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Grundlagen : Der Canopus - Unterschied

von So, 24.März 2002 | 4 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

 Erklärung:



Erklärung:



Zur Erinnerung: Das DV - Signal muss zur Effektberechnung decodiert werden, da das Schnittprogramm ein unkomprimiertes RGB - Signal erwartet. Dazu dekomprimiert der Codec das DV 4:2:0 - Format erst in unkomprimiertes 4:2:0 und rechnet es (meist nach einem Zwischenschritt über 4:2:2) in 4:4:4 (also umkomprimiertes RGB) um. Dieses wird an das Schnittprogramm respektive den Effekt weitergereicht und verarbeitet. Das Ergebnis der Berechnung wird an den Codec zurückgegeben, der wieder nach 4:2:0 umrechnet. Diese Daten werden dann nach dem DV - Standard komprimiert und sind als DV - File wieder abspielbar.


Der Grund für die verschieden Ergebnisse liegt in der verschiedenen Umrechnungsweise von DV zu RGB und zurück. Dabei ist vor allem die unterschiedliche Interpretation der zulässigen Werte wichtig. Das YUV - Signal hat 220 Normwerte, allerdings können noch mehr Werte in Head - und Footroom auftreten. RGB dagegen besteht immer aus vollen 256 Werten. Ob ein Codec nur die Normwerte umrechnet oder alle, hängt vom Hersteller ab. Die meisten Firmen wollen sichergehen, dass ihre Codecs keine Signale produzieren können, die außerhalb des Normbereichs liegen. Um das zu erreichen, werden die 256 Werte, die das Schnittprogramm liefert, in die 220 Werte umgerechnet, die dem Normpegel von DV entsprechen. Damit die errechneten Videopegel mit dem Eingangssignal übereinstimmen, muss natürlich auch der Hinweg von DV zu RGB mit einer gegenläufigen Umrechnung erfolgen. Für diese Sicherheit werden allerdings eine Reihe von Nachteilen in Kauf genommen:

1. Je mehr umgerechnet wird, desto langsamer arbeitet theoretisch der Codec. Die Tatsache, dass Canopus der schnellste Codec ist, dürfte unter anderem auch damit zu tun haben.
2. Bei der Umrechnung von 220 in 256 Stufen und zurück treten zwangsläufig Rundungsfehler auf. Dafür anfällige Signale wie z.B. Verläufe können daher nach einer Berechnung schlechter aussehen. Wie sich das bemerkbar machen kann, ist hier zu sehen. Auch hier hat Canopus schon lange den Ruf, die hochwertigsten Übergänge zu ermöglichen. Ob das wirklich auch zu sehen ist, hängt ganz vom Ausgangsmaterial und vom geschulten Auge des Betrachters ab. In 98% der Fälle fällt es wahrscheinlich nicht auf.
3. Befinden sich Signale außerhalb des Normbereichs auf dem DV - Band, so können sie nicht korrekt berechnet werden. Ein etwas übersteuertes Weiß wird bei einer Berechnung zwangsläufig abgeschnitten. Da die meisten Konsumerkameras bis in den Headroom aussteuern, sind hierbei durchaus Rechenfehler zu sehen.
4. Ist es notwendig, ein Signal außerhalb der Norm zu produzieren, so ist das schlichtweg nicht möglich. Möchte ein Kunde z.B. anstatt auf Blau oder Grün seine Stanzvorlage auf Superschwarz angeliefert haben, gibt es keine andere Möglichkeit, als mit dem Canopus - Codec zu arbeiten.

Dafür ist allerdings sichergestellt, dass auch ungeübte Anwender keine Probleme haben. Denn die Überlegung geht ja noch weiter: Wer z.B. eingescannte Fotos verarbeiten möchte, kann das bedenkenlos nur mit den MS/MC/dazzle - Codecs tun. Genauso können problemlos Testbilder des Computermonitors zum Einstellen des Fernsehers verwendet werden. Auch beim Export für DVD oder das Internet treten mit den meisten Programmen keine Probleme auf.
Apropos Export: auch für die Umrechnung in ein anderes Format wie MPEG oder RealVideo ist es notwendig, die DV - Daten zu decodieren. Zwangsläufig sind dann Decoder und Coder nicht identisch. Gerade hier muss man also bei Canopuskarten darauf achten, dazu kompatible Codecs zu verwenden. Für den Export als MPEG - oder Webvideo liefert Canopus daher schon passende Coder (SoftMPEG & WebVideoWizard) mit. Coder von Fremdfirmen lassen sich in manchen Fällen auch für Canopus umstellen. So führt die Einstellung "Set equation for color space -> CCIR-601 (DV-Standard)" im beliebten TMPEG - Coder ebenfalls zu einem korrekten Ergebnis, allerdings werden Werte außerhalb des Bereichs 16 - 235 nicht mehr berechnet.


Die Chrominanz
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