Skeptiker
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Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von Skeptiker » So 24 Feb, 2019 12:35

Als Ergänzung noch eine kleine Tabelle, die zeigt, welcher Bildwinkel (diagonal durchs Aufnahmeformat = Sucherbild oder horizontal) in etwa welcher Brennweite entspricht.

Die Brennweiten gelten für das Kleinbild-Format 36 mm x 24 mm (teils auch 'Vollformat' genannt).

In der horizontalen Achse stehen die Brennweiten in mm.
In der vertikalen Achse die Bildwinkel in ° (Winkel-Grad).

Die Brennweiten gehen rechts nur bis 100 mm Tele.

Aber man kann für grössere Telebrennweiten die entsprechenden Bildwinkel in guter Näherung berechnen - ausgehend von den rund 20° (horizontal) für 100 mm :

Also z. B. für 200 mm Telebrennweite (immer fürs Aufnahmeformat 36mm x 24mm): 20° / 2 = 10° (horizontal)

oder für 300mm: 20° / 3 = ca. 6.7°

oder für 400mm: 20° / 4 = 5°

Und für andere Sensorgrössen bzw. Aufnahmeformate kann man - wie weiter oben gezeigt - zur Berechnung der entsprechenden Brennweite (für die gleiche Sucheransicht) die Kleinbild-Brennweite durch den Formatfaktor (Cropfaktor -> Berechnung siehe weiter oben!) teilen.
Oder umgekehrt, die Brennweite des anderen Formats mit dem Cropfaktor multiplizieren, um sie aufs Kleinbild-Format umzurechnen (und die Graphik zum Ablesen des Bildwinkels zu benutzen).

-----------------------------------------------
Beispiel:

Ich möchte ein altes 50mm/1.4-Kleinbild-'Normal'-Objektiv an einer Super35-Videokamera mit Cropfaktor 1.5 (kleinerer Sensor) verwenden. Normalerweise gilt diese Cropfaktor-Angabe für die Sensor- bzw. Aufnahmeformat-Diagonale. Oft ist aber der horizontale Cropfaktor (die Bildbreite) interessanter (z. B. für Kameraschwenks).
Dann lese ich in der Graphik den Bildwinkel bei 50mm x 1.5= 75mm ab: Horizontal etwas unter 30°, diagonal etwas über 30°. Das Objektiv wirkt an dem kleineren Sensor durch die Bildbeschneidung wie ein leichtes Tele.

Und wenn ich wissen will, mit welcher Objektivbrennweite ich an der S35-Kamera einen gleichen Bildwinkel wie mit 50mm an Kleinbild erziele, dann wäre das mit 50mm / 1.5 = 100mm / 3 = rund 33mm der Fall (also z.B. mit einem 35mm-Weitwinkel-Objektiv). Es ist also ein weitwinkligeres (kürzerbrennweitiges) Objektiv nötig, um den kleineren Sensor zu kompensieren.
-----------------------------------------------

Es ist klar: Wer nicht von der Kleinbildfotografie (mit der entprechenden Wirkung der Brennweiten - also nach der Faustregel "Brennweite 'normal' (vgl. unsere Augen) in mm = Format-Diagonale in mm -> für KB also rund 43mm (de fakto aber ca. 45mm-55mm)) zum Filmen gekommen ist, der tut besser daran, sich eine entprechende Graphik oder Tabelle für das Sensor-Format seiner Filmkamera zusammenzustellen (siehe Excel-Formel unten!), statt den Umweg über das Kleinbild-Format und irgendwelche Cropfaktoren (mit Vergleichsbasis "Kleinbild") zu gehen.

Im www finden sich weitere nützliche Hinweise zu der ganzen "Aufnahmeformat / Brennweite / Bildwinkel"-Geschichte! ;-)


Beilage:
Graphik fürs Kleinbild-Format 36mm x 24mm: Brennweite (x) und Bildwinkel (y).
obere Kurve: diagonale Bildwinkel
untere Kurve: horizontale Bildwinkel

Benutzte Formel in Excel:
(Bildwinkel in °) = 2*ARCTAN(Format/Brennweite/2)*180/PI()

Für 'Format' (Kleinbild) die diagonale (43.267) oder horizontale (36) Ausdehnung in mm einsetzen.
Für die Brennweite ebenfalls mm verwenden.

Noch ein Hinweis:
Fischaugen-Weitwinkel (Fisheye-Optiken mit verzogenem Bild) passen mit ihren Brennweiten und Bildwinkeln nicht in das Schema - dort werden z. B. für 16mm Brennweite 180° angegeben (Nikon).


