Logo Logo
///  >

Scoop : Video-Shootout: Panasonic GH4, Blackmagic Design 4K und Sony AX-100

von Do, 3.April 2014 | 3 Seiten (Artikel auf einer Seite)


Fokus
Ergonomie
Batterieleistung
Speicherkonzept
Auflösung
Shootout-Video



Die Pansonic GH4, die Blackmagic Design Production Camera 4K und die Sony AX100 haben ihren Weg in die slashCAM Redaktion gefunden und wir haben erste Aufnahmen mit ihnen gedreht. Soweit uns bekannt, dürfte dies der erste direkte Vergleich zwischen diesen hochinteressanten 4K Kameras sein, die mit ganz unterschiedlichen Konzepten in der 4K Prosumer Einstiegsklasse antreten …

/// English version ///

Blackmagic Design Production Camera 4K



Die Aufnahmen sind als erste Annäherung an diese hochspannenden 4K Kameras gedacht, deren Aufnahme-, Bedien- und Workflowkonzepte kaum unterschiedlicher sein könnte. Einen fairen „Shootout“ zu entwerfen, würde Wochen dauern und höchstwahrscheinlich trotzdem ein fragliches Ergebnis je nach Setup zeitigen.

Allein die Frage, ob schnelle Postproduktionsworkflows ohne Grading oder 10 Bit Farbtiefe (oder demnächst RAW bei der Blackmagic Design 4K), ob Wechseloptiken oder lieber eine fest verbaute, zoombare Optik mit ND-Filtern inklusive beachtlichem Weitwinkel wie bei der Sony AX-100 oder ob eine duale Nutzung als 4K Videokamera inklusive sehr schnell fokussierender Fotokamera wie bei der GH4 (und ihr 4K SDI+XLR Interface nicht zu vergessen) das passendere Konzept darstellt, sprengt nahezu jeden Shootout.

Panasonic GH4



Wir lassen daher lieber die Aufnahmen für sich selbst sprechen und liefern hier ein Paar technische Details zum genutzten Equipment sowie ein Paar erste Anmerkungen zum Handling. Die hier genutzte Panasonic GH4 stellt nach Angaben von Panasonic noch ein Preproduction-Model dar – auch wenn wir den Eindruck hatten, hier eine ausentwickelte Kamera in der Hand zu halten. Bei unseren Tests soweit – sei es im Labor oder auf der Straße - gab es keine Fehlfunktionen bei der GH4.

Bei den Kameras, bei denen sich ein flaches Cine-Profil für einen höhen Dynamikumfang bei der anschließenden Farbkorrektur einstellen lässt (BMD 4K und Panasonic GH4) haben wir mit entsprechenden Profilen aufgenommen. Für beide Kameras wurde für die Schärfeverlagerung zu Beginn des Clips auch eine farbkorrigierte Version zum Vergleich zur Verfügung gestellt.

An Optiken bei den beiden Wechseloptik Cams, der Blackmagic Design 4K und der Panasonic GH4, kamen 25mm Zeiss Compact Primes T2.1 einmal mit EF-Mount und einmal mit Micro-Four-Thirds-Mount zum Einsatz. Für die korrekte Belichtung sorgten nagelneue ND-Filter von Tiffen in einem entsprechenden Kompendium (Dank für Filter, Leichtstütze und Kompendium an 25p an dieser Stelle).

Sony AX-100





Fokus



Die Schärfeführung bei 4K Auflösungen stellt bei allen 4K fähigen Cams mit die größte Herausforderung bei der Aufnahme dar. Und dies um so mehr, wenn man auf die kamerainterne Beurteilung von Schärfe angewiesen ist. Das Display der Blackmagic Design 4K ist bei Tageslicht schlicht nicht zu gebrauchen. Hierfür muss ein Tuch oder als Notlösung ein Pullover über Kamera und Monitor gelegt werden (wie vor Urzeiten bei der guten alten Balgenkamera – wenn auch hier aus andern Gründen), um genug Abdunklung für das Display zu schaffen. Dafür ist das farbige Peaking bei der BMD 4K das beste im Testfeld und ermöglicht dann zusammen mit der Ausschnittsvergrösserung ein zuverlässiges Führen der Schärfe.

Das Display der Panasonic GH4 ist deutlich weniger anfällig für Umgebungslicht und bietet mit der 6-fachen, stufenlos einstellbaren Ausschnittsvergrösserung die beste Fokus-Assist Funktion des Testfeldes. Dafür ist ihr farbiges Peaking viel zu schwach ausgelegt– auch in der maximalen Empfindlichkeitsstufe. Zusammengenommen sind dann GH4 und Blackmagic Design in Sachen Schärfekontrolle auf ungefähr einem Niveau.

