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Test : Nikon Z6 RAW - Besser als ProRES?

von Fr, 31.Januar 2020 | 5 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

  Einleitung
  4K RAW aus 6K-Sensor?
  4:2:0 besser als RAW?
  Nikon Z7 - die bessere RAW-Option?
  RAW Einstellungen
  RAW Bearbeitung - doch womit?
  Mehr Dynamik durch ProRES RAW?
  Fazit



4:2:0 besser als RAW?



Wer nicht voll im Thema ist, für den vielleicht eine kurze pragmatische Betrachtung des Problems: Hier sehen wir einmal unser typisches Testbild einer Sony A7III. Diese macht wie die Nikon Z6 vor der Aufzeichnung ein internes 6K->4K Downscaling und zeichnet dieses Signal intern in 4K UHD (3840 x 2160) mit 4:2:0 (!!) Farbunterabtastung in 8 Bit auf:

.Die Sony A7III: Readout 6K, Output 4K, 4:2:0, 8 Bit

Wie man sieht gibt es durch das saubere Downscaling trotz 8 Bit und 4:2:0 nahezu unverfälschte Strukturen und damit ein faktisch perfektes Debayering unseres Testbildes zu sehen. Selbst mit einer deutlich reduzierten 4:2:0 Farbauflösung kann Sony hier alle relevanten Testmuster fehlerfrei darstellen.

Dagegen nun - in Medias Res - die Nikon Z6 in der 4K ProRES RAW Aufzeichnung:

Die Nikon Z6 + Atomos Ninja V: Readout 6K, Output 4K, ProRES RAW



Hierbei überzeugt die Nikon Z6 leider nicht: Wir sehen viele Chromapixelabweichungen (z.B. falsche Farben in der "Trompete"), Aliasing und Zipperartefakte, die in feinen Strukturen auftauchen.

Dies kommt nicht unerwartet: Selbst wenn die Kamera ein gutes Downscaling hinbekommen sollte, besitzt die Aufzeichnungs-Struktur von RAW in 4K-Auflösung nicht genügend Platz für feine Details, weil sie nicht -wie in 4:2:x- Luma- und Chroma Werte für jeden Pixel getrennt abspeichert. Stattdessen kann ein Pixel in ProRES RAW nur entweder einen roten oder grünen oder blauen Wert annehmen. Aber keinen Mischwert aus allen drei Farbkanälen.

Bei einem sauberen Downscaling von 6K können diese Mischwerte in 4K pro Pixel sinnvoll interpoliert und gespeichert werden. Jedoch nur in einem 4:2:0-, 4:2:2- oder 4:4:4-Format (wie im obigen Fall bei Sony "klar" zu sehen). In RAW ist dies jedoch prinzipbedingt nicht möglich, weil RAW pro Pixel nur einen Farbkanal speichern kann. Daher erzielt man mit RAW nur bessere Ergebnisse als mit ProRES, wenn man RAW mit der Originalauflösung speichert und in der Nachbearbeitung die Sensorwerte in eine geringere Auflösung mit RGB- oder YCrCb-Werten herunter interpoliert. Warum Nikon diesen schlüssigen 6K-RAW Schritt nicht gegangen ist und nur eine 4K-RAW-Ausgabe ermöglicht, ist rätselhaft.

Die Nikon Z6 war ja schon in unserem ersten Test kein sauberer Downscaler. Und deswegen sind selbst bei der Aufzeichnung in ProRES ohne RAW am Atomos Ninja V keine feinen 4K-Strukturen zu sehen.

Die Nikon Z6 + Atomos Ninja V: Readout 6K, Output 4K, ProRES HQ



Allerdings filtert die N-Log 10 Bit 4:2:2 HDMI-Ausgabe die feinen Strukturen besser. Die falschen Farbpixel fehlen und Zipper sowie bewegte Moirees treten hier weitaus unauffälliger hervor. Deshalb ziehen wir persönlich dieses 4:2:2 10 Bit N-Log Debayering der neu gebotenen ProRES RAW-Ausgabe vor.

Im RAW-Ausgabe Modus bietet die Nikon Z6 übrigens auch keinen S35/DX-Sensor-Crop. Das ist insofern schade, weil hier ja theoretisch immerhin ein echter 1:1 Sensor-RAW-Output möglich gewesen wäre. Sogar im Gegenteil: Im RAW Modus wird fast die gesamte Sensorfläche genutzt, während in der 10 Bit N-Log Ausgabe der Sensor deutlich gecroppt wird. Exakt haben wir folgendes gemessen: In 8 Bit (intern oder extern) wird immer die volle Sensorfläche genutzt. ProRES RAW nutzt 95 Prozent der Sensorfläche und die externe 10 Bit Aufzeichnung sogar immer nur 90 Prozent (egal ob mit oder ohne N-Log).

Einleitung / 4K RAW aus 6K-Sensor?
Nikon Z7 - die bessere RAW-Option? / RAW Einstellungen / RAW Bearbeitung - doch womit?


Nikon Z6im Vergleich mit:

Strassenpreis: 1999 €
Markteinführung: November 2018
Sensorgrößen-Klasse:
Kleinbild-Vollformat, FX
Mount: Z-Mount

Platz 9 DSLR/DSLM Bestenliste
Canon EOS R
Strassenpreis: 2189 €
Sensorgrößen-Klasse: Kleinbild-Vollformat, FX
Nikon D5
Strassenpreis: 6297 €
Kleinbild-Vollformat, FX

5 Seiten:
Einleitung / 4K RAW aus 6K-Sensor?
4:2:0 besser als RAW?
Nikon Z7 - die bessere RAW-Option? / RAW Einstellungen / RAW Bearbeitung - doch womit?
Mehr Dynamik durch ProRES RAW?
Fazit
  

[86 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
cantsin    00:24 am 4.2.2020
Es geht hier in diesem Thread nicht um Denoising, sondern ums Skalieren von Bayer-Pattern, also Aufzeichnung von Raw in Auflösungen unterhalb der Sensorauflösung, aber ohne...weiterlesen
roki100    00:16 am 4.2.2020
Ok, und wie ist das mit BRAW? Da wird z.B. Kameraintern denoised? Also, wenn ich ProRes+Schärfe+NR anwende, ist da kaum ein unterschied zu CDNG+Schärfe+NR zu sehen. Das einzige...weiterlesen
cantsin    23:22 am 3.2.2020
Die Idee bei RAW ist, dass man ein (möglichst) unprozessiertes Signal aufzeichnet, um die Bildprozessierung anschließend flexibler am Rechner machen zu können. Im Fall von...weiterlesen
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