Keine Ahnung, was man davon halten soll. Eine 16mm Filmkamera mit einem Digitalback, welches möglichst nah an die Aufnahmen der Filmaufnahmen kommen soll um beim Dreh einen unmittelbaren Eindruck davon zu haben, was auf dem Filmmaterial landen wird...der Preis soll ca. dem einer Arri 416 entsprechen,
„..eine gebrauchte ARRI 416, die aktuell zwischen 60.000 und 90.000 Dollar kostet…“
Diese Zahlen sind ein völliger Witz. Aktuell werden die 416er je nach package zwischen 25-30k gehandelt, die SR3 um 15k. Das ganze Konzept ist doch ein totaler Murks.
die Preise für gebrauchte 16mm-Arri-Cams finde ich auch extrem überbewertet. Aber wenn der Markt da ist, soll es wohl so sein. Meine SR3 gebe ich ja auch nicht her...
Zum Thema: Im Grunde haben die Jungs ja eine Cam gebaut, die den leidigen Video-Assist mit all seinen Nachteilen eliminieren. Wer es nicht kennt: Die Umlaufblende einer Spiegelreflex-Kamera hat pro kompletter Umdrehung (1 Bild) 0,5 x den Film und 0,5 x das Sucher-Okular belichtet. Um in den 197x ... 1990er Jahren den Regisseur und andere an der Kadrierung teilhaben zu lassen, gab es kameraspezifisch Strahlenteiler, die den optischen Okular-Weg gesplittet haben, z.B. 30% Richtung Video-Assist, 70% Richtung Okular. Es wird klar, dass das vor Allem in der Uralt-Video-Zeit zu schlechten bis mäßigen Video-Austastungen kam. Mechanisch war das übrigens eine Modifikation des Spiegel-Hauses der Kamera, weil ja die "kleine" Video-Kamera dort auch noch angebracht werden musste.
Lange Rede, Wenig oder kurzer Sinn: Das Bild war SchXXssX.
Als Camera-Operator hat man nur 70% Licht auf dem Okular gehabt, und die Video-Ausspiegelung musste unheimlich verstärken, um ein einigermaßen Bild auf den Video-Monitor zu zeigen.
Vorteil nun: 100% Licht für Video-Assist (Inkl. 3k-(Proxy)-Recording und 100% Licht für den... nunja... Operator-Okular-Monitor. -> Und genau da sehe ich ein kleines Problem: Als geübter Kamera-Operator war man gewohnt, mit Belichtungsmesser, interner BelichtungsMessung und Erfahrung die Blende einzustellen. Über den Umweg der 100%igen Video-Assist-Lösung -> Okular-Monitor wird das Ganze schon erschwert oder verfälscht. Aber interessant ist das Prinzip allemal, hätte ich mir früher sehr gewünscht. Vor Allem, wenn die Jungs die LUTs für den jeweils eingelegten Film auf das Okular / Sucher legen können...
Bin gespannt, ob das Projekt in der heutigen Zeit bestehen kann. Fände ich schon gut.
Banana_Joe_2000 hat geschrieben: Sa 13 Jun, 2026 01:43
Vorteil nun: 100% Licht für Video-Assist (Inkl. 3k-(Proxy)-Recording und 100% Licht für den... nunja... Operator-Okular-Monitor. -> Und genau da sehe ich ein kleines Problem: Als geübter Kamera-Operator war man gewohnt, mit Belichtungsmesser, interner BelichtungsMessung und Erfahrung die Blende einzustellen. Über den Umweg der 100%igen Video-Assist-Lösung -> Okular-Monitor wird das Ganze schon erschwert oder verfälscht.
Kann es sein, dass Du was missverstanden hast? Diese Kamera teilt jede Belichtung, eine Hälfte für die digitale Aufzeichnung und die andere Hälfte für das Filmmaterial, der Operator sieht "nur" das Videobild vom Sensor, welches, so wie die volldigitalen cams, vermutlich über waveform, false color usw. verfügen dürfte. Von einem "Operator-Okular-Monitor" ist auf den Bildern und in den Specs nichts zu sehen. Oder wie meintest Du das?
