ChillClip
Beiträge: 189

Re: Ridley Scott: Angehende Filmemacher haben

Beitrag von ChillClip » Mo 01 Apr, 2019 14:40

iasi hat geschrieben:
So 31 Mär, 2019 11:54
Gebt mir eine gute Story[...]
Nicht notwendig! Hollywood produziert regelmäßig auch mit schlechten Stories erfolgreiche Filme ;)

Ansonsten finde ich, dass Scott recht hat. Es geht ja nicht um verkaufbare Produktionen, sondern ums Lernen für "angehende Filmemacher" und dafür reicht im Notfall sogar das Smartphone. Oder ne M50 mit 2 Wechselobjektiven.
Früher gab es bestenfalls für Amateure Super 8 und alleine schon das Filmmaterial und die Entwicklung konnte man sich als Schüler keinesfalls leisten - selbst wenn der ein oder andere Vater so ein Ding zuhause hatte. Licht --> wenn man Wert drauf legt, geht das auch schon mit einfacheren Mitteln (siehe z.B. das Making of zu Robert Rodiguez' erstem "El Mariachi"). Die größte Limitierung bzw. Kostenfaktor war damals noch die Kamera. Heute ist die Kamera sch###egal und der geringste Hinderungsgrund.

Ist dasselbe wie in der Musik. Mein erster 4-Spur-Kassettenrecorder hatte 800 DM gekostet. Mit solchen Geräten war dann immerhin der Einstieg ins Homerecording möglich. Davor hatte man praktisch überhaupt keine erschwingliche Möglichkeit, mehrere Spuren aufzunehmen. Heute kannst du sogar schon mit Freeware 100 oder mehr Spuren aufnehmen, hast komplexe Equalizer und Effekt-Plugins zur Verfügung, usw. Ebenso bekommt man heute extrem preisgünstige Musikinstrumente, die sogar schon gut bespielbar sind.

P.S. Und so wie ich es verstanden habe, ging es Scott ja eher darum, dass man lernt mit Budget und Zeitplan klar zu kommen. Auch bei den fettesten Produktionen gibt es Limits. Ob Kleinst- oder Großproduktion: das Haushalten mit Zeit und Geld ist dasselbe ;)




TheGadgetFilms
Beiträge: 833

Re: Ridley Scott: Angehende Filmemacher haben

Beitrag von TheGadgetFilms » Mo 01 Apr, 2019 14:51

Darth Schneider hat geschrieben:
So 31 Mär, 2019 21:03
Das stimmt, die Chancen sind statistisch viel grösser von einem Auto überfahren zu werden, als so viel Glück als R. Rodriges zu haben, auch wenn man ähnliche Skills und etwa gleich viel Talent und Möglichkeiten hat.
Da gebe ich dir recht, ersteres ist schon 2 Mal passiert ;)




Steelfox
Beiträge: 311

Re: Ridley Scott: Angehende Filmemacher haben

Beitrag von Steelfox » Mo 01 Apr, 2019 15:24

Stimmt schon, heute hat jeder der wirklich will, bessere Möglichkeiten etwas zu schaffen, und das selbst mit einfachen Equipment. Diesen "Luxus" hatten frühere Generationen
eher nicht. Und wenn man dann den richtigen Nerv trifft, kann auch was großes draus werden, nur ein Beispiel "Lights Out" (vom Kurzfilm zur Kinoversion).
Andersrum ist heute aber die schiere Masse an potentiellen Kandidaten ebenso, sagen wir mal, ein Hindernis auf dem Weg nach oben.

Herr Scott hat durchaus meinen Respekt, aber es ist auch mit eigenem Franchise im Hintergrund, und wie weiter oben auch schon erwähnt, mit ganzen LKW Ladungen voll Technik, relativ einfach zu sagen, geht raus und macht was.