Nachträgliche Änderung: Grössere (und höhere) Graphik beigelegt
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wabu
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Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von wabu » Mo 25 Feb, 2019 09:00

Ein sehr nützlicher Beitrag.
Den Bezug zur Kleinbildfotografie verstehe ich von Jahr zu Jahr weniger - wer kennt den noch den Kleinbildfilm.
Als alter (analog) Hase habe ich eine Vorstellung wie ein 35mm oder 200mm Objektiv "wirkt" - musste man bei den festen Brennweiten auch in etwa wissen um das richtige anzuschrauben.
Es geht also immer nur um den Bildwinkel der einem was sagen sollte und kann. Und meinetwegen ist auch der Vergleich das Bildteile mit einem 20mm Objektiv nur halb so groß dargestellt werden wie mit einem 40mm Objektiv nützlich.
Eine Anmerkung zum Bildwinkel/Diagonale: Das ist genau genommen auch ein alter Hut. Den er bezieht sich auf den Bildkreis. Die ersten Kodak Kameras hatten runde Bilder (!).
In der Großformatfotografie ( die ich noch gelernt und genutzt habe) war der zulässige Bildkreis wichtig für die machbare Verstellung der Kamera.
Da es heute sehr unterschiedliche Formate gibt ist die Aussage für die Breite des Bildes fast hilfreicher - ich denke da z.B. an 16 oder 21 zu 9. Da habe ich unterschiedliche Diagonalen aber unter Umständen die gleiche Bildbreite.
man lernt nie aus




cantsin
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Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von cantsin » Mo 25 Feb, 2019 10:56

Auf dieser visuellen Simulator-Website lässt sich die Wirkung verschiedener Brennweiten an verschiedenen Sensorgrößen und mit verschiedenen Blendenöffnungen prima nachvollziehen:

https://dofsimulator.net/en/




Skeptiker
Beiträge: 4727

Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von Skeptiker » Mo 25 Feb, 2019 22:02

Zunächst:
Leser mit Mathe-Schock oder Zahlen-Phobie bitte nicht aufregen, sondern weiterklicken.

Wer jetzt noch hoffnungsfroh und mit gebündelten Gedanken da ist: Wenn ich die ganze Rechnerei schon angefangen habe, dann soll sie jetzt noch +/- komplettiert werden! ;-)

Hier kommt noch eine letzte Zahlenübung zu 2 Problemen, die bei der Crop- und Bildkreis-Angelegenheit immer wieder auftauchen:


Problem a) Ich habe die beiden Sensor- oder Formatseiten x (quer) und y (hoch) und benötige die Diagonale - z.B. zur Berechnung des diagonalen Cropfaktors oder um sicher zu sein, dass das Format diagonal noch in den maximalen Bildkreis passt, den das Objektiv in Richtung Sensor projeziert.

Problem b) Ich habe eine Sensor- oder Format-Diagonale (z. B. 1/2.3'' oder 1/3'' oder 1/4'' oder 1'' oder MFT oder APS-C oder FF) und ein Format-Seitenverhältnis (also z. B. 4:3 oder 3:2 oder 16:9).
Und ich wüsste gerne, wie gross die Seiten x (quer) oder y (hoch) des Sensor- oder Aufnahmeformats sind. Z. B., um statt eines diagonalen Cropfaktors einen horizontalen zu berechnen.

Hinweis:
'' steht für engl. 'Inch' oder deutsch 'Zoll'.
Eigentlich ist 1 Inch = 25.4 mm, aber für Foto-/Video-Sensoren gilt (aus historischen Gründen): 1 Foto-Zoll = ca. 16 mm (man findet auch die Angabe ca. 2/3 eines Zolls, das wären dann knapp 17 mm).

------------------------------------------------------------------

zu a)

Hier kommt der Satz von Pythagoras zur Anwendung:

Im rechtwinkligen Dreieck gilt: D^2 = x^2 + y^2
D ist die längste Dreiecks-Seite (dem rechten Winkel gegenüber), sie entspricht der Diagonale.

^ bedeutet 'hoch', also eine Zahl mehrfach mit sich selbst multipliziert (mit sich selbst mal genommen). Beispiel: 3^2 = 3 hoch 2 = 3 * 3 = 9. Oder 4^3 = 4 * 4 * 4 = 64.

* steht für 'mal' (multipliziert mit). Beipiel 2 * 7 = 14.

x ist bekannt : Die Seitenlänge quer (waagerecht) des Aufnahmeformats, also die Breite.
y ist bekannt: Die Seitenlänge hoch (senkrecht) des Aufnahmformats, also die Höhe.
D ist gesucht: Die Diagonale quer durchs Aufnahme-Rechteck. Sie entspricht dem Formatkreis-Durchmesser (des Kreises ums Format-Rechteck).

D ist also = Wurzel aus (x^2 + y^2)

Beispiel Kleinbild-Format:

x = 36
y = 24

D = Wurzel aus (36^2 + 24^2)
D = Wurzel aus (1296 + 576)
D = Wurzel aus 1872
D = 43.266615

zu b)

Die Diagonale des Aufnahme-Formats bzw. Sensors ist bekannt, also z. B. 1/3''.
Ebenfalls bekannt ist das Seitenverhältnis des Sensors - also z. B. 4:3 oder 3:2 oder 16:9.
Gesucht sind die Seitenlängen des Sensors: Breite x und Höhe y.

Für die Diagonale gilt wieder Pythagoras: D^2 = x^2 + y^2
x und y sind noch unbekannt, aber wir kennen immerhin das Seitenverhältnis, nehmen wir mal an, dass die Seiten im Verhältnis x:y = 3:2 stehen: 3 Einheiten quer (q), 2 Einheiten hoch (h), also real z. B. 36mm : 24mm Kleinbild-Format (Vollformat bzw. engl. 'FF' für 'Full Frame').

