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Test : Panasonic HDC-SD300 – Die neue Referenz?

von Di, 10.Februar 2009 | 5 Seiten (Artikel auf einer Seite)


Weniger Ring-Funktionen?
Manuelle Funktionen
Menü entschlackt
Aus dem Messlabor - Bildqualität
Die Schattenseiten
Seitlicher Mikrofonschuh
Fazit



Bei den neuen HD-Topmodellen der Panasonic Consumer-Liga kommen erstmals Bildsensoren zum Einsatz, die auch ohne Pixelshift rechnerisch die volle HD-Auflösung schaffen. Kann Panasonic also nun endlich zur Konkurrenz bezüglich der Schärfe aufschließen?


Die neuen Oberklasse-Kameras von Panasonic heißen HDC-SD300 und HDC-HS300. Letztere ist mit einer integrierten 120GB Festplatte ausgestattet, erstere zeichnet nur auf SD-Karte auf und fand einen Weg in unser Testlabor. Nach dem Auspacken macht die neue Kamera zuerst einmal einen sehr vertrauten Eindruck. Gegenüber dem Vorjahres-Top-Modell HDC-SD100 (das übrigens weiterhin im Programm bleibt) findet man hier äußerlich auf den ersten Blick wenig Veränderungen. Und das ist auch gut so, denn somit gehört auch der Objektivring weiterhin zum Inventar, mit dem sich die HDC-SD100 in die Herzen vieler Anwender spielen konnte. Auf den zweiten Blick hat sich jedoch unter der Haube einiges getan. Denn die Bedienung und Belegung des Objektivrings ist nun verändert worden, zugunsten des neuerdings berührungsempfindlichen Displays.





Weniger Ring-Funktionen?



Im Gegensatz zur SD100 ist der Objektiv-Ring nun nur noch mit Fokus und Zoom belegt. Andere manuelle Funktionen wie Shutter, Blende oder Weißableich werden zwar nach wie vor durch den kleinen (bei offenem Display schlecht zugänglichen) Schalter hinter dem Display aktiviert. Anschließend stehen diese Funktionen jedoch auf dem Touchscreen zur Veränderung bereit. Vom Bedienkonzept her gefällt uns dies sogar besser, weil man für Werte wie Weißabgleich oder Blendenstufen ja keinen feinfühligen Abstufungen des Rings benötigt. Wer dennoch das alte Konzept der SD-100 beibehalten will, findet dieses sogar noch vor, wenn man mit Sucher (und einklappten Display) filmt. Am universellsten wäre es natürlich, wenn der Anwender auch mit Display die Ring-Funktionen der SD100 optional nutzen könnte. Doch bei so viel manuellen Möglichkeiten sollte man nicht meckern. Immerhin kommt durch den Touchscreen auch noch ein Touch-Fokus hinzu, mit dem man einfach nur ein Objekt am Display berührt und dieses somit scharf stellt. Dies kannten wir bisher nur von Sony-Camcordern und bei Panasonic funktioniert das sogar auch mit der Verfolgung von bewegten Objekten. Vermisst haben wir in dieser Hinsicht noch die One-Touch-Belichtung, mit der sich die Belichtung auf Objekte einstellen lässt, die man mit dem Finger berührt. In Summe bietet jedoch momentan keine Kamera in dieser Preisklasse so universelle Einstellmöglichkeiten, wie die neue SD300 mit ihrer Kombination aus Ring und Touchscreen:



Manuelle Funktionen



So lassen sich Blende, Verstärkung und Verschlusszeit manuell mit sinnvollen Werten einstellen, was Sony ja seinen Anwendern nach wie vor nicht zutraut. Die zusätzlichen Hilfsinformationen wie vergrößerte Fokus-Ansicht, Zebra, Histogramm und prozentuale Helligkeitsmessung in der Bildmitte unterstützen dabei die manuellen Möglichkeiten der Kamera optimal. Außer externen Knöpfen für diese Funktionen kann man sich kaum mehr für die manuelle Kontrolle in einer Kamera wünschen. Übrigens lässt sich die Belichtungszeit weiterhin auf 1/25 Sekunde einstellen (wenn der Autoslow-Shutter aktiviert ist) und die Kamera beherrscht passend dazu einen 25P-Modus.



