iasi
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Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von iasi »

Darth Schneider hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 16:29 Nein ist es nicht, ich hab fast 20 Jahre lang getanzt, (natürlich auch unterrichtet) und bin nie ein finanzielles Risiko eingegangen wegen dem sehr kreativen Job.;)

Beim Frank und beim Pille wird das auch nicht anders sein.
Die machen ihren kreativen Film Job und kriegen Geld dafür.
Sicher meistens, weil sonst funktioniert das ganze nicht.

Nicht alle sind Produzenten….
Gruss Boris
Warum dann aber immer diese Klagen darüber, dass der Produzent hineinreden würde.

Du kennst ja sicherlich auch mindestens eine von diesen Geschichten über einen Kreativen, der prozentual an einer kleinen Produktion beteiligt war und dann den dicken Reibach gemacht hatte.

Oder umgekehrt die Geschichten derjenigen, die darum stritten, einen Anteil am großen Erfolg zu erhalten, da ihr vertraglich vereinbartes Entgeld nur dem Standard entspach.

Würden Frank und Pille bei einem Filmprojekt mitarbeiten und ihre Tarifgage einstreichen, um dann aber zusehen zu müssen, wie das nette kleine Filmchen sehr profitabel wird, würden sie vielleicht doch mal darüber nachdenken, ob etwas mehr Risiko etwas bringt.

Aber offensichtlich trauen Frank und Pille den Filmen, an denen sie mitarbeiten nichts zu.
strip genauso.


Ich suche mir lieber Projekte, bei denen ich Potential sehe. Und zwar nicht in erster Linie wegen des Geldes, sondern wegen der Zahl an Zuschauern, die der Film erreicht.



Alex
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Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von Alex »

iasi hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 14:15Ich sehe an Sets, wie jeder seinen erlernte Routinestiefel herunterspielt
Nein, siehst du nicht. Vielleicht in Making-ofs. Aber du bist an keinen Spielfilmsets.
iasi hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 14:15...sind wir noch auf der Suche nach diversen Positionen:
- Regieassistenz
- Szenenbild
- Kostümbild
- Maskenbild
- Set-Aufnahmeleitung
- Oberbeleuchter
- Kamera-Assistenz
- Grip

Für einen No-Budget-Kurzfilm.
Ganz nach dem Motto: Wir haben zwar kein Geld, blähen aber die Produktion ganz professionell auf.
Woher willst du denn wissen, welche Position man bei diesem Film braucht? Weißt doch gar nicht, worum es geht, wo und wann der Film spielt. Hauptsache Sprüche klopfen ohne zu wissen, worum es geht. Dunning-Kruger zeichnet sich durch ein deutliches Muster bei dir ab.

Natürlich versucht man so viel Manpower für einen Film zu bekommen, wie man im Idealfall benötigt.
Iasi, das wissen sogar schon die Filmstudenten beim Abschlußfilm!
iasi hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 14:15Genau so sehen generell 99% der deutschen Produktionen aus.
Weil der Stab "aufgebläht" ist?
Oh weia... Niemand versucht seinen Stab "unnötig aufzublähen", denn das kostet Geld. Jedes Personal will da genau kalkuliert werden. Glaubst du, Personal wird zum Spaß oder um auf dicke Hose machen gebucht?
iasi hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 14:15Jeder nimmt seinen Bereich so wichtig, dass alles andere ausgeblendet wird - und das, bei einem beschränkten Budget.
Ich werde gebucht, um eine bestimmte Funktion zu erfüllen, diese versuche ich dann im Rahmen meiner Möglichkeiten (Equipment/Team) gewissenhaft zu erledigte. Andere Funktionen erfüllen andere Spezialisten, denn ich weiß nicht, wie man schminkt, SFX macht oder Ton mischt. Stuntfahrer bin ich auch keiner. Also bleibe ich bei dem, was ich kann und wofür ich bezahlt werde.

Leidenschaft, Hingabe und Fleiß sind Eigenschaften, die jemand am Set mitbringen muss, sonst wirst du nicht (mehr) gebucht. Wenn diese Menschen gut behandelt werden (Bezahlung/Arbeitszeiten/Unterkunft, Verpflegung(...)) dann ist die Motivation auf dem obersten Level. Das ist normal in der Branche unter "Dienstleistern".
iasi hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 15:05Bei welchen Spielfilmproduktionen warst du nochmal alles beteiligt?
Und wichtig: In welchen Positionen?
Und du?
Sorry, war eine Scherzfrage :D
iasi hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 15:05Wir Theoretiker benötigen schließlich die wertvollen Erfahrungen der Praktiker. :)
Im Sinne von "kenne deinen Feind"? Erfahrung ist ja dein Feind :)
Jott hat geschrieben: Mo 26 Mai, 2014 18:09 Mo 26 Mai, 2014 18:09
Gib Bescheid, wenn der Film im Kino ist.
Der arme Jott, wartet jetzt schon seit 10 Jahren :(



Darth Schneider
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Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von Darth Schneider »

@iasi
Du schreibst:
„Ich suche mir lieber Projekte, bei denen ich Potential sehe. Und zwar nicht in erster Linie wegen des Geldes, sondern wegen der Zahl an Zuschauern, die der Film erreicht.“

Da kannst du dein Leben lang suchen und wirst ganz bestimmt nix finden.
Du musst selber Filmproduzent werden und die finanziellen Risiken tragen wenn du das so willst, sonst geht das nicht.
Gruss Boris
Zuletzt geändert von Darth Schneider am Sa 15 Jun, 2024 16:59, insgesamt 1-mal geändert.



stip
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Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von stip »

iasi hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 16:50
Aber offensichtlich trauen Frank und Pille den Filmen, an denen sie mitarbeiten nichts zu.
strip genauso.


