15:59 Apple hat sich bei der VP offensichtlich viele Gedanken um’s User Interface gemacht. Davon werden sicherlich zukünftige Produkte profitieren.
Ja, darum "Newton 2.0". Für den Newton wurden ja auch die Basistechnologien eines Touchscreen-Mobilgeräts mit maßgeschneidertem User Interface entwickelt, das dann erst 14 Jahre später im iPhone seine sinnvolle Implementation hatte.

Ich bleibe auch dabei, dass Apple nie eine VR-, sondern eigentlich eine AR-Brille entwickeln wollte. (Dazu gibt es über Jahrzehnte hinweg konsistente Aussagen von Apples Management.) Bei AR sehe auch ich eine große Zukunft. VR wird immer ein Nerd-Spielzeug bleiben.
"Wieso eigentlich überhaupt was drehen? Warum nicht jahrelang nur darüber philosophieren?" -stip



berlin123
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Re: Apple Vision Pro - Bereits nachlassende Nachfrage in den USA?

Beitrag von berlin123 »

Ich gehe die Wette ein, dass VR sich weiter verbreiten wird. In Social Media Diskussionen wird gerne in schwarz-weiß Kategorien diskutiert. So als ob VR entweder normale Devices komplett ersetzen wird oder komplett untergeht. Darum geht’s sicherlich nicht.

VR ist zu gut als dass es keiner mehr will. Ich nutze zb meine Quest immer wieder mal (aktuell zum Abtrainieren von Höhenangst beim Bergsteigen).

Hätte sie die Qualität der Vision Pro wahrscheinlich etwas öfter. Aber die Vision ist für einen gelegentlichen User wie mich noch viel zu teuer.

VR 2025:
IMG_4362.jpeg
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.



Jott
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Re: Apple Vision Pro - Bereits nachlassende Nachfrage in den USA?

Beitrag von Jott »

„ Ich bleibe auch dabei, dass Apple nie eine VR-, sondern eigentlich eine AR-Brille entwickeln wollte.“

Hast du mal eine benutzt? Das ist so was von AR. Nur halt im Taucherbrillendesign, damit kann man nicht in der „Reality“ rumlaufen, nur auf dem Sofa kleben. Der nächste Schritt kann nur etwas sein, mit dem man vor die Tür gehen kann.



Alex
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Re: Apple Vision Pro - Bereits nachlassende Nachfrage in den USA?

Beitrag von Alex »

Jott hat geschrieben: Mo 05 Jan, 2026 06:06Der nächste Schritt kann nur etwas sein, mit dem man vor die Tür gehen kann.
Sowas?
https://www.xreal.com/de/1s



Jott
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Re: Apple Vision Pro - Bereits nachlassende Nachfrage in den USA?

Beitrag von Jott »

Die Richtung wird's wohl sein.

Wo sind die Akkus? Daran klemmt's bisher immer.



Alex
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Re: Apple Vision Pro - Bereits nachlassende Nachfrage in den USA?

Beitrag von Alex »

Jott hat geschrieben: Mo 05 Jan, 2026 09:06Wo sind die Akkus? Daran klemmt's bisher immer.
Schnöde via Powerbank:
Passend dazu wurde der XREAL Neo vorgestellt. Hierbei handelt es sich um einen Power-Hub, der eine 10.000 mAh starke Powerbank mit DisplayPort-Video-Pass-Through kombiniert. Das Zubehör richtet sich vorwiegend an Nutzer von Handhelds wie der Nintendo Switch oder der Switch 2, da diese nun ohne Dock direkt mit der AR-Brille verbunden werden können. Der Hub unterstützt einen Output von bis zu 45 Watt am Netzteil oder 20 Watt im Akkubetrieb. SteamDeck-Nutzer können so 1200p bei 120 Hz auf die Brille bringen.
https://us.shop.xreal.com/products/xreal-neo



Jott
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Re: Apple Vision Pro - Bereits nachlassende Nachfrage in den USA?

Beitrag von Jott »

Nicht sexy.



R S K
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Re: Apple Vision Pro - Bereits nachlassende Nachfrage in den USA?

Beitrag von R S K »

cantsin hat geschrieben: So 04 Jan, 2026 21:49Ja, darum "Newton 2.0". Für den Newton wurden ja auch die Basistechnologien eines Touchscreen-Mobilgeräts mit maßgeschneidertem User Interface entwickelt, das dann erst 14 Jahre später im iPhone seine sinnvolle Implementation hatte.

Ich bleibe auch dabei, dass Apple nie eine VR-, sondern eigentlich eine AR-Brille entwickeln wollte. (Dazu gibt es über Jahrzehnte hinweg konsistente Aussagen von Apples Management.) Bei AR sehe auch ich eine große Zukunft. VR wird immer ein Nerd-Spielzeug bleiben.
Herrlich. Er zieht die Newton-Karte und merkt nicht, dass er dir damit freiwillig das beste Argument liefert.