Und wer will schon auf ewig "Lernen*der" bleiben...
;-)




Darth Schneider
Beiträge: 3524

Re: Ridley Scott: Angehende Filmemacher haben

Beitrag von Darth Schneider » Mo 01 Apr, 2019 15:33

Ich denke was einem am Weg nach oben Heute eher nicht hilft, ist das eher immer mehr produziert wird als wirklich geschaut werden kann, immer mehr Serien, immer mehr verschiedenste Filme und Filmchen im Netz, alles natürlich voll globalisiert. Das war früher überhaupt nicht so, es gab viel, viel weniger Gefilmtes.
Die Bilderflut, egal ob bewegt oder nicht, auf der Welt wird immer grösser, aber ob die Nachfrage danach dann auch grösser wird, das ist eine ganz andere Frage.
Und lernen kann man überigens bis man stirbt, das sollte man, sonst wird’s Leben langweilig, und wir leben ja nicht genug um nur annähernd alles zu wissen. Also irgendwie unwissend bleiben wir ja eigentlich das ganze Leben lang
Gruss Boris
„Nothing travels faster than the speed of light, with the possible exception of bad news, which obeys its own special laws.“
Douglas Adams




macaw
Beiträge: 100

Re: Ridley Scott: Angehende Filmemacher haben

Beitrag von macaw » Mo 01 Apr, 2019 16:37

Darth Schneider hat geschrieben:
Mo 01 Apr, 2019 15:33
Ich denke was einem am Weg nach oben Heute eher nicht hilft, ist das eher immer mehr produziert wird als wirklich geschaut werden kann...
Ich denke das ist nicht zutreffend. Es wird mehr Film in allen Facetten geschaut als je zuvor. Dazu Überall. Jederzeit. Als ich noch ein Kind war, hat man im Flugzeug allen Fluggästen nur einen Film gezeigt, heute hat jeder seinen eigenen Bildschirm mit diversen Kanälen etc., man guckt in der Ubahn Filme, im ICE, auf dem Kreuzfahrtschiff. Auf Notebooks, Tablets und Smartphones. Es gibt das Phänomen "binge watching" von Serien, Filme werden kürzer in den Kinos verwertet, dadurch aber auch mehr Filme in der Zeit, wo früher jeder Film noch Monate gespielt wurde. Wir haben dazu Multiplexe. Und nicht zu vergessen, Netflix, Prime und Co. haben uns in die Lage versetzt mehr Filme als jemals zuvor in der Geschichte zu jeder Tages- und Nachtzeit sehen zu können. natürlich schaut man da auch viel altes Material, aber viel mehr neues. Um das abzurunden verlangt diese gigantische Maschinerie auch eine astronomische Menge an Werbung, Trailern, making ofs etc., dazu die "normale" Werbung, mit der nun auch Kanäle wie YouTube, Facebook, Instagram etc. gefüllt werden wollen/sollen, alles Möglichkeiten damit als Filmschaffender Geld zu verdienen. Zugegeben, Film (was früher mit Hollywood gleichgesetzt wurde) hat ein wenig von seinem Zauber verloren, aber es können und sind mehr Facetten dieser Kunst darstellbar und konsumierbar und das finde ich fantastisch!
Zuletzt geändert von macaw am Mo 01 Apr, 2019 19:19, insgesamt 1-mal geändert.




Jott
Beiträge: 16309

Re: Ridley Scott: Angehende Filmemacher haben

Beitrag von Jott » Mo 01 Apr, 2019 18:44

Regie und Produktion üben kann man auch mit einem kleinen Auftragsfilm vor Ort. Dafür sind sich viele zu fein, aber mit so was lernt man viel für‘s Leben. Und man muss von anderen keine unbezahlte Arbeit verlangen.




cantsin
Beiträge: 6178

Re: Ridley Scott: Angehende Filmemacher haben

Beitrag von cantsin » Mo 01 Apr, 2019 19:39

Jott hat geschrieben:
Mo 01 Apr, 2019 18:44
Regie und Produktion üben kann man auch mit einem kleinen Auftragsfilm vor Ort. Dafür sind sich viele zu fein, aber mit so was lernt man viel für‘s Leben. Und man muss von anderen keine unbezahlte Arbeit verlangen.
Oder den umgekehrten Weg gehen: Man hat durch seine Biografie/Beruf/Familie/Bekanntenkreis Zugang zu einem Ort, einer Gruppe oder einem Thema, den kein Berufsfilmemacher oder Journalist hat. Und dann noch am besten zu einem interessanten Protagonisten an diesem Ort/in dieser Gruppe/zu diesem Thema, möglichst jemanden, über den noch eine Geschichte mehr erzählt werden kann als nur der Aufhänger. Darüber dreht man als Amateur einen (rund 10 Minuten) kurzen Dokumentarfilm. Und der wird dann die erste Visitenkarte.

