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Grundlagen : Video DSLRs Pro & Contra - die Übersicht

von Di, 22.April 2014 | 12 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

  Einleitung
  Das Positive kurzgesagt
  Das Negative kurzgesagt
  Handling
  Fokus
  Optiken
  Bildstabilisator
  Codecs
  Rolling Shutter
  Manuelle Kontrolle
  HD-Varianten (und 4K)
  Sensorgrößen
  Aliasing
  Audio
  Speichermedien
  Zubehör
  Die Zukunft



Das Positive kurzgesagt


Video-DSLRs haben den Camcorder-Markt gehörig aufgemischt. Sie bieten einen Filmlook, der bis dato entweder nur sehr viel teureren Kameras vorbehalten war (oder zuvor noch recht aufwendig mit 35mm-Adaptern zusammengebastelt werden musste und zudem auch noch Licht-Einbußen mit sich brachte). Mit videofähigen DSLRs hat sich dies alles schlagartig geändert. Video- und Foto wachsen im stärker in einem Gerät zusammen und plötzlich sind die klassischen Camcorder eine vom Aussterben bedrohte Spezies.

Für Video-DSLRs stehen eine enorme Fülle an Wechseloptiken für die Videoproduktion zur Verfügung, so dass je nach spezieller Aufnahmesituation das richtige „Glas“ gewählt werden kann. Zum Filmlook gehört u.a. die gestaffelte Schärfe im Raum (Schärfentiefe), die auf Grund der im Vergleich zu HD-Videocams sehr großen DSLR-Sensoren ein Höchstmaß an kreativem Potential zulässt.

Hinzu kommt eine sehr gute Low-Light-Fähigkeit, die ebenfalls auf die Kombination Sensor-Größe und lichtstarke Optiken zurückgeführt werden kann. Wer sich kreativ mit den kniffeligen Seiten des Video-Filmens mit digitalen Spiegelreflex-Kameras auseinandersetzt, die wir im nächsten Absatz beschreiben, wird mit einer filmischen Bildqualität belohnt, die in dieser Preisklasse von keiner HD-Videokamera geleistet werden kann.



Das Negative kurzgesagt


So beeindruckend der Filmlook von videofähigen DSLRs auch ist, ohne genaue Kenntnisse der Nachteile von Video-DSLRs gegenüber gewöhnlichen Camcordern kann sich beim Einsteiger schnell Frust einstellen – deshalb hier einmal kurz die wichtigsten Nachteile zusammengefasst, bevor wir uns etwas ausführlicher mit einzelnen Aspekten des DSLRs-Filmens befassen.

Nur wenige Modelle mit brauchbarem Autofokus: Was traditionelle Filmer nicht stört, weil es beim Film auch keinen Autofokus gibt (sondern wenn nötig den Autofokus-Puller), empfinden viele Video-Filmer als ungewohnt oder sogar K.O-Argument. Zwar bieten viele videofähige DSLRs kontrast-gesteuerten Autofokus im Live-View-Modus, aber dieser ruckelt mehrere Sekunden, bevor er sitzt und ist für bewegte Objekte völlig unbrauchbar. Wer also ohne Autofokus während der Aufnahme nicht auskommt und auch nicht gewillt ist dies zu lernen, bzw. seinen Aufnahme-Workflow entsprechend umzustellen, für den sind viele derzeitige Video-DSLRs keine Alternative zur traditionellen Videocam.

Allerdings legen die Hersteller hier gerade mächtig nach. Mit dem sog. Dual-Pixel Autofokus-System bietet Canon für ausgewählte Video-DSLRs eine ziemlich brauchbare AF-Funktion für den Videobetrieb an. Auch bei den videofähigen Systemkameras finden sich immer häufiger Autofokussysteme verbaut, die dem von dezidierten HD-Camcordern entsprechen. Trotzdem bleibt das Thema Autofokus noch eine Achillesverse der meisten Video-DSLRs.