Wie kommen wir jetzt weiter?

Es hilft die Überlegung, dass beide Ziffern des Seitenverhältnisses 3:2, also sowohl 3 als auch 2, mit einer bestimmten Zahl z multipliziert, die wirklichen Seitenlängen ergeben. Denn umgekehrt können die wirklichen Seitenlängen, als Bruch geschrieben, ja mit einer bestimmten Zahl z gekürzt werden (Zähler oben und Nenner unten durch die selbe Zahl z geteilt werden), um wiederum das Seitenverhältnis 3:2 = 3/2 zu ergeben.

Als Formel notiert gilt also nach Pythagoras (für das Format 3:2 im Bsp.):

(3z)^2 + (2z)^2 = D^2

Hinweis:
3z bedeutet 3 * z
2z bedeutet 2 * z

also

9*z^2 + 4*z^2 = D^2 (3z im Quadrat = 3 im Qudrat mal z im Quadrat)

entspricht (z^2 ausgeklammert)

z^2 * (9+4) = D^2

entspricht (nur z^2 steht links von '=')

z^2 = D^2 / (9+4)

und somit

z = Wurzel aus (D^2 / (9+4))

oder allgemein, wenn wir für das Seitenverhältnis die Ziffer "quer" mit q bezeichnen (im Bsp. 3) und die Ziffer "hoch" mit h (im Bsp. 2):

z = Wurzel aus (D^2 / (q^2 + h^2))

damit ist dann

x = z * q
und
y = z * h


Im Beispiel fürs Kleinbild-Format mit Seitenverhältnis q:h = 3:2 also

z = Wurzel aus (43.267^2 / (3^2 + 2^2))

z = Wurzel aus (1872 / (9+4))

z = Wurzel aus (1872 / 13)

z = Wurzel aus 144

z = 12

und damit

x = z * q = 12 * 3 = 36
y = z * h = 12 * 2 = 24


Das war's.
Ich kann nur hoffen, dass nun nicht alle Klarheiten beseitigt sind (und /oder ich mich verrechnet habe)! ;-)


Beilage:

Beschriftetes Format-Rechteck
(Änderungen: Bildkreis noch eingezeichnet und 'Digonale' korrigiert und offene Klammer geschlossen)
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Zuletzt geändert von Skeptiker am Di 26 Feb, 2019 10:28, insgesamt 3-mal geändert.




Doc Brown
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Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von Doc Brown » Mo 25 Feb, 2019 22:22

Nur ist die ganze Rechnerei sinnlos, wenn man das Objektiv nicht tauschen kann und nehmen muss, was der Hersteller eingebaut hat, auch wenn mir das nicht passt. Wir sind hier im Einsteiger Bereich. Eine Camcorder mit wechselbarem Objektiv wird es da vermutlich nicht geben.

Der Test vom CHIP Magazin war mir nicht bekannt. Mit dem alten Camcorder hatte ich bei meinem Budget eigentlich Glück, dass ich dieses Gerät gekauft hatte, aber schlussendlich hat es mir doch nichts genutzt.

Der Simulator ist genial! Ein 1/6" Sensor ist gerade noch auswählbar. Bei 2.1mm Weitwinkel und bei Blende (obwohl das bei Film Transmission sein sollte) f/2.8 sehe ich gut, dass die Berge damit nicht mehr aufs Bild passen, obwohl sie scharf abgebildet werden. Im Telebereich ist der Simulator leider wenig hilfreich. Das Datenblatt der Hersteller zeigt aber andere Werte bei der Umrechnung auf 35mm als der Simulator.

Telekonverter für die beiden als Beispiel ausgewählten Camcorder scheint es nicht zu geben, zumindest nicht vom Hersteller.

p.s.: Wir hatten damals Zuhause zum Fotografieren noch Rollfilm: die Bilder waren quadratisch und S/W.




Skeptiker
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Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von Skeptiker » Mo 25 Feb, 2019 22:29

Doc Brown hat geschrieben:
Mo 25 Feb, 2019 22:22
.. Telekonverter für die beiden als Beispiel ausgewählten Camcorder scheint es nicht zu geben, zumindest nicht vom Hersteller. ..
Hier gibt's welche:
http://raynox.co.jp/german/index.htm

Ich kenne sie allerdings nicht, kann aber sagen, dass die Makro-Vorsatzlinsen von sehr guter Qualität sind.




wabu
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Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von wabu » Di 26 Feb, 2019 13:40

@ Skeptiker
hier habe ich auch etwas zusammen gerührt:
https://www.magix.info/de/tutorials/all ... --1120033/
(für Korrekturen bin ich immer dankbar)
man lernt nie aus




Skeptiker
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Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von Skeptiker » Di 26 Feb, 2019 18:00

Hallo wabu,

Vielen Dank für den Link!

Schärfentiefe ist natürlich ein Dauerbrenner, der mich interessiert!

Da hat sich ja jemand (Du!) richtig "reingekniet" - die Zusammenstellung (schon eher eine Abhandlung) hat Zeit gekostet ...

Ich schaue gerne mal rein ...