Der Newton-Vergleich passt tatsächlich gut – allerdings eher als Argument für Vision Pro als dagegen. Upps. Beim Newton wurden zentrale Basistechnologien und Interaktionskonzepte entwickelt, die damals technisch noch nicht tragfähig waren und erst Jahre später sinnvoll umgesetzt werden konnten. Dass genau diese Arbeit später im iPhone aufgegangen ist, zeigt ja gerade, dass solche Plattformen nicht „Bullshit“, sondern notwendige Vorstufen sind.

Vision Pro wirkt sehr ähnlich: kein Massenprodukt, sondern ein teurer, bewusst kompromissloser Technologieträger, um UI, Input, Wahrnehmung und räumliche Interaktion überhaupt erst ernsthaft zu erforschen. Dass davon zukünftige Produkte profitieren werden, ist eher der Normalfall als die Ausnahme.

Was die VR-/AR-Trennung angeht: Schon mal was von XR gehört? 🙄 Mal aufgefallen, dass Apple niemals VR oder AR verwendet? Warum wohl? 🤔 Wobei, wenn überhaupt, dann ist Vision Pro konzeptionell bereits deutlich näher an AR als an klassischem VR. Die vollständige Abschottung ist kein Selbstzweck, sondern ein technischer Zwischenschritt, solange echte, alltagstaugliche AR-Hardware noch nicht möglich ist. Apple hat das auch nie anders kommuniziert.

„VR bleibt ein Nerd-Spielzeug“ ist daher weniger Insider-Analyse als Momentaufnahme. Touchscreens galten lange als Spielerei, Tablets als überflüssig, Smartwatches als unnötig. Solche Urteile sind wunderbar bequem, aber historisch selten belastbar.

Wenn der Newton eines gezeigt hat, dann nicht, dass Apple sich verrennt – sondern dass Apple bereit ist, Jahre oder sogar Jahrzehnte vorauszuarbeiten. Insofern ist „Newton 2.0“ eher eine Bestätigung dafür, dass wir hier einen frühen Plattformanfang sehen, nicht dessen Ende.

Und du hast genau wie oft eine VP auf der Nase gehabt? Darf ich raten? 😒


Ach und der XREAL Vergleich? 🤦🏼‍♂️ Das ist ungefähr so, als würde man beim ersten iPhone einen Taschenrechner hochhalten und sagen: „Rechnet schneller!!

Jott hat geschrieben: Mo 05 Jan, 2026 06:06 Hast du mal eine benutzt?
😂… hat er natürlich nicht.
Das ist so was von AR. Nur halt im Taucherbrillendesign, damit kann man nicht in der „Reality“ rumlaufen, nur auf dem Sofa kleben. Der nächste Schritt kann nur etwas sein, mit dem man vor die Tür gehen kann.
Genau das ist ja der Punkt. Vision Pro ist konzeptionell AR – nur mit einem VR-Formfaktor als technischem Zwischenschritt. Passthrough, Raumverankerung, stabile Okklusion, Hand- und Eye-Tracking, keine Controller, keine abgeschotteten Fantasiewelten als Primärusecase. Das ist alles sehr weit weg von klassischem VR.

Dass man damit nicht draußen herumläuft, liegt nicht an der Idee, sondern an der heutigen Hardware: Energiebedarf, Displays, Optik, Gewicht. Dafür braucht man aktuell eben ein „Taucherbrillen“-Design. Das ist keine konzeptionelle Entscheidung, sondern eine physikalische.

Der nächste Schritt muss zwangsläufig etwas sein, mit dem man vor die Tür gehen kann – ganz genau. Aber genau deshalb ergibt es Sinn, die Plattform, das Betriebssystem und die Interaktion zuerst in einer kontrollierten Umgebung zu entwickeln, bevor man sie in eine alltagstaugliche Brille presst.

So betrachtet widerspricht Vision Pro der AR-Vision nicht, sie ist deren notwendige Vorstufe. Wer daraus „VR bleibt ein Nerd-Spielzeug“ ableitet, verwechselt Übergangsform mit Zielzustand.

Dass Apple aus klobigen, schweren ersten Versionen später extrem dünne, leichte Alltagsgeräte macht, wäre natürlich völlig untypisch! Wo man Apple ja historisch auch noch nie mit Obsessionen wie „dünner“, „leichter“ oder „tragbarer“ in Verbindung gebracht hat. 🙄



cantsin
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Re: Apple Vision Pro - Bereits nachlassende Nachfrage in den USA?

Beitrag von cantsin »

R S K hat geschrieben: Mo 05 Jan, 2026 11:53 Der Newton-Vergleich passt tatsächlich gut – allerdings eher als Argument für Vision Pro als dagegen.

Lies mal richtig, was ich geschrieben hatte.
Beim Newton wurden zentrale Basistechnologien und Interaktionskonzepte entwickelt, die damals technisch noch nicht tragfähig waren und erst Jahre später sinnvoll umgesetzt werden konnten.

