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Einführungen : Tipps und Hilfe beim Camcorder-Kauf

von Mi, 19.August 2009 | 11 Seiten (Artikel auf einer Seite)


Wenn HD, dann welches Format?
Welches Speichermedium für die Aufzeichnung?
Welche Ausstattungsmerkmale sind wichtig?
Sensoren / CMOS vs. CCD
Optik, Sucher und Co.
Anschlüsse
Bedienung
... und was ist mit Audio?
Worauf es unserer Meinung nach nicht ankommt...
Neu: HD-Video aufnehmen mit Foto-Knipsen und Handys?
Zurück zur Entscheidung: worauf könnte es denn nun ankommen?



Seit der letzten Version unseres Camcorder-Kaufratgebers hat sich einiges getan -- neue Formate, neue Speichermedien: neue Fragen. Höchste Zeit für ein Update. Worauf ist zu achten, möchte man sich heute einen Camcorder zulegen? Auf welche Features kommt es an, wo sollten die Prioritäten liegen, und brauchen wirklich alle HD?

In Größe, Handhabung und Fähigkeiten sehr unterschiedlich: semiprofessioneller “Henkelmann”, kleiner Allround-Camcorder und Einsteiger-Kamera im Hochkantformat



Zwei wichtige Punkte möchten wir dem Ratgeber voranstellen: Wer vor dem Kauf seines ersten Camcorders steht, weiß oft nur eines ganz genau, nämlich wieviel er höchstens kosten darf. Danach fangen die Schwierigkeiten an -- dabei will man berechtigterweise einfach nur das Bestmögliche für sein Geld. Doch auf die anfangs gestellte Frage (auf welche Features kommt es an) gibt es leider keine allgemeingültige Antwort. Formuliert man sie etwas um, nämlich "welche Features sind für MICH wichtig", stehen die Chancen schon besser, allerdings kann das nur jeder für sich selbst beantworten. Als Hilfestellung dabei ist nun dieser Text gedacht: wir erklären, worauf es denn ankommen könnte.

Zweitens sollte man folgendes immer im Hinterkopf behalten: zwar gibt es bei der Wahl der Kamera, wie wir gleich sehen werden, einiges zu beachten, doch wichtiger noch ist das, was danach folgt. Denn wer gute Ideen hat und diese in interessante Bilder umzusetzen weiß, wird auch mit einer schlechten Kamera immer noch bessere Filme machen, als jemand, der mit einem Topmodell planlos und uninspiriert drauflosfilmt...

Nun kann es losgehen – fangen wir am besten bei der Frage an, die oft als erstes gestellt wird:




HD, oder nicht?



Von HD (High Definition) hat nicht zuletzt dank fleißiger Marketingabteilungen mittlerweile jeder schon gehört. Doch was bedeutet das eigentlich und wer braucht es?

HD-Kameras nehmen Video in einer höheren Auflösung auf, als es frührere Videostandards zuließen – die Bilder bestehen aus mehr Pixeln und sind daher bedeutend schärfer. Denn bedingt durch den TV-Standard PALPAL im Glossar erklärt hatten Videobilder in Europa nur 720 (horizontal) x 576 (vertikal) PixelPixel im Glossar erklärt groß zu sein. Mittlerweile gibt es mehrere High Definition-Videoformate, die sich in der Auflösung und der Art, wie die Videodaten berechnet werden, unterscheiden (bis zu 1920x1080 PixelPixel im Glossar erklärt, dazu mehr unten).

Wie dieser Größenvergleich in Sachen Auflösung zeigt, hat Full HD gut viermal mehr Bildpunkte als DV



Mehr PixelPixel im Glossar erklärt bringen deutlich mehr Schärfe, aber auch größere Bilddateien, da mehr Bildinformationen als bei Video in Standard-Auflösung (Standard Definition / SD) vorliegen. Damit die Datenmengen einigermaßen handlich bleiben, werden die Datenströme anders (effektiver) berechnet bzw. komprimiert. Dies wiederum führt dazu, daß mehr Rechenoperationen ausgeführt werden müssen, und ein relativ neuer, leistungsstarker Computer und ein aktuelles Schnittprogramm benötigt werden, um das Material nachher zu schneiden (siehe auch unten bei AVCHD). Beim Kauf eines HD-Camcorders könnten also noch weitere Investition benötigt werden. Eine andere Frage lautet: wo soll das Material angeschaut werden? Denn die höhere Auflösung nützt wenig, wenn die Filme beispielsweise nur auf einem alten Röhrenfernseher laufen sollen, der die höhere Auflösung gar nicht darstellen kann.

Momentan muß also noch entschieden werden, ob sich die Anschaffung eines HD-Modells tatsächlich lohnt. Wer nur gelegentlich bei Familienfeiern oder im Urlaub drehen, kein Geld mit seiner Cam verdienen und/oder die Aufnahmen höchstens im Internet zeigen möchte, etwa auf Youtube, braucht vielleicht nicht unbedingt in HD zu investieren, auch wenn im Netz zunehmend hochauflösende Clips gezeigt werden können. Auch wer nur DVDs produzieren will, ist theoretisch mit einem SD-Camcorder ausreichend bedient, andererseits läßt sich Videomaterial bei Bedarf immer von einer höheren auf eine niedrigere Auflösung herunterrechnen.
Da viele ambitionierte Anwender auf HD umsteigen, sind übrigens gebrauchte SD-Geräte gerade sehr günstig zu haben. Neue SD-Modelle kommen allerdings kaum noch auf den Markt (schon gar keine sonderlich interessanten), sodaß wir selbst schon seit einiger Zeit nur noch HD-Modelle testen. Die Zukunft gehört also eindeutig den höheren Auflösungen, aber man sollte eben nicht vollkommen vergessen, daß noch bis vor kurzem die sogenannten SD-Camcorder, die in Standardauflösung aufzeichnen, als absolut ausreichend erschienen...