Gruss
Skeptiker


PS:
Hatte eigentlich im Sinn gehabt, den Thread unauffällig in der Versenkung verschwinden zu lassen, ausser der TO hätte sich noch mit einer Frage gemeldet, zu der ich etwas Praktisches hätte beisteuern können! ;-)




Doc Brown
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Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von Doc Brown » Di 26 Feb, 2019 20:50

Skeptiker hat geschrieben:
Di 26 Feb, 2019 18:00
Schärfentiefe ist natürlich ein Dauerbrenner, der mich interessiert!
Wie anfangs gesagt, möchte ich auf Reisen Städte, Landschaften und heimische Tiere aufnehmen und alles soll stets scharf aufgenommen sein.

Fragen, die mich umtreiben sind:
Habe ich genug WW für Berge z.B. die Alpen in Österreich und der Schweiz, damit würde ich gerne testen.
Bekomme ich auch in einer engen Gasse noch Häuser ausreichend aufs Bild.
Kann ich noch in einer dunklen Kathedrale filmen.
Den Nachbarfaden, wo ein Teilnehmer zu Wildtieren nachfragt, beobachte ich ebenfalls, auch wenn meine Kühe, Vögel und Schmetterlinge nicht unbedingt das sind, was der Fragesteller dort damit meint, aber vielleicht kann ich trotzdem etwas Hilfreiches dabei für mich erfahren. Mir machen eher die kleinen Tiere weit weg oder ganz nah Sorge. Eine Libelle dürfte eine Herausforderung sein.
Der Film mit den schweizer Bahnen ist eine gute Anregung. Bahnhöfe und Züge sind natürlich immer ein Thema bei einer Reise, abenteuerlich ist das oft im Ausland. Auch der übliche Verkehr in den Städten sollte gut aufzunehmen sein.

Solche Situationen stelle ich mir vor und überlege, welcher Camcorder diese am besten meistert.

p.s.: dass beim Video 1 Zoll nur 16,1mm sind, erklärt warum ich beim Rechnen zu anderen Ergebnissen gekommen bin und die obigen Beispiele nicht nachvollziehen konnte.




Skeptiker
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Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von Skeptiker » Di 26 Feb, 2019 21:41

"Alles stets scharf" spricht eher für einen kleineren Sensor mit grosser Schärfentiefe (da die Optik für den gleichen Bildausschnitt dann weitwinkliger ist). Wenn es hingegen bedeutet: "Das Wichtige stets scharf", spricht das vor allem für einen zuverlässigen und schnellen Autofokus.

"Auch in engen Gassen und für Bergpanoramen" hiesse dann: Genügend Weitwinkel!

"Auch in dunklen Kathedralen" spricht eher für einen grösseren Sensor von 1 Zoll (oder zumindest 1/2.3 Zoll), der mehr Licht einfängt und weniger rauscht. Der produziert allerdings "von Haus aus" auch weniger Schärfentiefe - was man bei genügend Licht mit Abblenden noch etwas korrigieren kann oder eben, indem ein zuverlässiger Autofokus die zentralen Objekte scharf stellt.

"Auch Tiere im Tele- oder Nahbereich" spricht für einen grossen Zoombereich von gutem Weitwinkel bis in den weiten Fernbereich - also z. B. ein 20x-Zoom (generell gilt: Je kleiner der Kamera-Sensor, desto günstiger, leichter, und mit grösserem Bereich sind solche Zooms). Das dann vielleicht weniger lichtstark ist (besonders für Tele oder auch insgesamt) als ein kleineres Zoom.
Und "Nahbereich" hiesse, das Zoom-Objektiv möglichst mit zusätzlicher Makro-Einstellung (ansonsten hilft eine Vorsatzlinse).

"Ohne Stativ, aus der Hand" (das erwähnst Du nicht ausdrücklich) würde heissen: Guter Bildstabilisator gefragt!

Und schliesslich sollte die Kamera ja auch noch angenehm bedienbar sein (ohne zu viele Menü-Besuche) und gut in der Hand liegen. Und auf Reisen vielleicht eher unauffällig und kompakt.

Fazit:
Ganz ohne Kompromisse wird es wohl nicht gehen - zumal ja alles auch noch bezahlbar sein sollte!

Eine persönliche Bemerkung zum Schluss: Ich würde eher auf eines der übrigen Merkmale verzichten als auf einen Sucher. Aber gerade im günstigen Preisbereich fehlt der leider oft!




Doc Brown
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Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von Doc Brown » Mi 27 Feb, 2019 20:50

Kompromisse:

Wozu eine schnellen Autofocus? Berge und Häuser laufen doch nicht weg. Da kann ich in aller Gemütsruhe scharf stellen. Das soll dann so bleiben bis zum Ende der Szene. Der Autofocus oder wenigstens Focus Peaking sollte auch bei wenig Licht noch funktionieren.

Ein Bildstabilisator nutzt nur bei statischen Objekten. Möglicherweise eventuell u.U. könnte ich mir das Mitschleppen eines Stativs dann ersparen. Falls nicht, dann eben wie früher auch, also darauf verzichten.

Einige Einstellungen im Menü vornehmen wäre für mich auch OK, aber manuelle Eingriffe sollten möglich sein.