Das hast Du offenbar von mir abgeschrieben.
Dass genau diese Arbeit später im iPhone aufgegangen ist, zeigt ja gerade, dass solche Plattformen nicht „Bullshit“, sondern notwendige Vorstufen sind.
Nicht die Interfaces sind Bullshit, sondern die Umsetzung in einer untauglichen Technologie - beim Newton in einem PDA ohne Telefon/Netz und (für seine Basiskonzepte wie Handschrifterkennung etc.) ausreichend leistungsfähige Soft- und Hardware, beim Vision Pro die aufwändige, klobige und unergonomische Emulation von AR durch VR.

Und der Newton wurde in einer Zeit entwickelt, in der Apple in seiner größten wirtschaftlichen und kreativen Krise steckte. Weswegen Jobs als erste Handlung nach seiner Rückkehr als CEO den Newton gekillt hat...

Apple hat historisch solche innovativen, aber noch nicht wirklich praxistauglichen Technologiestudien und Prototypen - wie mp3-Player (die ersten kamen von Creative), Tablets (Microsoft), Smartphones (Nokia Communicator) - immer anderen Herstellern überlassen, ein paar Jahre gewartet, und ist dann selbst erst mit runden, sinnvollen, alltagstauglichen Geräten auf den Markt gekommen.

Genauso machen sie es ja, zu Recht, gerade bei LLMs und generativer KI und lassen sich erst mal den Rest der Industrie die Finger an halbgaren Produkten und spekulativen Investments verbrennen.
"Wieso eigentlich überhaupt was drehen? Warum nicht jahrelang nur darüber philosophieren?" -stip



Darth Schneider
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Re: Apple Vision Pro - Bereits nachlassende Nachfrage in den USA?

Beitrag von Darth Schneider »

Den Newton kenne ich zu wenig um zu wissen was da schief lief.
Aber Vergleiche mit dem Newton finde ich eher sinnlos, das war ein völlig anderes Produkt und eine voll andere Zeit.
Egal.

Aber Fakt ist, später hat Apple die iPhones und die iPads rausgebracht, und die sind genau wegen dem Touchscreen und zig Apps auch heute noch äusserst erfolgreich.
Am Anfang war man auch misstrauisch, hat gedacht das wird ein Flop.
Man hatte sich schwer geirrt.

Mít den Brillen wird das ähnlich sein.
Nicht nur Apple arbeitet jetzt an einer günstigen und modischen Variante die man auch draussen tragen kann.

Es ist nicht die Frage ob sich diese eBrillen Technik durchsetzt und zu einem grossen Teil die Smartphones ersetzen wird, sondern nur noch wann…

Und die Vision Pro war/ist ein völlig überteuerter Prototyp. Um zu sehen was gehen kann. Wo ja sogar Apple wahrscheinlich von Anfang an wusste das davon nicht all zu viele verkauft werden können.
(Was ja eigentlich logisch wäre bei fast 4000€)



TheBubble
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Re: Apple Vision Pro - Bereits nachlassende Nachfrage in den USA?

Beitrag von TheBubble »

Als der Newton kam war die Idee der PDAs noch neu, aber es war auch nicht das erste Gerät. Von der Idee her waren die Geräte vielleicht ihrer Zeit voraus, konnten aber die Erwartungen der meisten Menschen nicht erfüllen. Die Idee ging aber nicht weg, andere Hersteller entwickelten die Kategorie der PDAs stetig weiter, es wurde auch viel experimentiert. Beispiele wären Geräte von Marken wie von Palm, Nokia, später Microsoft und Blackberry. Es gab auch schon Touch, Stifteingabe, Farbdisplays und Software von Drittherstellern.

Die breite Masse wurde aber erst angesprochen, nachdem sich angenehm zu bedienende kapazitive Touchdisplays gepaart mit hellen Farbdisplays und einer akzeptablen Laufzeit realisieren ließen. Dies gepaart mit einer bereits etablierten Anwendung, der Mobiltelefonie (Sprache + SMS), bot endlich auch der Masse eine Anwendung, die für sie täglich nützlich war.



TheBubble
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Re: Apple Vision Pro - Bereits nachlassende Nachfrage in den USA?

Beitrag von TheBubble »

Ob sich dieser Erfolg der stetigen Weiterentwicklung irgendwann gepaart mit einer ähnlich zugstarken Anwendung auch im VR-Bereich durchsetzt, kann nur die Zukunft zeigen.

Ich bin mir aber nicht sicher, ob man da auf dem richtigen Weg ist. Vermutlich dürften Spiele oder ein ganz besonders populäres Spiel mögliche Kandidaten für so eine zugstarke Anwendung sein, aber bisher zeichnet sich nichts ab. Im Gegenteil, durch Stand-Alone-Technik ohne Upgrade-Pfad ist man aus dem High-End-3D-Bereich leider quasi raus, d.h. ein visuelles Spektakel vergleichbar mit aktueller Top-PC-Grafik kann es momentan nicht sein. Und keiner wird mit viel Geldeinsatz etwas entwickeln, für das nur eine winzige Zahl Menschen überhaupt die passende Hardware hat.