Wenn HD, dann welches Format?



Für den Einsteigermarkt sind bislang vor allem zwei Formate von Bedeutung, nämlich HDV mit 1440x1080 bzw. 1280x720 Pixeln und AVCHD mit 1440x1080 bzw. 1920x1080 Pixeln. Letzteres wird oft als FullHD-Auflösung bezeichnet. Neben der unterschiedlichen Auflösung ist auch die maximale Bitrate bei den zwei Formaten verschieden. Bei HDVHDV im Glossar erklärt liegt sie konstant bei 19 bzw. 25 MBit/s, während für AVCHD-Video bei der Aufnahme eine Bitrate bis maximal 24 Mbit/sMbit/s im Glossar erklärt festgelegt werden kann. (Je höher die Bitrate, desto mehr Daten stehen pro Bild zur Verfügung, und umso besser ist die Qualität verglichen mit einer niedrigeren Rate, desto mehr Speicherplatz wird jedoch auch benötigt.) Die beiden Formate arbeiten jedoch grundsätzlich anders, das heißt sie verwenden unterschiedliche Algorithmen zur Komprimierung -- AVCHDAVCHD im Glossar erklärt ist eine MPEG-4 Variante, HDVHDV im Glossar erklärt folgt dem MPEG-2MPEG-2 im Glossar erklärt Standard. Es bringt daher wenig, reine Eckdaten zu vergleichen.



AVCHD, das neuere der beiden Formate, bringt de facto eine höherere Auflösung mit, und setzt sich immer mehr gegen das ältere HDVHDV im Glossar erklärt durch, doch es gibt noch zwei weitere Punkte, die man bei der Formatwahl im Blick haben sollte:

- Das Videoformat steht in engem Zusammenhang mit dem eingesetzten Speichermedium (siehe nächsten Punkt). HDVHDV im Glossar erklärt wird, auch wenn theoretisch andere Medien zum Einsatz kommen könnten, immer auf Kassetten geschrieben, während AVCHDAVCHD im Glossar erklärt niemals auf Band, sondern auf Festplatten, Speicherkarten uä. landet. Eine Entscheidung in Sachen Datenträger zieht also automatisch auch das jeweilige FormatFormat im Glossar erklärt mit sich. Einen Sonderfall stellt übrigens der HDV-kompatible DatenstromDatenstrom im Glossar erklärt im MPEG2-TS FormatFormat im Glossar erklärt dar, der von manchen JVC-Camcordern auf Festplatte bzw. Wechselspeicher geschrieben wird, während einige Hersteller wie Samsung, Toshiba ua. auf AVC/MPEG4, das dem AVCHD-Standard ähnlich ist, setzen.



- Was die Nachbearbeitung des aufgenommenen Materials angeht, so braucht man für den Schnitt von hochauflösendem Video einen erheblich stärkeren Computer als bei SD-Video. Vor allem AVCHD-Material stellt noch immer im Gegensatz zu HDVHDV im Glossar erklärt sehr hohe Anforderungen an das Schnittsystem, auch wenn praktisch alle Schnittprogramme das FormatFormat im Glossar erklärt mittlerweile akzeptieren. In der Regel wird bei der Bearbeitung das Material in ein Hilfsformat umgewandelt (sog. Intermediate), sodaß man auch viel mehr Festplattenplatz als bei der Arbeit in Standardauflösung (oder bei direkter HDV-Bearbeitung) benötigt. Trotzdem setzt sich AVCHDAVCHD im Glossar erklärt im Einsteigersegment mehr und mehr durch, aus dem schlichten Grund, daß die meisten Hersteller kaum noch (günstige) HDV-Modelle anbieten.

Professionelle HD-Formate sind übrigens beispielsweise XDCAM von Sony oder Panasonics DVCPRO HD – sie kommen erst bei Kameras ab ca. 5000 Euro zum Einsatz. Am Rande erwähnt sei noch das neue Unterformat "AVCHD Lite", das vermutlich vor allem bei Fotoapparaten oder Handys für Videoaufnahmen zum Einsatz kommen wird. Die Auflösung ist hier auf 1280x720 beschränkt, die maximale Bitrate beträgt 17Mb/s.

Im Zusammenhang mit den Aufnahmeformaten einer Kamera wird meist die maximale Auflösung genannt, sowie mit welcher BildwiederholrateBildwiederholrate im Glossar erklärt gearbeitet wird. Diese beträgt in Europa meist 25 Bilder pro Sekunde, wobei nochmal zwischen Halb- und Vollbildaufzeichnung unterschieden wird. Letzteres nennt sich “progressiv” und wird mit einem “p” hinter der Bildzahl signalisiert. Zeichnet eine Kamera im sogenannten Zeilensprung-Verfahren auf, so werden anstelle von 25 ganzen 50 halbe Bilder aufgenommen, und zwar immer jeweils die geraden bzw. ungeraden Zeilen, aus denen ein Videobild besteht. Man spricht dann von einer Bildrate von 50i (für eng. Interlace / verweben). Das Halbbildverfahren wurde damals eingeführt, um die Darstellung auf Röhrenfernseher zu verbessern, auf Flachbildfernsehern oder Computerbildschirmen wird es eigentlich nicht mehr gebraucht – im Gegenteil, für die Wiedergabe auf solchen Geräten müssen Interlaced-Aufnahmen wieder zusammengefügt werden (deinterlaced).
Kameras, die für den amerikanischen Markt produziert wurden, nehmen mit 30p oder 60i auf – manche der hiesigen Modelle beherrschen auch diese Wiederholraten. Einige Low-Budget-Camcorder können sogar ausschließlich 30p, was jedoch kein größeres Problem ist, wenn die Filme nur im Internet gezeigt werden sollen (auf alten Fernsehern läßt sich das Material jedoch nicht ohne weiteres ansehen). Schließlich gibt es die magische Zahl 24 – die traditionelle Bildrate von Kinofilm.