Ich suche mir lieber Projekte, bei denen ich Potential sehe.
Du suchst seit 12 Jahren. Während die genannten längst ihren 'Traum' leben und zufrieden sind.

Dass du die Ironie deiner theoretischen Essays nicht begreifst..



pillepalle
Beiträge: 9061

Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von pillepalle »

iasi hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 16:50 Würden Frank und Pille bei einem Filmprojekt mitarbeiten und ihre Tarifgage einstreichen, um dann aber zusehen zu müssen, wie das nette kleine Filmchen sehr profitabel wird, würden sie vielleicht doch mal darüber nachdenken, ob etwas mehr Risiko etwas bringt.

Aber offensichtlich trauen Frank und Pille den Filmen, an denen sie mitarbeiten nichts zu.
strip genauso.
Das hat nichts mit zutrauen zu tun, sondern eher damit nicht gierig zu sein ;) Ich verdiene genug bei einem Job, mache etwas was mir Spaß macht und bin damit zufrieden. Mir ist wurscht wieviel jemand anders noch damit verdienen kann. Bei Fotos läuft das ja sowieso nochmal etwas anders. Und wenn etwas besonders erfolgreich ist, dann ist es ohnehin die beste Werbung für dich, weil du ja dabei mitgearbeitet hast. Ich arbeite mit der Kamera nicht weil das der lukrativste Job der Welt ist (da wäre ich wohl besser zur Börse, oder in die Politik gegangen), sondern weil ich das gerne mache. Ich freue mich in der Regel auf meine Arbeit. Ich glaube das kann nicht jeder von sich behaupten.

VG
Dynamik ist nur was für Luschen die ihr Licht am Set nicht im Griff haben.



iasi
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Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von iasi »

pillepalle hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 16:44 @ Iasi

Natürlich möchte jeder Produzent mit seinen Filmen Geld verdienen. Das ist doch völlig normal. Aber ein Produzent den man auch wirklich so nennen darf macht das professionell und hauptberuflich. Das ist schon mal was anderes als ein Haufen Liebhaber, die sich irgendwo reinhängen. Da fehlt dann eben die Erfahrung als Produzent, die Kontakte und vieles mehr. Ein Produzent kümmert sich in der Regel auch um die Finanzierung. Das ist nicht Aufgabe der Crew.
Nicht jeder Gesellschafter einer GmbH ist Geschäftsführer dieser GmbH.

Im Filmförderungsgesetz liest sich das dann z.B. so:
FFG §63
Eigenleistungen sind Leistungen, die der Hersteller als kreative Produzentin oder
kreativer Produzent, als Herstellungsleitung, als Regisseurin oder Regisseur, als Person
in einer Hauptrolle oder als Kamerafrau oder Kameramann zur Herstellung des Films
erbringt.
Und ebenso können in eine GmbH solche Leistungen als Kapital mit eingebracht werden.
pillepalle hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 16:44 Und es ist doch für einen DP, Gaffer, Grip, oder Sound Mixer viel sicherer für ein Honorar zu arbeiten, als für die Beteiligung an den Einnahmen eines Films. Im letzteren Fall muss der Film im Vertrieb erstmal rentabel werden, damit man überhaupt etwas bekommt. Warum so ein hohes Risiko auf sich nehmen, wenn man auch mit einem viel geringerem Risiko arbeiten kann? Du sagst weil das Projekt so toll ist. Aber finde erstmal genug Leute die etwas genauso toll finden wie du und alle auf einer Wellenlänge sind. Du musst die Leute kennen, sonst weiß du gar nicht ob du dich überhaupt auf sie verlassen kannst? Das andere ist, ob dann immer alle einer Meinung sind und alles harmonisch läuft. Ob man die Kosten aufbringen kann die nicht mit einer Eigenleistung verbunden sind, usw... da sind einfach soviel Variabelen und Unbekannten drinnen, das kaum jemand vorhersagen kann wie das endet. Es kann auch eine gute Idee schlecht umgesetzt werden, oder die Enthusiasten versagen im Vertrieb. Da kann ich auch ins Casino gehen und auf Rot oder Schwarz setzen :)

Natürlich macht man auch mal Dinge aus Leidenschaft, wo das Einkommen in den Hintergrund tritt, oder es arbeiten Leute 'qausi' ohne Honorar zusammen. Z.B. bei Spec Ads, oder Bildern für die eigene Mappe. Dann kennen sich die Leute aber auch meist schon, wissen das sie auf ähnlichem Niveau arbeiten und haben alle ein Interesse an guten Bildern, oder Clips. Da sind dann aber auch kleine und überschaubare Sachen, wo man mal einen oder 2 Tage investiert und keine Monate arbeit. Man schafft etwas schönes um potentielle Kunden in späteren Jobs zu bekommen und nicht um mit dem Foto, oder Clip, Geld zu verdienen.

Du redest zwar von 'tollem PRojekt', dir geht es aber eigentlich nur darum damit Geld zu verdienen, weil das ja das wichtigste Ziel dabei sei. Das ist schon ein Widerspruch in sich.

VG
Warum nur fehlt dir eigentlich vollkommen das Vertrauen in deine eigene Arbeit an einem Film?

Mir geht es nicht primär um Geld - ihr redet doch ständig davon, dass ihr euren Lebensunterhalt bezahlen müsst.

