Test Halbe Portion?  Blackmagic PYXIS 12K - Sensor-Test - Rolling Shutter und Dynamik

Halbe Portion? Blackmagic PYXIS 12K - Sensor-Test - Rolling Shutter und Dynamik

Die PYXIS Serie bedient den Wunsch vieler Anwender nach einer riggingfähigen Boxed-Kamera. Mit der PYXIS 12K findet nun der Sensor aus der großen URSA CINE 12K in diesem kleineren Gehäuse ohne ND-Filter Platz. Doch gibt es dabei auch Unterschiede in der Bildqualität?

Der Vollformat-Sensor der PYXIS 12K erinnert auf dem Papier jedenfalls stark an jenen der Blackmagic URSA CINE 12K. Dieser verfügt ebenfalls über eine native Auflösung von 6048 x 4032 Pixeln mit einem optischen Tiefpassfilter. Bei den Aufnahmeformaten stehen zwar die gleichen Auflösungen zur Verfügung, jedoch nicht mit so hohen maximalen Frameraten.



Während die Cine URSA in Open Gate bis zu 80 fps schafft, sind es bei der neuen PYXIS nur 40 fps. Und auch bei den übrigen Frameraten liefert die PYXIS meist ziemlich genau die Hälfte ab. Was uns gleich zum Rolling Shutter führt:





Rolling Shutter - Blackmagic PYXIS 12K

Denn wie schon zu vermuten, ist auch das Rolling Shutter Ausleseverhalten etwas gebremst worden. Und so ist es auch nicht überraschend, dass sich die Zeiten gegenüber der URSA CINE 12K LF verdoppelt haben.



So beträgt der volle Open Gate 12K 3:2 Readout mit 12288 x 8040 Senseln ganze 24 Millisekunden (statt 12 ms bei der URSA). Dies ist selbst für Vollformat ein nur mäßiger Wert, aufgrund der extrem hohen Auflösung jedoch noch im Rahmen des Tolerierbaren.



Sehr viel schneller liest die Kamera jedoch im 8K/4K-Modus aus, in dem die meisten Anwender die Kamera auch nutzen werden. Hier kommt die PYXIS 12K in Open Gate bereits auf gut nutzbare 13,5 Millisekunden, die sich in 17:9 (8192 x 4320) sogar noch auf 10,9 Millisekunden verbessern. Wer in Cinemascope 2,4:1 mit 8192 x 3408 bis zu 112 fps dreht, kommt sogar auf 8,6 Millisekunden.





4K Debayering - Blackmagic PYXIS 12K

Ebensowenig verwundert es aufgrund der potenten Verwandtschaft, dass die PYXIS 12K beim Debayering sehr gut abschneidet: Bei Auslesung des Sensors mit 8K/12K Breite übernimmt das Schnittprogramm das 4K-Debayering, welches durch das Oversampling genügen Reserven bereithält um ein tadelloses Ergebnis zu erreichen:



Blackmagic PYXIS 12K - Readout 12K, Output 4K
Blackmagic PYXIS 12K - Readout 12K, Output 4K


Erwähnenswert bleibt auch, dass es keinerlei Einschränkungen wie ausgelassene Zeilen oder Pixel Zusammenlegungen in höheren Frameraten gibt. Das Ausleseverhalten ist in allen Frameraten auf dem gleichen, hohen Niveau.





Dynamik der Blackmagic PYXIS 12K

Zur Einschätzung der Dynamik greifen wir wie immer auf unsere Augen-Testreihe zurück, die einen visuellen Vergleich zwischen diversen Kameras ermöglicht. Hierfür richten wir eine Testkasten-Szene mit festem Weißabgleich auf 3200K ein. Dann tasten wir uns mit Blende und Belichtungszeit an eine Einstellung heran, in der die Haut unseres Puppenkopfes gerade nicht mehr clippt - und legen diese Einstellung als ETTR-0 fest. Von dieser Einstellung aus blenden wir sukzessive in Schritten von ganzen Blendenstufen ab (primär über die Belichtungszeit und dann - falls anschließend noch weiter notwendig - über ND-Filter oder Blendenring.)



Die hierbei entstehenden Aufnahmen bilden eine Blendenreihe mit jeweils einer zusätzlichen Blendenstufe "Unterbelichtung". Diese Aufnahmen korrigieren wir in Blackmagic DaVinci Resolve wieder zurück auf die Helligkeitsverteilung der ETTR-0 Referenz und vergleichen diese Aufnahmen mit anderen Kameras.



