Aktuelles Weniger ist mehr Speicher bleibt knapp - Strategien und Optionen in der RAM-Krise

Weniger ist mehr Speicher bleibt knapp - Strategien und Optionen in der RAM-Krise

Alle RAM-Fabriken sind über die nächsten 18 Monate komplett ausgelastet und neue Fabs starten frühestens 2028 mit relevantem Output. Worauf sollte man sich da als Anwender einstellen?

Außer einem richtig heftigen Einbruch bei den KI-Investitionen gibt es kaum ein realistisches oder gar optimistisches Szenario, in welchem die RAM-Preise in naher Zukunft wieder fallen könnten. Ganz im Gegenteil, die meisten Marktbeobachter sagen, dass wir im Worst Case sogar noch bis 2030 mit deutlichen Preissteigerungen rechnen sollten - weil die potentielle Nachfrage das mögliche Angebot bis dahin sehr deutlich übersteigen wird.




Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich

Alle Fertigungsstätten von Samsung, Micron und SK Hynix sind ausgelastet und über Quartale ausgebucht und selbst der chinesische Neueinsteiger CXMT hat trotz älterer Technologie keine freien Kapazitäten zu bieten. Bis weitere RAM-Fabriken in Betrieb gehen und nennenswerten Output generieren können, werden wohl noch mindestens 18 Monate vergehen und sogar dieser Zubau soll den prognostizierten Bedarf dann immer noch nicht vollständig decken können.



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Doch selbst wenn alles wirklich so kommt und RAM über Jahre hinweg knapp und teuer wird, muss das nicht unbedingt nur schlechte Seiten haben. So stellen sich Hersteller wie Apple oder Microsoft bereits offensichtlich darauf ein, ihre Betriebssysteme mit den nächsten Updates weniger speicherhungrig zu gestalten. Tatsächlich durfte man sich auch schon vor der Speicherkrise fragen, warum eine einfache Wetter-App unter Windows 11 über 1 GB Speicher benötigt. Oder warum der DaVinci Resolve Installer rund 10 GB groß ist.




Zu billiger Speicher?

Billiger Speicher ist wie billiges Öl. Solange im letzten Jahrhundert Öl in Massen günstig zu kaufen war, sah kein Autohersteller einen Vorteil darin, einen effizienten Motor zu konstruieren. Und tatsächlich haben unsere aktuell üppigen Programmgrößen auch damit zu tun, dass man in den letzten Jahrzehnten kaum mehr darauf geachtet hat, Speicherplatz zu sparen. Speicher wurde im Laufe der Zeit immer billiger und hat letztlich ja immer Hardware-Neukäufen angetrieben - eben weil die Software auch immer mehr Speicher gefordert hat.



Doch nun werden die nächsten Generationen von Rechnern und Smartphones wohl kaum noch mit mehr und vielleicht sogar mit weniger Speicher ausgeliefert werden als ihre Vorgänger. Die Hersteller können ihre Rechnerpreise nicht explodieren lassen, ohne die Nachfrage zum Erliegen zu bringen. Zugleich konkurrieren neue Produkte im mittlerweile riesigen Refurbished-Markt, der sich in den letzten Jahren extrem professionalisiert hat. Da auch bei den Prozessoren die Leistungssprünge in den letzten Jahren nicht signifikant ausgefallen sind, gibt es hier eine Flut interessanter (Vor-)Vorgängermodelle mit guter RAM-Ausstattung zu konkurrenzfähigen Preisen.






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