Mir geht es um die Zahl der Zuschauer, die ich mit dem Film erreichen kann.
Ein Effekt daraus - woran man dies dann auch bemessen kann - ist das Geld, das dadurch eingespielt wird.

Wenn ich eine oder zwei Wochen in die Mitarbeit an einem Kurzfilm investiere, kann ich davon ausgehen (und wird mir auch gesagt), dass er auf Festivals gezeigt werden soll - also eher einem kleinen Publikum.
Die Macher dieses Kurzfilmes investieren jedoch sehr viel mehr Zeit als nur diese 2 Wochen.

Da gehe ich lieber in die Vollen und bin konsequent:
2 Monate und dann am Ende ein Spielfilm, der auf allen Verwertungskanälen Chancen hat.

Das ist dann für mich der Unterschied zwischen Hobby-Projekt und professionell: die konrete Verwertungsabsicht - also das Ziel möglichst viele Zuschauer erreichen zu können.


Es ist zudem auch so, dass es massenhaft Leute gibt, die massenhaft Kurzfilme drehen, da dies schließlich der leichte Weg ist.
Spielfilme gehen jedoch schon wesentlich weniger Leute an.



Darth Schneider
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Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von Darth Schneider »

@iasi
Klar, Spielfime zu machen nimmt viel mehr Zeit in Anspruch als Kurzfime…
Zeit ist Geld…
Und wer kann es sich leisten (hat die Zeit) ein halbes Jahr, oder nur ein oder zwei Monate Ferien nehmen um einen Spielfilm zu machen. Ohne Lohn, weil Abhängig vom Erfolg ?
Nicht viele talentierte Leute.

Und 2 Monate ist für einen Spielfilm viel zu wenig, vom Drehbuch über Marketing bis hin zum Planen, Proben/Dreh, Grading plus Vertonung…Und so weiter.
Gruss Boris



iasi
Beiträge: 25428

Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von iasi »

pillepalle hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 16:59
iasi hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 16:50 Würden Frank und Pille bei einem Filmprojekt mitarbeiten und ihre Tarifgage einstreichen, um dann aber zusehen zu müssen, wie das nette kleine Filmchen sehr profitabel wird, würden sie vielleicht doch mal darüber nachdenken, ob etwas mehr Risiko etwas bringt.

Aber offensichtlich trauen Frank und Pille den Filmen, an denen sie mitarbeiten nichts zu.
strip genauso.
Das hat nichts mit zutrauen zu tun, sondern eher damit nicht gierig zu sein ;) Ich verdiene genug bei einem Job, mache etwas was mir Spaß macht und bin damit zufrieden. Mir ist wurscht wieviel jemand anders noch damit verdienen kann. Bei Fotos läuft das ja sowieso nochmal etwas anders. Und wenn etwas besonders erfolgreich ist, dann ist es ohnehin die beste Werbung für dich, weil du ja dabei mitgearbeitet hast. Ich arbeite mit der Kamera nicht weil das der lukrativste Job der Welt ist (da wäre ich wohl besser zur Börse, oder in die Politik gegangen), sondern weil ich das gerne mache. Ich freue mich in der Regel auf meine Arbeit. Ich glaube das kann nicht jeder von sich behaupten.

VG
Auch bei Fotoshootings gibt es unterschiedlich aufwändige Produktionen.

So ist das auch bei Filmproduktionen. Das Budget bestimmt, was möglich ist.

Wenn alle zentralen Leute der Produktion ihre Eigenleistungen mit einbringen, entspricht dies schon einem ordentlichen Budget und eröffnet Möglichkeiten.



stip
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Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von stip »

iasi hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 17:16
Da gehe ich lieber in die Vollen und bin konsequent:
2 Monate und dann am Ende ein Spielfilm, der auf allen Verwertungskanälen Chancen hat.
Die volle Iasi-Power!

Mal sehen, in den 12 Jahren seit du das alles vor hast hättest du also 72 Spielfilme drehen können (die auf allen Verwertungskanälen Chancen gehabt hätten).

Woran genau lag es nochmal dass es statt 72 nur...moment...null sind?



iasi
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Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von iasi »

Darth Schneider hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 17:19 @iasi
Klar, Spielfime zu machen nimmt viel mehr Zeit in Anspruch als Kurzfime…
Zeit ist Geld…
Und wer kann es sich leisten (hat die Zeit) ein halbes Jahr, oder nur ein oder zwei Monate Ferien nehmen um einen Spielfilm zu machen. Ohne Lohn, weil Abhängig vom Erfolg ?
Nicht viele talentierte Leute.

Und 2 Monate ist für einen Spielfilm viel zu wenig, vom Drehbuch über Marketing bis hin zum Planen, Proben/Dreh, Grading plus Vertonung…Und so weiter.
Gruss Boris
2 Monate für eine Beteiligung am Dreh.
Ein Tatort wird in weniger Zeit heruntergedreht. :)
Die gesamte Produktion benötigt natürlich sehr viel länger.

Die Drehtage sind die aufwändigsten und kostspieligsten.
Drehbuch, Vorproduktion und die Post sind nicht so teuer und dürfen - ja sollten - weit mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Talentierte Leute?
Ohne Lohn?
Jede Unternehmungsgründung erfordert zunächst eine Investition. Hier wäre es eine Zeit ohne Einkünfte zu überbrücken.



iasi
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Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von iasi »

stip hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 17:36
iasi hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 17:16
Da gehe ich lieber in die Vollen und bin konsequent:
2 Monate und dann am Ende ein Spielfilm, der auf allen Verwertungskanälen Chancen hat.
Die volle Iasi-Power!

