JS
Beiträge: 7

Umfassende Erfahrungen mit professionellen handheld 3-Achsen Gimbals?

Beitrag von JS » Di 25 Nov, 2014 21:17

Wer kann seine Erfahrungen mit professionellen 3-Achsen handheld gimbals teilen?
Ich habe u.a. selbst noch keine Erfahrung sammeln können, weil es selbst in Berlin kaum Ausleihmöglichkeiten gibt und zudem keine günstigen.

Ich würde einen solchen Gimbal gerne für jede Art von tracking shots einsetzen und für fast alle Aufnahmen komplett auf jede andere Kamerastabilisierung- und führung verzichten, besonders auf eine Steadicam und einen Dolly.

Natürlich gibt es eine grundsätzliche Einschränkung, das Gewicht, nämlich, daß ein solcher Gimbal schon zusammen mit einer 3 Kilo-Kamera inkl. Objektiv wahnsinnig viel wiegt und offensichtlich nicht geschultert werden kann.

Mich interessieren aber technische Einwände:

Es heißt oft, daß der Gimbal bestimmte Bewegungen nur schlecht korrigieren kann, bzw. unerwartet die Kamera ruckeln lässt.

Meine Frage ist zum einen: Lassen sich diese Probleme durch bessere Hardware, in erster Linie mit mehr Power (stärkere Motoren und schnellere Prozessoren des Controllers bzw. mehr oder bessere Sensoren), oder durch bessere Software lösen?
Oder bleiben Hindernisse bautechnischer Art (u.a. Design)?
Auch wird die aufwendige Kalibrierung (Zeitaufwand sowie technisches Verständnis) immer wieder angesprochen. Einige Gimbals haben aber ja offenbar sehr nutzerfreundliche mobile Apps über die sie ferngesteuert kalibiert werden können und über die man bestimmte Kamera/Objektiv-Kombination als Pre-Sets abspeichern kann.
Funktioniert das eurer Erfahrung einwandfrei, wie einfach und zeitaufwendig ist eine solche Kalibrierung?

Meine abschließende Frage ist, welche Einschränkungen in der Handhabung und im Einsatz gegenüber Alternativen wie Steadicam bleiben, solange Hardware, Software sowie Kalibrierung optimiert sind?

Ich bin gespannt auf Eure Einschätzung!

PS.: Seid ihr aus Berlin und habt einen professionellen Gimbal, mit einer Belastbarkeit von 3-4 Kilo und ferngesteuerter Kalibrierung per App (kann durchaus Marke Eigenbau sein), dann wäre ich sehr daran interessiert ihn für einen Dreh zu mieten. Meine Email ist saxonwestern@gmx.de!




StanleyK2
Beiträge: 825

Re: Umfassende Erfahrungen mit professionellen handheld 3-Achsen Gimbals?

Beitrag von StanleyK2 » Di 25 Nov, 2014 22:04

Noch ein paar Postings zum gleichen Themenkomplex innerhalb von 2 Stunden???

Viel hilft nicht immer viel...




Paralkar
Beiträge: 1361

Re: Umfassende Erfahrungen mit professionellen handheld 3-Achsen Gimbals?

Beitrag von Paralkar » Mi 26 Nov, 2014 01:18

Ola'

Hab bisher mit dem http://www.dji.com/product/ronin gedreht und mit dem Mövi m5 geübt

Mövi M5: DSLRs (5d, 60d etc.), BM Pocket, GH4 etc.), KEINE BMCC oder BM Production Cinema Camera
- 4000 Dollar

DJI Ronin: Epic, C300, DSLRs, BMCC/ BMPCC, BMCPC, Scarlett etc.
mit angebauter Videofunke gespeist über den Gimbal, sehr gutes Akkusystem (anbringen, rausholen), lange Akkulaufzeit, einfach auszutarieren dank Linealanzeigen und guter Schraubenfunktion, durchdachtes Design und Schraubenanordnung, gut auseinander baubar
- 3000 Euro


Das Mövi taugt soweit ich erfahren durfte garnichts, es funktioniert weitaus umständlicher (Ausbalancieren, Steuerung, Kameragröße, Stiffness Einstellung)

