Wer meint, das 3D-Kino sei unausgereift, außerdem unnötig und sowieso problemtisch in vielerlei Hinsicht kann jetzt noch ein weiteres Argument zu seiner Liste über (indirekte) negative Aspekte hinzufügen -- und zwar ein ziemlich überraschendes. Wie die Zeitung Boston Globe herausgefunden hat, hat sich mancherorts die Qualität der 2D-Projektionen im Kino signifikant verschlechtert, seit digitale, 3D-fähige Projektoren installiert wurden. Der Grund: bei Sonys 4K-Projektoren muß die polarisierende 3D-Vorsatzlinse von RealD bei 2D-Screenings abmontiert werden, was Zeit (und somit auch Geld) kostet und außerdem laut Artikel eine gewisse Fertigkeit erfordert. Daher wird dieser Schritt anscheinend vor allem in großen, wirtschaftoptimierten Multiplex-Ketten mit weniger gut geschultem Personal gern eingespart; die Linse bleibt dran, und schluckt Licht: das Bild ist mindestens um 50% dunkler als vorgesehen. Interessanter- sowie typischerweise scheint dies dem durchschnittlichen Kinogänger jedoch nicht direkt aufzufallen...
Uns ist hierzulande etwas ähnliches bislang nicht aufgefallen (was bei der Frequenz unserer Kinobesuche allerdings nicht viel zu heißen hat), und wie
Heise in Erfahrung gebracht hat, scheint es auch derzeit höchst unwahrscheinlich, daß diese (Nicht-)Praxis hier zu finden ist.