Mal sehen, in den 12 Jahren seit du das alles vor hast hättest du also 72 Spielfilme drehen können (die auf allen Verwertungskanälen Chancen gehabt hätten).

Woran genau lag es nochmal dass es statt 72 nur...moment...null sind?
strips Milchmädchenrechnung. :)



stip
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Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von stip »

In 12 Jahren hast du

null

Spielfilme geschaffen. Dafür 25.000 Foreneinträge verfasst.

Die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis erschließt sich mir nicht ganz für einen der unerlässlich von allen anderen Unternehmertum einfordert.



Frank Glencairn
Beiträge: 24113

Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von Frank Glencairn »

iasi hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 16:50

Würden Frank und Pille bei einem Filmprojekt mitarbeiten und ihre Tarifgage einstreichen, um dann aber zusehen zu müssen, wie das nette kleine Filmchen sehr profitabel wird, würden sie vielleicht doch mal darüber nachdenken, ob etwas mehr Risiko etwas bringt.
Erstens, wie kommst du darauf, daß ich für Tarifgage arbeiten würde, und zweites - nein, egal wie "profitabel" der Film sein mag, mit dem was ich für meine Dienstleistung bekommen habe, bin ich völlig zufrieden.

Oder anders herum: Wenn ich Roulette spielen will, geh ich ins Casino, aber nicht zum Film.
Sapere aude - de omnibus dubitandum



iasi
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Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von iasi »

stip hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 17:56 In 12 Jahren hast du

null

Spielfilme geschaffen. Dafür 25.000 Foreneinträge verfasst.

Die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis erschließt sich mir nicht ganz für einen der unerlässlich von allen anderen Unternehmertum einfordert.
Du bist noch Antworten schuldig.

Schließlich tönst die hier ständig von Praxis und Erfahrung.

Also:
Bei welchen Spielfilmproduktionen warst du denn beteiligt?
Und in welcher Funktion?

Du gehörst zu denen, die jammern und meckern, aber selbst keine Vorschläge oder auch nur Ansätze bringt.

Also. Fangen wir doch mal mit deinen Spielfilmerfahren an.



Undefiniert
Beiträge: 23

Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von Undefiniert »

iasi hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 21:03 Du bist noch Antworten schuldig.
Und Du nicht?



iasi
Beiträge: 25428

Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von iasi »

Frank Glencairn hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 18:51
iasi hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 16:50

Würden Frank und Pille bei einem Filmprojekt mitarbeiten und ihre Tarifgage einstreichen, um dann aber zusehen zu müssen, wie das nette kleine Filmchen sehr profitabel wird, würden sie vielleicht doch mal darüber nachdenken, ob etwas mehr Risiko etwas bringt.
Erstens, wie kommst du darauf, daß ich für Tarifgage arbeiten würde, und zweites - nein, egal wie "profitabel" der Film sein mag, mit dem was ich für meine Dienstleistung bekommen habe, bin ich völlig zufrieden.

Oder anders herum: Wenn ich Roulette spielen will, geh ich ins Casino, aber nicht zum Film.
Wer hat wohl die Filme finanzierst, an denen du mitgearbeitet hast?!

Mit dem Geld anderer spielt sich´s natürlich gut Roulette und forsch drauflos.

Und damit sind wir wieder bei der Filmförderung: Das Spielgeld kommt nur noch vom Steuer- und Gebührenzahler.

Bezeichnend für das grundsätzliche Problem dabei:
Selbst diejenigen, die an der Produktion beteiligt sind, glauben gar nicht an die Rentabilität des Filmes, den sie da drehen. Schlimmer noch: Es kümmert sie gar nicht.

Typische Staatswirtschaft, bei dem niemand ein finanzielles Risiko eingeht und niemand finanzielle Verantwortung trägt. Deutsche Filme in der Tradition des Trabant. :)



iasi
Beiträge: 25428

Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von iasi »

Undefiniert hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 21:12
iasi hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 21:03 Du bist noch Antworten schuldig.
Und Du nicht?
Ich rede hier nicht ständig von Set-Erfahrungen.

Das spielt eh keine Rolle.

Denn:
Erzählt ein Koch ganz stolz von seinen Rezepten und seiner Art der Zubereitung, während die Gäste ausbleiben, ...



pillepalle
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Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von pillepalle »

iasi hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 21:20 Ich rede hier nicht ständig von Set-Erfahrungen.
Du redest aber ständig davon wie man Filme finanzieren und drehen sollte. Ich weiß nicht womit du deinen Lebensunterhalt verdienst, aber mit Filmen kann es nicht sein. Vermutlich ist es also eher ein Hobby. Statt andern also immer mangelnden Mut zu unterstellen, solltest du dich vielleicht mal fragen, warum du deine Filmideen nicht umsetzen kannst. Liegt vielleicht nicht nur an den anderen Leuten die keinen ausreichenden Mut haben dich finanziell zu unterstützen.

VG
Dynamik ist nur was für Luschen die ihr Licht am Set nicht im Griff haben.



stip
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Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von stip »

iasi hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 21:20
Denn:
Erzählt ein Koch ganz stolz von seinen Rezepten und seiner Art der Zubereitung, während die Gäste ausbleiben, ...
Du merkst gar nicht dass du dich selbst beschreibst.

Und ich schulde dir nichts, schon gar nicht werde ich mich für dich doxxen, vor allem wenn du, egal was ich schreibe, mir eh nicht glauben wirst oder dir zurecht drehst wie es dir passt.