HD-Aufnahmen sind (anders als bei DV) übrigens immer im FormatFormat im Glossar erklärt 16:9.




Welches Speichermedium für die Aufzeichnung?



Wichtig bei der Wahl einer Kamera ist die Frage, worauf die Videodaten aufgezeichnet werden. Es gibt derzeit mehrere verschiedene Datenträger zur Auswahl, die alle verschiedene Vor- und Nachteile mit sich bringen bezüglich Preis, Aufnahmekapazität, Größe und Archivierbarkeit, sowie indirekt auch was Nachbearbeitung und KompressionKompression im Glossar erklärt angeht, da wie bereits angesprochen manche Träger gewisse Formate bedingen.

Kassette (Formate: DV, HDV)
Der alte Standard, das Band, mag altmodisch und unbequem anmuten, hat jedoch noch viele Fans. Die Kapazität einer (H)DV-Kassette ist groß, sie ist verhältnismäßig billig, außerdem zuverlässig (kann nicht versehentlich komplett gelöscht werden), und man kann sie gut zum Archivieren von Videodaten verwenden (natürlich das Rohmaterial selbst, aber auch die Schnittfassung kann auf Band ausgespielt werden, sofern der Camcorder über DV-In verfügt). Die Nachteile: man muß hin- und herspulen um eine spezielle Szene zu finden, und die Daten nach dem Dreh für den Schnitt erst einlesen (capturen). Auch kann es zu seltenen Dropouts kommen, wenn Staub oä. auf das Band gelangt.

Ein Bandlaufwerk hat etwas größere Bauformen der Modelle zur Folge



Festplatte (Formate: AVCHDAVCHD im Glossar erklärt, MPEG2-TS, AVC/MPEG4)
Die Festplatte (eng. HDD / hard disc drive) erlaubt im Gegensatz zum Band einen schnellen Zugriff auf die Daten, und bietet gute Datenkapazitäten. Allerdings sind Festplatten mit beweglichen Teilen recht empfindlich für Stöße uä.

Festspeicher (Formate: AVCHDAVCHD im Glossar erklärt, MPEG2-TS, AVC/MPEG4)
Ganz anders dagegen die Fest-/Flash-Speicher (SD/SDHC-Karten), die sich immer mehr zum neuen Standard etablieren und sich wachsender Beliebtheit auch in unserer Redaktion erfreuen, de es keine mechanischen Teile gibt, die kaputt gehen können oder Laufwerksgeräusche verursachen, die mitaufgezeichnet werden könnten. Auch hier muß das Videomaterial nicht umständlich gecaptured werden. Außerdem können auf Karten aufzeichnende Kameras kleiner gebaut werden, als solche, die ein Bandlaufwerk, eine Festplatte oder DVD-Laufwerk beherbergen müssen. Nachteilig ist, daß die Karten noch relativ teuer sind (auch wenn die Preise tendentiell sinken) und derzeit nur ein maximales Fassungsvermögen von 32 GB haben. Man muß also mehrere davon anschaffen, und bei längeren Drehs die Daten auf eine Festplatte überspielen, was in manchen Drehsituationen umständlich sein kann. Da die Karten aber demnächst auch größere Datenmengen werden fassen können, dürfte sich dieser Workflow bald vereinfachen. Elegant sind in dieser Hinsicht teurere Kamers mit zwei Kartenslots, bei denen die Karten gewechselt werden können, ohne die Aufzeichnung unterbrechen zu müssen.
Sony und Panasonic haben für ihre professionelleren Kameras mit SxS (Dateiformat: XDCAM EX) bezeihungsweise P2 (Dateiformat: DVCPRO HD) jeweils ein eigenes Kartenformat entwickelt.

Platz- und zeitsparend: die Speicherkarte



MiniDVD / Blu-ray
Mit Einzug der hochauflösenden Videoformate verlor die DVD, die als besonders anwenderfreundlicher Datenträger vermarktet wurde, noch mehr an Attraktivität. Sie fasst zu wenig Daten, benötigt ein mechanisches Laufwerk und so ganz einfach, wie die Hersteller gerne suggerieren, ist der Zugriff auf das gespeicherte Material auch nicht, da die DVDs beispielsweise finalisiert werden müssen. Ferner kann kein DV/HDV gespeichert werden, sondern MPEG-2MPEG-2 im Glossar erklärt (SD) bzw. AVCHDAVCHD im Glossar erklärt (hochauflösend). Ersteres bringt verglichen mit DV schlechtere Qualität, beides ist in der Nachbearbeitung eher unbequem, siehe bei Formate. Tatsächlich kommt die DVD bei neuen (HD-)Modellen kaum noch zum Einsatz.
Auf Blu-ray als Datenträger setzte bislang nur Hitachi bei wenigen Modellen. Der Preis der Scheiben und das Laufwerk mit seiner Anfälligkeit sind auch hier nachteilig.