Hier gibt es weitere Fäden von Ornithologen und Tierfilmern, die nach einer geeigneten Kamera fragen. Die suchen auch wegen dem Ton eine Videokamera, anstatt zu Fotografieren. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist allgemein das Filmen von Tieren nichts für Anfänger, sodass ich das vorerst weg lasse und auf den Telebereich verzichten kann.

Ohne Sucher geht gar nicht, bei greller Sonneneinstrahlung sieht man auf einem Display nichts mehr. Das habe ich noch gut in Erinnerung von damals. Zum Lesen habe ich so ein Tablet, das kann ich in der Sonne nicht verwenden.

Die Testberichte auf Slashcam sind inzwischen wieder erreichbar. Die Beschreibungen dort werde ich nun aufmerksam lesen.

p.s.: an mehreren Stellen habe ich nun doch gelesen, dass das Lüftergeräusch (ich konnte es s.o. nicht glauben, dass ein Lüfter eingebaut ist) in der Kamera aufgenommen und als störend empfunden wird.




Doc Brown
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Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von Doc Brown » So 03 Mär, 2019 10:01

Nun war ich in einem Elektromarkt und habe dort die Camcorder angesehen:

Die handlichen Geräte (ab Panasonic 180), wie ich sie mir vorgestellt hatte, waren leider alle ohne Sucher. Drei Camcorder mit Sucher (Panasonic 989 und Sony 33. 53) waren deutlich größer, auch als mein altes Gerät, ebenfalls der Objektivdurchmesser und nur in 4K erhältlich. Größenunterschiede zwischen den drei Sucherkameras konnte ich nicht feststellen, aber auch nicht zwischen denen ohne Sucher. Bedingt ein Sucher oder 4k ein so sehr viel größeres Gehäuse und Objektiv? Das Gewicht war bei allen annehmbar. Einige Ausstellungsplätze waren leer. Akkus und Verkäufer gab es keine. Ein Ausprobieren von Menü/Bedienung, Sucher/Display und Zoom war somit nicht möglich.

Somit habe ich leider keine neuen Erkenntnisse.




Doc Brown
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Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von Doc Brown » Fr 05 Apr, 2019 00:00

Aus der HD Kameraliste habe ich mir nun einen gebrauchten Panasonic HC-X909 in Silber gekauft. Es wurde noch ein großer Akku und ein UV Filter dazu gegeben. Das HDMI mini Kabel war leider nicht dabei. Ein bischen groß ist das Gerät schon, aber mit Sucher habe ich keine kleinere Alternative gefunden. Nun lade ich die Akkus und die Bedienungsanleitung.

Am Wochenende ist der erste Einsatz. Auf der Fahrt nutze ich Zeit die Anleitung zu lesen.

Danke für die Hilfe hier im Forum.




Doc Brown
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Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von Doc Brown » Mi 10 Apr, 2019 20:22

Leider komme ich nur sehr mühsam weiter:

Welche Dateien ich vom Camcorder auf den PC kopieren muss, es ist angeblich der komplette Ordner private, habe ich erst nach langer Suche erfahren, da mir die Dateien nichts sagen. Wozu verstehe ich nicht, denn die einzigen Dateien, die ich in den Programmen laden kann, sind *.MTS und die muss ich nun in den Tiefen der Dateistruktur mühsam suchen.

Kdenlive, OpenShot und ShotCut habe ich mir als AppImage zum Ausprobieren geladen.

Kdenlive: Blenden habe ich nicht zum fkt. bekommen. Die Hilfe beschreibt vermutlich eine andere Version. Im Lehrvideo sieht das sehr kompliziert aus. Das Programm ist für mich als Einstieg nicht interessant, vielleicht versuche ich mich später noch Mal daran.

OpenShot: spielt Bild und Ton nur stotternd ab. Blenden sind zwar irgendwie automatisch, aber fkt. nicht richtig. Das Programm ist für mich erst Mal raus.

ShotCut: Blenden hat 2 Mal funktioniert, dann nicht mehr. Irgendwo habe ich dann geklickt und dabei etwas gelöscht. Nun habe ich nur noch in der Mitte ein weisses Bild, das auch nach einem Neustart (ohne Speichern) bleibt. Habe überall drauf geklickt, aber weiter scheint nun nichts mehr zu funktionieren. Irgendwo wird es ein defektes config File geben, das ich vermutlich löschen muss, um von vorne beginnen zu können.

In keinem Programmen sehe ich die 6 Tonspuren, es müssten aber 5+1 sein. Wie soll ich sonst die Audio Kanäle bearbeiten? Das wäre mir sehr wichtig.

Man kann lt. Handbuch auch in der Kamera schneiden und Titel erstellen. Das werde ich mir ansehen, auch dazu muss ich mir erst ein passendes mini HDMI Kabel bestellen, um den PC Monitor verwenden zu können.




Skeptiker
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Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von Skeptiker » Mi 10 Apr, 2019 20:31

Wenn Du mutig bist, könntest Du es mal mit der gerade erschienenen, kostenlosen Beta-Version von DaVinci Resolve 16 versuchen (siehe auch Beiträge dazu hier im Forum).
Ist ein grosses Programm mit vielen Möglichkeiten, aber das neu integrierte CUT-Fenster (gedacht für schnellen und vereinfachten Videoschnitt) ist recht übersichtlich (wie auch die Import- und Export-Möglichkeiten).