Du beweist mit jedem Beitrag, dass du gar nicht interessiert bist an der Realität. Wenn die Darlegungen der 'Routiniers' zu sehr deine - bisher völlig ergebnislose - Theorie in Frage stellen, dann erklärst du im Gegenzug halt einfach die Realität selbst für irrelevant.
iasi hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 21:20
Ich rede hier nicht ständig von Set-Erfahrungen.

Das spielt eh keine Rolle.



iasi
Beiträge: 25428

Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von iasi »

pillepalle hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 22:04
iasi hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 21:20 Ich rede hier nicht ständig von Set-Erfahrungen.
Du redest aber ständig davon wie man Filme finanzieren und drehen sollte. Ich weiß nicht womit du deinen Lebensunterhalt verdienst, aber mit Filmen kann es nicht sein. Vermutlich ist es also eher ein Hobby. Statt andern also immer mangelnden Mut zu unterstellen, solltest du dich vielleicht mal fragen, warum du deine Filmideen nicht umsetzen kannst. Liegt vielleicht nicht nur an den anderen Leuten die keinen ausreichenden Mut haben dich finanziell zu unterstützen.

VG
Ja - ich rede hier von einer Möglichkeit Filme zu finanzieren und umzusetzen.

Du denkst nur an deinen Lebensunterhalt.

Und natürlich hast du ständig diese Vorstellung, dass da eine Person sei, der alle helfen müssten. Und dass es um die Filmidee einer Person gehen würde.
Der Produzent, der alles bezahlt.
Der Produzent, den alle unterstützen.
Der Produzent, dem man helfen müsse, seine Idee umzusetzen.

Im Mittelpunkt steht jedoch der Film, der gedreht werden soll.

Schauen wir uns mal die Möglichkeiten der Finanzierung an, die für dich, Frank und so manchen anderen nur in Frage kommen:
1. Private Investoren bringen das Geld auf, um alles zu bezahlen - vor allem die Gagen aller Beteiligten.
Warum aber sollte jemand dieses Geld investieren?

2. Ein Produzent klappert alle Förder- und Gebührentöpfe ab. Mit diesem Geld und den Sicherheiten bezahlt er alle Kosten - wieder vor allem die Gagen aller Beteiligten.

3. Eine Mischung aus 1 und 2.
Aber dann nur diese Formate und mit Absicherungen:
a) Kino-Ableger von erfolgreichen TV-Formaten
b) Verfilmungen erfolgreicher Buchvorlagen
c) Fortsetzungen oder Ableger von erfolgreichen Filmen.
d) Kinderfilme zu beliebten Vorlagen



iasi
Beiträge: 25428

Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von iasi »

stip hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 22:14
iasi hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 21:20
Denn:
Erzählt ein Koch ganz stolz von seinen Rezepten und seiner Art der Zubereitung, während die Gäste ausbleiben, ...
Du merkst gar nicht dass du dich selbst beschreibst.
Bin ich etwa derjenige, der ständig von Erfahrungen an Sets redet? :)

Nun bin ich also plötzlich nicht mehr der Theoretiker? ;)

stip hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 22:14 Und ich schulde dir nichts, schon gar nicht werde ich mich für dich doxxen, vor allem wenn du, egal was ich schreibe, mir eh nicht glauben wirst oder dir zurecht drehst wie es dir passt.
Damit bleiben deine großen Erfahrungen also nur Behauptungen.
Scheint, dass derjenige, der von Theoretikern gesprochen hatte, vor dem Spiegel stand. :)
stip hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 22:14 Du beweist mit jedem Beitrag, dass du gar nicht interessiert bist an der Realität. Wenn die Darlegungen der 'Routiniers' zu sehr deine - bisher völlig ergebnislose - Theorie in Frage stellen, dann erklärst du im Gegenzug halt einfach die Realität selbst für irrelevant.
Na wo ist denn deine Realität.
Ständig höre ich, ich wüßte nicht, wie es an einem Set abläuft.
Du tust doch so, als hättest du den großen Einblick und die großen Erfahrungen.
Na dann mal endlich her damit.
stip hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 22:14
iasi hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 21:20
Ich rede hier nicht ständig von Set-Erfahrungen.

Das spielt eh keine Rolle.
Betrachtet man sich den Zustand des deutschen Films, sollte man vor allem danach schauen, was an den deutschen Sets falsch läuft, statt die Abläufe und Routinen als Maß der Dinge zu stilisieren.

An den deutschen Schauspielern liegt es offensichtlich nicht, denn die erhalten für ihre Darstellung in ausländischen Filmen Auszeichnungen.



Michael Froschmann
Beiträge: 9

Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von Michael Froschmann »

prime hat geschrieben: Fr 14 Jun, 2024 16:53 2017 - Dieser Thread und die Antworten darauf reichen eigentlich schon ;-)
viewtopic.php?p=901608#p901608
@iasi: In dem Thread von 2017 bin ich dir leider voll auf den Leim gegangen.
iasi hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 23:42 Im Mittelpunkt steht jedoch der Film, der gedreht werden soll.
Ich sehe das ein wenig anders. Ich denke nicht, das der (dein; 2017) Film im Mittelpunkt steht. Hier stellst nur du dich in den Mittelpunkt. Schade.

Michael.
Zuletzt geändert von Michael Froschmann am So 16 Jun, 2024 04:46, insgesamt 1-mal geändert.