Auch müsste man noch viel tun potentielle Nutzer zu überzeugen überhaupt so ein Teil aufzusetzen. Vielleicht klappt das, wenn Gewicht und Tragekomfort einer Skibrille und der Preis eines mittelguten Android-Phones erreicht ist, aber davon ist man auch noch weit entfernt.

Es ist IMO schwieriger, als man denkt. Wenn man das auch noch mit astronomischen Umsatzerwartungen, wie von anderen Apple-Produkte gewohnt, paart, dann hat man wirklich ein fast unüberwindbares Problem.



R S K
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Re: Apple Vision Pro - Bereits nachlassende Nachfrage in den USA?

Beitrag von R S K »

cantsin hat geschrieben: Mo 05 Jan, 2026 13:31Nicht die Interfaces sind Bullshit, sondern die Umsetzung… bla…
Interessant ist, dass du hier eigentlich zwei völlig widersprüchliche Apple-Narrative gleichzeitig verwendest. 🤦🏼‍♂️ Einerseits sagst du, Apple habe historisch nie unreife Technologien selbst auf den Markt gebracht, sondern andere machen lassen und sei dann erst mit runden Produkten eingestiegen. Andererseits führst du den Newton als Gegenbeispiel an – also genau den Fall, in dem Apple sehr wohl früh eine Plattform gebaut hat, inklusive OS, UI und neuer Interaktionsmodelle.

Der Newton ist aber kein Beweis gegen solche Vorstufen, sondern eher dafür, dass Apple genau daraus gelernt hat. Dass Jobs ihn gekillt hat, lag weniger an der Idee als an der damaligen Lage des Unternehmens und der technischen Unreife! Die Konzepte verschwanden ja nicht – sie reiften weiter und tauchten später in deutlich besser geeigneter Hardware wieder auf.

Vision Pro passt auffallend gut in dieses Muster: kein Konsumprodukt, sondern ein bewusst überdimensionierter Technologieträger, um Interaktion, Wahrnehmung und räumliche UI überhaupt erst systematisch zu entwickeln. Dass AR aktuell noch in einem VR-Formfaktor realisiert wird, ist kein konzeptioneller Fehler, sondern eine physikalische Notwendigkeit! Echte, leichte AR-Hardware ist derzeit schlicht noch nicht mit diesem Funktionsumfang und dieser Qualität machbar. Geräte wie zB die Galaxy XR zeigen, wie weit man heute kommen kann – sie bestätigen aber eher die Richtung als dass sie das Grundproblem von Optik, Energiebedarf und Rechenleistung bereits lösen.

Der Unterschied zu „Apple wartet ab und steigt später ein“ ist hier eher strategisch als grundsätzlich: Apple wartet diesmal nicht, weil sie die Plattform selbst definieren wollen, statt sie von Meta, Microsoft oder anderen festgelegt zu bekommen. Das erklärt auch das eigene Betriebssystem und den enormen Aufwand.

Und der Vergleich mit LLMs passt nur bedingt: Dort geht es um Software, die auf vorhandener Hardware skaliert. Bei räumlichem Computing ist die Hardware selbst der limitierende Faktor. Dass man diese Grenze aktiv erforscht, statt auf ein Wunder zu warten, wirkt weniger wie ein Fehlgriff als wie langfristige Plattformarbeit.


TheBubble hat geschrieben: Mo 05 Jan, 2026 15:50 Ob sich dieser Erfolg der stetigen Weiterentwicklung irgendwann gepaart mit einer ähnlich zugstarken Anwendung auch im VR-Bereich durchsetzt, kann nur die Zukunft zeigen… etc.
Ähm… der Punkt mit dem „visuellen Spektakel“ als Maßstab greift ausgerechnet bei Apple zu kurz. Gaming ist für Vision Pro ziemlich offensichtlich nicht der zentrale Treiber. Ja, es gibt Spiele, ja, es gibt inzwischen Controller-Support – aber eher als Zugeständnis an Erwartungen, nicht als Kernstrategie.

Apple denkt Vision Pro konsequent als Mobile Computing ohne Bildschirm. Fenster, Apps, Multitasking, Medien, Kommunikation, Präsenz. Das erklärt auch, warum Auflösung, Textschärfe, Latenz und Eye-Tracking so priorisiert sind – und nicht rohe 3D-Grafikleistung. Wobei auch die schon extrem gut ist!

Genau da liegt auch der Unterschied zu vielen anderen Headsets: Die versuchen, sich über Gaming zu legitimieren, weil das der naheliegendste Use Case ist. Apple umgeht das komplett und zielt auf alltägliche Computing-Szenarien. Und ja: In genau diesem Bereich – echtes mobiles, räumliches Computing – wirken zB aktuelle Galaxy-Ansätze im Vergleich noch erstaunlich unreif, um es Milde auszudrücken. Viel Feature-Checkliste, wenig kohärentes Nutzungskonzept. Zum Beispiel bei einem der Kernfunktionen wie das koppeln mit einem (Samsung eigenen!) PC scheitert die Galaxy Brille im Vergleich absolut kläglich. Bei der VP ist es wiederum ein absolut zentraler Use Case.