Menü entschlackt



Auch im Menü scheint Panasonic auf die Anwender gehört zu haben. So wurde hier extrem aufgeräumt und man findet nun endlich alle Punkte in gerade einmal drei Untermenüs, die nach Aufnahme-Einstellungen, Foto und grundsätzlicher Einrichtung gegliedert sind. Hier gibt es (im manuellen Modus) u.a. auch die Möglichkeit die Charakteristik der Kamera durch Schärfe, Farbe und Belichtungskorrektur zu verändern. Die typischen, sehr warmen Panasonic Farben lassen sich so nach belieben etwas abschwächen.

Wie zuletzt bei allen Consumer-Spitzenmodellen üblich verbaut Panasonic gleich drei Bildwandler hinter einem Prisma. Gegenüber den Vorgängern kommen hier jedoch erstmals Bildwandler zum Einsatz, die auch die vollen HD-Auflösung ohne Tricks wie Pixelshift abliefern können. Dazu wurde die Chipgröße wieder auf 1/4-Zoll vergrößert, was aufgrund der höheren Pixeldichte auch der Lichtempfindlichkeit zu gute kommen soll.



Aus dem Messlabor - Bildqualität



Bei wenig Licht liefert die Kamera allerdings dennoch keineswegs signifikant bessere Bilder als ihre Vorgänger. Hier bestimmen nach wie Unschärfen und starkes Rauschen das Bild. Die größere Pixelfläche kompensiert also gerade mal die höhere Pixelanzahl.

12 Lux Testbild



Ganz anders agiert die Kamera jedoch, wenn ausreichend Licht zur Verfügung steht. Hier erstrahlt das Bild in satten Farben und mit einer Schärfe, die man bis dato von Panasonic noch nicht kannte. Erstmals gelingt Panasonic mit der SD300 eine astreine HD-Darstellung auf hohem Niveau. Damit schließt Panasonic seit langem zur Konkurrenz auf und übertrifft diese sogar teilweise.

Luminanzauflösung



Der direkte Sichtest auf das ISO-Testbild löst feine Strukturen tadellos auf und hält sich mit künstlicher Nachschärfung dezent zurück. Selbst die tückischen Moires in dem Kreismuster fehlen praktisch vollständig. Eine tolle Leistung...

ISO-Testbild



Bei der Farbauflösung liefert die SD300 ebenfalls ein tadelloses Bild ab. Mehr kann man mit einem AVCHD-Camcorder im 4:2:0 System kaum abbilden.

Chrominanzauflösung




Bei guter Beleuchtung zeigt die SD300 (typisch Panasonic) eher warme Farben. Durch die erhöhte Schärfe neigen die Farben dabei aber weniger zum Ausfransen als früher und liefern ein sehr rundes Bild. Schön.

1200 Lux Testbild




Die SD300 bietet praktisch keinen Weitwinkel, zeigt dabei aber auch keine groben Biegungen bei der Verzeichnung. Unauffällig sozusagen.

Objektiv-Verzeichnung im maximalen Weitwinkel



Der Störspannungsabstand der Kamera ist gut, der Frequenzgang wird jedoch etwas früh abgeschnitten, wodurch kristallklare Höhen nicht aufgezeichnet werden.

Störspannungsabstand






Die Schattenseiten



Ein paar Kleinigkeiten wollten uns an der HDC-SD300 dennoch auch nicht ganz überzeugen:
So wurde beispielsweise bei der direkten HDMI-Ausgabe im Automatik-Modus das Symbol für Intelligent Auto via HDMI mitübertragen. Wer etwa von der Kamera via HDMI-Input in sein Schnittsystem live aufnimmt, will natürlich keine störenden Infos im Videostream haben. Im manuellen Modus bliebt das Signal jedoch „clean“. Beim Weitwinkel mit nur knapp 45 mm (bezogen auf 35mm Kleinbildfilm) wünscht sich wohl fast jeder Anwender mehr. Dies ist definitiv einer der wenigen, echten Schwachpunkte der SD300. Schwacher Trost: Die Konkurrenz machts bei den neuen Modellen auch kaum besser.