Sonstige: Fest eingebauter Flash-Speicher, Memorystick
Einige der Camcorder, die auf Wechsel-Speicherkarten aufzeichnen, verfügen zusätzlich über eingebauten Festspeicher. Dieser ist im Vergleich zu Wechselspeicher pro GB teurer und natürlich weniger praktisch. Am Rande soll auch der Sony-eigene Memory-Stick Pro Duo erwähnt werden, der bei vielen Sony-Modellen als zusätzliche Aufzeichnungsalternative eingesetzt werden kann, bei einigen wenigen sogar das einzige Speichermedium darstellt. Die Sticks sind teurer als vergleichbare SD/SDHC-Karten und derzeit nur bis 16GB erhältlich.

Abschließend noch ein Hinweis: Von manchen Camcordermodellen gibt es mehrere Varianten, die sich ua. im Aufzeichnungsmedium unterscheiden, auch werden gelegentlich Hybrid-Modelle vorgestellt, die beispielsweise auf Karte oder Festplatte aufzeichenen können.




Welche Ausstattungsmerkmale sind wichtig?





Sensoren / CMOS vs. CCD



Das Kernstück eines Camcorders stellt der Bildwandler dar, auch Sensor oder Chip genannt. Professioneller und in der Herstellung aufwändiger sind 3-Chip-Kameras, meistens als Prosumer-Modelle bezeichnet. Hier wird das einfallende Licht von einem Prisma in die drei Farbbestandteile rot, grün und blau getrennt und jeweils auf einen eigenen Chip gelenkt, während bei 1-Chip-Modellen nur ein Sensor zur Verfügung steht, um den Lichtstrahl in elektrische Impulse zu wandeln. Es gibt aber mittlerweile durchaus 1-Chipper (Consumer-Modelle), die gute Bildqualität produzieren, oder zum Teil sogar gleichauf sind mit preislich vergleichbaren 3-Chippern.

CCD vs CMOS: Wurden als Bildwandler bis vor einigen Jahren nur sogenannte CCDs verbaut (Charged-Coupled Devices), so kommen heute immer öfter CMOS-Sensoren (complimentary metal-oxide semiconductor) zum Einsatz. Beide sind dazu da, das einkommende Licht in elektrische Impulse umzuwandeln, tun dies jedoch auf unterschiedliche Art und Weise. War anfangs die Bildqualität von CMOS noch deutlich schlechter als bei CCDs, läßt sich mittlerweile dies pauschal nicht mehr sagen, auch bietet CMOS Vorteile in Sachen Lichtempfindlichkeit. Allerdings bestehen noch deutliche Qualitätsunterschiede zwischen billigen und hochwertigen CMOS-Sensoren. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte die Bildqualität anhand von Testaufnahmen begutachtet werden – beispielsweise in unserer HD-Camcorder Testdatenbank
Ein großer Unterschied zwischen CMOS- und CCD-Sensoren, der deutlich sichtbare Folgen in Praxis hat, liegt in der Art, wie das Bild ausgelesen wird: bei ersteren werden die PixelPixel im Glossar erklärt zeilenweise zeitversetzt ausgelesen, wodurch es zu sogenannten "Rolling ShutterShutter im Glossar erklärt Effekten" kommen kann. Da die Zeilen nicht im gleichen Bruchteil einer Sekunde aufgenommen werden, kann das Bild bei schnellen Bewegungen (des Motivs oder der Kamera) verzogen erscheinen. Bei CCDs kann dies nicht passieren, dafür sieht man hier gelegentlich Streifen, die von hellen Lichtern im Bild ausgehen (Smear), was wiederum bei CMOS nicht vorkommt... Hier gibt es mehr Info zu diesem Thema (allerdings auf Englisch.

Beim Rolling ShutterShutter im Glossar erklärt Look kippen die Vertikalen seitwärts



Besonders wichtig ist in Punkto Bildsensoren die Größe der Chips – je größer desto besser, sofern der Rest gleich bleibt, da mehr und vor allem größere PixelPixel im Glossar erklärt auf den Sensor passen. Die Größe des Sensors wird auch hierzulande in Zoll und als Bruch 1 durch X angegeben, 1/6 Zoll ist dabei sehr klein, 1/3 passabel, 1/2 derzeit das Beste im Bereich (semi)professionelles Video. Die Lichtstärke (Low-Light-Verhalten) und Schärfentiefe hängt ua. von der Sensorgröße ab. Anders als bei Photokameras bringt ein Vielfaches an Megapixel bei Video jedoch nicht automatisch ein besseres Bild (siehe auch unseren Punkt „Worauf es unserer Meinung nach nicht ankommt“)




Optik, Sucher und Co.



Die Optik ist neben dem Sensor und der Signalverarbeitung ausschlaggebend für die Bildqualität eines Camcorders. Wird hier zu sehr gespart, wirkt sich dies deutlich sichtbar aus. Je mehr das Bild beispielsweise an den Kanten verzerrt wird, sogenannte Verzeichnung, desto schlechter ist die Optik. (Das Verhalten sollte möglichst im maximalen Weitwinkelbereich begutachtet werden.)

Eine starke Verzeichnung erkennt man an den Bildrändern, dort biegen sich die Horizontalen.



Chromatische AberrationAberration im Glossar erklärt (CA) nennt sich ein anderer Bildfehler, für den die Optik verantwortlich ist. Man erkennt ihn daran, daß im Bild die verschiedenen Farbebenen nicht exakt übereinander liegen. Dadurch entstehen unschöne Farbsäume, meistens an den Rändern des Bildauschnitts. Je weitwinkliger eine Optik, um so mehr ist mit einer CA zu rechnen.