Dass sie nun Controller wie PSVR2 unterstützen, wirkt eher pragmatisch als visionär – ein „okay, nehmt es halt mit 🙄“, nicht der eigentliche Fokus.

Was Tragekomfort, Gewicht und Preis angeht: bedingte Zustimmung. Damit das für alle alltagstauglich(er) wird, muss es halt leichter, günstiger und sozial akzeptabler werden. Aber genau deshalb wirkt Vision Pro eher wie ein Startpunkt als wie ein fertiges Produkt. Niemand erwartet, dass Version 1 das Problem löst – sie definiert es erst.

Schwierig ist es definitiv. „Fast unüberwindbar“ wäre es nur dann, wenn man davon ausgeht, dass der heutige Formfaktor und die heutige Nutzung schon das Ziel sind. Danach sieht es bei Apple allerdings nicht aus. Das ist nur wieder das typisch zynische Wunschdenken der üblichen Verdächtigen.



TheBubble
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Re: Apple Vision Pro - Bereits nachlassende Nachfrage in den USA?

Beitrag von TheBubble »

R S K hat geschrieben: Mo 05 Jan, 2026 17:16 Vision Pro passt auffallend gut in dieses Muster: kein Konsumprodukt, sondern ein bewusst überdimensionierter Technologieträger, um Interaktion, Wahrnehmung und räumliche UI überhaupt erst systematisch zu entwickeln.
Überdimensioniert (im Sinne von teurer Technik mit kurzen Nutzungszyklen) und gleichzeitig noch zu schwach, um die Massen mitzunehmen. Falls die Geräte für die Massen überhaupt erschwinglich sind. Ein Fest für Nerds, aber nichts für Otto-Normal. Das ist quasi die Geschichte vom Heimcomputer und des PCs bis hinein in die 90er, vielleicht sogar bis in die 2000er.

Mit einem Unterschied: PCs (und ihre Vorläufer) konnten nicht nur Labors, Studenten- und Kinderzimmer erobern, sondern modernisierten auch die bisherige Bürotechnik mit enormen Produktivitätssteigerungen. Die gleiche Technik hatte damit von Beginn nicht nur mehrere Standbeine, sondern auch sofort Zugang zu einem großen lukrativen Markt.

Bitte versteh mich nicht falsch, ich finde VR und AR spannend, ich will nur aufzeigen, dass sich vieles in gewisser Weise wiederholt, es aber trotzdem erhebliche Unterschiede aufgrund unterschiedlicher Startvoraussetzungen gibt.
R S K hat geschrieben: Mo 05 Jan, 2026 17:16 Der Punkt mit dem „visuellen Spektakel“ als Maßstab greift ausgerechnet bei Apple zu kurz. Gaming ist für Vision Pro ziemlich offensichtlich nicht der zentrale Treiber. Ja, es gibt Spiele, ja, es gibt inzwischen Controller-Support – aber eher als Zugeständnis an Erwartungen, nicht als Kernstrategie.
Die Frage ist halt, was es braucht, um erfolgreich Standards zu setzen.

Ich meine es braucht nicht nur eine eine gewisse Menge sondern auch eine gewisse Breite unterschiedlicher Nutzer/Kunden. Die Welt der PCs (und verwandter Geräte) wäre ohne Gaming nicht da, wo sie heute steht. Ohne andere Anwendungen aber auch nicht. Es gibt immer wieder Rückkopplungen auf andere Bereiche.

Der Erfolg der ersten iPhones und dem darauffolgenden Umschwenken von fast der gesamten Mobilfunkindustrie auf diesen Formfaktor hin hat sicherlich mit technischem Fortschritt zu tun, aber auch damit, dass eine Vielzahl unterschiedlicher Kunden diese Art von Gerät besitzen wollte. Nicht konnte, nicht musste, sondern wollte.

Und das ist meiner Ansicht nach das größte Problem von VR und AR: Niemand begehrt die Headsets, wenn überhaupt, auch nur annähernd so sehr wie ein neues Smartphone oder eine Playstation. Und zwar weil es für sie keinen erkennbaren Grund gibt. Es fehlt ein Publikumsmagnet. Eine Anwendung, die die Menschen wollen.
R S K hat geschrieben: Mo 05 Jan, 2026 17:16 Schwierig ist es definitiv. „Fast unüberwindbar“ wäre es nur dann, wenn man davon ausgeht, dass der heutige Formfaktor und die heutige Nutzung schon das Ziel sind. Danach sieht es bei Apple allerdings nicht aus. Das ist nur wieder das typisch zynische Wunschdenken der üblichen Verdächtigen.
Das "fast unüberwindbar" soll sich auf die Erwartungen an neue Produkte beziehen: Wenn die Eigentümer (d.h. die Aktienbesitzer) quasi verlangen, dass ein neues Produkt in kürzester Zeit ähnliche Renditen wie das iPhone abwirft, dann ist das eine enorme Hürde.



