Mad Men ist eine der preisgekröntesten Serien und wird seit Anfang Dezember von HBO MAX in einer neuen 4K-Fassung gestreamt, ausgehend vom Originalmaterial – die ersten vier Staffeln von Mad Men wurden ab 2007 auf Film gedreht, die letzten drei dann digital mit der Arri Alexa; das ursprüngliche Master lag in 1080p/16:9 vor. Beim Remastering bzw. Upscaling haben sich allerdings gegenüber der bisherigen TV- und Blu-ray-Fassung einige peinliche Fehler eingeschlichen, wie aufmerksamen Fans wie dem Filmer Todd Vaziri aufgefallen ist.

Der wohl lustigste findet sich in einer bekannten Szene, in der sich einer der Werber vor versammelten Kunden übergeben muss – die neue Fassung offenbart dabei einen unbeabsichtigten Blick hinter die Kulissen, der zeigt, wie das Ganze umgesetzt wurde. So sieht man im Hintergrund einen Techniker, der mittels einer Pumpe und eines Schlauchs das Erbrochene simuliert, und der Schlauch ist deutlich zu sehen.
Remastering-Fehler alter Serien beruhten bisher meist eher darauf, dass beim Reframing klassischer 4:3-Shows auf 16:9 wichtige Bildelemente beschnitten wurden, doch beim Remastering von Mad Men, das schon in 16:9 vorlag, gehen die Fehler auf etwas anderes zurück. Offensichtlich wurde beim Remastering zum Teil das originale Filmmaterial verwendet, in dem diese Details noch nicht per VFX zum Verschwinden gebracht wurden und noch kein digitales Warping angewendet wurde, um die Kotze scheinbar aus dem Mund statt aus dem Schlauch kommen zu lassen. Statt des final approved Master (mit gebrannten Grafiken und Comp-Shots) wurde stellenweise ein pre-VFX/„offline“ oder Raw Plate-Master für den 4K-Workflow herangezogen.

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In anderen Szenen fehlen Veränderungen an Szenen, die nachträglich vorgenommen wurden – so sind etwa in einer Straßenszene noch nicht die für das New York der 1960er Jahre typischen Mülltonnen ins Bild eingefügt und die sichtbaren Neonlichter von Restaurants auch noch nicht dem Stil der Zeit angepasst. Insgesamt scheint recht schlampig gearbeitet worden zu sein ohne eine gründliche Nachkontrolle – es gab sogar Fehler in den Titeln der Episoden und der Reihenfolge, die zunächst vertauscht wurden.

Inzwischen wurden die meisten der entdeckten Fehler korrigiert. Und für die Fans bleibt die Erkenntnis, dass VFX (sei es Set-Cleanup, Signage-Ersatz, Warps oder Matte Paintings) auch bei historischen Serien allgegenwärtig sind, aber im Gegensatz zu (SF-) oder Actionfilmen ihr Einsatz (idealerweise) eher unsichtbar bleibt.
Mad Men ist übrigens noch bis Ende März 2026 auf Arte per Streaming frei anzusehen.


