Auch in Sachen Ton gilt es um die Problemlage zu wissen: Zunächst einmal zeichnen diverse Video-DSLRs in diversen Tonformaten auf. Dies kann Mono oder Stereo sein, und auch das Ton-Sampling und die Qualität unterscheiden sich von Kamera zu Kamera mitunter sehr. Die eingebauten Mikrofone liefern eigentlich in allen Modellen unzureichende Tonqualität. Externe Mikros schaffen Abhilfe - noch besser ist entweder eine komplett externe Tonaufzeichnung oder zumindest ein externer Audio-Vorverstärker mit XLR-Eingängen. Im Fall von externer Audioaufnahme müssen in der Postpro Bild und Ton gesyncht werden, und dies will bereits bei der Aufnahme (Timecode, Klappe) mit bedacht werden.

Fehlende Ausstattung - etwa Stichwort Timecode: Video-DSLRs bieten keinerlei brauchbare Timecode-Funktionen. Der TimecodeTimecode im Glossar erklärt kommt erst in der Postpro ins Spiel. Die Aufnahmedauer ist häufig auf knapp 30 Minuten beschränkt, wer mehr am Stück filmen muss, ist außen vor. Zebra-Anzeige für Überbelichtung, Title- und Action-SafeAction-Safe im Glossar erklärt Rahmen fehlen häufig ebenso wie live-Audio-Aussteuerung während der Aufnahme. Auch lassen sich Video-DSLRs sehr viel schlechter ohne zusätzliche Ausrüstung halten, als Videokameras. Das meist fehlende schwenkbare Display erschwert das Filmen. Auch PeakingPeaking im Glossar erklärt oder speziell zuweisbare Video-Funktionstasten sind häufig nicht vorhanden.

Nicht zuletzt sollte man „HD-Auflösung“ bei Video-DSLRs eher mit Vorsicht geniessen: Was an HD-Formaten bei den DSLR-Cams herauskommt sind meist stark herunterskalierte Bilder des Foto-Sensors (Pixel-Binning = gut für die Signal/Noise-Ratio, Lichtempfindlichkeit, schlecht für die Auflösung). Das Resultat sind Aliasing-Artefakte und ein teilweise im Vergleich zu HD-Camcordern vermindertes Auflösungsvermögen. Diverse Testcharts-Aufnahmen künden von verringerter Auflösung und Aliasing- (z.B. Moiree) Artefakten, die in Real-Live-Aufnahmen häufig akzeptiert oder einfach übersehen werden, weil der Kontrast von scharfen zu unscharfen Bildelementen (bei offener Blende) den (falschen) Eindruck von hoher Auflösung hinterlässt.

Mit den ersten 4K-fähigen Video-DSLR Modellen könnte sich allerdings die HD-Videoqualität deutlich verbessern. Da derzeit noch kaum Modelle am Markt sind, bleibt dies jedoch Spekulation und damit abzuwarten.

Betrachtet man diese im Vergleich eher längere Negativ-Shortlist, könnte man die Frage stellen, weshalb also überhaupt mit Video-DSLR drehen?

Nun, wir meinen, dass die Mühen im Vergleich zum gebotenen Filmlook durchaus lohnen – doch letztlich muss dies jeder für sich und sein Anwendungsgebiet entscheiden.

Im Folgenden ein etwas genauerer Blick auf einzelne, wichtige Aspekte bei der Arbeit mit Video-DSLRs.

Einleitung
Handling


12 Seiten:
Einleitung
Das Positive kurzgesagt / Das Negative kurzgesagt
Handling
Fokus
Optiken
Bildstabilisator
Codecs / Rolling Shutter
Manuelle Kontrolle / HD-Varianten (und 4K)
Sensorgrößen
Aliasing / Audio
Speichermedien / Zubehör
Die Zukunft
  

[32 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
Gooerkfish    18:38 am 6.1.2015
"Und wenn se net gestorben sind....dann sind se leider verhungert. So..meine kleinen Kindern, nun aber husch ins Bettchen...sonnst kommt euch die böse, böse Drohen holen...die...weiterlesen
Anonymous    13:53 am 6.1.2015
1. ist dieser Thread seit 2 Jahren tot. Noch töter als der Camcordertrend also (wie du selbst ja schon bemerkt hat). 2. Kann man sich diese Frage leicht selbst beantworten, wenn...weiterlesen
Mugg    13:43 am 6.1.2015
Ja, vor allem werde ich das Gefühl nicht los das Con/Prosumer Camcorder inzwischen tod sind. Da kommt nurnoch Schwachsinn mit eingebautem Beamer oder zweiter Kamera für Bild in...weiterlesen
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update am 23.Juli 2019 - 16:30
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