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Test : Nikon Z6 RAW - Besser als ProRES?

von Fr, 31.Januar 2020 | 5 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

 Mehr Dynamik durch ProRES RAW?



Mehr Dynamik durch ProRES RAW?



Wie dem auch sei, hier einmal zur eigenen Einschätzung zwei externe Nikon Aufnahmen, einmal RAW und einmal 10 Bit Log am Ninja V. Beide wurden sieben Blendenstufen unter dem ETTR Level gemacht und dann in Scratch wieder um sieben Blendenstufen zurück korrigiert :

ProRES HQ aus ETTR-7 zurück korrigiert



ProRES RAW aus ETTR-7 zurück korrigiert



Auch wenn wir die Farben in Assimilate Scratch nicht hundertprozentig identisch hinbekommen haben, kann man grundsätzlich sagen, dass sich die Unterschiede im Rauschen, in den Kompressionsartefakten und in der Dynamik im allgemeinen praktisch gar nicht unterscheiden. In beiden Fällen erreicht die Nikon Z6 eine sehr gute Dynamik, die im typischen Rahmen des verbauten Sony 6K-Sensors liegt.

Beim Zurückbelichten aus der ETTR-Unterbelichtung fällt zudem auf, dass selbst in den extremsten Korrekturen die 12 Bit Kontrastauflösung der ProRES RAW Aufzeichnung keinen Vorteil gegenüber den 10 Bit der N-Log-Aufzeichnung darstellt. Das verwundert auch nicht unbedingt, denn die 12 Bit werden ja linear über HDMI ausgegeben, während die 10 Bit schon in der Kamera logarithmisch verpackt werden.

Selbst einen sonst typischen Vorteil der RAW-Aufzeichnung konnten wir mit der Nikon Atomos Kombination kaum herausarbeiten: Nämlich geclippte, grüne Sensel durch eine Luma-Rekunstruktion aus den R und B-Senseln zu interpolieren.

Erstens bietet Assimilate Scratch hierfür keine One-Click-Lösung (wie Resolve) zur Highlight Recovery an. Und zweitens führte auch ein manuelles Einsetzen der Rot- und Blaukanäle kaum zu sichtbar besseren Ergebnissen. Ob hier das 6K-4K RAW Scaling von Nikon oder eine interne ProRES RAW Limitierung im File die Ursache ist, konnten wir nicht näher nachvollziehen.

Das Rauschen gefällt uns persönlich in N-Log besser, da es eher einfarbig und aus Nachbarsenseln gepoolt wird. RAW tendiert dagegen durch seine RGGB-Bayer Speicherung eher zu buntem Rauschen auf Pixelebene, was von vielen Anwendern als nicht sehr cinematisch eingestuft wird.

Nicht zuletzt dürfte die Color Science für viele Anwender ein Hauptgrund zu sein, mit Nikon zu filmen. Ein durchgehender, definierter Workflow existiert jedoch bis heute nur für N-Log und nicht für ProRES RAW. Wer also die Nikon-typischen Hauttöne aus der Kamera ohne viel Grading-Erfahrung nutzen will, findet diese aktuell nur in N-Log und nicht in ProRES RAW.

Nikon Z7 - die bessere RAW-Option? / RAW Einstellungen / RAW Bearbeitung - doch womit?
Fazit


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5 Seiten:
Einleitung / 4K RAW aus 6K-Sensor?
4:2:0 besser als RAW?
Nikon Z7 - die bessere RAW-Option? / RAW Einstellungen / RAW Bearbeitung - doch womit?
Mehr Dynamik durch ProRES RAW?
Fazit
  

[86 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
cantsin    00:24 am 4.2.2020
Es geht hier in diesem Thread nicht um Denoising, sondern ums Skalieren von Bayer-Pattern, also Aufzeichnung von Raw in Auflösungen unterhalb der Sensorauflösung, aber ohne...weiterlesen
roki100    00:16 am 4.2.2020
Ok, und wie ist das mit BRAW? Da wird z.B. Kameraintern denoised? Also, wenn ich ProRes+Schärfe+NR anwende, ist da kaum ein unterschied zu CDNG+Schärfe+NR zu sehen. Das einzige...weiterlesen
cantsin    23:22 am 3.2.2020
Die Idee bei RAW ist, dass man ein (möglichst) unprozessiertes Signal aufzeichnet, um die Bildprozessierung anschließend flexibler am Rechner machen zu können. Im Fall von...weiterlesen
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