Jalue
Beiträge: 1467

Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von Jalue »

Okay, ich grätsche auch nochmal rein: Meine eigenen Erfahrungen mit szenischem Film (Drehbuch und Produktion) liegen zwar schon etwas zurück, aber seitdem hat sich, soweit ich das einschätzen kann, nicht viel verändert:

-Wildes Finanzierungsgebastel mit Bundes- und Regionalförderungen.
-Zusätzlich Sender-Kofinanzierungen nötig, wobei für größere Produktionen eine „Anstalt“ nicht ausreicht.
-Geforderte Eigenanteile werden in der Regel über Gehälter/Honorare erbracht, was das eklige Phänomen der Rückstellverträge erzeugt hat.
-Risikokapital? Fehlanzeige! Zeitweilig gab es einen Lichtstreif durch Netflix & Co, aber die haben nun ja auch weitgehend den Stecker gezogen.

Das Ergebnis war/ist eine chronisch unterfinanzierte Matschepampe mit X Stakeholdern (aka Funktionären), die alle ihre Duftnote hinterlassen möchten. Roths Vorschläge zur Filmförderung gehen da (mit Ausnahme der „Wokeness-Paragraphen“) schon in die richtige Richtung, finde ich. Jedenfalls muss Schluss damit sein, dass Nachwuchsfilmer von den o.g. Mechanismen kreativ kastriert werden. Ebenso gehört gestrichen, dass Raumschiff Surprise-Filmer quasi ein Förderungsabo erhalten, wahlweise Oberhausener Rollator-Dinos dank persönlicher Kontakte zu FuntionärsfürstInnen. Ohnehin müsste es bei solchen Entscheidungsträgern eine strikte Begrenzung der Amtszeit geben.

Vorschlag: Eine Kulturanleihe auflegen mit staatlich garantierter Mindestrendite. Die müsste ja nicht hoch sein, wäre für viele Privatanleger aber wohl trotzdem attraktiver als irgendein Mischfonds, der vielleicht Anteile an Kanonenbauern, Genfraß-Produzenten oder Miet-Abzockern hält. Mit den Mitteln aus dieser Anleihe könnte man insbes. talentierte Nachwuchsfilmer supporten, ohne dass sie für den 1-3 Langfilm ein Leben an der Armutsgrenze fristen müssten.

Eigenfinanzierung durch ein Kollektiv von „unternehmerisch denkenden Mitstreitern“, wie von iasi befürwortet (wenn ich das richtig verstanden habe)? In der Theorie klingt das sympathisch, allerdings hat es meines Wissens noch nirgendwo funktioniert. Basisdemokratisch organisiert, gehen solche Konstrukte in kürzester Zeit über die Wupper (guess how I know …), wahlweise und sobald Kohle fließt gibt’s nen Putsch; die Leute, die die Außenbeziehungen pflegen, übernehmen den Laden und schöpfen den Rahm ab.



Frank Glencairn
Beiträge: 24113

Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von Frank Glencairn »

iasi hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 21:15
Wer hat wohl die Filme finanzierst, an denen du mitgearbeitet hast?!

Und damit sind wir wieder bei der Filmförderung: Das Spielgeld kommt nur noch vom Steuer- und Gebührenzahler.
Typisches iasi Geschwurbel wieder mal.

Keiner der Spielfilme an denen ich beteiligt war, hat irgendwelche Förderung bekommen, der nächste übrigens auch nicht.
Sapere aude - de omnibus dubitandum



pillepalle
Beiträge: 9061

Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von pillepalle »

iasi hat geschrieben: Sa 15 Jun, 2024 23:42 Ja - ich rede hier von einer Möglichkeit Filme zu finanzieren und umzusetzen.

Du denkst nur an deinen Lebensunterhalt.
Und genau deshalb wirst du es schwer haben überhaupt Leute dafür zu finden, geschweige denn gute. Weil du überhaupt nicht an deine Mitstreiter denkst. Weil du Kreative suchst die monatelang von irgendwelchen Rücklagen leben sollen und den Rest ihres sauer verdienten Geldes in ein windiges Filmprojekt stecken sollen. Diejenigen die gut sind arbeiten halbwegs erfolgreich in der Branche und die weniger guten haben gar nicht die Mittel bei sowas mitzumachen. Geschweige denn das Know-How.

Und obendrein kommst du noch mit deinen sehr eigenwilligen Produktions-Vorstellungen um die Ecke, dass es keine Erfahrung am Set sondern vor allem Mut brauche bei sowas mitzumachen. Wie man es finanzieren solle (überwiegend Eigenanteile, oder irgendeine Mischform), wie man Kosten sparen könne (kleine Kamera, geringe Crew, wenig Drehtage, fix it in Post) usw... eigentlich sind die meisten deiner Vorstellungen schräg. Und das eigentlich wichtige, ein guter Inhalt der gut umgesetzt wird, gerät bei all deinen Überlegungen völlig in den Hintergrund.

Kümmere dich doch erstmal um die wichtigen Dinge. Gute Mitstreiter bzw. eine Basis Crew mit der du zusammen arbeiten möchtest. Das sind Leute die du persönlich kennen musst und deren Stärken, Schwächen und Möglichkeiten du kennst. Das geht natürlich am besten wenn man schon mal gemeinsam zusammen gearbeitet hat, oder durch Empfehlung anderer. Und wenn du die hast, dann kannst du versuchen sie von deinem 'guten Drehbuch' zu überzeugen. So wie du da herangehst (per öffentlichem Aufruf ohne aber zuviel verraten zu wollen), kann das nie was werden.

