Wissen Professionelles Monitoring Was bedeutet Mix Minus und wie richtet man diesen in Fairlight Live ein?

Professionelles Monitoring Was bedeutet Mix Minus und wie richtet man diesen in Fairlight Live ein?

Spätestens wenn man das erste Mal mit mehreren Personen streamt und versucht, Herr über die Audiokanäle zu werden, fällt der Begriff Mix Minus. Wir erklären, was das ist, wann man es braucht und wie man es in Fairlight Live einrichtet.


Was ist Mix Minus?

Mix Minus (auch als Clean Feed oder N-1-Mix) bezeichnet in der Audiotechnik eine spezielle Mischung von Audiosignalen, welche die gesamte Programm-Mischung enthält – mit einer entscheidenden Ausnahme: eine bestimmte Audioquelle wurde bewusst außen vorgelassen.



Ein typisches Beispiel ist ein Live-Interview mit einem Studiogast. Der Gast soll im Kopfhörer alles hören können – die Moderatoren, die Musik, die Einspieler – aber nicht seine eigene Stimme. Genau das bewirkt ein Mix Minus. Indem man die eigene Stimme aus dem Monitor-Mix entfernt, hört der Sprecher sich selbst nur auf natürlichem Wege - und erhält ansonsten ein Direktsignal, bei dem störende Verzögerungen außen vor bleiben.





Warum wird Mix Minus benötigt?

Wenn ein Sprecher seine eigene Stimme mit einer Verzögerung von nur wenigen Millisekunden im Kopfhörer hört, ist das äußerst störend und desorientierend. Diese Verzögerung kann viele Ursachen haben, die sich nicht immer vermeiden lassen: Meistens handelt es sich um Latenzen, die sich im Aufbau des Gesamtsystems zu einer signifikanten Größe addiert haben. Besonders große Latenzen entstehen meistens durch längere Übertragungsstrecken des Signals, z.B. wenn ein Interviewpartner nicht im Studio sitzt, sondern von außen zugeschaltet wird.



Doch auch im Studio können Latenzen durch zu lange Signalverarbeitungs-Wege entstehen. Gerade im Zusammenspiel mit Video kann schon der korrigierte Versatz von einem einzigen Video Frame zu einer irritierenden Latenz führen. Meistens gibt es schlichtweg keine technischen Möglichkeiten, die Latenz selbst zu verhindern, weshalb man mit anderen Methoden arbeiten muss, um das Problem zu umgehen.



Besonders bei Telefoninterviews oder Remote-Schaltungen ist ein Mix Minus daher praktisch immer das Mittel der Wahl. Als praktischer Nebeneffekt können hiermit auch potentielle Feedbacks schon im Keim erstickt werden, weil durch den fehlende Wiedergabe des eigenen Signals keine Rückkopplungsschleife entstehen kann.





Mix Minus in der Praxis: Fairlight Live

In der Praxis wird Mix Minus meistens als spezieller Mischungs-Bus realisiert. Wie dies in der Praxis aussehen kann wollen wir uns einmal in Blackmagics Fairlight Live - einem kostenlosen Digitalmixer für Windows und MacOS - näher ansehen.




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