Das Dji gleicht gut aus, auch wenn man mal aus gründen der Eile nicht perfekt balanciert (kommt schneller vor als man denkt), du kannst per App vieles steuern und tarieren sowie Stiffness (Steifheit) einstellen, es hat verschiedene Modi für die Motobewegung (Verfolgung, steady und noch einen) die sich auf die Schwenkbewegung auswirken

Leider ist es vergleichsweise schwer, und selbst mit ner C300 aufs kleinste runter reduziert noch immer ein Kraftakt. Da ist auf Dauer, selbst bei ner DSLR ein Easyrig Gold Wert

Zum Thema Steadycam & Dolly, eine Steadycam wird meist von Leuten geführt die jahrelang bis jahrzehntelang Erfahrung im richtigen Laufen, Bewegen und Verfolgen haben. Sie wissen genau wie man mit der eigenen Bewegung so flüssige und filmische Bilder erzeugt. Außerdem ist eine Steadycam oft höher von der Kameraposition.

Auch ein Dolly ist eine andere Art sich zu bewegen, da du all diese Achsen bewegst
- Dolly auf Schienen (vor, zurück, Kurven etc.)
- Stativkopf schwenken
- Höhe der Kamera (hydraulische Dollies)
- "Stange bzw. Arm" an dem die Schale für die Kamera installiert ist

Mit einem Gimbal oder auch einer Steady bist du niemals so flüssig und du kannst beim Gimbal nicht soviel Achsen bewegen.

Soweit so gut, hoffe ich konnte bisschen weiterhelfen




JS
Beiträge: 7

Re: Umfassende Erfahrungen mit professionellen handheld 3-Achsen Gimbals?

Beitrag von JS » Fr 28 Nov, 2014 18:48

Hallo Paralkar,

herzlichen Dank, deine Antwort lässt kaum etwas zu wünschen übrig.

Hatte mich schon ausführlich mit zwei Herstellern unterhalten, aber Erfahrungsberichte wie deine sind da natürlich viel aussagekräftiger.

Ein anderer Nutzer mit dem ich ausführlich gesprochen habe hat auch auf Basis umfangreicher Dreherfahrung den Ronin allen anderen vorgezogen.

Das Problem ist wohl wirklich wie du sagst das Gewicht und die Art wie man es tragen muß, die es noch schwerer zu tragen macht.

Die Höhe der Kameraposition finde ich auch wichtig, bei der Steadidam kann man letztlich problemlos im Lauf auch einem Riesen über die Schulter schauen.

Was den Dolly angeht, in meinem Fall würde ich nur gewinnen, wenn ich auf ihn verzichten kann, für ein anderes Sujets mit einer anderen Ästhetik würde das nicht gelten. Mich stört allerdings auch allgemein der oftmals wie programmierte Bewegungslauf, mit Schauspielern die teilweise sichtbar angespannt ihren "mark" auf dem Boden treffen müssen. Abgesehen vom Aufwand beim Aufbau, Umbau und in der Durchführung.

Mich reizt einfach die rasende Geschwindigkeit der so möglichen tracking shots und die Tatsache, daß man völlig spontan sein kann.

Also nochmal herzlichen Dank für deinen Kommentar, das hat mir wirklich weitergeholfen und mich zum Weiterdenken angeregt.




Paralkar
Beiträge: 1361

Re: Umfassende Erfahrungen mit professionellen handheld 3-Achsen Gimbals?

Beitrag von Paralkar » Fr 28 Nov, 2014 19:47

Jo, klar ein Gimbal ist geil, man kann die beiden damit nicht ersetzen, aber nutz halt ein anderes Stilmittel, das erzählerisch genauso überlegt eingesetzt werden muss.

Aber bleiben wir mal ehrlich, selbst wenns erzählerisch keine Notwendigkeit oder ein Sinn darstellt, eine Gimbalfahrt schaut trotzdem fett aus keine Frage.

