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Test : Panasonic EVA1 5,7K RAW mit dem Blackmagic Video Assist 12G HDR

von Fr, 3.April 2020 | 3 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

  Einleitung
  Das Setup
  In der Praxis
  Dynamik
  Fazit



Das Setup



Für manchen Panasonic EVA1 Käufer dürfte die Blackmagic RAW Aufzeichnung der eigentliche Knüller des neuen Video Assist sein. Tatsächlich kann hiermit in vollen 5,7K RAW der EVA1 mit bis zu 30 fps aufgezeichnet werden. Es stehen dabei alle typischen Blackmagic RAW Formate in diversen Kompressionsstufen zur Verfügung.



Die Einstellung an der Kamera erfolgt über "System Settings" -> "System Mode". Dort hat man unter ‘SDI RAW’ anschließend die Auswahl zwischen "S35 5.7K", "Crop 4K" oder "Crop and Mix 2K". In 5,7K sind maximal 30 fps möglich, In Crop 4K und 2K ist auch eine Ausgabe bis zu 60p möglich, die der Video Assist RAW auch aufzeichnen kann. Nur wenn die Kamera auf Interlaced Frameraten wie 50i oder 59.94i steht, muss er bei der RAW-Aufzeichung prinzipbedingt passen. Über die Variable Framerate (VFR) können im 2K Crop&Mix mode sogar freie Frameraten zwischen 2fps und 240fps aufgezeichnet werden.

Und ein weiteres Detail: Weil wir die EVA1 noch einmal für diesen Test in der Redaktion hatten, haben wir rein aus Neugierde auch hier einmal den Rolling Shutter gemessen. Und tatsächlich liest die EVA1 den gesamten Sensor in knapp unter 16ms aus. Somit wäre sie theoretisch auch in der Lage, sogar bis zu 60fps RAW auszugeben. Allerdings dürfte hier die SDI-Schnittstelle einen Strich durch die Rechnung machen. Diese ist bei der EVA als 6G-Variante ausgelegt und agiert damit wohl schon bei 6K-RAW mit 30fps am Limit. Das ist insofern schade, weil die Kamera mit 60 fps RAW noch einmal in einer ganz anderen Liga mit neueren Kameras spielen könnte.

Auffällig war weiterhin die ziemlich geringe Vorschau-Latenz der SDI-Verbindung. Dabei bekamen wir auch das Audiosignal der EVA1 als SDI-embedded Audio direkt in den Recorder. Optional ließen sich mit diesem Setup dann 4 getrennte XLR-Spuren aufzeichnen (2 x XLR von der EVA1 und 2X Mini-XLR vom Video Assist).



In der Praxis



Ist die EVA1 mit dem Blackmagic Video Assist 12G HDR verbunden klappt die Kommunikation automatisiert. Die Vorschau der Kamera "steht" in weniger als 3 Sekunden nach dem Einschalten und der Recorder signalisiert in der oberen linken Ecke das eingehende Signal, in unserem Fall 5,7K RAW. Die Aufzeichnung gelang uns ohne Dropped Frames oder andere Auffälligkeiten auf eine Toshiba Exceria Pro UHS-II SD-Karte.

Uns missfiel allerdings etwas, dass nur eine zweifache Vergrößerung im Vorschaumonitor zur Verfügung stand. Dies ist für die exakte Fokussierung der feinsten 6K-Details unseres Testbildes etwas zu wenig. In Praxis hat man jedoch an "bewegten Objekten" meist andere Probleme und kommt auch mit dem integrierten Focus-Peaking zu guten Ergebnissen. Der Autofokus der EVA1 konnte dabei nicht mit aktuellen Kameras mithalten.

Die Wiedergabe der aufgezeichneten 5,7K RAW Files ist direkt im Recorder möglich. Hierbei kann sogar beim 7-Zoll Modell mit Gesten gescrubbt werden. Ein Löschen einzelner Clips ist allerdings nicht möglich.

Auch V-Log LUTs waren bereits bereits auf dem Video Assist installiert. Doch nicht nur das: Auch in den BRAW-Metadaten waren die RAW-Clips der der EVA1 gleich mit dem korrekten Varicam-Farbräumen in den Metadaten getaggt. Mit der Folge dass man die Farben dieser Kombination auch korrekt in einem Resolve ACES-Workflow automatisiert managen lassen konnte. Beeindruckend, dass sich Blackmagic hier derart sorgfältig um einen korrekten Farb-Workflow eines konkurrierenden Kamera-Herstellers sorgt.

Doch im Gegensatz zu den eigenen Blackmagic Kameras gibt es dann doch einige Einschränkungen im Zusammenspiel mit der EVA: Denn in den RAW-Decoding Einstellungen erlaubt Resolve "nur" die nachträgliche Korrektur des Weißabgleichs, die Einstellung von Color Space und Gamma (wenn nicht ACES gemanaged) sowie die nachträgliche Einstellung der Belichtung. Ein Ändern der ISO war dagegen genauso wenig möglich wie eine Highlight Recovery:



Das gleiche Verhalten zeigen die Clips übrigens auch bei der "Entwicklung" unter Premiere:



Dafür muss man zur Ehrenrettung noch einmal betonen, dass das V-Log/V-Gamut Varicam Color Management unter ACES einwandfrei funktioniert. Verändert man die Belichtung der RAW Files nachträglich in der Post bleiben sitzen die Farben exakt dort, wo sie auch bei einer echten Blenden- oder Belichtungszeit-Änderung landen. Und eben dies benötigten wir, um auch noch einen Blick auf die Dynamik der EVA1 zu werfen.

Einleitung
Dynamik / Fazit


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Einleitung
Das Setup / In der Praxis
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[4 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
rudi    23:54 am 7.4.2020
Du hast recht, habe ich übersehen. Ich habe den Artikel entsprechend ergänzt...
rideck    09:42 am 5.4.2020
Das bedeutet dass eine Red Helium von der Dynamik her schlechter als diese Kameras abschneiden wird ;) Ich kann der Argumentation folgen, aber beim Sensordesign kommt es...weiterlesen
Valentino    21:58 am 3.4.2020
Den kleine Bruder gibt es auch in 5 Zoll, da ist der 2. fehlende SD Slot dank USB-C eigentlich zu verschmerzen: https://www.blackmagicdesign.com/de/pro ... /W-VASS-03 Was mich...weiterlesen
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update am 2.Juni 2020 - 18:02
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