gizmotronic
Beiträge: 14

Black Magic Design Decklink Studio 2 Erfahrungen

Beitrag von gizmotronic » Sa 27 Jan, 2018 14:14

Vor etwa einem Jahr konnte ich eine gebrauchte Decklink Studio 2 Karte erwerben. Diese ist der Vorgänger der Decklink Studio 4K. Eine Besonderheit dieser Karten sind ihre analogen Ein- und Ausgänge. Ansonsten zieren 3G SDI und HDMI Ein- und Ausgänge die Rückseiten.

Da im gesamten Netz beim besten Willen keine Reviews zu diesen Karten zu finden sind, teile ich hier nun meine Erfahrungen über die Analog-Fähigkeiten dieser Karte mit.

Wer wie ich noch gelegentlich mit Analog-SD zu tun hat braucht analoge Eingänge. Darüber hinaus hat die Studio-Karte auch analoge Ausgänge. Man kann spaßeshalber ein HD-Signal in SD ausgeben. Auch einstellbar als Letterbox oder gar Center Cut, für eingefleischte 4:3 Liebhaber. Allerdings benötigt man zwingend die BMD-eigene Software Media Express. Nur diese Software kann die analogen Videoeingänge öffnen. Hier offenbart sich eine weitere Eigenart dieser Karte. Nur wenn ein Videosignal anliegt werden die dazugehörenden Audioeingänge geöffnet. Die Audioausgänge können übrigens wie eine normale Soundkarte zur Tonausgabe des Rechners verwendet werden. Mit den Audioeingängen der Karte geht das nicht. Man kann sie zwar in den Systemeinstellungen des OS sehen. Es steht aber immer "Nicht verfügbar" dabei. Die Audioeingänge scheinen kalibriert zu sein. Den Tonpegel kann man in Media-Express nicht regeln, sondern nur in der BMD-Einstellungssoftware "Desktop Video Setup". Obwohl der Tonpegel bei mir im mittleren Bereich zappelt, gibt es bisweilen fiese digitale Verzerrungen. Ich bin zu dem Schluss gekommen, das die Karte da wohl kaputt sein muss. Während Media Express läuft hat der Regler der Systemlautstärke keinen Einfluss auf die Lautstärke des zugespielten Video-Tons. Media Express bietet nicht viele Optionen in der AUswahl der abzuspeichernden Dateiformate. Ab 50 MBit geht es mit Motion JPEG los, geht über YUV 8bit und YUV 10bit hoch zu RGB 10 bit 4:4:4, ausschließlich als AVI - und DPX-Einzelbildsequenz. Einen alten Consumer-VHS-Rekorder sollten man nicht an die Karte anschließen. Den TBC hat man nämlich inzwischen eingespart. Das Ergebnis ist ein hüpfender unterer Bildstrich, wenns denn bei der Aufnahme sehr bewegt zuging. Aber selbst Aufnahmen von professionellem S-VHS, zuespielt mit einem JVC BR-S822 mit TBC-Karte, betrifft das. Ein weiteres Feature betrifft den Ton. Der wird seit einiger Zeit von Media Express mit 24 Bit aufgezeichnet. Nur leider erkennen einige Schnittprogramme dann die Tonspur nicht. In der AVI-Datei fehlt auch das Attribut "Interlaced". Daher interpretieren viele Media Player und Schnittprogramme die Media Express AVIs als "progressive"-Video.

Man kann hier im Forum recherchieren, bis wann die BMD-Software den Ton mit 16 Bit aufgenommen hat. Leider funktioniert mit dieser Version dann die Vorschauwiedergabe mit z.B. Sony Vegas (noch) nicht. Das ist ein weiteres Feature, mit dem z.B. viele Hersteller von preiswerteren Schnittprogrammen werben. Leider ist es mit der Unterstützung der Decklink Studio als Vorschaudevice unter SONY Vegas nicht weit her. Z.B. wird Interlaced-Video selbst bei entsprechender Einstellung des Videoausgangs nicht als Interlaced ausgegeben. Und es wird immer mit 1:1 Pixelratio gearbeitet. An den Einstellungen sollte man auch nicht zu ausgiebig herumspielen. Sonst gibt Vegas bei Anwahl der BMD Studio-Karte beim Starten der Vorschauwiedergabe eine Fehlermeldung aus. Dann hilft nur noch, ein neues Projekt anzulegen und alles dort hineinzuexportieren, um wieder auf die Vorschaufunktion zugreifen zu können. Ein Pluspunkt ist allerdings, das die Vorschau über die Karte absolut flüssig läuft und auch keine Artefakte wie bei der Wiedergabe über eine Grafikkarte auftreten. Alternativ kann man auch eine anständige Grafikkarte installieren, kann dann aber kein Interlace abspielen. Aber das funktioniert über die Decklink Studio in der Vorschau ja auch nicht.

