Die Masche ist nicht neu

Der Betrug mit Fake-Kanzleien ist seit Jahren bekannt. Dabei beschränkt sich das Vorgehen nicht auf angebliche Insolvenzverkäufe. Vergleichbare falsche Kanzleien treten auch im Zusammenhang mit Erbschaften oder Abmahnungen bzw. Aufforderungen zur Begleichung von Zahlungsansprüchen auf. Das Grundprinzip ist stets ähnlich: Ein juristisch wirkender Absender, eine professionell gestaltete Webseite und gegebenenfalls amtlich aussehende Dokumente erzeugen einen erheblichen Vertrauensvorschuss.



Dabei ist diese Masche schon seit Jahren so weit verbreitet, dass die Bundesrechtsanwaltskammer einen eigenen Ratgeber zum Erkennen und Umgang mit Fake-Kanzleien bereitstellt und es von den verschiedenen Rechtsanwaltskammern in den Bundesländern schon Verzeichnisse gibt mit aufgeflogenen Fake-Kanzleien sowie diese große Liste von Fake-Anwaltskanzleien der Internet Watchlist.



Ist eine Fake-Kanzlei aufgeflogen, lässt sich jedoch mit einer neuen Domain, einem anderen Namen und ausgetauschten Kontaktdaten vergleichsweise schnell die nächste Identität aufbauen.



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Wie lässt sich der Scam erkennen?

Das Problem ist, dass der Schwindel häufig erst auf den zweiten oder dritten Blick auffällt. Wer nicht weiß, dass diese Betrugsform existiert, hat zunächst wenig Anlass, einer professionell gestalteten Kanzlei-Webseite oder einem scheinbar offiziellen Insolvenzangebot grundsätzlich zu misstrauen.



Um ein Angebot aus einer Insolvenzmasse darauf zu prüfen, ob es von einer Fake-Kanzlei stammt, lohnt es sich, die Anwaltszulassung im Bundesweites Amtliches Anwaltsverzeichnis zu prüfen und auch zu schauen, ob sich die Kanzlei in einer der oben verlinkten Listen von Fake-Kanzleien wiederfindet. Zudem kann man das angegebene Insolvenzverfahren mittels der amtlichen Insolvenzbekanntmachungen verifizieren.



Am wichtigsten ist dann der Vergleich der selbst recherchierten, offiziellen Kontaktdaten mit denen aus der E-Mail - weichen diese ab, ist Misstrauen angebracht. Man sollte auch den in der Mail genannten Anwalt nie über die im verdächtigen Schreiben genannte Telefonnummer oder E-Mail-Adresse kontaktieren, sondern nur über die offiziellen Kanäle - über diese kann man dann auch nach der Insolvenz nachfragen.



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Weitere Hinweise können das Alter einer Domain, Mail-Header, PDF-Metadaten oder die Herkunft der verwendeten Produktbilder liefern. Auch die Suche nach markanten Produktbeschreibungen, Seriennummern oder Bildern aus dem Katalog kann aufschlussreich sein: Tauchen dieselben Maschinen oder Kameras bereits in älteren Auktionen oder fremden Verwertungskatalogen auf, ist das ein starkes Warnsignal.





Auch ein Blick in die Metadaten von PDF-Katalogen kann interessant sein. Werden individualisierte Kataloge erst unmittelbar vor dem Versand einer Mail automatisch erzeugt, kann dies auf eine automatisierte Kampagne hindeuten.



Ein weiterer deutlicher Hinweis ist die Weigerung, das die Ware aus der Insolvenz persönlich vor Ort in Augenschein genommen bzw. beim Kauf abgeholt werden kann. Oder auch wenn der Namen auf den übermittelten IBAN-Überweisungsdaten nicht mit dem Namen der (vermeintlichen) Anwaltskanzlei übereinstimmen.




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