Aber Vorsicht: Windows User berichten teils von Stabilitäts-Problemen mit dieser Version bzw. davon, dass sie gar nicht erst aufstartet.

Besser vorher ein System-Backup machen oder zumindest einen System-Wiederherstellungspunkt setzen.

Für Mac User gibt's anscheinend weniger Probleme (läuft ab OS 10.13) - das kann ich so weit bestätigen.


Link:
DaVinci Resolve 16

neues CUT-Fenster:
https://www.blackmagicdesign.com/produc ... esolve/cut

Programm-Download:
Ganz unten auf der Seite, links - 'free'




Doc Brown
Beiträge: 27

Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von Doc Brown » Mi 10 Apr, 2019 22:23

Doch, ich war bereits mutig und habe schon mehrmals versucht DaVinci Resolve, als letztes die Version 15.2.2 zu installieren. Es erkennt keine geeignete Grafikkarte und verweigert eine Installation. Wenn man weiterhin eine spezielle Grafikkarte benötigt, muss ich das auch nicht weiter versuchen: Leider kann man bei meinen Computern (Notbook etc.) die Grafikkarte nicht tauschen oder nachrüsten. Zudem, wenn schon Openshot bei mir nur stottert, ob dann so ein mächtiges Programm überhaupt startet, habe ich Zweifel.

Übrigens habe ich Gnome 3 als Desktop.




motiongroup
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Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von motiongroup » Mi 10 Apr, 2019 22:24

https://www.lwks.com/index.php?option=c ... =206&tab=1

versuchs mit lwks ... die DEB ist verlinkt inkl Tutorials und Handbücher..

stellt sich nur die Frage nach deiner Rechnerspec.




cantsin
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Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von cantsin » Mi 10 Apr, 2019 22:37

Doc Brown hat geschrieben:
Mi 10 Apr, 2019 20:22
Leider komme ich nur sehr mühsam weiter:

Welche Dateien ich vom Camcorder auf den PC kopieren muss, es ist angeblich der komplette Ordner private, habe ich erst nach langer Suche erfahren, da mir die Dateien nichts sagen. Wozu verstehe ich nicht, denn die einzigen Dateien, die ich in den Programmen laden kann, sind *.MTS und die muss ich nun in den Tiefen der Dateistruktur mühsam suchen.
Tja, das ist eben das alte AVCHD-Format mit einer seltsamen Ordner- und Dateistruktur, die an die Struktur von BluRay-Disks angelehnt ist (mit der Idee, dass Material aus diesen Kameras besonders kompatibel zu BluRay-Spielern und deren USB-Abspielfunktion ist).

Gerade unter Linux kannst Du damit einfach umgehen, indem du z.B. unter der Z-Shell (zsh) das Kommando

Code: Alles auswählen

cp /media/**/*.MTS .
...das automatisch alle Videodateien von einer gemounteten Speicherkarte in Dein Zielverzeichnis kopiert.
Kdenlive, OpenShot und ShotCut habe ich mir als AppImage zum Ausprobieren geladen.
Siehe meine erste Antwort auf Dein Ursprungsposting: "Videoschnitt unter Linux ist ein Trauerspiel. Das sage ich als Linuxer und Debian-Nutzer seit mehr als 20 Jahren. Es gibt rudimentäre Programme wie OpenShot, Shotcut und das IMHO funktionell anspruchsvollere, aber instabile KDEnlive."

Wie gesagt, es ist ein Trauerspiel.




Doc Brown
Beiträge: 27

Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von Doc Brown » Mi 10 Apr, 2019 22:45

Jetzt kann ich vermutlich noch 100 Programme testen, aber ich denke, das Problem sitzt vor dem BS.

Die Toneinstellungen am Camcorder habe ich nochmals überprüft: sind 5.1
Schade, dass man extern dann nur 2 Mikrofone anschliessen kann. Vielleicht doch einen schönen Audiorecorder kaufen ...




Skeptiker
Beiträge: 4727

Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von Skeptiker » Mi 10 Apr, 2019 23:23

Da war ja auch Dein erster Testlauf mit der neuen Kamera. Wie warst Du mit der Panasonic X909 zufrieden? Kamst Du mit der Bedienung zurecht? Hast Du etwas vermisst? Ist die Qualität der Videos überzeugend? Und der Ton?

Hoffentlich kein Fehlkauf!