Seitlicher Mikrofonschuh



Der Mikrofonschuh befindet sich etwas ungewöhnlich an der vorderen, rechten Seite der Kamera und wird leicht vom kleinen Finger der Führungshand überdeckt. Über mitgelieferten Adapter findet dabei dann das Zubehör seitlich rechts von der Kamera seinen Platz. Manches Zubehör (wie breite Leuchten) finden aufgrund der linken Camcorderwand vielleicht nur eingeschränkt Platz. Vor dem Kauf sollte man als Anwender also geplante Erweiterungen ausprobieren oder zumindest gedanklich durchspielen.

Unter anderem wurde aber auch ein kleines Detail verbessert, das uns bei vielen Camcordern bisher mächtig gestört hat: Wenn man die Kamera über USB an einen PC anschließt, warnt sie, dass ein kopieren der Daten auf SD Karte (also ein Schreiben) nur mit Netzteil möglich ist. Das Lesen klappt jedoch auch ohne Netztgerät. Das entspricht unserer Meinung nach dem optimalen Verhalten, wie sich ein Gerät am USB-Anschluss verhalten sollte.



Fazit



Es ist eigentlich fast traurig, dass man sich so über eine Kamera freuen kann, bei der man einfach nur Blende, Belichtungszeit und Gain bequem (ohne Joystick!) manuell regeln kann, dabei aussagekräftige Zahlenwerte im Display sieht und ein Fokusring mit sinnvollen Hilfsmitteln wie Vergrößerung, Zebra und Histogramm zur Verfügung stehen. Dass Panasonic hier aber nicht nur endlich all diese Funktionen in eine Kamera packt, sondern zusätzlich noch mit einer tadellosen (und dazu justierbaren) Bildqualität wieder ganz vorne mitspielt, macht die Panasonic SD300 zu einem fast uneingeschränkten Kauftipp. Vermissen kann man neben mehr externen Schaltern und einem höher auflösendem Display vor allem den fehlenden Weitwinkel. Doch hier findet man bei der Camcorder-Konkurrenz momentan auch keine Alternative. Und auch im Schwachlichtbereich liefert die Kamera nur Mittelmaß ab, hier könnte Sony vielleicht noch mit der HDR-XR500-Serie für Überraschung sorgen. Bis auf Low-Light und Weitwinkel hat Panasonic aber jetzt einen Camcorder hingelegt, der Maßstäbe setzt und unserem Ideal von einem 1000 Euro HD-Camcorder momentan näher kommt, als alle anderen uns bekannten Modelle.

Hier findet Ihr alle technischen Daten der SD300 in unserer Datenbank.


Und hier die technischen Daten und Testergebnisse der Sony XR520V, Canon HF S10 und Pansonic HD SD300 im Vergleich und hier auf englisch.


  

[200 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
Jan    17:32 am 18.8.2009
Hallo, die SD 100 hat ja wohl nur max ca 2 mio Pixel beim Foto ( 1920 x 1080 )- da geht also nicht mehr. Die SD 300 macht mit 3984 x 2656 Pixel schon die besseren Fotos,...weiterlesen
BB412    17:12 am 18.8.2009
Hallo und vielen Dank für die Reaktion, ich muss mich leider damit abfinden, dass es zur Zeit wohl noch keinen "Video-Foto-Camcorder" gibt. Alle Antworten von Panasonic gingen in...weiterlesen
Neufilmerin    10:01 am 15.8.2009
Wenn man gute Fotos haben möchte, nimmt man keinen Camcorder. Trotzdem finde ich die Foto-Funktion praktisch. Es gibt Situationen, da ist mir ein schlechteres Foto lieber als...weiterlesen
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update am 9.Mai 2021 - 13:12
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