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Ratgeber : Laptop-Auswahl für den Videoschnitt - worauf sollte man achten?

von Mi, 17.Februar 2021 | 9 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

 Worauf sollte man beim Display achten?



Worauf sollte man beim Display achten?



Ein weitere, wirkliche wichtige Komponente ist das verbaute Display. Dieses kann sich vor allem in der Helligkeit, dem unterstützen Farbraum, der maximalen Bildfrequenz, der maximalen Auflösung sowie im Spiegelungs-Verhalten unterscheiden. Fangen wir von hinten an:

Fragt man einen Anwender ob er lieber ein mattes oder ein spiegelndes Display bevorzugt, dann dürften wohl 99 Prozent aller Anwender sagen, dass sie grundsächlich ein mattes Modell bevorzugen. Schließlich will niemand bewusst ein spiegelndes Display. Doch spiegelnde Displays gehen immer mit einer kräftigeren, besseren Farbwiedergabe einher. So gibt es praktisch gar keine Apple Modelle mit mattem Display mehr. Und auch andere Hersteller bieten höchstens bei typischen Büromodellen noch komplett matte Displayvarianten als Option.

Tatsächlich lässt sich das Spiegeln meistens durch eine erhöhte Displayhelligkeit stark reduzieren. Nur beim Arbeiten im Freien - vor allem bei starkem Sonnenlicht - funktioniert dies oftmals nicht mehr befriedigend. Aber grundsätzlich gilt heute: Wer gute Farben haben will, sollte sich mit dem Spiegeln arrangieren.

Bis vor kurzem war die Bildwiederholfrequenz bei Laptops nahezu überall auf 60 Hz festgelegt. Seit kurzem bieten jedoch einige Hersteller höhere (und damit meist auch vollständig variable) Bildfrequenzen. Vor allem Gamer wollen mittlerweile mit mehr als 60Hz zocken und auch von iPhone und Co verwöhnte Anwender erwarten nun die Schwubszidität eines Desktops mit 90Hz oder mehr.

Für Videobearbeiter kann sich dadurch der Vorteil ergeben, dass man seine Schnitt-Umgebung auch mit 50 Hz für europäische TV-Projekte oder sogar mit 24Hz/48Hz für Kinoprojekte betreiben kann. Dafür muss allerdings der gesamte Desktop mit diesen schrägen Hertzzahlen dargestellt werden UND das Schnittprogramm muss diese Frequenzen im Vorschaufenster ebenfalls unterstützen. Sollten all diese Bedingungen erfüllt sein, kann man mit einer frame-korrekten Vorschau am Laptop belohnt werden. Dies erfordert allerdings wirklich eine äußerst informierte Auswahl und scheitert oft schon am mitgelieferten Grafiktreiber des Laptops.

Bei der Auflösung des Displays hat man aktuell meistens die Wahl zwischen FullHD und 4K-Modellen. Wer am Laptop 4K-Projekte schneidet UND hierfür oft in einer Vollbild-Vorschau umschaltet UND noch entsprechend gute Augen hat, dürfte mit einem 4K-Display einen wirklichen Mehrwert erhalten. Zur Darstellung der Oberfläche einer Applikation genügt dagegen fast immer FullHD. Zumal die meisten Menschen selbst bei 17 Zoll in FullHD schon keine einzelnen Pixelkanten mehr wahrnehmen können.

Zum Farbraum des Displays ist zu sagen, dass ein besserer Farbraum in der Regel eben auch .... tja - besser ist. Doch ganz so pauschal kann diese Aussage trotzdem nicht stehen bleiben. Hier finden sich ein paar Grundlagen zum Thema Farbraumabdeckung von Displays. Das Problem ist nun, dass oft ein sehr guter Displayfarbraum gar nicht von der Vorschau eines Schnittprogramms genutzt wird. Selbst professionelle Grading Programme wie Resolve bringen oft trotz 10 Bit Desktop nur eine 8 Bit Vorschau zur Anzeige und das Farbmanagement vieler Schnittprogramme gilt oft nur für externe Monitore, jedoch nicht für die Vorschau auf dem Desktop. Letztere ist jedoch am Laptop meistens eher die Regel als die Ausnahme. Wer also auf eine gute Farbraumunterstützung seines Laptops besonderen Wert legt, sollte mindestens ebensoviel Wert darauf legen, dass man diesen im individuellen Workflow mit dem eigenen Schnittprogramm auch später wirklich zu sehen bekommt.

Bleibt noch die Helligkeit: Grundsätzlich findet man vor allem in günstigen Laptops noch immer Displays, die nicht sonderlich hell leuchten können. Als Daumenregel kann man sagen unter 250 Nits ist es schlecht und ab 500 Nits befindet man sich man in der Oberklasse. Teurere und damit hellere Displays erlauben es nicht nur auch im freien bei Sonne zu arbeiten, sondern bieten implizit eine höhere Dynamik (und damit auch lebendigere Farben).

Apropos: Soll ich auf Mac, Windows oder sogar Linux setzen? / Und konkret zu CPU, Kerne und co.? Die Krux mit den Mindestanforderungen...
Brauche ich eine externe Vorschau-Möglichkeit? / Welche Anschlüsse braucht (m)ein Laptop?


9 Seiten:
Einleitung / Welche Geräteklassen sind für die Videobearbeitung besonders geeignet? / Wie groß also soll der Laptop sein?
Brauche ich eine dedizierte GPU? / Wann kann ich auch ohne dedizierte GPU Videos schneiden?
Wann macht eine externe GPU (eGPUs) Sinn? / Sonderfall: MacOS und eGPUs
Apropos: Soll ich auf Mac, Windows oder sogar Linux setzen? / Und konkret zu CPU, Kerne und co.? Die Krux mit den Mindestanforderungen...
Worauf sollte man beim Display achten?
Brauche ich eine externe Vorschau-Möglichkeit? / Welche Anschlüsse braucht (m)ein Laptop?
Worauf sollte ich bei der Erweiterbarkeit achten? / Welche Support-Verträge sind für mich sinnvoll?
Welches Gehäuse Material ist besonders stabil? / Wann ist eine Tastatur die "richtige"?
Was sollte man beim Mousepad beachten? / Alles klar?
  

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update am 7.März 2021 - 15:39
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