Was mir noch einfiel: Vielleicht gibt es irgendein Programm, dass aus den einzelnen Clips (und wenn es getrennte, aber zusammengehörige Schnipsel sind, unter nahtlosem Zusammensetzen derselben) im AVCHD-Ordner automatisch (und ohne Neukodierung) handlichere MP4-Videos machen könnte (per Remuxing) ??




srone
Beiträge: 7302

Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von srone » Mi 10 Apr, 2019 23:33

cantsin hat geschrieben:
Mi 10 Apr, 2019 22:37
Gerade unter Linux kannst Du damit einfach umgehen, indem du z.B. unter der Z-Shell (zsh) das Kommando

Code: Alles auswählen

cp /media/**/*.MTS .
...das automatisch alle Videodateien von einer gemounteten Speicherkarte in Dein Zielverzeichnis kopiert.
auch bei längeren dateien?
da wäre es imho fatal, die avchd-datei struktur zu umgehen, da es es an den übergangsstellen sonst zu frame-sprüngen führt.

lg

srone
"x-log is the new raw"




cantsin
Beiträge: 5639

Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von cantsin » Do 11 Apr, 2019 00:10

srone hat geschrieben:
Mi 10 Apr, 2019 23:33
auch bei längeren dateien?
Ja.
da wäre es imho fatal, die avchd-datei struktur zu umgehen, da es es an den übergangsstellen sonst zu frame-sprüngen führt.
Die Linux-Videoschnittprogramme können sowieso nicht mit den AVCHD-Dateistrukturen umgehen, insofern ist das egal...




Alf_300
Beiträge: 7818

Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von Alf_300 » Do 11 Apr, 2019 00:27

TS-muxer gibts auch für Linux




Doc Brown
Beiträge: 27

Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von Doc Brown » Fr 12 Apr, 2019 20:31

Skeptiker hat geschrieben:
Mi 10 Apr, 2019 23:23
Da war ja auch Dein erster Testlauf mit der neuen Kamera. Wie warst Du mit der Panasonic X909 zufrieden? Kamst Du mit der Bedienung zurecht? Hast Du etwas vermisst? Ist die Qualität der Videos überzeugend? Und der Ton?

Hoffentlich kein Fehlkauf!
Ich mache etwa zu gleichen Teilen Ton, Fotos wie Videos. Die Gehäuseform lässt sich von mir prima greifen. Über den Sucher sehe ich das ganze Bild, im Gegensatz zu Fotokameras. Ton kann ich mit Kopfhörer kontrollieren und Mikrofone anschliessen. Alle Automatiken lassen sich abschalten. Focus Peaking und Zebra sind erfreuliche Hilfen. Ein Vergleich der Bilder fällt mir schwer, da es mein erster (funktionierender) Camcorder ist, auch habe ich hier nur bescheidene HW zur Wiedergabe. Die Bilder sind nicht so grässlich platt und tot, wie aus den Kameras mit Bayer Muster. Wunderbar, ich habe Audio, Foto und Videoaufnahmen in einem Gerät.

Dann versuche ich Mal ein paar Mängel zu finden:
Wie gesagt, er könnte für mich etwas kleiner sein. Mir kommt das Handling eines Camcorders entgegen, denn ich lege den wie die alte 500C auf die linke Hand und kann dann mit der Rechten die Knöpfe bedienen, aber mir fehlt der Auslöser vorne rechts unten für den Zeigefinger. Bei dem Modell kann man leider den Sucher nicht hoch klappen. Eine Gummimuschel fehlt, ebenso ein paar Adapter und Kabel, evtl. ND Filter, die ich mir bestellen werde. Das Filtergewinde ist fummelig, da es nur an 4 Stellen geschnitten ist. Ein paar Symbole sind immer im Monitor/Sucher sichtbar und lassen sich nicht entfernen oder verschieben. Das Objektiv produziert am Rand manchmal CA, wenn man die Fotos vergrössert ansieht. Elektret Kapseln werden versorgt, aber Mikrofone mit Phantomspeisung funktionieren leider nicht. Egal, ich erfreue mich an den bewegten Bildern mit Ton.

Shotcut soll eine sehr gute Schnittsoftware mit prof. Features sein, in die man sich einarbeiten muss. Die kann sicherlich alles, was ich benötige.

Edith meint:
Wenn man weis, dass hinter ShotCut die Firma Meltytech steckt, findet man in dem gleichnamigen Verzeichnis auch die vom Programm generierten Dateien. Die habe ich alle gelöscht und das Programm funktioniert wieder.




Skeptiker
Beiträge: 4727

Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von Skeptiker » Fr 12 Apr, 2019 23:12

Das klingt alles in allem doch recht positiv - freut mich für Dich!

Ein Bayer-Pattern hat die Kamera wohl auch, aber wenn Du das Bild als eher lebendig empfindest, stört es ja nicht!

Ich habe selbst auch noch eine Pansonic X909 und kann Deine Kritikpunkte alle nachvollziehen (der Sucher könnte z. B. etwas mehr Auflösung haben, aber man ist ja schon froh, dass überhaupt einer vorhanden ist. Und von den Mini-Akkus nimmt man am besten 2-3 zusätzlich mit!). Bei mir kam damals fast zeitgleich eine Panasonic GH2 hinzu, die für meine Anwendungen wie Makro und generell alle möglichen Arten von Altobjektiv- oder sonstigen Adaptionen dann die bessere, weil flexiblere Wahl war.

Aber die X909 hat für für die 3 kleinen 1/4-Zoll-Sensoren ein erstaunlich scharfes & detailliertes Bild mit leichter 'Rolling Shutter'-Tendenz bei schnellen Bewegungen (bei normalen Schwenks etc. nicht sichtbar), aber das könnte man, wenn's denn sein muss, versuchsweise mit Spezial-Bildstabilisierungs-Software wie Mercalli oder ProDrenalin (mit Mercalli-Modul inkl. Anti-Sensor-'Wabbel'-Knopf) versuchen zu reparieren.

