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Über das preisgekrönte Editing von Parasite -- Live-Rohschnitt am Set, versteckte VFX-Schnitte... und FCP 7

[10:56 So,26.Januar 2020 [e]  von ]    

Die südkoreanische Tragikomödie Parasite wurde kürzlich in sechs Kategorien für einen Oscar nominiert -- als Bester Film, aber auch unter anderem für einen Editing-Oscar ist der Film im Rennen, und vor wenigen Tagen wurde er von der amerikanischen Editoren-Gesellschaft ACE zum am besten editierten Spielfilm (Drama) auserkoren, als erster fremdsprachiger Film. Wer den Film gesehen hat, wird das Lob nachvollziehen können. Auffällig fanden wir zum Beispiel die weitgehend recht nüchterne Erzählweise, auch die Raffungen und Auslassungen. Weitgehend unsichtbar dagegen bleiben eine Vielzahl versteckter Schnitte, von denen Editor Jinmo Yang in einem sehr aufschlussreichen Interview der Reihe Art of the Cut erzählt.


parasite_BTS


So wurden mehrfach verschiedene Takes mit bewegter Kamera in Dialogszenen unmerklich zusammengeschnitten, sodass eine Kontinuität gewahrt bleibt auch wenn Schauspieler in unterschiedlichen Aufnahmen ihre beste Performance zeigen. Diese in Schwenks versteckten VFX-Cuts werden von Regisseur Joon-ho Bong oft gefragt (und von Jinmo Yang in Adobe After Effects gemacht). An Wiederholungen dagegen finde Bong wenig Gefallen, er zieht es vor, etwas nur einmal zu zeigen, so erklären sich die Auslassungen im narrativen Verlauf.

Überhaupt hat Joon-ho Bong laut seines Editors bereits am Set ziemlich genaue Vorstellungen, wie der fertige Film strukturiert sein wird. Gedreht wird nach StoryboardStoryboard im Glossar erklärt, sogar ein Rohschnitt erfolgt bereits während der Drehaufnahmen, um zu sehen, ob die Bilder in der Montage wie geplant funktionieren. Zusätzliches Reservematerial wird sehr selten gedreht, auch keine sogenannten Master Shots (eine durchlaufende, weite Einstellung einer Szene), welche man normalerweise aufnimmt, um später im Schnitt etwas in der Hinterhand zu haben. Dennoch verändert sich der Film während des richtigen Editings nochmal deutlich, vor allem auch im Hinblick auf Tempo, Rhythmus und Timing.

Ein sehr lesenswertes Interview also, in dem man viel über die Workflows erfährt -- und auch, dass der Film in Final Cut Pro 7 geschnitten wurde. Er sei dieses Programm einfach gewöhnt und habe jetzt seit 4 Jahren schon sein Betriebssystem nicht mehr aktualisiert, so Yang, um es weiter verwenden zu können...

Übrigens ist der Film selbst unbedingt einen Kinobesuch wert (ab Ende Februar ist er im StreamingStreaming im Glossar erklärt und als DVD/Bluray verfügbar) -- wie sich die Wege einer sehr reichen und einer bettelarmen Familie durch ausgeklügelter Manipulation kreuzen, ist hier in jeder Hinsicht meisterlich umgesetzt, was unter anderem mit der Goldenen Palme in Cannes belohnt wurde sowie im Januar mit einem Golden Globe als Bester fremdsprachiger Film. Der Film ist zudem ein großer Erfolg an den Kinokassen weltweit und wurde ua. bei Indiewires Filmkritikerumfrage zum besten Film 2019 gewählt.

Wer Parasite bereits gesehen hat, oder keine Gelegenheit dazu hat, kann sich hier eine der Schlüsselszenen ansehen -- sie illustriert sehr gut, was wir mit gerafftem Schnitt meinen:



Nerdwriter hat just diese Szene näher unter die Lupe bekommen und weist dabei auch auf einen der versteckten Schnitte hin:



Abschließend noch der Trailer zum Film:



parasite_poster


Link mehr Informationen bei www.provideocoalition.com

  
[10 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
Salcanon    00:35 am 27.1.2020
Wie schön, dass ausser mir noch andere FCP7 nutzen...
Paralkar    12:24 am 26.1.2020
Proxy Workflows sind überall gang und gebe, egal ob kleiner Fernsehfilm oder Hollywood Kinofilm, dafür hat man n DIT oder n Posthaus, Alles andere wäre auch Schwachsinn, bei...weiterlesen
iasi    12:13 am 26.1.2020
Proxy-Schnitt. Wo ist das Problem? Und die Effekt-Übergänge: ... von Jinmo Yang in Adobe After Effects gemacht Davon ein Proxy für den Schnitt und maximale Qualität fürs...weiterlesen
[ Alle Kommentare ganz lesen]

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