Und ich weiß was jetzt gleich kommen wird, welche Spielfime ich denn schon realisiert habe ;) Gar keine, weil ich weiß was für eine Herkulesaufgabe das für jemanden ist, der so etwas noch nie gemacht hat. Da mache ich mir gar keine Illusionen. Ich konzentriere mich auf Dinge die ich auch irgendwie umsetzen kann, oder von denen ich glaube das sie mich voran bringen. Da bin ich auch ganz pragmatisch. Ich habe weder etwas gegen Herzensprojekte noch Träumereien, aber wenn ich die mithilfe anderer umsetzen möchte, dann braucht es dafür gute Argumente und überzeugende Ideen, nicht nur flotte Sprüche.

VG
Dynamik ist nur was für Luschen die ihr Licht am Set nicht im Griff haben.



stip
Beiträge: 626

Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von stip »

Jalue hat geschrieben: So 16 Jun, 2024 02:13 Mit den Mitteln aus dieser Anleihe könnte man insbes. talentierte Nachwuchsfilmer supporten, ohne dass sie für den 1-3 Langfilm ein Leben an der Armutsgrenze fristen müssten.
Das wäre m.M. der wichtigste Schritt einer Reform, um langfristig wieder Qualität und Innovation zu generieren.
Besonders die Hürde, als Erst-Spielfilmer überhaupt an Förderung zu kommen.



stip
Beiträge: 626

Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von stip »

pillepalle hat geschrieben: So 16 Jun, 2024 06:11
Kümmere dich doch erstmal um die wichtigen Dinge. Gute Mitstreiter bzw. eine Basis Crew mit der du zusammen arbeiten möchtest.
Vincent aus 'Collateral':

"Dein Wunsch wird sich nicht erfüllen, denn auf einmal bist du alt. Und nichts ist passiert...und es wird auch nichts mehr passieren, weil du es sowieso nie machen wolltest."

Wenn es nach 12 Jahren nicht passiert ist wird es nie geschehen. Ich sollte mich nicht so provozieren lassen von ihm aber ich habe eine Allergie gegen Schwätzer entwickelt, die alle große Versprechungen machen und nie etwas abliefern.

Jeder, der in unserer Branche arbeitet, hat schon mit solchen Leuten zu tun gehabt.

Deshalb braucht Iasi auch die völlig Unerfahrenen - alle anderen durchschauen sein Luftschloss.



macaw
Beiträge: 1483

Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von macaw »

stip hat geschrieben: So 16 Jun, 2024 11:53
pillepalle hat geschrieben: So 16 Jun, 2024 06:11
Kümmere dich doch erstmal um die wichtigen Dinge. Gute Mitstreiter bzw. eine Basis Crew mit der du zusammen arbeiten möchtest.
Vincent aus 'Collateral':

"Dein Wunsch wird sich nicht erfüllen, denn auf einmal bist du alt. Und nichts ist passiert...und es wird auch nichts mehr passieren, weil du es sowieso nie machen wolltest."

Wenn es nach 12 Jahren nicht passiert ist wird es nie geschehen. Ich sollte mich nicht so provozieren lassen von ihm aber ich habe eine Allergie gegen Schwätzer entwickelt, die alle große Versprechungen machen und nie etwas abliefern.

Jeder, der in unserer Branche arbeitet, hat schon mit solchen Leuten zu tun gehabt.

Deshalb braucht Iasi auch die völlig Unerfahrenen - alle anderen durchschauen sein Luftschloss.
Hehe... ich hab das Zitat auf Seite 9 dieses Threads auch gebracht... irgendwie tragisch, dass wir uns daran erinnern müssen
macaw hat geschrieben: Do 13 Jun, 2024 22:20 Ich muss an den wunderbaren Monolog von "Vincent" (Tom Cruise) aus Collateral denken:
"Irgendwann...Irgendwann wird mein Traum wahr werden"...eines Nachts wirst du aufwachen, und feststellen, dass es zu spät ist...dass sich dein Traum in Luft aufgelöst hat. Dein Wunsch wird sich nicht erfüllen, denn auf einmal bist du alt. Und nichts ist passiert...und es wird auch nichts mehr passieren, weil du es sowieso nie machen wolltest. Du schiebst deinen Wunsch in irgendeine Ecke deines Hirns, lehnst dich in deinen Sessel zurück und lässt dich den Rest deines Lebens vom Fernseher hypnotisieren. Alles, was jemals nötig war, war eine Anzahlung für ein Auto (Oder die Produktion eines Kurzfilms)."



macaw
Beiträge: 1483

Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von macaw »

Was ich krass finde ist die völlig realitätsfremde Sicht auf Film. Über die Jahre bin ich unzähligen Träumern begegnet, ein Freund von mir gehört auch dazu und - da bin ich ehrlich - bis vor einigen Jahren hatte auch ich diese verklärte Sicht. Ich habe dann aber realisiert, dass mich das Business, die Politik und die Egos drumherum abstoßen. Der enorme Aufwand und die Komplexität ohnehin. Kurzfilme und Experimente waren es seitdem, die ich verfolge. Zudem wurde mir deutlich, dass ich als VFX Artist sehr viel mehr Geld verdiene und dabei Spaß haben kann als die armen Regisseure, die die Projekte fabriziert haben, an denen ich arbeite.
Die Träumer aber blenden alles aus, was ihnen vermeintlich im Weg steht und suchen Wege drumherum, als gäbe es einen "Cheat-Code". Aber Film war und ist kein "wünsch dir was". Kein normaler Mensch kommt auf die Idee ein Bauunternehmen, eine Tankstelle oder eine Airline so zu gründen und zu betreiben - man würde dem eh sehr schnell den garaus machen. Aber im Film und im Grunde in allen Künsten scheinen die Regeln der physischen Welt nicht mehr zu gelten...



stip
Beiträge: 626

Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von stip »

macaw hat geschrieben: So 16 Jun, 2024 13:57
Hehe... ich hab das Zitat auf Seite 9 dieses Threads auch gebracht... irgendwie tragisch, dass wir uns daran erinnern müssen
Wahrscheinlich hatte ich es deshalb noch im Kopf. Oder weil ich gestern einen Ordner mit Referenzbildern von Michael Mann Filmen angelegt habe wegen der alten Mercury/Sodium Vapor Strassenbeleuchtung, aber ja, es ist tragisch :)



berlin123
Beiträge: 959

Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von berlin123 »

Das ist so herrlich absurd. Vor allem weil es schon seit 12 Jahren läuft.

