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Grundlagen : Warum braucht(e) man eine Videoschnittkarte?

von Do, 28.November 2019 | 4 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

  Einleitung
  Mit MiniDV fielen analoge Schranken
  Digitale Displays machten Interlaced-Video überflüssig
  Das Ende des Capturings
  24, 30, 50 oder 60p mit und ohne Frameraten-Konvertierung
  Moderne Grafikkarten mit 10 Bit YUV



24, 30, 50 oder 60p mit und ohne Frameraten-Konvertierung



Der Grund hierfür liegt vor allem in den "alten" und nationalen Fernsehstandards. Zwar werden fast auf der ganzen Welt Computer-Displays mit 60 Hz betrieben, jedoch hat sich beim Fernsehen hierzulande beispielsweise eine BIldwiederholfrequenz von 50 Hz gehalten. Diese leitet sich aus Kompatibilitätsgründen tatsächlich noch aus PAL-Zeiten (50i) ab, was wiederum auf der europaischen Netzfrequenz von 50 Hz basiert.

Will man also für das hiesige Fernsehen produzieren, so muss man in 25p oder 50p abliefern. Arbeitet man dagegen an einer Kinoproduktion, so produziert man in der Regel mit 24 Vollbildern pro Sekunde (24p).

Sieht man sich 24p, 25p oder 50p an einem Computermonitor mit 60p an, so müssen die einzelnen Bilder der Quelle auf die 60 Vollbilder der Wiedergabe verteilt werden - was man allgemein als Frameraten-Konvertierung bezeichnet. Die meisten Monitore/Player beherrschen dies zwar grundsätzlich, jedoch kann man die Frames niemals gleichmäßig zuteilen. Bei einer 24p nach 60p Wandlung werden beispielsweise manche Frames zweimal und andere dreimal gezeigt, was gerade bei flüssigen Bewegungen unangenehm als sog. Mikroruckler ins Auge fällt.

Eine dedizierte Videoschnittkarte kann dagegen Videos (und Timelines aus Videoschnittprogrammen) mit der nativen Framerate an einen Monitor ausgeben. Eine 50p Timeline wird also wirklich mit 50Hz an den Monitor übermittelt und eine 24p-Wiedergabe überträgt wirklich exakt 24 Vollbilder pro Sekunde. Wenn der Monitor diese Signale auch korrekt annimmt und mit der gewünschten Bildwiederholrate nativ anzeigt, dann (aber auch nur dann) bekommt der Nutzer seine Timeline ohne Mikroruckler zu sehen.

Das aktuelle Problem in dieser ganzen Kette sind dabei jedoch nicht mehr die (fehlenden) Videoschnittkarten sondern die Monitore. Denn nach wie vor garantieren nur wenige Computerdisplays, dass sie wirklich exakt 24 Bilder zeigen, wenn ihnen 24p-Material zugespielt wird. Viele günstigen Computer Displays und Fernseher nehmen zwar mittlerweile klaglos 24-50p Material entgegen, stellen das Bild aber dennoch nach einer internen Frameraten-Konvertierung mit 60Hz dar.



Moderne Grafikkarten mit 10 Bit YUV



Besitzt man einen Monitor der wirklich auch echte 24/50p-Wiedergabe beherrscht, so können aktuelle Grafikkarten von AMD und Nvidia solche Monitore auch mit 24 oder 50Hz ansteuern. Und das sogar mit unterschiedlichen Frequenzen, z.B. bei einer Dual Monitor Vorschau. Um dies jedoch nutzen zu können, müssen die Hersteller von Videoschnittprogrammen bei ihrer Vollbild-Vorschau die Grafikkarte auch mit der richtigen Frequenz ansprechen.

Ähnliches gilt für die Farbkanäle. Professionelle Videoübertragung erfolgt (ebenfalls aus historischen Gründen) fast immer in YUV während Computermonitore in der Regel per RGB angesprochen werden. Doch auch hier wurden von der Computerindustrie mittlerweile alle Schranken abgebaut. Die meisten modernen Grafikkarten-Treiber können Computer Displays (und per HDMI angeschlossene Fernseher und Vorschaumonitore) auch mit YUV-Signalen füttern. Letzteres war bis vor ein paar Jahren noch ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal für eine dedizierte Videoschnittkarte.

Aktuelle Grafikkarten können Monitore mit allen gängigen Produktions-Frequenzen sogar in YUV nativ ansteuern.



Solange man keine speziellen Anschlüsse (z.B. SDI) braucht könnte daher heutzutage fast jede aktuelle Grafikkarte eine dedizierte Videoschnittkarte bei der Videovorschau hundertprozentig ersetzen. Einzig die Grafikarten-Treiber und der Hersteller der Videobearbeitungs-Software bestimmen welche Farbräume und Frameraten man letztlich auch nativ für die Videovorschau nutzen kann.

Ob und wie das ganze in der Praxis aussieht, werden wir uns deswegen in Kürze an dieser Stelle näher ansehen...


Digitale Displays machten Interlaced-Video überflüssig / Das Ende des Capturings


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Digitale Displays machten Interlaced-Video überflüssig / Das Ende des Capturings
24, 30, 50 oder 60p mit und ohne Frameraten-Konvertierung / Moderne Grafikkarten mit 10 Bit YUV
  

[39 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
wolfgang    14:20 am 29.11.2019
Deiner durchaus!
carstenkurz    00:28 am 29.11.2019
Computer liefern seit jeher RGB full range - VGA, DVI, HDMI, Displayport. Erst mit der Verbreitung von HDMI-Ausgängen kamen die Optionen, YCbCr und limited range auszugeben, damit...weiterlesen
MK    22:03 am 28.11.2019
Video ist YUV, PC ist RGB...
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