Bei Vergrößerung deutlich zu erkennen: Farbsäume bei der chromatischen Aberration



Auch unterscheiden sich Objektive in ihrer Lichtstärke, das heisst, die Menge des Lichts, das auf dem Weg durch die Linsensysteme verloren geht, kann verschieden gross ausfallen. Dies lässt sich natürlich kaum mit dem Auge wahrnehmen, weshalb man sich auf die Angaben der Hersteller verlassen muss. Ein Objektiv mit der Lichtstärke 1:2.8 „schluckt“ weniger Licht als eines mit 1:4, wird also bei Aufnahmen bei wenig Licht ein etwas helleres Bild produzieren können.

Bis auf wenige (teure) Ausnahmen sind Videokameras mit fest eingebauten Zoom-Objektiven ausgerüstet, bei denen sich die BrennweiteBrennweite im Glossar erklärt von Weitwinkel bis Tele variieren lässt. Während die Hersteller selbst meist gern die Zoomfähigkeit eines Modells herausstellen, ist für viele Anwender jedoch der Weitwinkel beinahe wichtiger, und der ist nur selten ausreichend. Um einen wirklich weiten Aufnahmewinkel zu bekommen, also einen möglichst grossen Ausschnitt aufzunehmen, muss das Objektiv mit einem Weitwinkelkonverter ergänzt werden – beim Kauf sollte darauf gachtet werden, dass der Durchmesser des Konverters dem des Objektivs entspricht. Auch muß am Objektiv natürlich ein Gewinde vorhanden sein. Wer bei der Wahl seiner BrennweiteBrennweite im Glossar erklärt flexibel sein möchte, sollte einen zoombaren Konverter anschaffen, wobei nicht-zoombare allerdings in der Regel eine höhere Bildqualität produzieren.

Was den ZoomZoom im Glossar erklärt betrifft, so wird zwischen optischer und digitaler Vergrösserung unterschieden. Letztere wird nicht vom Objektiv selbst produziert, sondern es wird einfach ein Ausschnitt des Bildes elektronisch vergrössert – entsprechend schlecht sieht dann auch das Bild aus, zumindest bei dem derzeitigen Stand der Technik. Der digitale ZoomZoom im Glossar erklärt sollte nur in Ausnahmefällen hinzugeschaltet werden. Nur die Angaben zum optischen ZoomZoom im Glossar erklärt sagen tatsächlich etwas über die Fähigkeiten des Objektivs aus. Auch bei der Bildstabilisation, die bei freihändigem Filmen das Zittern reduziert, wird übrigens zwischen optisch und elektronisch unterschieden; erstere ist hochwertiger.

Kein Sucher in Sicht bei vielen neueren Modellen



Ein Sucher fehlt mittlerweile bei vielen Camcordern, kann jedoch sehr praktisch sein, etwa beim Filmen in heller Umgebung. Auch beim Einstellen der Belichtung ist ein Sucher manchmal dem Display vorzuziehen, da sich Helligkeitsunterschiede leichter in schwarz-weiß beurteilen lassen (allerdings ist der Sucher vieler Consumer-Kameras heutzutage in Farbe, sofern überhaupt vorhanden, und auch die Auflösung läßt meist zu wünschen übrig). Die Abschirmung des Sucherbildes kann durch eine montierbare Augenmuschel aus Gummi noch zusätzlich verbessert werden. Ausserdem sollte der Sucher über eine individuelle Dioptrin-Anpassung verfügen.

Das Display sollte, vor allem bei HD-Cams, eine möglichst hohe Auflösung haben, um überhaupt Anhaltspunkte bezüglich der Schärfeeinstellung liefern zu können (siehe dazu auch unten bei Bedieung).
Bei der Wahl, ob eher Display oder Sucher benutzt werden soll, sollte neben persönlichen Vorlieben auch bedacht werden, dass das Display mehr Strom verbraucht als der Sucher. Zwar legen wir jedem Videografen die Anschaffung mindestens eines Ersatzakkus ans Herz, sollte aber doch einmal bei einem Dreh der „Saft“ ausgehen, kann Strom gespart und somit Kamera-Laufzeit gewonnen werden, indem nur der Sucher benutzt wird.




Anschlüsse



Als einfache Faustregel gilt, je mehr desto besser. Unbedingt vorhanden sein sollte jedoch: Mikrofoneingang, Kopfhörerausgang, bei DV/HDV-Modellen FirewireFirewire im Glossar erklärt zur Datenübertragung an den Rechner, oder um externe Preview-Monitoren anzuschließen, bei AVCHD-Modellen HDMI. Zum Anschließen der Kamera an analoge oder HDMI-lose Fernseher sind meistens analoge Anschlüsse vorhanden (FBAS / CompositeComposite im Glossar erklärt und Komponente / YUV), auch USB ist in der Regel an Board.

Zahlreiche Anschlussmöglichkeiten an einer Profi-Kamera (links), nur das Nötigste an der Consumer-Cam (rechts)



Interessant ist auch die Platzierung der Anschlüsse – sie sollten erreichbar sein, unabhängig ob mit Akku oder Netzstrom gedreht wird, ob vom Stativ oder aus der Hand. Befindet sich etwa der Firewireanschluss an einer Dockingstation, gibt es Probleme mit der Monitorvorschau wenn mit Stativ gearbeitet wird.