Die andern hab ich noch nicht durchprobiert, aber viell. findet sich da jemand anderes in dem Forum,

Grüße




j.t.jefferson
Beiträge: 708

Re: Umfassende Erfahrungen mit professionellen handheld 3-Achsen Gimbals?

Beitrag von j.t.jefferson » Fr 28 Nov, 2014 23:10

Also den Ronin kann man auch umgekehrt halten, sodass man auf Augenhöhe ist. Man kann in der Stellung auch besser die Ellbogen in die Hüfte klemmen, wodurch man das Gerät länger halten kann.

Das gute ist auch, dass es mittlerweile Verlängerungen für die Arme gibt und auch Schnellwechselplatten für die Ronin Platte.

Damit ist man dann noch schneller.
Ich betreibe das Teil immer mit ner Epic und Funkschärfe bzw Fingerwheel von Redrock und das ganze läuft super.

Nur 6 Minuten Takes mit Fahrten von unten nach oben usw schaff ich nach 4 Minuten nicht mehr. Seitdem die Teile auf dem Markt sind, haben die Regisseure immer beklopptere Ideen.




Paralkar
Beiträge: 1361

Re: Umfassende Erfahrungen mit professionellen handheld 3-Achsen Gimbals?

Beitrag von Paralkar » Fr 28 Nov, 2014 23:55

Was ist mit nem Easyrig um das Gewicht übern Rücken abzunehmen?

Das geile ist halt, du kannst sogar im vergleich zu ner Steadycam noch freier laufen.

Durch den Wald rennen kann mit ner Steady nervig werden bei Wurzeln auf und ab, kein geraden Boden, man kann mit der Steady anstoßen, dann muss man den Shot nochmal machen etc.

Das passiert dir mit nem Gimbal nicht so leicht, der er kein Pond hat und allgemein auch erlaubt dich anders zu bewegen, man könnte sogar die Kamera weitergeben um gewisse Effekte zu erzielen.

Alles sein für und wen, aber ne geile Erfindung




j.t.jefferson
Beiträge: 708

Re: Umfassende Erfahrungen mit professionellen handheld 3-Achsen Gimbals?

Beitrag von j.t.jefferson » Sa 29 Nov, 2014 00:26

http://www.reduser.net/forum/showthread ... xoskeleton

auch geil :)
Bin schon gespannt wie das läuft wenns kommt.




KR10
Beiträge: 2

Re: Umfassende Erfahrungen mit professionellen handheld 3-Achsen Gimbals?

Beitrag von KR10 » Fr 02 Dez, 2016 10:43

j.t.jefferson hat geschrieben:http://www.reduser.net/forum/showthread ... xoskeleton

auch geil :)
Bin schon gespannt wie das läuft wenns kommt.
Das gibt's doch schon ...
MfG Mike

--------------------

Hier könnte dein Zitat stehen.




j.t.jefferson
Beiträge: 708

Re: Umfassende Erfahrungen mit professionellen handheld 3-Achsen Gimbals?

Beitrag von j.t.jefferson » Fr 02 Dez, 2016 11:36

Is ja auch schon ewig her :P




Social Media

       
 Aktuelle Beiträge [alle Foren]
 