Wir hatten bei unseren Testshots keine externen Kontrollmonitore an der Kamera und haben trotzdem halbwegs scharfe Shots produziert. Verantwortlich hierfür waren allerdings auch die in dieser Hinsicht exzellenten Zeiss Compact Primes, deren Entfernungsskalen (und Fokussierwege) fein genug auflösen, um brauchbare Start- und Stoppunkte für den Fokus zu definieren.



Ergonomie



Das Handling der Blackmagic Design Production Camera 4K ohne Rig oder zumindest einen Cage mit Top-Handgriff macht nicht wirklich Spaß. Die BMD 4K ist für ihre Größe ziemlich schwer, was ihrem massiven Metalrahmen geschuldet sein dürfte. Dieser sorgt für Stabilität aber auch für einen Formfaktor, der nach externem Zubehör verlangt. Uns persönlich gefällt ja das Menükonzept der Blackmagic Design Cams recht gut - auch wenn hier die Meinungen stark auseinandergehen - aber bei der manuellen Handhabung ist definitiv Zubehör gefragt (s.auch schwache Monitorperformance bei Umgebungslicht), das für deutliche Mehrkosten bei der BMD 4K sorgen dürfte.

Ganz anders hier die Panasonic GH4, die zu den besten Video-DSLR Ergonomien gehört, die wir kennen. Extrem gelungene Handausformung, Klappdisplay mit guter Fokus Assistfunktion und eine Vielfalt an extern geführten Funktionen und Schaltern die ihresgleichen im Video-DSLR Segment sucht: Die GH4 bietet Insgesamt fünf reale und fünf virtuelle Funktionstasten auf dem Touchscreen - macht insgesamt 10 frei belegbare Schalter - das dürfte schwer zu toppen sein.

Die Sony AX-100 bietet hingegen in Sachen Ergonomie Altbekanntes, was sich gerade dadurch auszeichnet, das man sich schnell auf ihr zurecht findet. Der Handkeil-Formfaktor dürfte sich für viele Amateurfilmer, die von ihrer HD-Cam auf 4K um-, bzw. aufsteigen wollen, vertraut anfühlen. Hier muss das Rad nicht neu erfunden werden, auch wenn wir getrennte Ringe für Fokus, Zoom und Schärfe gerne gesehen hätten. Als Plus gilt bei der Sony AX-100 beim Handling auf jeden Fall die Integration einer drucksensitiven Zoomwippe festzuhalten, die zwar winzig ist, jedoch recht ordentliche Zoomfahrten - auch und gerade von der Dosierung her mit etwas Übung zulässt.



Batterieleistung



Die Batterieleistung dieser 4K Boliden unterschiedet sich teilweise beträchtlich. Schlusslicht bildet hier die Blackmagic Production Camera 4K, deren interner Batteriestandsanzeige 4 Positionen kennt (100, 75, 50 und 25%) die leider recht unzuverlässig arbeiten. Der Batteriestatus fällt recht schnell auf 25%, wo er dann vergleichsweise lange verweilt, bis plötzlich nichts mehr geht. Hier ist das Arbeiten mit externer zusätzlicher Stromversorgung absolut Pflicht. Die Sony AX-100 und die Panasonic GH4 hingegen hielten mit einer Batterieladung wesentlich länger durch – gefühlt mindestens drei- viermal so lang wie die Blackmagic Design 4K – also ca. 2h im intensiven Dauerbetrieb.



Speicherkonzept



Das Speicherkonzept dieser 4K Dreier-Bande orientiert sich am Filekonzept der jeweiligen Kamera und hier punktet in der praktischen Anwendung die Blackmagic Design 4K mit ihrem sehr einfachen SSD-Handling und den dazugehörigen, hochqualitativen 10-Bit ProRes Files. Keine andere Kamera in diesem ersten Vergleich vermag 10 Bit intern aufzunehmen. Die Sony AX-100 verweigert zudem die Aufnahme von 4K Material auf Speicherkarten, die (vermutlich) unterhalb der SDXC UH-1 Spezifikationen liegen. Die Panasonic GH4 ist in dieser Hinsicht weniger wählerisch, obwohl ihre Datenrate mit max. 200 Mbit/s mehr als dreimal so hoch liegt wie die der Sony AX-100.



Auflösung



Alle drei Kameras lösen beeindruckendes 4K auf. Genauer gesagt, lösen die BMD 4K und Sony AX-100 UHD – also 3840x2160 Pixel auf. Die Panasonic GH4 punktet neben der UHD-Auflösung jedoch auch mit echtem 4K (4K Cine) – also mit 4096x2160 sowie mit HD (1920x1080). Lediglich die Sony AX-100 bietet ebenfalls HD-Auflösung – jedoch kein 4K (Cine).