Als Technik reicht eine beliebige HD-Kamera (egal, ob iPhone, Camcorder oder filmender Fotoapparat), ein 15-Euro-China-ND-Filter, ein Stativ vom Flohmarkt, ein 90 Euro-Audiorecorder mit eingebautem Mikrofon und bei Innenräumen ein China Ball mit Tungsten-Glühbirne. Für den Schnitt reicht iMovie oder ein Open Source-Gratisprogramm wie OpenShot oder Olive.

Wer das nicht kann, dem ist nicht zu helfen.




KallePeng
Beiträge: 58

Re: Ridley Scott: Angehende Filmemacher haben

Beitrag von KallePeng » Di 02 Apr, 2019 01:31

Ich spinne mal n´Bischen
Ich sehe Parallenen zur Musik Industrie.
Da gibt es einerseits das Establishment in Form von den sog. Major Labels und dann gibt es die Independents wie Soundcloud od. Bandcamp.
Schon immer konnte man sich ne Gitarre schnappen und am Lagerfeuer Musik machen.
Auf der einen Seite sind die Companys, die mit ihrer Lobby, mit allen ihnen zu Verfügung stehenden Mitteln, die Pfründe verteidigen. Bis hin zu verschärften Copyright Gesetzen.
Auf der anderen Seite die armen Schweine, die Musiker, die in dem Gewirr aus Restriktionen ihren Platz völlig unabhängig von ihrer Kreativiät erarbeiten müssen.
In der Musik haben wir durch die Demokratisierung des Internets die Situation, das jeder, der sich beflissen fühlt und marginal etwas vom musizieren versteht dies auf unzähligen Foren publizieren kann.
Wir, als Filmemacher haben 'noch' das Privileg, dass wir bei unserem kreativen Erguss eine Produktionskette abarbeiten müssen, die eine gewisse Planung vorraussetzt, technisches knowhow vorraussetzt und von vielen Menschen, die uns als Schauspieler, Maskenbildnern und Bühnenbauern oder Lokalscout unterstützen müssen, abhängig sind. <- läßt sich beliebig erweitern.
Wieder bei der Musik Industrie: Hier hat sich eine Programmieregemeinde aufgemacht, Menschen, die keine Noten lesen können, die nicht komponieren können, die kein Rythmusgefühl haben, über die Krücke Computer Möglichkeiten anzubieten, selbst dann noch mit Ihren Dilletantismus Musik zu machen und das funktioniert und führt zu einer so unübersichtlichen Schwemme, dass man schon Tage im Netz herumwühlen muß um die Perlen zu finden, die man für sich, als höhrenswert empfindet.
Wenn ich nun die Entwicklung in Film/Video betrachte, z.B.dass ich, wenn ich verwackelte Bilder moniert habe, mir anhören mußte, dass der Zuschauer ja sowieso MTV geschädigt sei, andererseits in Foren, wie diesen immer wieder Statements pro Handyvideos lese und zu guter Letzt auch Nachrichten über Entwicklungen über KI und Echtzeit Rdendering für Mimik und Ausdruck von Charktären lese, dann meine ich ziemlich gut zu wissen, wo die Reise hin geht.
Jeder old School Filmemacher, der bei dieser Entwicklung nicht mitgeht wird nach wie vor, in seinem Maßstab, gute Filme machen. Er wird aber irgendwann in naher Zeit in einem Konglomerat an massenhaft produzierten und veröffentlichten Filmen untergehen.
Eine private Anekdote, die für die Qualität in unserem Gewerbe spricht, aber auch dafür, dass der DoItYourSelf Gedanke immer mehr Auftragsproduktionen in Zukunft killen wird:
Eine Tanzaufführung meiner 6jährigen Tochter in unserer Provinzmusikschule. Alle stolzen Eltern filmen und fotografieren mit Ihren Handys.
Ich habe mir für den Anlaß meine Vollformat Spiegelreflex und das 70-300 mitgenommen. Ausserdem war ich der einzige, der sich getraut hat, aus der Bestuhlung aufzustehen, an den Bühnenrand zu gehen und sowohl Closeups der Kinder, als auch Gegenschüsse der applaudierenden Eltern zu machen.
Später habe ich dann die RAWs durch Cameraraw gejagt und die entwickelten .jpegs einem befreundeten Elternpaar unentgeldlich zukommen lassen.
Kommentar: "Boah, sone Kamera ist ja doch nen Bisschen was anderes als immer nur diese Handyfotos!"
Gerade an diesem WE hat mir dann der befreundete ebenso stolze Papa seinen Schnapper von eBay gezeigt und mich gefragt, was ich davon halte.
Ne Nikon 5000 mit zwei DX Zoom Optiken. Ach und ob ich ihm zeigen könnte, wie man damit gute Fotos macht?
Was ich damit sagen will:
- Man kann von Qualität einfach nur durch machen überzeugen.
- Man wird heutzutage nicht zwangsläufig durch überzeugte Menschen dafür einen Auftrag erhalten, weil der DiYS Gedanke schon sehr weit in der Gesellschaft verankert ist.
- Die Programmierer werden in naher Zukunft nicht mehr uns, die sog. Profis, als Zielgruppe anvisieren, sondern mittels KI und Algorythmus immer mehr Laien, Zugang zum Medium Film eröffnen.
- Diese werden Barrierefrei genau das auch nutzen.
- RTL wird eine neue Abendserie einführen: "Deutschland sucht den Superyoutuber!"
______________________________________________________________________________________________________________________________
Guter Geschmack ist ganz einfach: "Immer nur das Beste!" (Oscar Wilde)