Das alles soll keinesfalls eine Abwertung der X909 sein, sondern einfach zeigen, dass für optische "Experimente" aller Art so eine Systenkamera mit Wechseloptik noch vielfältigere Möglichkeiten bietet, während eine X909 eher als universeller, kleiner Reisecamcorder mit +/- kompletten, manuellen Einstellmöglichkeiten und gutem Bild & Ton glänzt.




Doc Brown
Beiträge: 27

Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von Doc Brown » Fr 12 Apr, 2019 23:46

Skeptiker hat geschrieben:
Fr 12 Apr, 2019 23:12
Ein Bayer-Pattern hat die Kamera wohl auch, aber wenn Du das Bild als eher lebendig empfindest, stört es ja nicht!
Wozu sollte ein 3mos Recorder ein Bayer-Pattern haben? Die 3 Farben werden mit Prisma getrennt und liegen dann vollständig auf den 3 Sensoren vor. Das Bayer Muster ist doch nur als Krücke bei einem Sensor notwendig, auch wenn es dabei imho bessere Verfahren gibt indem man die 3 Sensoren übereinander legt, wie bei Foveon.




Skeptiker
Beiträge: 4727

Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von Skeptiker » Fr 12 Apr, 2019 23:49

Du hast recht. Als ich den Satz schrieb, hatte ich vergessen, den Verstand einzuschalten! :-(




Doc Brown
Beiträge: 27

Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von Doc Brown » Sa 13 Apr, 2019 00:02

Die 3 Chip Kameras sind selten bei den Camcordern, da denkt man bei so kleinen Geräten nicht dran. Bei Fotokameras ist mir das überhaupt nicht bekannt, wäre doch eine Alternative.

Welches Schnittprogramm verwendest Du? Auch Debian?




Skeptiker
Beiträge: 4727

Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von Skeptiker » Sa 13 Apr, 2019 00:13

Doc Brown hat geschrieben:
Sa 13 Apr, 2019 00:02
Welches Schnittprogramm verwendest Du? Auch Debian?
Du meinst das Betriebssystem: Mac OS.

Als Schnittprogramm das alte Final Cut und in Zukunft wohl DaVinci Resolve, das in gerade erschienener Version 16 (mit neuem, vereinfachtem & optimiertem 'Cut'-Fenster) auf meinem neuen i5-iMac auch mit 4K/UHD-Video erstaunlich flüssig und stabil (nur oberflächlich getestet) läuft.




Doc Brown
Beiträge: 27

Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von Doc Brown » So 14 Apr, 2019 10:59

Also auch ein Unix (BSD). Viele Wege führen nach Rom.

Hast Du auch schon mit ShotCut gearbeitet bzw. wer verwendet hier im Forum das Programm?




cantsin
Beiträge: 5639

Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von cantsin » So 14 Apr, 2019 11:39

Doc Brown hat geschrieben:
So 14 Apr, 2019 10:59
Hast Du auch schon mit ShotCut gearbeitet bzw. wer verwendet hier im Forum das Programm?
Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich gering, dass hier im Forum jemand damit (oder mit anderen Open Source-Linuxschnittprogrammen) wirklich arbeitet.




dosaris
Beiträge: 723

Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von dosaris » So 14 Apr, 2019 12:10

Doc Brown hat geschrieben:
So 14 Apr, 2019 10:59
...schon mit ShotCut gearbeitet bzw. wer verwendet hier im Forum das Programm?
ich hab's hier installiert und nutze es (selten, rel171203).

nach meiner Wahrnehmung ist es erstaunlich stabil, sehr effizient in der RessourcenNutzung
und flexibel bzgl der Dateiformate (ffmpeg)
Flüssige Wiedergabe aus der timeline ganz im Gegensatz zu div teuren kommerziellen NLEs.

Aber der Funktionsumfang (auf neudeutsch: features) ist mE etwas zu mager für produktive Nutzung.

mW ist der Kern MLT dergleiche wie bei KDENlive, das aber sehr viel umfangreicher ist.




Doc Brown
Beiträge: 27

Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von Doc Brown » Mi 17 Apr, 2019 22:22

Hier sind mehr die Profis angemeldet, die beruflich den ganzen Tag die Zeit haben, sich mit komplexer Software auseinander zu setzen und bei denen die Firma das bezahlt. Bei mir sind die Anforderungen eben völlig anders.




Jott
Beiträge: 15297

Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von Jott » Do 18 Apr, 2019 05:46

Profis haben überhaupt keine Zeit, sich mit komplexer Software auseinanderzusetzen. Profis müssen liefern, und zwar so schnell wie möglich.




Darth Schneider
Beiträge: 2872

Re: Welcher Full HD Camcorder, welche Bearbeitung für Linux

Beitrag von Darth Schneider » Do 18 Apr, 2019 06:51

Hä ?
Wenn die Profis sich nicht ausgiebig mit der Software mit der sie ihre Brötchen verdienen befassen, liefern die Profis dann aber nur Schrott ab.
Gruss Boris
Das berühren der Figüren mit den Pfoten ist verboten.
(Zitat von Werner Ackermann, mein Opa.)




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