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Editorials : 4K-Kameras: Da geht noch mehr!

von Mo, 22.Februar 2016 | 4 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

 Einleitung
 War früher alles besser?

Wie mancher Leser sicherlich mitbekommen hat, liegt uns (und vielen Forenteilnehmern) ein Thema doch sehr am Herzen: Nämlich das Debayering bei aktuellen 4K-Kameras. Wie schon öfters von uns erwähnt macht es nämlich keinen großen Sinn, aus einem RGGB-Bayer-Pattern Sensor ein Signal zu erzeugen, das pro Pixel drei Farbwerte speichert, solange der Sensor nicht mehr Sensel hat als die Zielauflösung. Anders erklärt: Wenn ein Sensor (wie z.B. die Sony A7s oder eine Blackmagic URSA 4K) eine “native” 4K-Auflösung besitzt, kann diese Kamera für jeden Pixel nur entweder einen roten, einen grünen oder einen blauen Farbwert messen. Die fehlenden Farbwerte eines Pixels muss die Kamera durch die Werte der Nachbar-Sensel raten.



War früher alles besser?



Das war früher jedoch nicht zwingend so. Zu CCD-Zeiten waren im (semi)professionellen Bereich 3Chip-Sensor-Konstruktionen verbreitet, bei denen das Licht vor drei Sensoren in seine Grundfarben zerlegt wurde. Anschließend konnte jeder der drei Sensoren im besten Fall das Bildsignal in voller Auflösung in rot, grün und blau erfassen.

Ein anderen Weg beschreitet das Zusammenfassen von einzelnen Senseln. Zieht man aus dem Bayer-Sensor eine 2x2 Senselfläche zur Berechnung eines einzigen Pixels heran, so erhält man für diese Fläche diskrete Rot- (1x), Grün- (2x) und Blau- (1x) -Werte.

Ironischerweise nutzte kaum ein Hersteller diesen einfachen Trick vor dem 4K-Zeitalter. Erst Canon rühmte sich mit der Vorstellung der C300 damit, eben genau auf diese Weise ein extrem sauberes FullHD-Signal aus einem 4K-Sensor zu errechnen.

Fairerweise muss man dazu sagen, dass das volle Auslesen eines 4K Sensors diesen ziemlich stresst (sprich erhitzt). Eben deswegen besitzen Cine-Kameras auch immer eine sehr ausgeklügelte Sensor-Kühlung die entsprechend Platz beansprucht. Doch seit 4K in den Mainstream-Markt drängt, lassen sich moderne Sensoren auch ohne üppige Kühlrippen je nach Consumer-Modell mit bis zu 30p in voller 4K-Auflösung auslesen.

Allerdings bieten die meisten 4K-Kameras eben "nur" eine 1:1 Sensel-Auslesung des Sensors, weshalb hier die Debayering-Ergebnisse mit diversen Interpolationsfehlern behaftet sind. Ein Bild davon kann man sich jederzeit in unserer 4K-Datenbank machen, indem man dort auf die 4K-Testcharts klickt.

Interessanterweise öffnen sich die Hersteller wie Sony oder Canon nun plötzlich für den hochqualitativen FullHD-Markt und bieten in machen 4K-Kameras eine alternative 2x2 Sensel-FullHD-Auslesung an, teilweise sogar mit 10 Bit, was vor ein paar Jahren noch das qualitative Non-Plus-Ultra darstellte.

4K erst am Beginn seines Potentials / (Richtig gemachtes) Downsampling bringt mehr Qualität


4 Seiten:
Einleitung / War früher alles besser?
4K erst am Beginn seines Potentials / (Richtig gemachtes) Downsampling bringt mehr Qualität
Rauschen lassen / Fazit
  

[113 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
wolfgang    10:02 am 19.3.2016
Na für mich selbst ist dabei gar nichts überraschend. Dieser Thread hat in Summe wenig bis nichts Neues gebracht. Das man mit 4K-Kameras in UHD/4K filmt wussten wir auch schon...weiterlesen
iasi    14:52 am 18.3.2016
Nimmt man die 20-25% Regel, dann braucht es doch eh 4,8k Raw für 4k - was ist daran nun so überraschend. Dann noch ein Zoom davor, das Auflösung kostet, und schon hat man solch...weiterlesen
wolfgang    11:38 am 18.3.2016
Aha, interessant. Ist eigentlich wie erwartet - die brauchen 6K um in die Nähe von UHD zu kommen, und 4K um den HD-Bereich zu erwischen. 6K wird aber hier für UHD als...weiterlesen
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