Bedienung



Oft sind bei Consumer Kameras die manuellen Einstellungsmöglichkeiten stark begrenzt. Solange die Kameraautomatik zufriedenstellende Ergebnisse liefert, mag dies den durchschnittlichen Anwender nicht weiter stören, doch gibt es viele Situationen, wo nur durch gezieltes Eingreifen gute Qualität erzielt werden kann. Um etwa auf die Belichtung Einfluss nehmen zu können, müssen BlendeBlende im Glossar erklärt und VerschlusszeitVerschlusszeit im Glossar erklärt manuell einstellbar sein. Auch der sogenannte WeissabgleichWeissabgleich im Glossar erklärt, bei dem der Kamera mitgeteilt wird, welcher Farbwert als weiss gelten soll – dies ist je nach Lichtverhältnis unterschiedlich – sollte möglichst manuell gemacht werden können.
Die meisten Kameras haben einen gut funktionierenden Autofokus. Wer jedoch auch den Fokus per Hand einstellen möchte – etwa bei einer Schärfeverlagerung – wird sich über einen Fokusring freuen, der viel präziser und intuitiver zu bedienen ist als ein Schieberegler. Neuerdings ist bei manchen Modellen auch ein Scharfstellen per Touchscreen möglich -- einfach den Teil des Bildes, der scharf sein soll, antippen, und fertig.
Der ZoomZoom im Glossar erklärt wird in der Regel über einen Schieberegler geführt, nur manche Modelle bieten zusätzlich einen Zoomring am Objektiv.

Ein Sonderfall stellt übrigens die Schärfeeinstellung bei HD-Kameras dar. Da die Auflösung des Materials so groß ist, daß eine Schärfebeurteilung auf dem Display oder im Sucher kaum möglich ist, sollte eine Hilfsfunktion vorhanden sein. Oft kann etwa auf Knopfdruck ein Bildausschnitt im Display vergrößert werden (expanded focus), oder es wird über ein sog. PeakingPeaking im Glossar erklärt grafisch im Display angezeigt, wann das Motiv scharf ist (dh. den größten Kontrast aufweist).

Viele manuelle Bedienelemente finden sich an (Semi-)professionellen Modellen



Nicht zu vergessen ist die Ergonomie: bei kleineren Modellen etwa sind Record-Knopf, ZoomZoom im Glossar erklärt und andere Bedienelemente wie BlendeBlende im Glossar erklärt und VerschlusszeitVerschlusszeit im Glossar erklärt oft schwer zu erreichen und somit unbequem zu bedienen. Es bedarf einiger Übung, bis eine harmonische Zoombewegung mit dem kleinen Finger erzielt werden kann. Oft kommt hinzu, vor allem bei kleineren Modellen, dass ein manuelles Einstellen, beispielsweise der BlendeBlende im Glossar erklärt, nicht über einen am Gehäuse befindlichen Regler, sondern nur über einen Auswahl-Dialog via Touch-Screen / Display möglich ist. Dies stellt besondere Herausforderungen an eine effektive und schnelle Menüführung, damit man sich nicht durch eine vielzahl von Dialogen klicken muß, um zum gewünschten Parameter zu gelangen. Wie das Navigieren durch die Menüs erfolgt, per Touchscreen, Joystick oder (mittlerweile altmodisch) Drehrädchen, unterscheidet sich ebenfalls von Hersteller zu Hersteller. Am einfachsten und schnellsten läßt sich die Kamera jedoch nach wie vor über entsprechende Knöpfe und Schalter am Gehäuse kontrollieren, davon sollten also möglichst viele vorhanden sein. Da solche Bedienelemente jedoch Platz brauchen, an dem es oft mangelt, sind auch mehrfach belegbare Ringe ein guter Kompromiss.

Kontrolle via Menü im Display an Consumer-Modellen – über Knöpfe und Joystick oder per Touchscreen



Übrigens bieten heutige Camcorder allerlei Zusatzfunktionen, Filter und anderes mehr. Prinzipiell empfehlen wir, bei der Aufnahme die Finger von Effekten wie etwa Schwarz/Weiss-Aufnahmen oder einem falschen 16:9-Modus (nur noch bei SD-Cams relevant, da HD-Kameras per se 16:9 aufnehmen) zu lassen – alles, was diese Filter vornehmen, lässt sich genausogut später im Schnitt verändern, nur mit mehr Kontrolle. Sehr nützlich, aber nur bei Prosumer-Modellen vorhanden, ist dagegen ein ND-FilterND-Filter im Glossar erklärt, der bei hellen Aufnahmen hinzugeschaltet werden kann, wenn das Bild bei der kleinsten BlendeBlende im Glossar erklärt noch immer überbelichtet wird, oder auch die Zebra-Anzeige, die überbelichtete Partien im Bild gestrichelt darstellt.




... und was ist mit Audio?



Camcorder und Audio sind ein Kapitel für sich. Wer sich unter erfahrenen Videofilmern umhört, wird kaum ein gutes Wort zur Audioqualität von Videokameras zu Ohren bekommen.

Ungünstig platziert: das On-Board-Mikro



Dieses hat mehrere Gründe. Ein Hauptproblem ist, dass die fest eingebauten Mikophone unerwünschterweise auch Geräusche aufnehmen, die während der Aufnahme von der Kamera selbst produziert werden – elektronisches Surren oder etwa den Bandtransport. Dies lässt sich weitestgehend vermeiden, indem ein externes Mikrophon angeschlossen wird, was noch einen weiteren, grossen Vorteil mitbringt: So ist es nämlich möglich, sehr nah an die tonerzeugende Quelle selbst heranzukommen. Ton besteht aus Druckwellen, und diese nehmen an Stärke im Quadrat zum Abstand ab, das heisst, wenn sich der Abstand von einem Sprecher zum Mikrophon verdoppelt, wird die Tonstärke nicht halbiert, sondern nur noch ein Viertel so gross sein. Um ein Signal zu bekommen, das laut genug ist, muss dann der Ton höher gepegelt werden (dies geschieht via Automatik oder auch per Hand), was ein erhöhtes Hintergrundrauschen produziert. Die eiserne Regel lautet dementsprechend: immer so nah ran wie möglich.

