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The Clock -- Filmkunst zum Zeitablesen

[10:12 Di,1.Mai 2012 [d]  von heidi]    

bildKlingt wie ein Traumjob für Cineasten: jede Menge Filme anschaun, um Szenen zu finden, in denen entweder eine Uhr im Bild ist oder die Zeit thematisiert wird. Dieser von sechs Leuten zusammengetragene Korpus an Footage wurde von Christian Marclay gesichtet, ausgewählte Schnipsel daraufhin streng chronologisch geordnet und montiert, sodaß ein 24 Stunden langer, (nur) zeitlich kohärenter Film-Mix aus unzähligen und unterschiedlichsten Szenen entstand; sozusagen eine Sinfonie einer Großindustrie. Beim Betrachten soll das Ganze mit der eigenen Ortszeit synchronisiert werden, sodaß die im Film abgebildeten Uhren die jeweils tatsächlich korrekte Zeit anzeigen -- für den folgenden, kurzen Aussschnitt müsste man folglich um 00.04 auf die Play-Taste drücken:



Seine Sogkraft dürfte The Clock (wie alle wirklich langen Konzeptfilme) erst nach etwas längerer Betrachtungszeit entwickeln. Leider gibt es nur selten Gelegenheit, die filmische Installation zu sehen: sie existiert nur in sechs Kopien, die vor allem von großen Museen wie etwa dem MoMA gekauft wurden; kürzlich erwarb das Tate in London eine Version gemeinschaftlich mit dem Centre Pompidou in Paris und einem israelischen Museum. Es könnte jedoch in absehbarer Zeit die Möglichkeit geben, The Clock im Kunsthaus Zürich zu sehen; ursprünglich war eine Aufführung im April geplant, aber wie es scheint ist der Ankauf des Kunstwerks noch immer nicht abgeschlossen. (Das war eigentlich auch der Aufhänger für diesen Hinweis... Fertiggestellt wurde Marclays Film bereits in 2010.)

Wie auch immer, wer seine monatlichen 10 Freiartikel bei der NY Times noch nicht verbraucht hat, findet hier einen schönen Text zu The Clock.

UPDATE 5.7.2012: Vom 24. August bis zum 2. September wird nun das Kunsthaus Zürich erstmals und exklusiv in der Schweiz The Clock zeigen, aber nur 2x in voller Länge: "In bequemen Zweisitzern finden maximal 30 Personen gleichzeitig in dem grossen Sammlungssaal Platz, wo normalerweise Gemälde von Munch und Segantini gezeigt werden. Das Werk kann zum regulären Eintritt während der allgemeinen Öffnungszeiten angeschaut werden. Von Freitag 24. August 10 Uhr bis Samstag, 25. August, 18 Uhr läuft The Clock durchgehend. Der Zugang bleibt über Nacht gewährleistet, wenn die anderen Teile der Sammlung geschlossen sind. Eine zweite Nachtschicht können Film- und Kunstliebhaber vom 31. August auf den 1. September einlegen. Dann ist The Clock ebenfalls durchgehend geöffnet. Aufgrund der beschränkten Platzzahl können keine Gruppen empfangen werden. Ein Wiedereintritt am selben Tag ist möglich." Eintritt: CHF 15.–/10.– reduziert. Bis 16 Jahre gratis. Vorverkauf: SBB RailAway-Kombi.


  
[16 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
blip   11:35   05.07.
UPDATE: Vom 24. August bis zum 2. September wird nun das Kunsthaus Zürich erstmals und exklusiv in der Schweiz The Clock zeigen, aber nur 2x in voller...weiterlesen
srone   11:05   04.05.
ich denke wir vertreten beide eine ähnliche meinung,
meine lebenspartnerin ist bildende künstlerin, wenn ich beobachte wie lange da oft nichts...weiterlesen
ennui   10:05   04.05.
Nein, das stimmt nicht, die Exklusivität ist eher so ein Nebeneffekt, und auch gar nicht so sehr wünschenswert. Sonst wären tolle Literatur oder gute ...weiterlesen
srone   09:52   04.05.
kunst basiert auf exclusivität, genau wie gold und diamanten, wenn es massenhaft vorhanden ist hat es keinen wert mehr.

dies ist sich...weiterlesen
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