R S K
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Re: Apple Vision Pro - Bereits nachlassende Nachfrage in den USA?

Beitrag von R S K »

Ich verstehe deinen Punkt, und der historische Vergleich mit PCs ist nicht völlig falsch – aber er führt meines Erachtens in eine falsche Richtung. Du setzt voraus, dass eine neue Plattform relativ früh ein breites, emotionales Begehren auslösen muss, um eine realistische Zukunft zu haben. Aber genau das ist historisch eher die Ausnahme als die Regel.

PCs wurden zunächst gebraucht, nicht begehrt. Erst später – über Gaming, Multimedia und Internet – wurden sie zu etwas, das man wollte. Smartphones sind hier eher ein Sonderfall, weil sie mehrere bestehende Geräte gleichzeitig ersetzt haben. Vision Pro ersetzt nichts, sie erweitert. Das ist ein deutlich schwererer Start!

Räumliches Computing hat dennoch enormes Produktivitätspotenzial, nur ist das für „Otto Normal“ noch nicht sofort offensichtlich. Multitasking im Raum, große virtuelle Arbeitsflächen, Präsenz, Training, Visualisierung, persönliche Kollaboration (das mit den „Personas” und den „shared experiences” ist einfach nur genial) – das sind reale Anwendungsfälle, zunächst aber für Nischen, Profis und spezialisierte Szenarien. Genau so beginnen neue Plattformen fast immer.

Dass Gaming bei PCs ein Beschleuniger war, stimmt. Daraus folgt aber nicht, dass jede neue Plattform zwingend ein vergleichbares Zugpferd am Anfang braucht. Apple scheint hier bewusst einen anderen Weg zu gehen und Standards zuerst über Interaktion, UI und Alltagsszenarien zu definieren, nicht über ein einzelnes Publikumsmagnet-Produkt. Das können die meisten anderen Hersteller – aktuell mit Samsung vielleicht als teilweiser Ausnahme – so nicht einmal annähernd leisten. Pauschale Verallgemeinerungen greifen hier daher auch zu kurz.

Was Stückzahlen und Preis angeht, wird zudem oft ein banaler, aber entscheidender Punkt übersehen: die Displays! Sony konnte/kann die für Vision Pro benötigten Micro-OLEDs nur in sehr begrenzter Stückzahl fertigen, Größenordnungen von vielleicht bis zu einer Million pro Jahr. Selbst wenn Apple Massen verkaufen wollte, könnten sie es aktuell gar nicht! Das spricht stark dafür, dass Vision Pro von Anfang an als bewusst limitiertes Produkt gedacht war – nicht als Absatztreiber, sondern als Plattformstart unter realen Bedingungen.

Und das Preisargument ist gerade bei Apple bemerkenswert reflexhaft. Menschen geben seit Jahren problemlos deutlich mehr als 4.000 Euro für Apple-Produkte aus – MacBooks, Mac Pro, Displays. Niemand bewertet diese Preise losgelöst vom gebotenen Wert. Im Vergleich zu Geräten wie z. B. Microsofts HoloLens, die teurer waren und weniger konnten, wirkt die Vision Pro fast schon wie ein Schnäppchen!

Der Preis sagt daher weniger über die Erfolgsaussichten aus als über die Zielgruppe. Vision Pro ist teuer, weil sie komplex, neu und bewusst kein Massenprodukt ist. Daraus automatisch (wie weiter oben) ein Scheitern abzuleiten, ist eher ein kulturelles Ritual im Apple-Diskurs als eine sachliche Bewertung. Hier aber auch nichts Neues. 🙄

Kurz gesagt: Ich halte Skepsis für berechtigt, wenn man Vision Pro als Produkt misst. Misst man sie als Plattformanfang, wirken viele der genannten Probleme eher wie typische Anfangsbedingungen.

Und nochmals (ganz allgemein) der kleine aber entscheidende Punkt: Vision Pro ist weder klassische VR noch reine AR, sondern XR. Genau deshalb greifen viele der üblichen Vergleichsmaßstäbe schlicht ins Leere. 😉



cantsin
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Re: Apple Vision Pro - Bereits nachlassende Nachfrage in den USA?

Beitrag von cantsin »