Da die Panasonic GH4 sich beim Thema Auflösung als die flexibelste Kamera im Test erwies, haben wir ihr in unserem Video eine Sektion gegönnt, wo mit fixer Einstellung 4KCine, UHD und HD am Zeiss 25mm Compact Prime aufgenommen werden. Gut zu sehen, sind die hierbei verschiedenen Cropfaktoren. Alle andere Aufnahmen der Panasonic GH4 wurden mit 4K (Cine) aufgenommen und in DaVinci Resolve auf UHD gecroppt, so dass keine Skalierungsartefakte im Vergleich zu den anderen UHD-Aufnahmen zum Tragen kommen, sondern eine pixelnative Darstellung erfolgt.

Völlig begeistert sind wir bei allen hier vorgestellten Kameras von dem Fehlen von sichtbaren Aliasing/Moiré Artefakten. Hier hält sehr augenscheinlich eine neue Generation von Bildqualität Einzug, die 4K-Auflösungen, aber auch HD-Auflösungen sichtbar zu Gute kommt. Willkommen in der cleanen Zukunft kann man hier nur sagen.

Soweit unsere aller ersten Eindrücke aus der Filmpraxis mit der Panasonic GH4, der Blackmagic Design Production Camera 4K und der Sony AX-100. Ausführliche Tests folgen in den nächsten Tagen und Wochen.[Update: AX100 Test ist online.] Klar sollte allen Interessierten sein, dass dies unsere ganz frischen, ersten Eindrücke darstellen, die in nachfolgenden Tests vertieft werden.

Zum Schluss sei noch wie stets darauf verwiesen, dass YouTube Encodings erste Eindrücke und Tendenzen liefern können, aber für eine verbindliche Beurteilung kein Weg an Originalfootage vorbei führt. Wenn Interesse besteht, versuchen wir in den nächsten Tagen ein Paar Snippets zum Download zur Verfügung stellen.



Shootout-Video



Hier nun aber unser Video "Shootout" mit der Panasonic GH4, der Backmagic Design Production Camera 4K sowie der Sony AX-100:




Skintone Vergleich:



Link:
www.youtube.com/watch?v=_GWNmd_EZHo&feature=share&list=UUeYoFHiCGpoJYofP26ZpSaQ

… mehr demnächst hier auf slashCAM




Panasonic DMC-GH4im Vergleich mit:

Listenpreis: 1500 €
Markteinführung: April 2014
Sensorgrößen-Klasse:
Micro Four Thirds
Mount: Micro Four Thirds

Platz 25 DSLR/DSLM Bestenliste
Sony A7R II
Listenpreis: 3499 €
Sensorgrößen-Klasse: Kleinbild-Vollformat, FX
Nikon Z7
Listenpreis: 3849 €
Kleinbild-Vollformat, FX

  

[55 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
maiurb    08:25 am 9.4.2014
Das empfehle ich auch so und schreibe das meistens unter meine Videos drunter.
Angry_C    19:58 am 8.4.2014
Sorry, aber ich glaube, wir reden aneinander vorbei. Ich redete nie von einem umgewandelten Clip, sondern immer vom Original, nur eben dass es keinen großen Mehraufwand...weiterlesen
maiurb    16:47 am 8.4.2014
Leider ist es nicht so. Dazu hatte ich neulich auch ein Beispiel in einem anderen Forum gezeigt. Nach der PP habe ich mir mein Video an meinem Rechner angeschaut und die...weiterlesen
[ Alle Kommentare ganz lesen]

Artikel zum selben Thema:

Erfahrungsberichte: Unterwegs mit der Panasonic GH4, Sennheiser AVX Funkstrecke, F&V Kameralicht, Veydra 35mm T2.2 u.a. Mi, 3.August 2016
Kurztest: Came Single 3-Achs Einhand-Gimbal an der Panasonic GH4 und Sony A7SII Di, 22.Dezember 2015
Ausprobiert: Panasonic GH4 V-Log H Di, 15.September 2015
News: Näheres zum Panasonic GH4 V-Log Update Di, 1.September 2015
Erfahrungsberichte: Atomos Shogun mit Panasonic GH4 Di, 3.März 2015
Ratgeber: Top Video-DSLRs: Sony A7s, Panasonic GH4 & Nikon D810 – welche Kamera wofür? Mi, 19.November 2014
Test: Panasonic GH4 4K Kamera – die beste Video-DSLR? Do, 8.Mai 2014


[nach oben]


[nach oben]















Artikel-Übersicht



Artikel-Kategorien:



update am 17.Oktober 2021 - 18:02
ist ein Projekt der channelunit GmbH
*Datenschutzhinweis*