Was seltsamerweise dann doch funktioniert: Man kann z.B. einen alten Canopus ADVC-Wandler anschließen. Über Firewire gibt es dann mit Vegas auch eine Vorschau mit Interlace Wiedergabe. So läuft dann das Einspielen alten Analogmaterials nun über dieses Gerät.




Peppermintpost
Beiträge: 2436

Re: Black Magic Design Decklink Studio 2

Beitrag von Peppermintpost » Sa 27 Jan, 2018 16:18

ich hab die auch (schon ewig) und bin auch 100% zufrieden auch wenn ich die analogen features nicht nutze. Ich hab sie nur als Monitor out in Betrieb, funktioniert mit jeder Software die ich nutze. Schon alein als Resolve Preview möchte ich nicht drauf verzichten.
-------------------------------------------------------
leave the gun take the cannoli
-------------------------------------------------------
www.movie-grinder.com




mash_gh4
Beiträge: 2703

Re: Black Magic Design Decklink Studio 2

Beitrag von mash_gh4 » Sa 27 Jan, 2018 17:04

vieles von den einschränkungen (bspw. keine audio ohne videodatenstrom), die hier beschrieben wurden, ist leider gar nicht so sehr dieser konkreten karte oder den betreffenden BMD konfigurationswerkzeugen zuzschreiben, sondern bereits eine ebene darunter in den steuerungsschnittstellen (API) der decklink-karten festgelegt. das ist leider eine ziemlich unbefriedigende tatsache, die den meisten benutzern gar nicht recht bewusst wird, aber es leider mit sich bringt, dass sich das problem kaum ändern lässt bzw. auch in software von drittanbietern tlw. nicht wirklich besser/befriedigender lösen lässt. das ist ja mit ein grund, warum ich über diese karten öfter derart ungestüm lästere bzw. grafikkarten oft für den mittlerweile besseren oder offenen ansatz der monitoranbindung halte.

mehr zu den techn. details bzw. einblick in diese rahmenvorgaben:
https://github.com/kdienes/decklink-sdk ... %20SDK.pdf




gizmotronic
Beiträge: 14

Re: Black Magic Design Decklink Studio 2

Beitrag von gizmotronic » So 28 Jan, 2018 15:13

Peppermintpost hat geschrieben:
Sa 27 Jan, 2018 16:18
Ich hab sie nur als Monitor out in Betrieb, funktioniert mit jeder Software die ich nutze.
Ich schätze mal, daß das mit ein Grund ist, warum bei vielen Ebay-Angeboten dieser Karte die Kabelpeitsche fehlt. Bastler seien gewarnt: Der Stecker sieht zwar aus wie Sub-D, es ist aber kein Sub-D-Stecker, sondern was BMD-eigenes, was es nirgends sonst gibt. Wenn man nur die Digitalschnittstellen nutzt gibts offensichtlich nichts zu meckern. Bei mir scheint auch noch der Analogton defekt zu sein. Vermutlich wurde der beim Vorbesitzer nie benutzt. Auf jeden Fall Finger weg von den Gebrauchtangeboten ohne Rückgabemöglichkeit. Auch wenn man die Karte bedenkenlos ohne jede Software kaufen kann. Denn die aktuellen Treiber gibt es auf der Internetseite von BMD. Ich hab zwar nur 100 EUR bezahlt. Aber dafür gibts bei BMD für unwesentlich mehr Geld nagelneues Zeug, wenn man nur Digitalschnittstellen braucht.




Social Media

       
 Aktuelle Beiträge [alle Foren]
 
