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Fokus Indie-Film : Fußballer-Portrait Ausherzspiel - auf der Suche nach cinematischer Stimmung mit kleinen Mitteln

von Do, 28.Juli 2022 | 4 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

 Kamera- und Objektivwahl, Rigging etc.



Kamera- und Objektivwahl, Rigging etc.



Mit welcher Kamera arbeitest du und warum?

Die Blackmagic Pocket Cinema Camera 6K Pro ist meine Hauptkamera in voller Ausstattung, und die Pocket 6K ist meine B-Cam bei Interviews. Unnötig zu erwähnen, dass die internen NDs der Pro-Kamera meine Lieblingsfunktion bei Dokumentarfilmen sind...

Ich schätze ganz einfach die Benutzerfreundlichkeit - die Blackmagic-Kameras haben mir die Augen dafür geöffnet, wie alle Kameras funktionieren sollten. Die Benutzeroberfläche ist einfach zu navigieren und die Einstellungen lassen sich sehr schnell vornehmen. Sie ist sehr intuitiv zu bedienen und ich habe mehr Zeit, mich auf meine Aufnahmen zu konzentrieren, anstatt mich durch das Menüsystem zu wühlen.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist Blackmagic RAW. Die Arbeit mit einem so flexiblen Codec, der einfach zu bearbeiten und zu graden ist, war ein absoluter Wendepunkt. Vor allem mein Grading hat sich sprunghaft verbessert, da ich die Bilder jetzt besser nach meinem Geschmack bearbeiten kann.

Wenn ich Dokumentarfilme drehe, nehme ich eine Menge Material auf. Die kleinen Dateigrößen, die ich durch die 12:1-Komprimierung auf einem SSD-Laufwerk ohne spürbare Kompromisse erhalte, sind ebenfalls ein großes Plus, vor allem für meinen Geldbeutel.

Und schließlich liebe ich den "filmischen" Charakter der Bilder, die ich mit der Kamera aufnehme, selbst wenn ich keine komplexen Beleuchtungstechniken verwende. Ich kenne die Kamera mittlerweile in- und auswendig und kann so ziemlich jede Situation mit ihr meistern.

Trotzdem haben wir seit Neustem jetzt auch eine ARRI Amira. Die verwende ich in Kombination auch mit unseren Blackmagics.

Und welche Objektive verwendest Du mit der Blackmagic Pocket?

Ich verwende hauptsächlich vier Objektive. Eines davon ist das Sigma Art 18-35mm F1.8, das ein wunderbares Allround-Objektiv für so ziemlich jeden Job ist. Die anderen drei sind alte Contax-Zeiss-Objektive, die ich selbst auf EF umgerüstet habe. Bisher habe ich das 28mm, das 50mm und das 85mm, und ich habe vor, bald in die 18mm-Version zu investieren.

Das Objektiv, das ich in letzter Zeit am häufigsten benutzt habe und das ich jedem anderen vorziehen würde, wenn ich müsste, wäre das Contax 28mm F2.8. Die 28mm-Brennweite gibt mir einen interessanten und filmischen Look, und der Charakter der Contax-Zeiss-Objektive, die in den 1970er und 80er Jahren gebaut wurden, ist sehr einzigartig. Ich bin kein Bokeh-Experte, aber ich finde es sehr cremig. Außerdem sind sie sehr kontrastreich und streuen selbst bei direktem Sonnenlicht kaum. Das 28mm-Objektiv ist außerdem sehr vielseitig und eignet sich für so gut wie jede Situation. Ich habe mehrere Dokumentarfilme zu 90% mit diesem Objektiv gedreht und bin der Meinung, dass sein Charakter den Geschichten und dem Gesamtbild zugute kommt.

Wie kontrollierst du den Fokus bei den Aufnahmen?

Da alle meine aktuellen Kameras keinen Autofokus besitzen, ziehe ich die Schärfe immer selber. Damit habe ich schon früh angefangen, da ich immer die volle Kontrolle über meine Aufnahmen haben möchte - auch schon als ich noch mit einer Sony a6300 unterwegs war. Bei meiner Hauptkamera bzw. meiner geriggten Cam benutze ich einen kleinen Followfocus von Lanparte mit optionalen Hard Stops und damit komme ich bestens zurecht. Beim Filmen von Interviews, wo ich zwei Kameras oder mehr bedienen muss, wünschte ich mir allerdings doch schon manchmal den Autofokus zurück, das kann ich nicht abstreiten. Der würde mir auf jeden Fall etwas Stress abnehmen :)


Wie gehst du an das Rigging der Kamera heran?

Als ich meine erste Pocket-Kamera gerigged habe, versuchte ich, sie so groß und "professionell" wie möglich aussehen zu lassen. Aber nach ein paar eintägigen Drehs und Reisen wurde mir schnell klar, dass ich mich auf das wesentliche Zubehör konzentrieren und das Setup so einfach und sauber wie möglich halten sollte, vor allem, wenn ich es für den Transport regelmäßig abbauen muss.

Allerdings macht mir das Rigging auch Spaß. Daher verwende ich derzeit den Smallrig-Cage, der eine Baseplate, 15-mm-Stangen und einen oben angebrachten Griff umfasst. Oben am Griff habe ich meinen Atomos Ninja V Monitor. Vor dem Objektiv habe ich eine Zip Box Pro Matte Box von Wooden Camera und den Lanparte Follow Focus. Für die Stromversorgung verwende ich V-Mount-Batterien.

Einleitung / Im Moment sein - improvisierte Drehs
5 Drehtage, 5 Terabyte Material


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[23 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
Brahmavata Smithee    19:37 am 2.8.2022
Und trotzdem hat es mein Film auf ein A - Festival geschafft. So wie man es sich erträumt: Ohne vorherige Promotion oder einem Netzwerk, dass man sich vorher aufgebaut hat...weiterlesen
Frank Glencairn    19:29 am 2.8.2022
Nein das Interview hab ich tatsächlich nicht gemeint, da ist der schon Ton okay, und Stativ hatten sie ja auch - wenn auch beim Grading nach Luft nach oben wäre...weiterlesen
freezer    19:18 am 2.8.2022
Ich finde jetzt übertreibts Du aber. Zum einen sieht man ja im Setfoto, dass das Interview geangelt wurde und es kein On-Camera Mic war: https://www.slashcam.de/images/texte/21 ...weiterlesen
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update am 18.August 2022 - 16:57
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