Manueller Fokus vs Animal-AF
Grundsätzlich empfehlen wir (ganz im Gegensatz zur Wildlife Fotografie) bei Bewegtbildaufnahmen mit langen Brennweiten mit manuellen Fokus zu arbeiten. Sehr willkommen sind hierbei ein qualitativ hochwertiges Peaking und eine entsprechende Sucher-Vergrösserungsfunktion.
Autofokussysteme sind hier nach wie vor etwas zu träge, um das schwere Glas von Supertele-Objektiven schnell genug auf schnelle Motive zu fokussieren.
Autofokus-Systeme mit Tiererkennung werden jedoch ständig besser. Hat man erstmal manuell auf ein Motiv scharfgestellt, kann es bei langsamer sich bewegenden Tieren durchaus hilfreich sein, den Animal-AF eine Zeit lang mitlaufen zu lassen. Wir haben hier bei der Panasonic S5II im Verbund mit dem Sigma Sport 100-600 gute Ergebnisse erzielt.
Konvektion oder Hitzeflimmern
Zum Thema lange Brennweiten gehören auf jeden Fall auch Bildstörungen durch thermische Konvektion. Dabei handelt es sich nicht um Bildfehler von Objektiven sondern um ein natürliches Phänomen bei dem durch unterschiedliche warme Luftschichten der Brechungsindex der Luft verändert wird.
Die meisten dürften das Hitzeflimmern über Asphaltstraßen im Sommer kennen. Dieses Phänomen kann verstärkt beim Filmen mit langen Telebrennweiten auftreten - auch im Winter. Je länger die Brennweite und damit potentiell die Entfernung zum Motiv, desto mehr Luft befindet sich auch zwischen dem Kamerastandpunkt und dem Motiv. Gibt es zudem ein starkes Temperaturgefälle zwischen Boden und Umgebungsluft, kann es zu Teils starken Flimmereffekten kommen.
§Hitzefilmmern§:sehr starkes Hitzeflimmern (im Winter)
Wichtig: Unserer Erfahrung nach können sich die Temperaturverhältnisse und die damit einhergehenden Flimmerbilder innerhalb von Minuten schlagartig ändern. Manchmal reicht eine vorbeiziehende Wolke, um das Flimmern zu verändern. Es lohnt sich also manchmal einfach etwas abzuwarten oder den Standort zu wechseln, um Flimmerbilder zu reduzieren.
50p - das Wildlife Standardformat
Eigentlich eine Selbstverständlichkeit aber an dieser Stelle noch einmal erwähnt: Wildlife-Filmen bedeutet langes Warten auf kurze, entscheidende Augenblicke. Umso „kostbarer“ sind dann diese eingefangenen Momente und umso mehr Sinn macht es, diese so gut es geht zu verlängern.
§Storch_2§:Storch in 50p
Daher haben sich höhere Frameraten quasi als Standformat für die Tierfilmerei etabliert, da man hier stets die Option behält, auf eine Zeitlupe zu gehen, was auch in unseren Augen viel Sinn macht.
Entsprechend wichtig sind qualitativ hochwertige 50p Aufnahmen. Sowohl die Canon EOS C70 als auch die Panasonic S5II verfügen über entsprechende 10 Bit Log 50p Formate, womit wir auch beim Thema S35 oder Vollformat für Widllife angekommen wären ...



