» Sony RX100 - was kann Sie wirklich
von Roland Schulz - Fr 12:36
» Ton- und Bildsynchronisation
von Onkel Danny - Fr 11:59
» Black Magic Pocket WO BIST DU?
von Onkel Danny - Fr 11:33
» Magic Leap One: Erscheinungsdatum der Mixed Reality Brille wird etwas konkreter
von Auf Achse - Fr 10:54
» Kompakter Videoneiger mit Nivelliereinheit
von Laperinni - Fr 10:10
» Neue Einsteiger Workstations: Dell Precision 3430 SFF Tower und 3630 Tower
von rush - Fr 10:08
» TV ist quasi tot
von handiro - Fr 10:02
» Hinterkamerafernbedienung für Panasonic AG DVX 200
von DV_Chris - Fr 9:24
» Die Philosophie des Editings - Typische Schritte des Filmschnitts
von Axel - Fr 8:57
» Andere Formate auf Mini-DV?
von CyCroN - Fr 7:56
» Einzelframes mit Zeichentablett bemalen - wie macht man das am besten?
von vobe49 - Fr 7:32
» Verbessertes En- und Decoding: Updates für Adobe Premiere Pro (12.1.2) und After Effects (15.1.2)
von Roland Schulz - Fr 7:27
» Unterschied zwischen Sennheiser und Sony Lavalier-Klinkenstecker für Tascam DR-10CS
von Kamerafreund - Do 22:36
» DJI Ronin-S und Panasonic GH5S - wie gut ist der Einhand-Gimbal Ronin-S im leichten Setup? Teil 2
von -paleface- - Do 19:06
» RED Raven Rauschen RAW
von rafael55 - Do 18:21
» Apple: Aktualisierte MacBook Pro mit Intel Coffee Lake-Prozessoren (4-/6-core)
von motiongroup - Do 17:39
» Hilfe ! Resolve lässt sich auch nach neuinstallierung nicht starten
von HansMüller - Do 15:36
» Intel Sechs-Core i9 im neuen Macbook Pro 2018 gedrosselt?
von MrMeeseeks - Do 14:32
» GH5 vs FS5
von rush - Do 13:57
» 50p zu 50i - Material der a7s nachträglich interlacen
von Kamerafreund - Do 7:32
» Premiere CC2018 ->VOB Bearbeiten- dem Wahnsinn nahe!
von Skeptiker - Mi 23:49
» Technik vs Talent: Was ist die Zukunft der Kinematographie?
von iasi - Mi 22:18
» Netflix erstmals Spitzenreiter bei Nominierungen für Fernsehpreis Emmy
von dienstag_01 - Mi 21:28
» DJI Osmo Mobile2 - IPhone 7 + NDs klappt das?
von sanftmut - Mi 17:18
» Davinci Upgrade im laufenden Projekt
von Kamerafreund - Mi 16:51
» Umfrage: Wie oft filmst du mit deinem Smartphone?
von Kranich - Mi 16:32
» Blackmagic überrascht mit eGPU: Thunderbolt 3 und Radeon Pro 580 für 695 Euro
von RUKfilms - Mi 16:16
» Premiere Pro CC Fehler beim Importieren
von therealbigten - Mi 15:45
» Satelity by Michal Sobierajski & Suwal
von slashCAM - Mi 15:40
» Netflix "Dark" Nebel
von Frank Glencairn - Mi 15:29
» Motion Designer zur Festanstellung gesucht!
von timdamrau - Mi 14:10
» Umfassendes Panasonic AU-EVA1 eBook von Barry Green zum freien Download verfügbar
von Roland Schulz - Mi 12:54
» Encore CS6, nach erstellen Ton auf Blu Ray zu spät
von dienstag_01 - Mi 12:47
» Verkaufe + + + Sony FS700 mit 4K RAW Output!
von blueplanet - Mi 8:27
» GH5 mit Timelapse, gibt es einen Trick?
von blueplanet - Mi 8:13
 
neuester Artikel
 
Die Philosophie des Editings - Typische Schritte des Filmschnitts

Wir wollen in diesem Artikel nicht auf konkrete Schnitttechniken eingehen, sondern einmal einen klassifizierenden Blick auf das ganze "Drumherum" des Schnitts werfen. Bei genauerer Betrachtung gibt es viele Methoden, die wohl praktisch jeder Cutter instinktiv beherzigt... weiterlesen>>

Verfahren der Bildstabilisation Teil 2: Statische und bewegte Kamera

Im ersten Teil unserer Artikelserie haben wir uns in der Theorie damit befasst, welche Arten der Bildstabilisierung es gibt. Doch nun wollen wir das ganze auch einmal aus der praktischen Sicht betrachten weiterlesen>>

neuestes Video
 

Aktuelles Video:
Satelity by Michal Sobierajski & Suwal

Polnisches Musikvideo ohne erkennbaren Plot aber mit dezidiertem Weltraum-Thema; die Kamera dreht sich sogar um eine ihrer Achsen wie es der Himmelskörper Art ist.