Wo die Leute von Cinelux auch einen Fehler gemacht haben: In den Specs sprechen die von 0-360° Shutter, was völlig unmöglich ist, wenn der Sektor maximal 180° pro Seite (digital/Film) betragen kann...
die Preise für gebrauchte 16mm-Arri-Cams finde ich auch extrem überbewertet. Aber wenn der Markt da ist, soll es wohl so sein. Meine SR3 gebe ich ja auch nicht her...
Zum Thema: Im Grunde haben die Jungs ja eine Cam gebaut, die den leidigen Video-Assist mit all seinen Nachteilen eliminieren. Wer es nicht kennt: Die Umlaufblende einer Spiegelreflex-Kamera hat pro kompletter Umdrehung (1 Bild) 0,5 x den Film und 0,5 x das Sucher-Okular belichtet. Um in den 197x ... 1990er Jahren den Regisseur und andere an der Kadrierung teilhaben zu lassen, gab es kameraspezifisch Strahlenteiler, die den optischen Okular-Weg gesplittet haben, z.B. 30% Richtung Video-Assist, 70% Richtung Okular. Es wird klar, dass das vor Allem in der Uralt-Video-Zeit zu schlechten bis mäßigen Video-Austastungen kam. Mechanisch war das übrigens eine Modifikation des Spiegel-Hauses der Kamera, weil ja die "kleine" Video-Kamera dort auch noch angebracht werden musste.
Lange Rede, Wenig oder kurzer Sinn: Das Bild war SchXXssX.
Als Camera-Operator hat man nur 70% Licht auf dem Okular gehabt, und die Video-Ausspiegelung musste unheimlich verstärken, um ein einigermaßen Bild auf den Video-Monitor zu zeigen.
Vorteil nun: 100% Licht für Video-Assist (Inkl. 3k-(Proxy)-Recording und 100% Licht für den... nunja... Operator-Okular-Monitor. -> Und genau da sehe ich ein kleines Problem: Als geübter Kamera-Operator war man gewohnt, mit Belichtungsmesser, interner BelichtungsMessung und Erfahrung die Blende einzustellen. Über den Umweg der 100%igen Video-Assist-Lösung -> Okular-Monitor wird das Ganze schon erschwert oder verfälscht. Aber interessant ist das Prinzip allemal, hätte ich mir früher sehr gewünscht. Vor Allem, wenn die Jungs die LUTs für den jeweils eingelegten Film auf das Okular / Sucher legen können...
Bin gespannt, ob das Projekt in der heutigen Zeit bestehen kann. Fände ich schon gut.
100% Video-Ausspiegelung gab es schon in den 90ern. Bei der Denz Deniz-Ausspiegelung konnte man mittels Drehknopf zwischen 100% Sucher, 50/50, oder 100% Ausspiegelung wählen.
Die letzte Generation von Filmkameras lassen sich relativ einfach mit HD-Ausspiegelung nachrüsten und haben eh Timecode.
Für mich der einzige Vorteil der neuen Kamera für die digitale Aufnahme ist das Wegfallen des Umweges über die Mattscheibe. Damit bekommt man tatsächlich ein benutzbares Bild ohne Suchereinzeichnungen. Nachteil: Kein optischer Sucher.
Ob die neue Kamera so leise wie eine Aaton Xtera oder eine 416 läuft, steht in den Sternen.
Ich weiss ja nicht. Klar ist die Wartezeit zwischen Aufnahme und Clip-Verfügbarkeit für den Schnitt länger geworden, weil die Infrastruktur für Negativfilm ausgedünnt wurde.
Aber das weiss man doch jetzt vorher, richtet sich mit etablierten Werkzeugen darauf ein und setzt nicht auf ein völlig unbekanntes mechanisches Pferd (mit dem genannten Suchernachteil), nur um schneller schneiden zu können. Mutiges Konzept.
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