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Test : Canon EOS C300 Mark III in der Praxis - die neue S35 Referenz für Doku? Dual Pixel AF, RAW vs MXF... Teil 2

von Di, 19.Mai 2020 | 6 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

  Einleitung
  Dual Pixel AF
  RAW vs MXF
  Dual Gain
  Slowmotion
  Ergonomie, Handling
  Akku
  Fazit



RAW vs MXF



Nochmal kurz zur Erinnerung: Die Canon EOS C300 Mark III nimmt Canon´s komprimiertes RAW (Canon Cinema RAW Light) intern im .CRM Container sowohl in 12 Bit Log als auch in 10 Bit Log auf. Bei Frameraten oberhalb von 30 fps wechselt das 12 Bit RAW nach 10 Bit, behält jedoch bis 120 fps den vollen 4K DCI Sensorreadout bei.


Für szenische Projekte, Musikvideos, kleinere Werbedrehs etc,. sehen wir das in der Bildqualität auf bemerkenswert hohem Niveau agierende LOG RAW der Canon EOS C300 Mark III sehr gut geeignet. Entsprechende Projekte dürften die max. RAW Datenrate von 1 Gbps auch kaum schrecken. Wir empfanden es als vergleichsweise leicht, hochwertige Looks aus dem RAW-Material der Canon zu generieren: Canon hat hier eine sehr gute Bildabstimmung gefunden.


Wir haben uns das Cinema RAW Light Material sowohl in DaVinci Resolve 16 als auch im aktuellen FCPX 10.4.8 kurz angeschaut. Auffällig in beiden Programmen ist, wie einfach sich Canon LOG2 RAW-Formate hier verarbeiten lässt. Bereits mit den Standard-LUTs erreicht man in beiden Programmen überzeugende Hauttöne ohne weitere Farbkorrektur.

Wer auf besonders schnelle Turnovers bei RAW-Aufnahmen mit der Canon EOS C300 Mark III angewiesen ist, dem empfehlen wir (zumindest auf dem Mac) FCPX. Im Gegensatz zu DaVinci Resolve liefen hier Dank Apple´s´s tiefer Software-Hardware Implementierung alle RAW-Formate inkl. LUTs in Echtzeit.

Wer hingegen komplexere Farbkorrekturen oder standardisierte Grading-Workflow benötigt, dürfte mit DaVinci Resolve besser bedient sein. Allerdings spielten hier die Canon Cinema RAW Light Formate auf unserem Mac nicht in Echtzeit. Wer beides zur Verfügung hat, kann das beste aus beiden Software-Welten zu nutzen: Schneller Schnitt in FCPX und hochwertige Farbkorrektur in Resolve. Entsprechende XML-Workflows/ Roundtrips sind schon länger etabliert.

Canon C300 Mark III – XF-AVC Intra


Wer hingegen im dokumentarischen Umfeld/Reportage etc. unterwegs ist und bei seinen Projekten stärker auf den zur Verfügung stehen Speicherplatz achten muss oder schnellere Turnovers für Sender oder Veranstalter benötigt, dürfte eher mit dem im MXF-Container aufgenommenen 10 Bit AVC-Intra (oder Long Gop) arbeiten (410 Mbps in 4K 25p DCI ALL-I oder 160 Mbit/s in Long Gop).

Canon C300 Mark III – XF-AVC Long Gop


Sowohl in FCPX als auch in Resolve liessen sich dir 4K AVC-Formate problemlos abspielen. Und auch hier werden Dank etablierter LOG/LUT Workflows kaum Steine bei der Postproduktion in den Weg gelegt.

Wer RAW-Material und AVC-Material der Canon EOS C300 Mark III in einem Projekt matchen möchte, sollte allerdings im Hinterkopf behalten, dass bei der RAW-Aufnahme die elektronische Stabilisierung der C300 Mark III nicht zur Verfügung steht. Das kann bei zugeschaltetem EIS bei der 4K AVC-Aufnahme zu sichtbaren Auflösungsunterschieden führen, die es dann in der Postproduktion anzugleichen gilt. Das gecroppte Canon AVC-Material verträgt etwas Nachschärfung ganz gut. Alternativ lässt sich beim RAW Material auch die Nachschärfung in den Raw-Parametern reduzieren. Für die bestmögliche Bildqualität bei 4K AVC-Aufnahmen empfehlen wir jedoch bei entsprechenden Projekten auf die EIS-Stabilisierung - und damit auf den Sensor-Crop - zu verzichten. Wenn Stabilisierung benötigt wird, sollte man hier dann eher auf die sehr gute OIS-Stabilisierung in Canon-Objektiven achten oder zu einem Gimbal greifen.

Beim Thema EIS-Stabilisierung zeigt sich für uns dann auch die einzige Schwäche des nativen 4K-Sensors der C300 Mark III bei 4K-Zielformaten, die auf Grund des Crops sichtlich weicher ausfallen. 6K Oversampling-Sensoren wie bei der EOS C500 stellen hier mehr Spielraum für die elektronische Stabilisierung zur Verfügung, was sich auch bei unserem Test bei entsprechenden 4K Outputs in der sichtbar höheren Auflösung der C500 Mark II zeigt.

Wer hingegen vor allem in 2K oder HD mit der C300 Mark III aufnimmt, kann sich sowohl über eine sehr gute 2K/HD Auflösung (Dank Downsampling) als auch über ein maximal stabilisiertes Bild freuen.

Einleitung / Dual Pixel AF
Dual Gain


Canon EOS C300 Mark IIIim Vergleich mit:

Listenpreis: 11899 €
Markteinführung: Juni 2020
Sensorgrößen-Klasse:
Super35 / APS-C
Mount: EF-Mount (aktiv)/PL-Mount

Platz 6 Wechseloptik-Camcorder / Cinema Kamera Bestenliste
Sony FX6
Listenpreis: 6380 €
Sensorgrößen-Klasse: Kleinbild-Vollformat, FX
Blackmagic Design URSA Mini 4K
Listenpreis: 3459 €
Super35 / APS-C

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RAW vs MXF
Dual Gain
Slowmotion / Ergonomie, Handling
Akku / Fazit
  

[32 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
dienstag_01    11:11 am 21.5.2020
Das ist genau der entscheidende Punkt: bei einer Kamera OHNE Debayering (BW) wäre eine Verwendung eines LOG-Profiles für RAW denkbar. Da aber LOG-Profile Gamma-Profile sind und...weiterlesen
dienstag_01    21:41 am 20.5.2020
Wenn C-Log 3 weniger Dynamik hat als C-Log 2, wäre es doch geradezu absurd, nicht standardmäßig in C-Log 2 aufzunehmen. Man versucht doch nicht aus der Kurve mit der geringeren...weiterlesen
Paralkar    16:56 am 20.5.2020
"Obwohl die Canon EOS C200 Canon Log 2 nicht direkt aufzeichnet, kann es angewendet werden, wenn eine Cinema RAW Light-Datei mit kompatibler Software bearbeitet wird. Canon Log 2...weiterlesen
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update am 25.Januar 2021 - 15:42
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