Beim Auspacken fällt zunächst auf, dass sich neben Anleitungen und Handschlaufe wirklich nur Kamera und Akku im Karton finden. Zum ersten Laden über den neuen USB-C Port braucht man folglich noch ein passendes USB Kabel sowie ein zugehöriges Netzteil. Nachdem beides mittlerweile in jedem Durchschnittshaushalt mehrfach vorhanden sein sollte, ist deren Weglassen sicherlich aus ökologischer Perspektive eine richtige und nachhaltige Entscheidung. In der Anleitung wird eine Ladegerät-/Kabel Kombination empfohlen, die mindestens 15W (5V/3A) unterstützt. Ein komplett leerer Akku wird auf diesem Weg in ungefähr 2 Stunden wieder voll aufgeladen. Schnelleres Laden mit einem stärkeren Netzteil scheint in der Kamera nicht unterstützt zu werden. Zumindest gelang es uns nicht, den Ladevorgang mit einem stärkeren Netzteil zu beschleunigen.
Retro Retro
Schon die LX100 spielte definitiv mit den Stilelementen einer Retro-Hommage, die vor allem durch die typischen Bedienelemente analoger Kameras hervorstach. Seit kurzem werden allerdings auch viele Kompaktkameras aus dem vorletzten Jahrzehnt als "Vintage" wiederentdeckt, was die L10 somit eigentlich sogar zu einer Retro-Retro-Kamera macht - denn tatsächlich hat sie beim Äußeren vieles von der LX100 geerbt. Was jedoch fehlt, ist das deutlich beschriftete Einstellrad für Belichtungszeiten - welches bereits vor über 10 Jahren im "PAL-Land" nicht wirklich sinnvoll mit NTSC-Shutter Zeiten beschriftet war.
Fest verbautes Leica Objektiv
Geblieben ist dagegen das fest verbaute Leica Objektiv. Es handelt sich um eine lichtstarke 10,9-34 mm/f1.7-2.8 Optik, die man mit diesen Werten nicht als separates MFT-Objektiv finden kann. Das ist auch deswegen interessant, da es - wie auch schon in der LX100 - nur eine etwas kleinere Sensorfläche als MFT ausfüllen muss.

Weil das ausfahrbare Objektiv trotzdem sehr kompakt ausfällt, gibt es gerade zu den Rändern hin durchaus sichtbare, optische "Herausforderungen". Allerdings lässt sich eine digitale Optik-Korrektur hinzuschalten, die dank der festen Optik-Parameter auch speziell auf dieses Objektiv hin optimiert werden konnte. Diese korrigiert die ansonsten deutlich sichtbaren Verzerrungen am Rand in unseren Fällen gut und unauffällig.
Zoom und Blende
Im Display zeigt Panasonic den Zoombereich in kleinbild-äquivalenten Millimetern an, in denen das Objektiv mit einem virtuellen Brennweitenbereich von 24 bis 70mm dargestellt wird. Die Anfangsblende von F1,7 nimmt dabei relativ schnell ab und liegt bei äquivalenten 29mm im Filmmodus bereits auf F2.0. Bei ungefähr 51mm erreicht die minimale Blendeneinstellung den Wert F2,8 und bleibt dort bis zum maximalen Zoombereich von 75mm (kb).
Ein ND-Filter wurde leider nicht verbaut, lässt sich aber dank Filter-Innengewinde kostengünstig nachrüsten. Die zugehörige Objektiv-Kappe ist zwar nicht so praktisch wie ein automatischer Objektivverschluss, komplettiert aber dafür den Retro-Charme der L10.

