Professioneller geht es mit einem Ansteckmikro mit XLR-Anschluss



Für den Kamerakauf gilt also: Prüfen Sie, dass das Anbringen eines externen Mikrophons möglich ist. Am besten sollte ein XLR-Anschluss vorhanden sein – dieser findet sich jedoch nur bei (semi-)professionellen Modellen. Die günstigere Alternative ist Mini-Klinke. Auch sollte die Möglichkeit, den Ton bei der Aufnahme selbst aussteuern zu können, vorhanden sein. Nehmen Sie ausserdem einen Kopfhörer mit und begutachten Sie auch die Qualität des eingebauten Mikros. Es sollte trotz allem gewissen Mindestanforderungen genügen. Schliesslich ist Audio für den Gesamteindruck Ihrer Videoaufnahmen nicht zu unterschätzen.




Worauf es unserer Meinung nach nicht ankommt...



Dem ein oder anderen mag ob der Menge der zu bedenkenden Punkte sich langsam der Kopf drehen. Erfreulicherweise gibt es auch ein paar Sachen, auf die es nach unserer Meinung nicht oder nur in besonderen Fällen ankommt, nämlich beispielsweise

5.1-Surround-Ton -- nur wer auch mit externem Mikro arbeitet, kann dieses Feature wirklich sinnvoll nützen. Bei Aufnahme mit internem Mikro kommt schlicht Surround-Brei heraus.

Fotofunktion und Pixelmenge – die Fotofunktion von Camcordern kann bislang nur mit einem digitalen Fotoapparat der Einstiegsklasse mithalten, egal wieviele PixelPixel im Glossar erklärt der Sensor zustandebringt. Auch gilt die Faustregel “mehr PixelPixel im Glossar erklärt, bessere Bilder” nicht unbedingt bei Video. Zur Erinnerung: bei der derzeit höchsten Auflösung von 1920x1080 kommen lediglich gut 2 Mio. PixelPixel im Glossar erklärt zusammen... Zwar benötigen einige Funktionen durchaus zusätzliche PixelPixel im Glossar erklärt, dennoch sind anderere Faktoren unserer Meinung nach wichtiger als PixelPixel im Glossar erklärt im zweistelligen Bereich....

Direkt-Upload auf Youtube und Co – wer einigermaßen anspruchsvolle Videos vorzeigen möchte, wird um den Schnitt seines Materials sowieso nicht herumkommen, somit erübrigt sich auch ein direktes Hochladen der Aufnahmen aus der Kamera.




Neu: HD-Video aufnehmen mit Foto-Knipsen und Handys?



Es kommen derzeit verstärkt Geräte auf den Markt, deren Hauptjob das Fotografieren oder Telefonieren ist, die jedoch ebenfalls Video aufzeichnen können, in vielen Fällen sogar hochauflösend. Das Spektrum reicht von einfachen Mobiltelefonen über kleine Fotoknipsen bis zu teuren, digitalen Spiegelreflexkameras (D-SLR). Letztere bieten oftmals eine ausgezeichnete Bildqualität und ein ganz anderes Verhalten in Punkto Schärfentiefe als man es von Camcordern gewöhnt ist. Allerdings finden sich im Videomodus (bislang) eher wenig manuelle Einstellungsmöglichkeiten, auch ist die Bauform ergonomisch gesehen nicht richtig für längeres Videodrehs (aus der Hand) geeignet. Ferner ist die Audioqualität meist noch schlechter als bei herkömmlichen Videokameras. Bei manchen Modellen ist die maximale Aufnahmedauer eines Clips begrenzt. Wer sich für das Thema Videographie mit D-SLRs interessiert, findet hier einen großen slashCAM-Ratgeber mit Pro & Contra.

Videoaufnahmen mit Handys (seien sie auch in HD) sind prinzipiell eher als Notlösung zu sehen, denn die Videoqualität ist schlecht, auch fehlen Einstellungs- und Anschlussmöglichkeiten. Ähnliches gilt für kleinere Fotoapparate, auch wenn ihre Bildqualität natürlich besser ist.



Was ist entscheidend für gute Bildqualität?

Wie gut die Bildqualität eines Camcorders ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Richtig gute Bilder bekommt man nur mit einem großen, teuren Objektiv -- sprich, bei kleinen und günstigen Cams ist einfach nicht viel zu erwarten. Neben der Optik spielt aber auch die Qualität des Bildwandlers bzw. der Bildwandler eine Rolle, sowie die Signalelektronik, die aus den Werten, die der Sensor liefert, das digitale Bild errechnet, das letztlich zu sehen ist. Prinzipiell gilt: HD-Kameras sind schärfer als jene, die in Standardauflösung aufnehmen, und 3-Chip Camcorder liefern in der Regel ein besseres Bild als Ein-Chipper. Die Größe des Bildwandlers beeinflusst ua. das Bildrauschen, die Helligkeitsauflösung und außerdem die Schärfentiefe. Das Speicherformat und der CodecCodec im Glossar erklärt legen fest, wie stark die Bilddaten komprimiert werden. Und nicht zuletzt: mit manuellen Einstellungsmöglichkeiten läßt sich in vielen Situationen mehr herausholen.





Zurück zur Entscheidung: worauf könnte es denn nun ankommen?



