Virtueller Gimbal Neuer Sony-Chip mit Gyro-EIS u.a. für FPV-Drohnen vorgestellt

// 10:39 Fr, 13. Feb 2026von

Sony hat einen neuartigen Stabilizer-Chip vorgestellt, der eine elektronische Gyrostabilisation direkt auf die Bildsensordaten anwendet - quasi ein virtuelles Pendant zum IBIS für kleine Kameras wie beispielsweise Actioncams. Auch Drohnenkameras könnten von dem platzsparenden Design profitieren. Der Chip soll auch Rolling-Shutter-Wabern korrigieren können.

Sony Stabilizer LSI CXD5254GG Chip
Sony Stabilizer-LSI CXD5254GG-Chip


Der Stabilizer-LSI (Large-Scale Integration) CXD5254GG-Chip kombiniert einen Bildsensor und eine 6-Achsen-Trägheitsmesseinheit (IMU), und kann zusätzlich zu einer elektronischen Bildstabilisierung (EIS) gleich weitere Funktionen erfüllen, etwa auch Vibrationen entfernen und den Horizont waagerecht halten. Dies alles passiert zwischengeschaltet, bevor das stabilisierte Bild an den "normalen" Bildprozessor ausgegeben wird.


Neuer Sony-Chip mit Gyro-EIS u.a. für FPV-Drohnen vorgestellt

Der Algorithmus zur Lageerkennung soll auch Unschärfen reduzieren, die durch Kameravibrationen verursacht werden, und auch das CMOS-typische Wabern (Jello-Effekt) des Videobildes soll so korrigiert werden. Der Stabilizer-LSI ist außerdem mit dem Intelligent Picture Controller (iPC), einer von Sony entwickelten Kontrastverbesserungsfunktion, ausgestattet. Beides zusammen soll es der Kamera ermöglichen, Objekte oder Informationen klar zu erfassen, die zuvor aufgrund von Vibrationen nicht erkannt werden konnten.



Wie bei jeder elektronischen Stabilisation büßt jedoch auch dieses System zwangsläufig Auflösung ein. Denn zwar nimmt der Stabilizer-LSI-Chip vom Sensor Auflösungen von max. 5120 × 5120 entgegen, nach allen Berechnungen wird laut Spezifikationen jedoch nur ein FullHD-Bild weitergegeben.


Der CXD5254GG-Chip ist für verschiedene Bereiche konzipiert, neben Broadcast und Videoproduktion auch für Security-Anwendungen und Robotik. Für Video und Broadcast wird er in Kombination mit dem Sony-Sensor IMX577 in drei Varianten angeboten (ESC-A0600/A0700/A1000); diese Module unterscheiden sich in der Brennweite des verbauten Objektivs. Sie wurden in Zusammenarbeit mit Sonys Abteilung für professionelle Kameras entwickelt und sollen Bilder in Broadcast-Qualität liefern.



Die Module sind mit verschiedenen Videoformaten, OETF-Eigenschaften (opto-electronic transfer function, betrifft die Quantifizierung der Bilddaten) und Farbräumen kompatibel. Sie sind außerdem mit einer Schnittstelle ausgestattet, die mit den Protokollen CAN und RS-485 kompatibel ist. Damit können Anwender die Stabilisierung und andere Funktionen in Echtzeit steuern und auf verschiedene Aufnahmebedingungen optimieren. Mit einem kompatiblen Fernbedienungspanel (RCP) lässt sich die Konfiguration ändern; auch eigene Software für die Live-Steuerung kann entwickelt werden.



Jedes Modul verfügt zudem über eine SYNC-Schnittstelle. Bis zu vier Kameras können bildsynchronisiert werden, was Aufnahmen aus verschiedenen Blickwinkeln ermöglicht. Die Module könne per SDI ausgeben und auch in Profi-Umgebungen eine zuverlässige Videosignalübertragung gewährleisten. Ein Stereo-Audioeingang kann ebenfalls integriert werden, um Videoinhalte mit nahtlos integrierten Tönen zu produzieren.



Wann und in welchen Kameras der Stabilizer-LSI (Large-Scale Integration) CXD5254GG-Chip konkret verbaut werden wird, ist noch nicht bekannt. Sony nennt jedoch u.a. FPV-Drohnen als einen spezifischen Einsatzzweck - diese könnten mit dem Stabilizer-Chip anstelle eines Gimbals leichter und kleiner konstruiert werden, was längere und schnellere Flüge ermöglicht.


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