R S K hat geschrieben: Mo 05 Jan, 2026 17:16
cantsin hat geschrieben: Mo 05 Jan, 2026 13:31Nicht die Interfaces sind Bullshit, sondern die Umsetzung… bla…
Interessant ist, dass du hier eigentlich zwei völlig widersprüchliche Apple-Narrative gleichzeitig verwendest. 🤦🏼‍♂️ Einerseits sagst du, Apple habe historisch nie unreife Technologien selbst auf den Markt gebracht, sondern andere machen lassen und sei dann erst mit runden Produkten eingestiegen. Andererseits führst du den Newton als Gegenbeispiel an – also genau den Fall, in dem Apple sehr wohl früh eine Plattform gebaut hat, inklusive OS, UI und neuer Interaktionsmodelle.
Der Newton wurde in einer Phase entwickelt, in der Apple eigentlich nicht mehr Apple war - unter dem Management des ex-Pepsi Cola-Chefs John Sculley, damals mit am Boden liegenden Aktienkurs und einer total verirrten Produktstrategie inkl. der Lizenzierung von Macs an Clone-Anbieter wie Power Computing. (Ich weiß es noch aus eigener Erfahrung, damals u.a. als Jobber im Gravis-Kundensupport.) Und lustigerweise war es damals eine andere (teilweise von Ex-Apple-Mitarbeitern gegründete) Firma, Palm, die das Newton-Konzept damals auf eine nutzer- und praxistaugliche und kompakte Form herunterbuchstabierte, und dessen PalmOS-User-Interface ein de-facto-Prototyp des ersten iPhone-Interfaces war.

Der Newton ist aber kein Beweis gegen solche Vorstufen, sondern eher dafür, dass Apple genau daraus gelernt hat.
Was Apple nach der Rückkehr von Jobs gelernt hat, ist, keine Technologiestudien mehr auf den Markt zu bringen, sondern immer praxistaugliche, kompakte Produkte. Und die in der ersten Version erst minimalistisch und mit eher reduziertem, aber in sich stimmigen Funktionsumfang auf den Markt zu bringen und dann schrittweise über die Gerätegenerationen funktional auszubauen. So geschehen bei dem iPod, dem iMac, dem iPhone und dem iPad. Die Vision Pro war das erste Produkt, bei dem Apple von dieser Linie abgewichen ist. Daher "Newton 2.0".
Dass Jobs ihn gekillt hat, lag weniger an der Idee als an der damaligen Lage des Unternehmens und der technischen Unreife! Die Konzepte verschwanden ja nicht – sie reiften weiter und tauchten später in deutlich besser geeigneter Hardware wieder auf.
Dann wäre es wohl logisch, die Vision Pro zu killen und zu sehen, wie man deren besten Bedienkonzepte und Technologien ausschlachtet und in vielleicht 7 Jahren in eine kleine Brille kriegt, die man (wie Meta jetzt noch klobig, unbeholfen und als absolut 'undesirable gadget') in ein Ray Ban- bzw. Optiker-übliches Gestell kriegt, im Alltag tragen kann und das als AR-Overlay für optische Gläser funktioniert. Und dann mit ganz simplen, sofort einleuchtenden Praxisvorteilen wie z.B. Kartennavigation beim Auto- und Fahrradfahren ohne seitlich auf einen Smartphone-Bildschirm blicken zu müssen, Echtzeit-Untertitel beim Lesen fremdsprachiger Texte oder sogar bei Gesprächen etc.pp.

Vision Pro passt auffallend gut in dieses Muster: kein Konsumprodukt, sondern ein bewusst überdimensionierter Technologieträger, um Interaktion, Wahrnehmung und räumliche UI überhaupt erst systematisch zu entwickeln.
Ich vermute mal, Apple hatte nach anderthalb Jahrzehnten AR-Entwicklung (das erste AR-Patent der Firma ist von 2010) und dafür verbranntem Geld von seinen Großaktionären Feuer unter dem Arsch gekriegt, nicht noch länger zu warten und endlich ein Produkt zu liefern. Und man hat dann die Release einer Technologiedemo dem Szenario vorgezogen, seine AR-Forschung und -Entwicklung, wie das "Apple Car", ganz zu begraben.
"Wieso eigentlich überhaupt was drehen? Warum nicht jahrelang nur darüber philosophieren?" -stip



R S K
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Re: Apple Vision Pro - Bereits nachlassende Nachfrage in den USA?

Beitrag von R S K »

Aaaah ja. Jetzt kommst du mit Zeitzeugenbonus, Konzernpsychologie und Küchenpsychologie für Aktionäre. Viel Text, viel Autoritätssignal – aber immer noch derselbe Schaum-vorm-Mund zwangs-Denkfehler: du erklärst Strategie im Nachhinein zur Zwangslage und verkaufst Spekulation als innere Logik.

🙄🤦🏼‍♂️

Dein Newton-Exkurs ist historisch zwar nicht falsch, erklärt aber weit weniger, als du ihm zuschreibst. Dass der Newton in einer chaotischen Phase unter Sculley entstand, ändert nichts daran, was er war: ein früher Plattformversuch mit eigener UI-Logik, eigenem OS und neuen Interaktionskonzepten. Pech für dich. Dass Palm daraus später etwas Kompakteres und Marktfähigeres gemacht hat, widerspricht meinem Punkt nicht – es bestätigt ihn. Ideen reifen, Plattformen nicht linear. 🙄

Dass Apple nach Jobs’ Rückkehr lange Zeit keine solchen Vorstufen mehr als Produkt veröffentlicht hat, stimmt weitgehend – aber daraus folgt nicht, dass Vision Pro eine Abweichung aus Versehen oder Not ist. Im Gegenteil: Sie wirkt wie eine bewusste Ausnahme von der Regel, nicht wie deren Bruch. Gerade weil räumliches Computing nicht einfach ein „kleineres, besseres X“ ist, sondern eine neue Interaktionsklasse.