» Mehr Saft für 4K in Davinci, neue GraKa oder neuer PC
von dennisnrw - Di 20:07
» Lichtsetzung in der Postproduktion
von 3Dvideos - Di 20:01
» Warum sind US-Serien so viel besser?
von 7River - Di 19:57
» Dummy Frage: Sony RX100 MK1 vs Huawei P20 Pro Handy
von roki100 - Di 19:52
» Wie professionell Wildtiere filmen?
von walang_sinuman - Di 19:52
» Tonaussetzer beim Überspielen von Mini-DV Bändern
von nola - Di 19:51
» Panasonic Lumix FZ1000 II und TZ96 vorgestellt
von slashCAM - Di 19:48
» Nikon D850 oder Fujifilm X-T3 (oder was ganz anderes?)
von Heraisto - Di 19:29
» Welche 4k Videokamera für Urlaub & Co ?
von Jott - Di 19:20
» Wooden Camera: Leichte Zip Box Pro Mattbox mit Swing Away und Clamp-On Option
von -paleface- - Di 18:25
» Professionelles Zoom-Objektiv NIKKOR Z 24–70 mm 1:2,8 S für Nikon Z Vollformat-Serie angekündigt
von gekkonier - Di 17:46
» Gesucht: Induro LFB75S Tripod Set
von -paleface- - Di 17:06
» Mein erstes Kurzfimdrehbuch
von Giftpilz - Di 17:06
» Sound Design und Foley -- wie Töne das Filmbild bereichern (Berlinale Talents)
von domain - Di 16:49
» Farbfehler bei Vortragsaufzeichnung mit Hardware Recorder
von elb - Di 16:24
» RX10 II in Topzustand mit Hack
von jbuzz - Di 15:50
» Neues (U)WW für Sony FE von TAMRON am Horizont?!
von rush - Di 15:03
» Stirbt UltraHD Blu-ray?
von Starshine Pictures - Di 14:19
» Passion für Lost Places
von blueplanet - Di 13:20
» Atomos 5 Zoll HDR Monitor (only) Shinobi im ersten Hands-On
von rush - Di 13:20
» Schauspieler - Gagefrage!
von Lapaloma - Di 13:16
» Tukur-Tatort am nä So: "Murot und das Murmeltier"
von rush - Di 13:15
» Kamera Kamerakran aus Carbon / Jib Traveller
von fxk - Di 12:30
» Ärger um die Oscarverleihung: Scorsese, Tarantino, Wenders, Robert De Niro u.a. protestieren
von macaw - Di 10:37
» Polaroid mal anders.....
von domain - Di 9:14
» Premiere export in m4v mit auswahlbarer Audiospur
von Alf_300 - Di 8:30
» How to solve Epson printer error
von olivia545 - Di 7:10
» Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux
von Skeptiker - Di 0:16
» Panasonic GH4 mit 4 Panasonic Objektiven 4 Akkus und Ladegerät
von Createsomething - Mo 22:18
» Audiospuren anordnen
von m-werkstatt - Mo 20:39
» Mavic Air SW Fehler?
von klusterdegenerierung - Mo 20:10
» Neuer MFT-Sensor MST4323 von Fairchild - evtl. für Blackmagic Kameras?
von MarcusG - Mo 19:53
» Sachtler Stativ, älter, 100mm Halbschale mit Neiger - kennt das jemand/Preis??
von Pianist - Mo 19:51
» VDL: Lookangleichung
von 3Dvideos - Mo 18:40
» Alita: Battle Angel - Offizieller Trailer
von 7River - Mo 18:22
 
neuester Artikel
 
Sound Design und Foley -- wie Töne das Filmbild bereichern (Berlinale Talents)

Über den Ton als ein mächtiges Werkzeug beim filmischen Erzählen ging es bei der Veranstaltung "Steps, Shots and Silence: Sound and Foley in Docs", und zwar sehr konkret: nicht nur wurde live vorgeführt, wie Foley-Geräusche entstehen, sondern dabei auch gleich sehr überzeugend erklärt, weshalb eine Nachvertonung auf Geräuschebene überhaupt so sinnvoll ist -- bei Spielfilmen und auch bei Dokus. weiterlesen>>

Atomos 5 Zoll HDR Monitor (only) Shinobi im ersten Hands-On

Wir hatten bereits Gelegenheit zu einem ersten kurzen Hands-On mit dem heute offiziell vorgestellten 5 HDR Monitor SHINOBI von Atomos. Der 1000 Nit-fähige HDR-Kameramonitor wiegt lediglich 200g und bietet alle Monitoring-Funktionen des NinjaV (und noch etwas mehr). Durch das fehlende Aufnahmemodul ergeben sich deutlich längere Akkulaufzeiten im lüfterlosen Betrieb. Hier unsere ersten Eindrücke zum 5 Atomos Shinobi Kameramonitor weiterlesen>>

neuestes Video
 

Aktuelles Video:
mini landscapes

Epische Landschaftsimpressionen -- gefilmt im Studio, in Miniatur... Zu erkennen ist dies teilweise nur an der Größe der Sandkörner und Schneeflocken. Wie im Abspann zu sehen ist, wurde anscheinend mit der Blackmagic Pocket CC 4K und dem sondenähnlichen Laowa Makro-Objektiv gedreht.