Frank Glencairn
Beiträge: 9420

Re: Ridley Scott: Angehende Filmemacher haben

Beitrag von Frank Glencairn » Di 02 Apr, 2019 07:42

KallePeng hat geschrieben:
Di 02 Apr, 2019 01:31
...sondern mittels KI und Algorythmus immer mehr Laien, Zugang zum Medium Film eröffnen.
Da hab ich eher wenig Bedenken.

Was bei solchen Diskussionen immer gerne vergessen wird ist, daß die Kamera der unbedeutendste Teil bei der ganzen Nummer ist.

Dieses ewige "wenn ich nur diese oder jene Kamera hätte, dann könnte ich endlich..." in Verbindung mit
"AI, 5G, und Blockchain werden in Zukunft..." geht gedanklich völlig in die falsche Richtung.

Alte DP Weisheit:
Wenn du fantastische Bilder machen willst (Story jetzt mal ganz außen vorgelassen), richte deine Kamera
auf ein fantastisches Motiv. Klingt jetzt vielleicht trivial und binsenweis, is aber so.

Keine AI der Welt (oder Zukunft) wird aus deinem weiß gestrichenen Rauhfaser Wohnzimmer, mit 100W Zentraldeckenleuchte, und deinen Kumpels als Schauspieler in ihren Privatklamotten, ein sorgfältig gestaltetes und eingeleuchtetes Filmset mit durchdachtem Farbkonzept und darauf abgestimmter Garderobe für die Schauspieler machen.

Ich glaub was Scott eigentlich meinte ist, daß die Kamera (bzw deren Preis) nicht mehr zwischen dir und deiner Produktion steht.
Sie ist dir quasi nicht mehr im Weg.
Das heißt aber noch lange nicht, daß man kein Setdesign mehr braucht, keine abgestimmte Garderobe, keine Story, Schauspieler die auch tatsächlich spielen können, von Licht ganz zu schweigen.

Egal wie gut und billig Kameras und anderes Gear werden, die Musik spielt vor der Kamera, und genau da findet der Job des geneigten Filmemachers statt, die Kamera ist eigentlich Nebensache.

Zuletzt geändert von Frank Glencairn am Di 02 Apr, 2019 09:12, insgesamt 1-mal geändert.




nic
Beiträge: 1982

Re: Ridley Scott: Angehende Filmemacher haben

Beitrag von nic » Di 02 Apr, 2019 09:03

Frank Glencairn hat geschrieben:
Di 02 Apr, 2019 07:42
KallePeng hat geschrieben:
Di 02 Apr, 2019 01:31
...sondern mittels KI und Algorythmus immer mehr Laien, Zugang zum Medium Film eröffnen.
Da hab ich eher wenig Bedenken.

Was bei solchen Diskussionen immer gerne vergessen wird ist, daß die Kamera der unbedeutendste Teil bei der ganzen Nummer ist.

Dieses ewige "wenn ich nur diese oder jene Kamera hätte, dann könnte ich endlich..." in Verbindung mit
"AI, 5G, und Blockchain werden in Zukunft..." geht gedanklich völlig in die falsche Richtung.

Alte DP Weisheit:
Wenn du fantastische Bilder machen willst (Story jetzt mal ganz außen vorgelassen), richte deine Kamera
auf ein fantastisches Motiv. Klingt jetzt vielleicht trivial und binsenweis, is aber so.

