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Test : Dynapel MotionPerfect

von Fr, 16.März 2001

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Mit Motion Perfect verspricht die Münchner Technologieschmiede Dynapel eigentlich unmögliches: Die Software soll es erlauben in beliebigen AVI Dateien neue Zwischenbilder einzufügen, um einen flüssigeren Bewegungsablauf für das Auge zu schaffen. Was von diesem Versprechen zu halten ist, klärt der folgende Kurztest.......

Auf den ersten Blick dürften sich viele Anwender fragen, wofür man ein derartiges Tool überhaupt gebrauchen kann. Schließlich kommt aus dem eigenen Camcoder das Videomaterial bereits mit 25 Bildern pro Sekunde, was für eine flüssige Bewegungsdarstellung völlig ausreicht. Will man jedoch mit derartigem Material eine vernünftige Slow-Motion erzeugen, so kommen bereits viele Schnittprogramme ins Schwitzen. Um ein Ruckeln in den Bewegungen zu vermeiden, erzeugen diese Programme oftmals Zwischenbilder durch Mischen der Intensitätswerte benachbarter Bilder ("Blending"). Ab einer Verlangsamung um ca. 25% wird dieser Trick jedoch für geübte Augen schnell sichtbar und wirkt dennoch ruckelig.

Motion Perfect verfolgt jedoch einen anderen Ansatz indem es durch eine aufwendige bewegungskompensierte Interpolation neue Zwischenbilder erstellt. Einfach gesagt, das Programm analysiert im Clip verschiedene Objekte und deren Begungen und erzeugt aufgrund dieser Information realistischere Zwischenbilder. Dadurch bleibt auch bei extremeren Slow Motions (bis ca. 100%) der Eindruck von flüssigen Bewegungen erhalten.

Jedoch sind Zeitlupen nicht das einzige Anwendungsgebiet des Programms. Es eignet sich auch vorzüglich, um Formatkonvertierungen zwischen verschiedenen Fernsehnormen vorzunehmen. Will man beispielsweise einen Film von PAL mit 25 FPS nach NTSC mit 30 FPS umwandeln, so fehlen hierfür pro Sekunde 5 Bilder. Diese kann Motion Perfect ebenfalls erzeugen.

Ein weiterer Anwendungsfall liegt im Internet. Die meisten Filme auf diversen Webseiten besitzen aus Platzgründen meistens eine Framerate von 15 FPS oder weniger. Dadurch wirken diese Videos immer stark ruckelig. Mit Motion Perfect können auch hier die benötigten Frames nachträglich erzeugt werden, wodurch ein flüssiger Bewegungseindruck entsteht.

Zuletzt lassen sich mit dieser Applikation auch Files reparieren, in welchen Dropped Frames gespeichert wurden. Die ausgelassenen Bilder können dank dem ausgefallenen Algorithmus ohne sichtbare Einbußen nachträglich erzeugt werden. Hierbei hilft das mitgelieferte "Videoscope", welches einzeln auch kostenlos auf der Webseite der Firma erhältlich ist. Dieses kann Dropped Frames und andere Ungereimtheiten in AVI-Files zuverlässig erkennen und analysieren.

Nachdem das ganze ein bißchen wie Zauberei klingt, interessierte uns natürlich am meisten, ob die erzeugte Qualität tatsächlich das menschliche Auge glaubhaft täuschen kann. Und wirklich... Bei unseren Tests mit dem Programm kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ob ruckeliger Internet-Video oder extreme Slow-Motion, das Tool zauberte immer extrem weiche Bewegungen in einer ausgezeichneten Qualität. Dabei ist die Bedienung alles andere als kompliziert: Ein Wizzard führt den Anwender in wenigen Schritten zum gewünschten Ergebnis. Wer problematische Stellen noch detaillierter Bearbeiten will, kann im Profimodus auf jedes Frame des Videos einzeln zugreifen. In unseren Testbeispielen erzeugte Motion Perfect jedoch auch ohne manuelles Eingreifen immer ausgezeichnete Ergebnisse.

Ein kleiner Wehmutstropfen trübt leider etwas den Einsatz des Programms: Es arbeitet nicht mit allen gängigen Codecs zusammen. Beispielsweise versagte es in unserem Fall beim Import von Canopus Files und auch normale DV-AVI´s konnten nicht immer korrekt verarbeitet werden. Wir behalfen uns damit, die gewünschten Clips immer in ein unkoprimiert arbeitendes Format zu konvertieren, was den Arbeitsfluß jedoch deutlich bremste.



Fazit:



Mit diesem Programm ist Dynapel ein interessantes Produkt gelungen, was in seinen Einsatzgebieten voll überzeugen kann. Motion Perfect hält dabei was sein Name verspricht. Die sichtbaren Ergebnisse waren in allen Anwendungsfällen extrem überzeugend. Da der Preis für dieses Programm mit 50 Euro ebenfalls bescheiden ausfällt, dürfte es wohl für jeden Anwender, der mit oben genannten Problemen zu tun hat die erste Wahl darstellen. Wer sich erst einmal selbst von der Qualität der Software überzeugen will, findet auf der Webseite des Unternehmens übrigens eine kostenlose Demo-Version.


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