Bevor wir versuchen zu klären, ob die oben gestellte Frage überhaupt final zu klären ist, schauen wir uns vorab kurz nochmal die einzelnen Positionen in Form von Pro & Contra an. Fangen wir hier also mal mit Contra an:
CONTRA
(oder: Das Aussehen meiner DSLM-Kamera ist völlig egal – sie ist ein Werkzeug das funktionieren muss.)
Mein Filmprojekt hat spezifische Anforderungen – ganz gleich ob ich private Urlaubsfilme produziere oder für einen Kunden arbeite. Ich wähle eine Kamera rein danach aus, welche technischen Fähigkeiten am besten zu meinem Projekt passen. Wenn ich eine Kamera benötige, die möglichst viele Aspekte meiner Projekte abdecken soll, wähle ich die Kamera mit den besten technischen Spezifikationen.
Das kann der hochwertigste Codec, der beste Autofokus, die beste Stabilisierung, der kompakteste Formfaktor oder die höchste Auflösung sein. Wie die Kamera aussieht ist dabei völlig egal, weil sie das beste Werkzeug für mein Projekt ist.
Am Ende sieht der Kunde die Qualität meiner Aufnahmen und das ist das einzig, was wirklich zählt und was mir auch weitere Aufträge sichert: Inhalt vor Form. Substanz vor Blender.
PRO
(oder: Das Aussehen meiner DSLM-Kamera ist mir wichtig. Sie ist quasi eine Verlängerung meiner selbst und ich nutze bewußt ihre Außenwirkung.)
Menschen beurteilen ihr Gegenüber in Millisekunden beim ersten Anblick (das nennt man Heuristiken – hat mit unserem Gehirn zu tun): Trage ich einen Anzug, komme ich beim Gegenüber als kompetent, gebildet und wohlhabend rüber – gleiches gilt für meine Kamera: Egal ob ich sie als cooles Immer-Dabei-Accessoir nutze oder für ein kommerzielles Projekt.
Wenn ich für einen Kamerajob gebucht werde und keine spezielle Kamera vorgegeben ist, rigge ich meine DSLM maximal aus – selbst wenn es das Projekt überhaupt nicht erfordert. Der Kunde will für sein Geld etwas geboten bekommen und wenn ich da mit einem Kamera-Setup anrücke, das er selbst privat nutzt, stellt er sich eher die Frage, wofür er hier Geld ausgibt (ja, er gibt das Geld für meine Kompetenz aus, aber diese Kompetenz braucht visuell, externe „Marker“).

Hinzu kommt: Eine Kamera die gut aussieht, nutze ich häufiger, weil sie mir mehr Freude im Umgang vermittelt. Die Konsequenz sind bessere Ergebnisse. Die Kamera über meiner Schulter ist genau so ein (Mode-)Statement nach Außen wie meine Tasche, meine Kleidung, meine Frisur, mein Auto und vieles mehr: Kleider machen Leute und unser Erscheinungsbild öffnet oder schließt Türen.
Soweit erstmal unsere Pro – und Contra Darstellung.
Zugegebener Maßen können wir beiden Positionen einiges abgewinnen. Einerseits ist jede Kamera zunächst einmal ein Werkzeug und andererseits existiert unserer Meinung nach auf jeden Fall auch eine Außenwirkung.
Vielleicht geht es also mehr um eine Gewichtung? Was ist für meinen Umgang mit der Kamera wichtiger – ihre Erscheinung oder ihre Funktion? Oder hängt es vom jeweiligen Projekt ab, was gerade wichtiger ist?
Vielleicht könnt ihr sie besser beantworten als wir – wir sind auf jeden Fall gespannt auf eure Sicht hierauf - lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen ...

