Keine AI der Welt (oder Zukunft) wird aus deinem weiß gestrichenen Rauhfaser Wohnzimmer, mit 100W Zentraldeckenleuchte, und deinen Kumpels als Schauspieler in ihren Privatklamotten, ein sorgfältig gestaltetes und eingeleuchtetes Filmset mit durchdachtem Farbkonzept und darauf abgestimmter Garderobe für die Schauspieler machen.

Ich glaub was Scott eigentlich meinte ist, daß die Kamera (bzw deren Preis) nicht mehr zwischen dir und deiner Produktion steht.
Sie ist dir quasi nicht mehr im weg.
Das heißt aber noch lange nicht, daß man kein Setdesign mehr braucht, keine abgestimmte Garderobe, keine Story, Schauspieler die auch tatsächlich spielen können, von Licht ganz zu schweigen.

Egal wie gut und billig Kameras und anderes Gear werden, die Musik spielt vor der Kamera, und genau da findet der Job des geneigten Filmemachers statt, die Kamera ist eigentlich Nebensache.
Amen.




dosaris
Beiträge: 880

Re: Ridley Scott: Angehende Filmemacher haben

Beitrag von dosaris » Di 02 Apr, 2019 09:35

Frank Glencairn hat geschrieben:
Di 02 Apr, 2019 07:42
Egal wie gut und billig Kameras und anderes Gear werden, die Musik spielt vor der Kamera, und genau da findet der Job des geneigten Filmemachers statt,....
d'accord !

aber vielleicht auch so:

die Musik spielt vor der Kamera, aber die Verantwortung für die erfolgreiche Umsetzung liegt
(zu 80% ??) dahinter/danach.




macaw
Beiträge: 100

Re: Ridley Scott: Angehende Filmemacher haben

Beitrag von macaw » Di 02 Apr, 2019 13:27

dosaris hat geschrieben:
Di 02 Apr, 2019 09:35
Frank Glencairn hat geschrieben:
Di 02 Apr, 2019 07:42
Egal wie gut und billig Kameras und anderes Gear werden, die Musik spielt vor der Kamera, und genau da findet der Job des geneigten Filmemachers statt,....
d'accord !

aber vielleicht auch so:

die Musik spielt vor der Kamera, aber die Verantwortung für die erfolgreiche Umsetzung liegt
(zu 80% ??) dahinter/danach.

+1

Das ist doch der springende Punkt! Viele von denen, die tausend Gründe für ihr nichtstun finden, ahnen/wissen vermutlich auch, daß es am Ende an ihnen liegen wird, wenn der Film Müll ist. Ich nehme mich da nicht aus, es verlangt mir enorme Kräfte ab etwas zu produzieren wegen eben genau diesen Ängsten, die leider berechtigt sind. Es ist ja auch hart negative Kritik zu hören. Aber wie in so vielen Dingen im Leben: von nix kommt nix und (um noch einen schönen Spruch zu bringen): Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.




Alf_300
Beiträge: 8011

Re: Ridley Scott: Angehende Filmemacher haben

Beitrag von Alf_300 » Di 02 Apr, 2019 14:04

Wenn man vom neuen Rammstein-Video ausgeht ist negative Kritik eigentlich recht Gewinnträchtig

;-))




iasi
Beiträge: 13328

Re: Ridley Scott: Angehende Filmemacher haben

Beitrag von iasi » Di 02 Apr, 2019 14:05

Der harte Job beginnt beim Drehbuch.

Dann die Übersetzung in Filmsprache.
(Dies kommt viel zu oft viel zu kurz.)

Dann die Vorbereitung.
Hier vor allem das Versammeln der Mitstreiter und das Vermitteln der eigenen Visionen.

Dann kommen die Dreharbeiten.

Danach ist der Zeitdruck vorhanden, der sich eventuell aus der Möglichkeit, Nachdrehs zu machen, ergibt.

Schließlich muss man dafür sorgen, dass der Film auch gesehen wird/gesehen werden kann.


Wenn das Projekt ein gewisses Budget verlangt, steht der lange Weg der Finanzierung natürlich auch noch an.


