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Grundlagen : Verfahren der Bildstabilisation Teil 1: Mechanische, digitale und optische Bildstabilisierung

von Mi, 11.Juli 2018 | 4 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

  Einleitung
  Mechanische Bildstabilisierung
  Optische Bildstabilisierung (OIS)
  Beweglicher Sensor
  Randpixel (EIS)
  Nachbearbeitung
  Postproduktion
  Die "beste" Stabilisiation?
  Die Kombination von Stabilisatoren



Randpixel (EIS)



Bei der Bildstabilisierung durch Randpixel (Electronic Image Stabilisation, EIS) wird nicht die gesamte Sensorfläche zur Aufnahme genutzt, was in der Regel mit einem Verlust an nutzbarer BrennweiteBrennweite im Glossar erklärt einhergeht. Stattdessen findet die Aufnahme nur in einem Teilbereich des Sensors statt. Der Auslesebereich (das sog. Fenster) wird entgegen der Vewackelungsrichtung verschoben:

Bei der elektronischen Bildstabilisierung wird nur ein beweglicher Teil des Sensors ausgelesen (Quelle:TDK).



Solange der Sensor nicht über den Bildkreis hinausragt (was nur bei den sehr seltenen Multi-Aspect-Ratio-Sensoren der Fall ist), verliert man also bei dieser Methode immer etwas potentiellen Weitwinkel. Je nach Kamera kann es dabei auch durch den eingeschränkten Auslesebereich des Sensors zu einem Auflösungs-/Qualitätsverlust kommen.



Nachbearbeitung/Postproduktion



Die mit Abstand flexibelste Methode ist die Stabilisierung in der Nachbearbeitung/Postproduktion. Allerdings geht diese zwingend mit einem Auflösungsverlust gegenüber der Originalauflösung einher. Liegt das Aufzeichungsformat (z.B. 4K) jedoch deutlich über dem Distributionsformat (z.B. HD), so stellt dies in der Regel kein Problem dar.



Die "beste" Stabilisiation?



In der Postproduktion/Nachbearbeitung kann theoretisch die eigentliche Stabilisation sogar noch besser gelingen, als bei allen anderen Verfahren, weil der Rechner mehr Zeit und Rechenleistung hat, um die Bewegung der Verwackelung korrekt zu analysieren. Dies erkauft man sich jedoch immer mit einem Auflösungsverlust, den man bei einer optischen Stabilisierung oder einem bewegten Sensor nicht in Kauf nehmen muss. Dennoch ist eine Stabilisierung in der Post bei stark verwackelter Kamera in der Praxis sogar oft schlechter mechanische Verfahren. Doch warum?

Bei einem bewegten Sensor und der optischen Stabilisation bleibt das Bild "in sich" stabiler, weil das Bild schon vor dem digitalen SamplingSampling im Glossar erklärt stabilisiert wird und deswegen weniger Rolling ShutterShutter im Glossar erklärt ArtefakteArtefakte im Glossar erklärt und Kamera-Bewegungsunschärfen in die Aufnahme gelangen. Bei der Stabilisierung über Randpixel erbt man dagegen diese Probleme ebenso wie in der Postproduktion.

Technisch gesehen tritt ein beweglicher Sensor bei Systemkameras immer systembedingt aus seinem spezifizierten Bildkreis aus. Der Sensor bewegt sich hier sprichwörtlich in den Randbereichen der Optik, die oft qualitativ abfallen. So gesehen ist die Stabilisation in der Optik auf dem Papier die sauberste Stabilisierungs-Methode, da diese Stabilisierungsmethode immer versucht den Bildkreis nicht aus der Sensorfläche austreten zu lassen. Allerdings ist dieser Vorteil nur theoretisch denn die Effektivität der Optik-Stabilisation beim Filmen unterliegt einer großen Typen-Streuung bei den Objektiven.

Nicht jeder optische Bildstabilisator arbeitet gleich gut und viele Objektive sind eher für Foto- denn für kontinuierliche Videostabilisierung optimiert. Die uns bekannten bewegten Sensoren arbeiten dagegen immer auch bei Videoaufnahmen bestmöglich und sind nicht Objektivabhängig.

Optische Bildstabilisierung (OIS) / Beweglicher Sensor
Die Kombination von Stabilisatoren


4 Seiten:
Einleitung / Mechanische Bildstabilisierung
Optische Bildstabilisierung (OIS) / Beweglicher Sensor
Randpixel (EIS) / Nachbearbeitung/Postproduktion / Die "beste" Stabilisiation?
Die Kombination von Stabilisatoren
    

[4 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
TechNerdX    11:50 am 7.8.2018
Ich finde eine Steadycam an Sich eigentlich ziemlich geil, ist allerdings etwas schwieriger zu bedienen. Ein Gimbal ist bei der ersten Einrichtung natürlich nicht einfach, aber...weiterlesen
EThie    20:56 am 29.7.2018
Es fehlt ein Hinweis auf die mechanische Stabilisierung in den Sony-Kameras, wie z.B. der FDR AX 53
blindcat    09:28 am 23.7.2018
Würde ich auch so sehen. Vertikale und horizontale Bewegungen können die Gimbals (im Gegensatz zu Steadycam Riggs) nicht kompensieren, sondern eben nur Rotationen. Und zu: " ......weiterlesen
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