Wie wir gesehen haben, gibt es viele verschiedene Kriterien, die bei einer Camcorder-Anschaffung beachtet werden können oder sollten. Manche sind zwar eindeutig -- so sollte etwa die Optik möglichst gut gefertigt und drei hochqualitative Sensoren verbaut sein, außerdem viele manuelle Einstellmöglichkeiten und Anschlüsse vorhanden sein. Doch dies wirkt sich sowohl auf des Preis als auch auf die Größe des Geräts aus. Wer kein großes Budget zur Verfügung hat oder eine kleine, handliche Kamera haben möchte, muß zwangsläufig Abstriche machen. Andere Faktoren sind eher Geschmackssache. Welches Speicherformat der eigenen Arbeitsweise besser entspricht ist ebenso unterschiedlich wie die Vorlieben in Punkto Bedienung und Menüführung.

Es gilt also, Bildqualität, Preis und Handlichkeit gegeneinander abzuwägen. Je nachdem, wie und wofür die Kamera hauptsächlich verwendet werden soll, müssen andere Prioritäten gesetzt werden.

1. Zunächst empfiehlt es sich, den hauptsächlichen Einsatzzweck zu definieren:
- was, wo und wann soll gefilmt werden? (nur Hobby, szenisch, Extremsport, Konzerte, professionell..)
- soll das Material nachbearbeitet werden, sprich geschnitten, farbkorrigiert..?
- wo und wie soll das Material gezeigt werden? (Nur im Internet, auf HD-Fernseher, auf Leinwand)

2. Daraus lassen sich konkrete Anforderungen an die Kamera ableiten, zB.
- muß klein und leicht sein
- muß einfach in der Bedienung sein
- muß hochauflösend sein
- muß großen (optischen) ZoomZoom im Glossar erklärt oder Weitwinkel haben
- muß gutes Low-Light-Verhalten haben
- muß besondere Eingänge haben, zB. Mikro
- muß viele Einstellungsoptionen haben
- muß möglichst lang am Stück aufzeichnen können
- etc.
- ... und wieviel darf das Ganze kosten?

3. Reality-Check: Modelle recherchieren
- wenn es ein hochauflösendes Modell sein soll, bietet sich unsere HD Camcorder-Datenbank an
- wenn auch SD-Modelle (ggf. gebraucht) in Frage kommen: Tests lesen (auf slashCAM, anderen Internet-Magazinen oder in Print), bei Herstellern aktuelle Modelle recherchieren

4. Wahrscheinlich müssen K.O.-Kriterien festlegt werden, und ein Kompromiss muß her. Was ist wichtiger, zB.
- Bildqualität oder Größe?
- Low-Light-verhalten oder manuelle Controls?
- Aufnahmeformat oder Audio-Audioaussteuerung?

5. In Frage kommende Modelle beim Händler oder bei Freunden unbedingt in die Hand nehmen, um zu sehen, ob die Bedienung zusagt; ggf. auch mal ausleihen, um Testaufnahmen zu machen (empfiehlt sich vor allem bei teureren Anschaffungen). Wer wissen möchte, welche Erfahrungen andere mit einem Modell gemacht haben, findet in unserem Forum sicher einige interessante Threads. Im Zweifelsfall kann man dort auch nochmal spezifisch nachfragen.


Abschließend noch ein paar Worte zu unseren Tests:

Bei unseren Kameratests beurteilen wir die Bilder vor allem nach Schärfe, Bildrauschen, Verzeichnungen uä., Farbwiedergabe. Um die verschiedenen Modelle einigermaßen gerecht mit einander vergleichen zu können, werden die Aufnahmen im Automatikmodus bei Werkseinstellungen gemacht. Man sollte bei der Beurteilung der Testbilder mitbedenken, daß bei vielen (jedoch leider nicht allen) Modellen sich die Werkseinstellungen zu Schärfe und Farbe nach eigenen Vorlieben verändern lassen, und daß sich andere (bessere) Ergebnisse mit manuellen Einstellungen von BlendeBlende im Glossar erklärt, Verschlußzeit uä. erzielen lassen (sofern man diese Parameter per Hand einstellen kann).
Viele der gemessenen Unterschiede zB. in Sachen Schärfe fallen bei alltäglichen Aufnahmen übrigens kaum ins Gewicht. Außer beim Low-light-Verhalten, wo recht deutlich zu sehen ist, was eine Kamera leistet (Schärfe, Farbwiedergabe, Bildrauschen), sollte vor allem der eigene, subjektive Bidleindruck entscheidend sein.






Checkliste:


- wie ist die Qualität der Optik? (Verzerrungen, Kissenbildung)
- wie ist die (subjektiv wahrgenommene) Bildqualität? (Lassen sich Schärfe und Farben evtl in den Kameraeinstellungen justieren?)
- wie ist das Low-Light-Verhalten?
- welche manuellen Einstellungsmöglichkeiten sind vorhanden?
- gibt es einen Mikrofoneingang / Kopfhörerausgang, läßt sich der Ton pegeln?


    

[4 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
domain    18:58 am 23.7.2011
Naja, diese Anforderungen halte ich für Beginner bis auf das wünschenswerte Weitwinkel nicht samt & sonders für unbedingt entscheidend. Speziell die Lichtempfindlichkeit...weiterlesen
Lu-Wen    16:31 am 23.7.2011
Wer ein Filtergewinde bei seinem Gerät haben möchte muss glaube ich locker 1000€ + X zahlen. Ausnahme bildet hier Panasonic mit dem 3D-Aufsatz. Meiner Meinung nach ist es...weiterlesen
Timack    12:35 am 23.7.2011
ich würde auf eine hohe framerate achten weil ich viele sportvideos mach. ich habe zwar nicht so viel ahnung von camcordern aber wenn ich mir ein zulegen würde, würde ich auf...weiterlesen
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