Hier unser Pyrenäen-Short als erster kurzer Eindruck:
...doch der Reihe nach:
Die Pyrenäen bringen für ganz unterschiedliche Outdoor-Abenteuer und Wanderungen perfekte Voraussetzungen mit.

Stausee in den spanischen Pyrenäen auf dem Weg zum GRP bei Vielha
Von der geführten Hüttentour von Hütte zu Hütte mit kaum oder nur wenig Gepäck bis hin zur herausfordernden Hochalpintour mit umfassender Kletterausrüstung ist alles möglich. (Zelten ist grundsätzlich verboten, wird jedoch toleriert, wenn man nach Sonnenuntergang und vor Sonnenaufgang sein Zelt auf- bzw. abbaut und sein Zeltlager entsprechend sauber hinterlässt).

Bei der Planung unseres 1-wöchigen Hochgebirgstrips in den Pyrenäen wurde schnell klar, dass wir es mit eindrucksvoller Natur sowie der Chance auf Wildlife-Motive zu tun bekommen würden. Eine Foto/Video-Kamera sowie ein Wildlife-geeignetes Teleobjektiv sollten also unbedingt mit. Ebenso klar war, dass wir möglichst autonom (und unter freiem Himmel zeltend) unterwegs sein wollten, was spürbare Konsequenzen für unser Rucksackgewicht und die Kameraausrüstung mit sich brachte.
Für unsere autonome Tour knapp unter 3.000 Meter mit Etappen von maximal 1.600 Höhenmetern hatten wir als maximales Rucksackgewicht 15 kg angesetzt, was ein paar Kompromisse erforderte. Zu diesen Kompromissen zählte beispielsweise der Verzicht auf die Mitnahme eines Stativs, was wiederum zu weiteren Überlegungen bei der Kamera-Ausrüstung führte. Hätte unser Fokus nicht auf Wandern sondern auf der Bildproduktion gelegen, wäre ein Stativ klar dabei gewesen - doch so hiess es erstmal recherchieren, ob es Objektiv-Kamerakombinationen gibt, mit denen sich Brennweiten um die 600 mm auch handgehalten filmen lassen.

Laut unseren Recherchen nach langen, frei-hand haltbaren Brennweiten schien sich das NIKKOR Z 180‑600mm f/5.6‑6.3 VR im Kombination mit der Nikon Z8/Z9 besonders zu empfehlen. Hinzu kam, dass es sich bei der von uns gewählten Kombination mit der Nikon Z8 um ein Setup handelte, dass nicht die Bank sprengt, sollte bei der Überquerung von Schneefeldern oder steileren Anstiegen etwas ins Rutschen kommen und beschädigt werden.

Außerdem waren Videoauflösungen oberhalb von 4K sowie Fullframe 50/60p Recording für uns wichtige, technische Voraussetzungen, um einerseits ausreichend Crop-Potential und andererseits kurze Momente per Zeitlupe nachträglich verlängern zu können (für viele Wildlife-Filmer der Defakto-Standard). Entsprechend war ein Leihvertrag schnell unterschrieben und wir hatten eine zusätzliche Challenge: Würden wir überhaupt Wildtiere bei unserer Wanderung zu Gesicht bekommen und würde sich mit der Z8 und dem NIKKOR Z 180‑600mm f/5.6‑6.3 VR tatsächlich freihand mit ausreichender Stabilisierung filmen lassen …?
Danach sah es zunächst einmal gar nicht aus, denn unterhalb von 2.000 Metern bekamen wir entlang unserer Route zunächst gar keine Wildtiere zu Gesicht.

Erst als wir uns oberhalb von 2.200 Metern bewegten, konnten wir erstmalig (leider nur für einen kurzen Augenblick) Gänsegeier ausmachen, die quasi ohne einen einzigen Flügelschlag geschickt die alpine Thermik nutzten (und mit ihrer enormen Spannweite von bis zu ca. 2,7m zu den größten Vögeln Europas zählen). Leider waren sie genauso schnell verschwunden, wie sie gekommen waren. Zumindest einen kurzen Clip und einige schnelle Fotos konnten wir hier aufnehmen.
Ermutigt von dieser ersten Begegnung ging es weiter bergauf, wo wir den nächsten Tag von pfeifenden Warngeräuschen begleitet wurden. Und hier wurden wir fündig: Wir bekamen erstmalig Murmeltiere zu sehen, die im schroffen Gebirgsgeröll um uns herum kaum auszumachen waren und Fluchtdistanzen zwischen 50 und 100m einhielten. Genau für solche Situationen hatten wir nun die Z 8 mit dem Telezoom dabei und konnten die Kombi also endlich auf die Probe stellen.
Wir hatten Glück. Wir wurden hier mit Aufnahmen belohnt, die für uns - hätten wir sie nicht selbst gefilmt und fotografiert - eher ins Reich von KI-Kitsch gehören würden.

Höhepunkt unser kurzen aber intensiven Murmeltierbegegnung war ein Murmeltier vor einem Bett von Alpenblumen und natürlich „der Kuss der Murmeltiere“.

Jenen „Kuss“ haben wir in 8K Nikon RAW mit 50p gefilmt. Somit konnten wir noch etwas mehr in das Bild reincroppen und den Kuss auch entsprechend verlängern. Eine nachträgliche Stabilisierung war nicht notwendig. Die Kombination aus optischer Stabilisierung im Objektiv und der internen Sensorstabilisierung der Kamera reichten aus, um selbst bei maximaler Brennweite von 600mm aus der Hand gehalten gut stabilisierte Aufnahmen zu erhalten. Der „Hype“ um die Nikon Stabilisierung unter Wildlife-Fotografen und Filmern ist also durchaus gerechtfertigt.
Ist die Nikon Z8 damit fehlerlos? Nein - die perfekte Kamera existiert bis Dato für uns noch nicht, auch wenn unser Nikon Z8 Setup mit dem NIKKOR Z 180‑600mm f/5.6‑6.3 VR im Wildllife-Betrieb schon recht nahe herankommt. Gerne hätten wir hier duale CFexpress Cardslots und einen etwas leistungsfähigeren Akku gesehen. Letzteres ist jedoch eher ein theoretischer Hinweis, denn in der Praxis sind wir in der kurzen Zeit, die wir zur Verfügung hatten, mit zwei Akkus perfekt ausgekommen - mehr zum Thema Stromversorgung, zu unserer Backup- und Rigging-Strategie im nachfolgenden Zubehör-Kapitel.


















