Mit der Osmo Pocket ist es DJI in den letzten Jahren gelungen, eine eigene Gerätegattung zu etablieren, die sich vorzüglich in den Workflow nicht nur vieler umtriebiger Influencer einbettet. Dank der integrierten Gimbal-Konstruktion gelingen weiche Kamerafahrten aus der Hand und durch den Selfie-Modus lassen sich auch als Solo Operator die typischen Influencer-Ansagen an jedem Ort mit minimalem Aufwand und zugleich hohem "Production Value" produzieren.
Reichlich verfügbares Zubehör wie drahtlos verknüpfbare Mikrofone oder diverse Filteraufsätze machen die Pocket zum kompakten Immer-Dabei-Universal-Kamera-Setup, das in fast jeder Tasche Platz findet und immer schnell einsetzbar ist. Hasenfuß ist bislang allerdings die geringe Dynamik des verbauten, kleinen Sensors gewesen – und genau diese Schwachstelle soll sich nun mit der neuen DJI Osmo Pocket 4P in Luft auflösen.
Ein entscheidendes Thema der neuen DJI Osmo Pocket 4P ist somit die Dynamik-Ansage von laut DJI fast 17 Blendenstufen, was wir natürlich nicht einfach im Raum stehen lassen können, sondern gleich einen prüfenden Blick darauf werfen wollen.
DJI Osmo Pocket 4P - Pro-Modell mit Doppeloptik und LOFIC-Sensor
Die Pocket 4P unterscheidet sich von der Pocket 4 (ohne P) gleich auf den ersten Blick durch ihre zwei Objektive. Die primäre Weitwinkelkamera (20mm/F2.0 KB-Äquivalenz) ist außerdem mit einem neuen Sony 1-Zoll LOFIC-Sensor ausgestattet, während das Schwestermodell nur über einen herkömmlichen CMOS gleicher Größe verfügt. (Warum die neue LOFIC-Struktur im Verbund mit Triple-Gain große Zugewinne bei der Dynamik verspricht, hatten wir unlängst schon in diesem Artikel beschrieben.)

Das zweite Kameramodul der Pocket 4P verfügt über ein 60mm-Objektiv (KB-äquivalent), was gegenüber der Weitwinkelbrennweite einen 3-fachen optischen Zoom bedeutet. Klickt man auf dem Display auf „1x“ oder „3x“, wird mit einer Zoombewegung auf das entsprechende Kameramodul geschaltet, auch lässt sich eine Zoomfahrt über den linken Knopf aktivieren. Auffällig ist dabei jedoch ein kleiner aber sichtbarer Bildsprung in dem Moment, in dem die teligere Kamera übernimmt - sowohl der Bildausschnitt als auch das Farbverhalten ändern sich leicht. Grund dafür dürfte die Tatsache sein, dass DJI in der Telekamera einen anderen Sensor verbaut, ohne LOFIC und vom Typ 1/1.28 Zoll.
Daher lässt sich die beworbene hohe Dynamik auch nur mit dem ersten Objektiv erzielen und unterliegt außerdem noch weiteren Einschränkungen bei den Aufnahmeoptionen (s.u.).
Wie sich die Pocket 4P in der Praxis schlägt, ist Thema eines eigenen Artikels, hier sei lediglich noch eines angemerkt. Während der Handgriff mit dem kleinen Display bei beiden Pocket-Varianten gleich bleibt, fallen sowohl Kamerakopf auch der kleine Gimbal der 4P naturgemäss etwas größer aus, was sich auch im Gewicht niederschlägt, ca. 230g vs. ca. 190g. Dies macht sich tatsächlich auch bemerkbar, wenn man die Kamera in der Hand hält; sie wirkt im Vergleich tendenziell kopflastiger.



















