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Erfahrungsberichte : Red Konkurrenz aus China - Kinefinity KineMAX 6K kurz angesehen

von Mo, 18.Mai 2015 | 4 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

  Einleitung
  6K für 10.000 Euro
  In der Praxis
  Fazit



6K für 10.000 Euro



Bislang gab es 6K noch nicht einmal bei ARRI, sondern in nennenswerten Stückzahlen nur bei RED, die jedoch in diesem Jahr noch die technische Latte auf 8K anheben wollen. Inwieweit man überhaupt 6K bei der eigenen Produktion gut gebrauchen kann steht auf einem anderen Blatt. Auf einem Super-35mm Sensor (den auch die KineMAX 6K besitzt) sind rund 6.000 Horizontal-Pixel schon an der Grenze des optisch sinnvollen, weshalb auch im Fotobereich das Megapixel-Rennen an dieser Grenze faktisch halt machte. 8K-Horizontal-Pixel gelten dagegen erst bei einem Kleinbild/FullFrame-Bildkreis als noch sinnvoll, weshalb RED hier auch den Weg über das VistaVision-Format beschreitet. Doch das ist ein anderes Thema...

Die 6K schafft die Kamera bei 5760 x 3240 Pixeln mit maximal 25 Bildern pro Sekunde. Geht man auf ein beschnittenes Wide Format (5760 x 2400) sind auch 30 fps drin. All dies funktioniert bei einem Rolling Shutter mit ca. 14 Blendenstufen und kann nur im eigenen KineRAW-Format abgespeichert werden, das für ca. 3 Sekunden Film dann ca. 1 GB Speicher beansprucht.

Nicht minder interessant erscheint uns jedoch der "Golden 3K-Aufnahme-Modus", der wahlweise in KineRAW, CinemaDNG oder (!!) Cinemform RAW funktionieren soll. Hier werden jeweils 2x2 Sensel bei einem Full-Sensor-Readout zu 2880 x 1620/1200 Pixeln zusammengefasst, was in beeindruckenden 16 Blendenstufen resultieren soll. Leider war dieser Modus bei unserer Test-Kamera noch nicht implementiert. Verkleinert man die ausgelesene Chip-Fläche so werden in 2-4K-Modi bis zu 100 fps möglich. Auch dies war bei unserem Testmodell noch nicht möglich.

Eine ProRes-Aufnahme-Option soll ebenfalls noch folgen, jedoch ist noch nicht klar, ob diese als kostenloses Firmware-Update ausgeliefert wird oder bezahlpflichtig wird. Dies ist auch einer unserer größten Kritikpunkte an der Kamera. Wenn man nicht weiß, was zukünftige Optionen kosten werden, wird man missmutiger in das gesamte System investieren. Gäbe es hier klare Ansagen und ungefähre Firmware-Roadmaps, so könnte man auch (zumindest etwas) verlässlicher planen.

Die Aufzeichnung erfolgt auf so genannte KineMAG SSDs, von denen sich ein 120GB Modell im Lieferumfang befindet. Hierbei handelt es sich um zertifizierte, "normale" SATA-SSDs. Laut Distributor können auch andere Marken-SSDs benutzt werden, jedoch auf eigenes Risiko, dass die Datenrate nicht eingehalten wird. Mit ca. 330 MB/s liegt die maximale Schreibrate der KineMAX für SSDs jedoch nicht nicht außerordentlich hoch. Gegenüber REDMAGs, CFAST 2.0 oder SxS sind die Medien der KineMAX damit unschlagbar günstig, wenn man sich die Mühe macht, nach geeigneten SSDs Ausschau zu halten bzw. diese selber zu testen.

Sind die Aufnahmen im "Kasten", dann geht es entweder direkt in Assimilate Scratch, einem Grading- und Finishing Tool, von dem eine einjährige Software-Lizenz beigelegt ist. Ist das Jahr vorbei, kostet das Programm 60 Dollar Monatsmiete oder ca. 3.000 Dollar als zeitlose Lizenz. Alternativ kann man seine KineRAW-Dateien auch mit der (nun mitgelieferten) KineStation nach ProRES oder in andere RAW-Formate wandeln. Damit transcodiert man seine Aufnahmen für jedes andere Schnitt/Grading/Finishing-System, jedoch kostet die Konvertierung viel Zeit und Speicherplatz.

Ebenfalls im Lieferumfang ist die KineAudio-Lösung (48V Phantom Power XLR-Anschlüsse), was die Kamera auch von der Ausstattung her in dieser Preisklasse deutlich interessanter macht. Dafür ist im Entry Bundle wirklich kein Viewfinder oder Monitor im Lieferumfang. Die Vorschau über HDMI war bei uns noch (??) gelegentlich etwas ruckelig. Die Verzögerung der Vorschau war deutlich spürbar und lag geschätzt bei ca. einer halben Sekunde. Dafür gibt es eine mehrstufige Display-Lupe, über die das Fokussieren in 6K zuverlässig gelingen kann. Zur Bildkontrolle kann man sowohl einen Waveform-Monitor als auch ein RGBI-Histogramm zuschalten.



Als Mount gibt es als Standard eine aktive EF-Mount, die auch elektronische Blendensteuerung erlaubt. Alternativ kann man die Kamera mit der KineMOUNT erwerben, die sich mit zusätzlichen Mount-Adaptern dann auf PL/EF/Nikon F oder sogar B4 adaptieren lässt. Besonders angetan hat es uns ein Speedbooster-ähnlicher Focal Reducer für ca. 800 Euro. Damit bekommt man eine 6K-RAW-Aufnahmemöglichkeit bei einem Crop-Faktor von 1,1. All dies geht natürlich auch mit dem Nachteil einher, dass die KineMAX keinen integrierten ND-Filter besitzt. Nach unserem Dafürhalten besitzt der Sensor übrigens auch keinen IR-Sperrfilter.

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In der Praxis / Fazit


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[5 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
iasi    06:54 am 19.5.2015
Keine Anwendung für 6k? Es bietet schlicht mehr Möglichkeiten - unabhängig vom Ausgabeformat. 16 Blendenstufen DR benötigt man ja gar nicht so häufig, wie man immer denkt...weiterlesen
Frank Glencairn    01:27 am 19.5.2015
Ist halt immer so ne Ansichtsache. Für mich wäre der 3k Golden Modus der Hauptgrund für den Kauf - für 6K hab ich keine Anwendung. SDI ist really nice to have, aber mein...weiterlesen
rudi    18:24 am 18.5.2015
Davor sah es so aus: 6k + $1000 Höhere Framerates + $1000 SDI + $349 Kinestation Transcoder + $349 XLR Audio + ???$ usw. Das waren wenig echte "Options", sondern schon...weiterlesen
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update am 28.Januar 2021 - 09:54
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