Dein Szenario, Vision Pro zu killen und die Konzepte „auszuschlachten“, setzt voraus, dass man räumliche Interaktion, Wahrnehmung, soziale Präsenz und Nutzungsmuster sinnvoll im Labor oder auf dem Reißbrett entwickeln kann. Genau das spricht die Geschichte komplexer Plattformen eher dagegen. Solche Dinge entstehen erst im realen Gebrauch – mit echten Nutzern, echten Apps, echten Friktionen!

Die These vom Aktionärsdruck halte ich für dumm-spekulativ. Apple ist finanziell in einer Position, in der sie Projekte problemlos einstellen könnten, ohne ein Produkt zu veröffentlichen – das haben sie mit dem Car-Projekt ja gezeigt! Ups! Dass Vision Pro trotzdem erschien, spricht eher dafür, dass man den Plattformstatus erreichen wollte, nicht bloß einen Haken hinter „AR gemacht!“ setzen.

Ergo: Wenn Vision Pro nur eine Technologiedemo unter „Zwang” wäre (OMG…🤦🏼‍♂️), hätte man kein eigenes Betriebssystem, kein konsistentes Interaction-Framework und kein öffentliches Developer-Ökosystem gebaut! Das ist der Aufwand für eine Plattform – nicht für eine Exit-Strategie.

Eine Technologiedemo liefert man ab. Eine Plattform zieht man hoch.

Man kann Vision Pro für zu früh halten. Aber so ein Blödsinn Richtung zufällig oder erzwungen😂
Ja klar!! Nur komisch: Dafür wirkt sie allerdings erstaunlich gründlich gebaut!

Du erklärst allen Ernstes Absicht zur Notwendigkeit – und genau das ist (wie immer) nicht mal im Ansatz belegbar.



cantsin
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Re: Apple Vision Pro - Bereits nachlassende Nachfrage in den USA?

Beitrag von cantsin »

R S K hat geschrieben: Mo 05 Jan, 2026 21:21 Du erklärst allen Ernstes Absicht zur Notwendigkeit – und genau das ist (wie immer) nicht mal im Ansatz belegbar.
Lies mal richtig. (Schreiben ist ja auch nicht so Deine Stärke.) Ich hatte deutlich geschrieben, was meine Vermutung ist, während Du hier spekulative Fässer aufmachst und von Apples angeblicher "Absicht" faselst. Beleg die doch mal. Nee, wird nicht gehen. (Allerhöchstens mit einem halluzinierenden KI-Bot.)
"Wieso eigentlich überhaupt was drehen? Warum nicht jahrelang nur darüber philosophieren?" -stip



R S K
Beiträge: 2385

Re: Apple Vision Pro - Bereits nachlassende Nachfrage in den USA?

Beitrag von R S K »

Wie drollig. Und so vorhersehbar. Er zieht die Diskussion von der Sachebene auf die Metaebene – wer darf was behaupten, wer muss was belegen – und würzt sie mit einem persönlichen Seitenhieb in der Hoffnung, dass ich emotional aus der Spur gerate. 🤣

Klassischer cantsin Move.
🤦🏼‍♂️

Auch wenn wir alle wissen, dass es dir (offensichtlich) schwer fällt… bleiben wir bei der Sache.

Ja, du hast „Vermutung“ geschrieben. Genau das ist der Punkt: Wir reden hier beide über Motive, und Motive sind selten direkt belegbar. 🙄 Der Unterschied ist, dass ichAbsicht“ nicht als Insiderwissen behaupte, sondern als naheliegende Schlussfolgerung aus beobachtbaren Fakten: eigenes Betriebssystem, öffentliches SDK, Developer-Ökosystem, mehrjährige Produktlinie, langfristige UI- und Interaction-Frameworks. Das ist ein Muster für Plattformaufbau.

Deine „Vermutung“ dagegen („Großaktionäre haben Druck gemacht!!1!“) ist eine zusätzliche Behauptung über interne Ursachen, für die du genau null Indizien geliefert hast. Das ist nicht „vorsichtiger“, nur weil du das Wort Vermutung davor setzt.

Wenn du willst, können wir das sauber trennen:

1. Fakt: Apple hat enormen Plattformaufwand betrieben.
2. Interpretation A: Das spricht für eine strategische Plattform-Absicht.
3. Interpretation B: Das war Aktionärsdruck.

A lässt sich über Indizien diskutieren. B bräuchte zumindest irgendeinen konkreten Hinweis. Hast du einen? (Ich erspare mir an der Stelle den Spoiler) Wenn nicht, ist es schlicht eine nette Geschichte (aka Wunschdenken).

Und?

Ach ja, und wer großspurig „halluzinierend“ ruft, sollte vielleicht zuerst seine eigenen Vermutungen erden.



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