Bisher war der Markt für professionelle Kleinmonitore fest in der Hand von Herstellern wie Atomos oder SmallHD. Sony will sich nun mit den neuen Referenzmonitoren RM-DP5 und RM-DP7 ein Stück vom diesem Kuchen abhaben. Der Preis für die neuen Gerätschaften ist relativ hoch angesetzt, doch Sony rechtfertigt diesen durch exklusive Features, die nur im Zusammenspiel mit den eigenen FX-Kameras (FX2, FX3A, und FX5) möglich sind.
Fokus-Pull und Kamerasteuerung im Fokus
Das auffälligste Alleinstellungsmerkmal ist ein seitlich angebrachtes, großes Einstellrad, das als Fokus-Pull-Ring für manuelles Schärfeziehen genutzt werden kann. In Verbindung mit einer Power-Zoom-Optik wie dem FE 4 PZ 28-135 G OSS lässt sich der Zoom sogar per Touch auf dem Display bedienen – ein Feature, das in der Praxis deutlich besser funktioniert, als es sich anhört, da der Daumen dank eines optionalen Griffs viel Spielraum auf dem Bildschirm hat.
BIG6 Remote
Eine weitere Neuerung ist die Auslagerung des sogenannten "BIG 6"-Startbildschirms, der von den High-End-CineAlta-Kameras wie der VENICE bekannt ist und sich stark an der Bedienphilosophie von ARRI orientiert. Auf diesem zentralen Display werden sechs Kernparameter des Filmemachens großflächig dargestellt: FPS (Bildrate), ISO/Exposure Index, Verschluss (Shutter), Blende/ND-Filter, Look (LUT) und Weißabgleich. Diese können durch direktes Drücken der Tasten neben den Parametern geändert werden – ohne lästiges Navigieren durch verschachtelte Menüs.

Alle anderen Einstellungen lassen sich entweder über das typische Sony-Clickwheel oder bei Bedarf per Touchscreen vornehmen.
Zwei Kabel, kein Recording
Ein Kritikpunkt, der beim ersten Anblick der Anschlüsse auffällt, ist die notwendige Verkabelung. Die Verbindung zwischen Monitor und Kamera erfolgt über zwei Kabel: einmal HDMI (oder SDI) für das Bildsignal sowie einmal USB-C für die Kamerasteuerung. Dies wirkt nicht unbedingt zeitgemäß, da hochauflösende Bildsignale mittlerweile prinzipiell auch über USB-C übertragen werden können.
Obwohl beide Geräte über einen SD-Karten-Slot verfügen, ist eine interne Aufzeichnung nicht möglich – eine Entscheidung, die angesichts der Konkurrenzmodelle, die oft gleichzeitig als Rekorder fungieren, überraschen mag. Besonders, weil eine SD-Backup-Funktion den Gesamtnutzen der Geräte noch deutlich erhöhen würde.


















