Die chinesische Herstellerschmiede Kinefinity hat mit der VISTA offiziell eine neue, extrem kompakte Fullframe-Kinokamera vorgestellt. Der Verkaufspreis liegt bei 2.499 US-Dollar, wobei sie bis zum 19. Juni sogar für 1.999 US-Dollar zu haben sein soll. Auf der NAB 2026 wurde bereits ein Vorserienmodell gezeigt.
Das Highlight der Kamera sind definitiv ihre kompakten Ausmaße: Mit nur ungefähr 600 Gramm (ohne Akku) ist sie nicht größer als manche spiegellose Systemkameras. Doch im Inneren steckt der gleiche 6K-Vollformat-CMOS-Sensor, den Kinefinity auch in der MAVO Edge 6K verbaut (Dual Native ISO mit 800 und 5120). Er bietet ein natives 3:2-Seitenverhältnis und ermöglicht Aufnahmen im 6K Open Gate.

60 fps schafft die VISTA allerdings nur in 6K mit 2,4:1 Seitenverhältnis (6016 x 2520). In 17:9 (6016 x 3172) sind es noch 50 fps und in 6K UHD (5760 x 3240) gehen noch 48 Bilder pro Sekunde. Wer Open Gate filmen will, kann dies maximal mit 36 fps bei einer Auflösung von 6016 x 3984 Pixeln tun. Dazu gibt es eine Vielzahl von weiteren Aufnahme-Formaten, inklusive verschiedener anamorphotischer und Crop-Modi für M4/3, S16 und S35. Unterstützt werden Aufnahmen in diversen Apple ProRes-Flavors (422HQ bis Proxy) sowie H.264/H.265.
Die VISTA verwendet den aktiven KineMOUNT, welcher auf zahlreiche Fremdhersteller-Mounts adaptiert werden kann, darunter Sony E-Mount, PL-Mount, Canon EF-Mount und ARRI LPL-Mount. Kinefinity ist sogar eine der wenigen Kameras auf dem Markt mit einer Sony E-Mount-Option, die jedoch nur manuelles Fokussieren ermöglicht.

Im Gegensatz zur MAVO Edge 6K, die über einen eingebauten e-ND-Filter verfügt, besitzt die VISTA keinen ND-Filter. Kinefinity bietet dafür einen optionalen e-ND-Adapter an. Alternativ gibt es auch den Mofage POCO II Adapter, der mit einer Kine-Mount-Option erhältlich ist und eine breite Palette von Einschubfiltern unterstützt.
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Zudem gibt es einen 3,5mm Miniklinken-Eingang für ein externes Mikro sowie einen Kopfhörerausgang. Betrieben wird die Kamera über einen Sony NP-F Akku oder via 2-Pin-LEMO.

Die Kinefinity VISTA ist sicherlich kein Mainstream-Produkt und hat es prinzipiell schwer gegenüber der Konkurrenz (wie einer C50 oder vielen Hybrid-Kameras), die auch nicht unbedingt so viel größer und schwerer ausfallen müssen. Sie bleibt weiterhin eine Nischenlösung für spezifische Anforderungen, wobei viele Anwender vor allem gerne wegen der cinematischen Color Science zu Kinefinity greifen. Für eine typische Cine-Kamera vermisst man wohl neben dem internen RAW-Recording vor allem einen ND-Filter.
Wir konnten uns auf der NAB 2026 bereits einen Prototypen der Kinefinity VISTA zeigen lassen.


