Wer macht sich denn angesichts dieser Hürden wirklich Gedanken über negative Kritik?
Und richtig: Negative Kritik ist immer noch besser, als gar nicht wahrgenommen zu werden.




canti
Beiträge: 104

Re: Ridley Scott: Angehende Filmemacher haben

Beitrag von canti » Di 02 Apr, 2019 14:27

Was ich aus meiner eigenen Erfahrung als größte Hürde empfinde - neben der Tatsache, unglaublich kreativ sein zu müssen - ist die Fähigkeit, überzeugt von einer Idee zu sein und dann dreist, arrogant, unternehmerisch oder naiv genug zu sein um vor allem Andere dazu zu bringen, mitzumachen. Hart zu arbeiten ist das eine, aber man kann für sich alleine so hart arbeiten wie man möchte, erst wenn man die Eier hat, auf andere Menschen zu zu gehen und die Unbequemlichkeit aushält, sie um das Vertrauen in die eigene Idee zu bitten und klare Ansagen zu machen, kann man auch anfangen, Filme zu drehen. Sprich, eigentlich ist man in erster Linie Unternehmer.
Ansonsten rennt man nämlich alleine im Wald rum, filmt Blätter mit krassem Bokeh, hat den zigsten Sonnenuntergang am Baggersee einfangen oder dreht Legomännchen Stop Motion.




macaw
Beiträge: 100

Re: Ridley Scott: Angehende Filmemacher haben

Beitrag von macaw » Di 02 Apr, 2019 14:56

canti hat geschrieben:
Di 02 Apr, 2019 14:27
Was ich aus meiner eigenen Erfahrung als größte Hürde empfinde - neben der Tatsache, unglaublich kreativ sein zu müssen - ist die Fähigkeit, überzeugt von einer Idee zu sein und dann dreist, arrogant, unternehmerisch oder naiv genug zu sein um vor allem Andere dazu zu bringen, mitzumachen.
Ich hab kürzlich eine making of DVD angeschaut von einem lächerlichen Film (ist scheinbar außer auf der Premiere nirgends gelaufen oder veröffentlicht worden -der Film wurde vom Bruder des Hauptdarstellers finanziert...), für den ich VFX supervision und -produktion gemacht hab. Das Team am Set und in der Post und letzten Endes unsere Arbeit waren wundervoll. Aber als ich mich wieder an den "Plot" des Films erinnert hab dachte ich: Krass, an dem Ding haben so viele richtige Profis gearbeitet, teils Leute, die mit Spielberg, Polanski (sic), Tykwer etc. gedreht haben und der Regisseur dieses Films hat sich nicht geschämt seine Vision (angeblich auf einem Traum basierend) vor diesen Profis ernsthaft durchzuziehen...und noch was: James Cameron wurde damals von der britischen Crew auch ausgelacht, als er Aliens gedreht hat, "Grizzly Adams" haben sie ihn genannt, Schwarzenegger hat Terminator 1, während er noch am drehen war, als "shit movie" bezeichnet. Soll natürlich nicht heißen, daß man jeden Schrott unreflektiert drehen sollte oder daß wir alle "Cameron-Karrieren" erreichen können. Aber man sollte sich nicht scheuen es wenigstens zu versuchen!!




macaw
Beiträge: 100

Re: Ridley Scott: Angehende Filmemacher haben

Beitrag von macaw » Di 02 Apr, 2019 15:03

Alf_300 hat geschrieben:
Di 02 Apr, 2019 14:04
Wenn man vom neuen Rammstein-Video ausgeht ist negative Kritik eigentlich recht Gewinnträchtig

;-))
Das Video ist aber gar nicht so schlecht geworden... ich finde es zwar etwas schade nicht dabei gewesen zu sein, aber als gratis Job: never!




Framerate25
Beiträge: 926

Re: Ridley Scott: Angehende Filmemacher haben

Beitrag von Framerate25 » Di 02 Apr, 2019 15:32

Hm, Rammstein... das Video in Aussage ist ein positiver Ausnahmefall. Nie sowas durchdachtes und geniales in Bezug auf Aussage in einem Musikvideo gesehen.

Doof nur das meist nicht neutral interpretiert wird, respektive neutrale Ambivalenzen von Meinungsmachern kanalisiert und manipuliert werden, welche wiederum ... ach was rede ich.

Rammstein ist rechts und mein Haus wohnt auf dem Mars. ;-)

Im Prinzip hat’s Frank ja schon auf den Punkt gebracht. Wenn Du ein durchdachtes Setup/Drehbuch/Darsteller/ Inhalte hast, kannste auch in 720 was werden. Mit 0815 Post.

Beispiele gibts aus der Vergangenheit genug.
Einfach mal anders machen - alles andere gibts schon.




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