IASI hat offensichtlich keinerlei praktische Erfahrung.

Aber seit diesem 12 Jahren springen wir durch seinen Reifen und opfern für diese unsinnige Diskussion unsere Lebenszeit, laufen immer und immer wieder gegen ihn an, und kommen dabei keinen Millimeter weiter.

Man kann es positiv sehen: IASI unterhält uns besser als die vielen Filme und Bücher, die wir immer schon konsumieren wollen, die wir aber für Diskussionen wie diese hintanstellen.

IASI ist ein Großmeister der Unterhaltung. Nicht als Filmemacher, aber als Forendompteur.



macaw
Beiträge: 1483

Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von macaw »

Auch wenn der Film natürlich reine Comedy ist, aber ich hab eine Produktion erlebt, die mich und meinen Bruder an "Bowfingers große Nummer" erinnert hat. Völlig chaotisch und mit einem Haufen Leute, die aus den beklopptesten Gründen mitmachten, überwiegend "besessene", die einfach auf gut Glück loslegten. Im Verlauf dieses Drehs hat z.B. tatsächlich (so wie bei Bowfinger) ein ganz normaler Streifenpolizist die Crew bemerkt und angesprochen und kam mit dem Produzenten ins Gespräch. Am nächsten Tag spielte er im Film mit :-D Finanziert wurde das zu einem großen Teil vom Gesellschafter einer Motorenfabrik - wo dann auch praktischerweise teilweise gedreht wurde. Das Catering war so mies, daß einer der Coproduzenten irgendwann einfach in Restaurants essen bestellt hat, die in der Nähe der Drehorte waren. Bereits der Drehstart fing damit an, daß es keine Kamera gab. Irgendwann gab es keinen Kameraassistenten und ein Colorist sprang einen Tag ein und versuchte sein Glück. Usw. usw. So sieht Filmrealität in Deutschland aus wenn es keine Förderung gibt und auch keinerlei Hoffnung darauf.



iasi
Beiträge: 25428

Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von iasi »

berlin123 hat geschrieben: So 16 Jun, 2024 16:50 Das ist so herrlich absurd. Vor allem weil es schon seit 12 Jahren läuft.

IASI hat offensichtlich keinerlei praktische Erfahrung.

Aber seit diesem 12 Jahren springen wir durch seinen Reifen und opfern für diese unsinnige Diskussion unsere Lebenszeit, laufen immer und immer wieder gegen ihn an, und kommen dabei keinen Millimeter weiter.

Man kann es positiv sehen: IASI unterhält uns besser als die vielen Filme und Bücher, die wir immer schon konsumieren wollen, die wir aber für Diskussionen wie diese hintanstellen.

IASI ist ein Großmeister der Unterhaltung. Nicht als Filmemacher, aber als Forendompteur.
berlin123 der Set-Held Deutschlands, ja gar Hollywoods, wird nun sicherlich seine grandiosen Erfahrungen mit uns allen teilen, die er bei erfolgreichen Meisterwerken sammeln konnte.

Also - los geht´s nun mit berlin123s Weisheiten zur Produktion von international erfolgreichen deutschen Filmen.



Alex
Beiträge: 1639

Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von Alex »

iasi hat geschrieben: Mo 17 Jun, 2024 00:46der Set-Held Deutschlands, ja gar Hollywoods, wird nun sicherlich seine grandiosen Erfahrungen mit uns allen teilen, die er bei erfolgreichen Meisterwerken sammeln konnte.
Selbst wenn - willst du ja eh nix davon hören - so what?

Anstatt dass du mal die Inputs in deinen Theorien (die ich nicht komplett als Quatsch abtun möchte) berücksichtigst und darauf eingehst, damit man darauf aufbauen kann, präsentierst du dich als eingenommen, stur und uneinsichtig. Alles Eigenschaften, die man weder im Produktionsteam noch am Set haben möchte.

Bei ner Filmproduktion muss man ständig kommunizieren, Probleme verstehen und Kompromisse bzw. Lösungen finden.
Geht mit dir halt nicht - weil du beratungsresistent bist, denn du glaubst alles besser zu wissen.

Dunning-Kruger-Effekt – Warum sich Menschen selbst überschätzen. Der Dunning-Kruger-Effekt beschreibt das Phänomen, dass gerade unwissende Menschen ihre Fähigkeiten überschätzen und sich als kompetenter präsentieren als sie eigentlich sind.



berlin123
Beiträge: 959

Re: Eckpunkte einer neuen Filmförderung: mehr Kreativität, weniger Bürokratie?

Beitrag von berlin123 »

iasi hat geschrieben: Mo 17 Jun, 2024 00:46
Also - los geht´s nun mit berlin123s Weisheiten zur Produktion von international erfolgreichen deutschen Filmen.
Und da ist er, der Reifen: "los hüpf!"



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