Die Blackmagic PYXIS 12K hat wie jede RAW Kamera von Blackmagic dabei ein verstecktes Ass im Ärmel. So lässt sich bei der Entwicklung in Resolve eine Highlight Recovery hinzuschalten, welche den praktischen Clipping Punkt der Kamera nach oben verschiebt, indem es auch Bildbereiche noch nutzbar macht, in denen nur ein oder zwei Farbkanäle clippen. Unsere Testreihe würde dementsprechend früher starten als ohne Highlight Recovery. Dadurch gewinnen Kameras mit Highlight Recovery bei unserer Messung immer mindestens eine zusätzliche Blendenstufe an Dynamik.





Da die Farben in den wiederhergestellten Bereichen jedoch eventuell nicht hundertprozentig stimmen, schaltet Blackmagic selbst die Highlight Recovery beim Debayering per Default aus. Und aus diesem Grund haben auch wir ohne Highlight Recovery gemessen.



Für einen direkten visuellen Vergleich haben wir diesmal auf folgende Kameras zurückgegriffen:



* Eine ARRI ALEXA 35, die aktuell unangefochtene Dynamik-Referenz.



* Eine Canon EOS C70, welche aktuell die Dynamik-Referenz der S35-Cinekameras unter 5.000 Euro darstellt.



* Eine Nikon ZR, die aktuell als besonders günstige Cine Kamera mit RED RAW aktuell sehr gefragt ist.



Vorhang auf:








Erkenntnisse - Dynamik

Folgende Erkenntnisse lassen sich für die PYXIS 12K festhalten:



* Die Dynamik der Blackmagic PYXIS 12K liegt im Spitzenfeld typischer Cine-Kameras. Hier spielt sie auf dem Niveau der besten Vollformat Kameras und liegt höchstens marginal unter einer C70 oder einer ARRI ALEXA. Die ALEXA 35 spielt nach wie vor in einer eigenen LIGA über diesem Feld mit ca. zwei Blendenstufen Abstand.



* Dass das Auge PYXIS 12K LF bei ETTR-0 so extrem scharf ausfällt, hat vor allem den Grund, dass Blackmagic mit seiner 8-fachen Displayvergrößerung wirklich eine exakte Schärfeinstellung im Millimeterbereich erlaubt. Zudem hält der 12K Sensor jede Menge Auflösungsreserven für feinste Strukturen bereit.



* Interessant ist im Zusammenhang mit der Auflösung auch das Rauschen: Die PYXIS 12K hat in der 8K Aufzeichnung ein sehr gefälliges Noise-Pattern, welches ein bisschen an Offset-Druck- Raster erinnert.



* Würde man die PYXIS mit Highlight Recovery messen, so würde sie definitiv in den Gefilden der ARRI 35 landen, weil sie ca. 1,5 Blendenstufen später starten würde. Die Nikon ZR zeichnet RED RAW dagegen immer mit nicht abschaltbarer Highlight Recovery auf und liegt dennoch in diesem Vergleich hinter der Test-Konkurrenz.





Fazit

Der Listenpreis für die PYXIS 12K beträgt aktuell 5.149 Euro, während die URSA CINE 12K LF gerade als Body für 7.175 Euro UVP gelistet wird. Für die 2.000 Euro Aufpreis erhält man neben halbierten Rolling Shutter Zeiten und verdoppelten maximalen Frameraten auch noch zwei, statt einem XLR-Eingang. Dazu gibt es außerdem einen integrierten ND-Filter und zudem 2 größere Monitoring-Bildschirme - und zusammen mit mehr Knöpfen und Anschlüssen letztlich auch die professionellere "Außenhaut". Dafür wiegt die nackte URSA Cine auch ungefähr das Doppelte (3,72 kg vs. 1,59 kg).



Die PYXIS 12K ist somit in vielen Belangen wirklich eine halbe URSA CINE 12K und liefert grundsätzlich die gleiche, ausgezeichnete Bildqualität ab. Uns kommen die 2.000 Euro Preisunterschied zur großen Schwester jedoch ein bisschen zu wenig vor, um nicht gleich zur URSA CINE 12K LF zu greifen.



Mit einem Einkauf bei unseren Partnern unterstützt Du slashCam // Affiliate

Aktion
Teltec Gutschein-Codes
Wer beim Fachhändler Teltec für mindestens 1.000 Euro (netto) einkauft, kann 25 Euro mit dem Gutscheincode SLASHCAM25 sparen, ab einem Mindestbestellwert von 2.000 Euro netto mit dem Code SLASHCAM60 sogar 60 Euro - der Code ist nur gültig bei Online-Bestellungen.
Ähnliche Artikel //
Umfrage
    Welches System nutzt Du hauptsächlich für den Videoschnitt?







    Ergebnis ansehen

slashCAM nutzt Cookies zur Optimierung des Angebots, auch Cookies Dritter. Die Speicherung von Cookies kann in den Browsereinstellungen unterbunden werden. Mehr Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung. Mehr Infos Verstanden!
RSS Suche YouTube Facebook Twitter slashCAM-Slash