Der künftige Enkodierungsstandard HEVC (High Efficiency Video Coding / H.265) wurde nun offiziell von den ITU-Mitgliedern angenommen. Bis zu 50% effektiver soll die Komprimierung gegenüber H.264 ausfallen, sodaß also bei gleicher Qualität etwa nur die halbe Bitrate benötigt wird (wir berichteten mehrfach, zB.
hier).
Der neue Standard umfaßt ein "Main"-Profil mit 8-bit 4:2:0
, ein "Main 10"-Profil mit 10-bit Unterstützung sowie ein "Main Still Picture"-Profil. In Arbeit ist ua. eine Erweiterung für 12-bit Video und 4:2:2
/ 4:4:4
Farbtiefen. Auch Vorgaben für
Scalable video coding und stereoskopisches 3D-Video Encoding werden vorangetrieben.
Eine
amerikanische Marktstudie rechnet derweil damit, daß es noch etwa fünf Jahre dauern wird, bis der neue Standard sich im Consumer Content- bzw. Distributionsbereich durchgesetzt hat. Zwar wird die effizientere Kompression
dringend benötigt, um anstehende Innovationen wie 4K / Ultra HD umsetzen zu können, und in einigen Bereichen wie beispielsweise der Übertragung von Video über mobile Netzwerke ist recht schnell mit einer Annahme von HEVC zu rechnen. Doch diverse Faktoren wie (Upgrade-)Kosten, bestehende Infrastruktur und Produktzyklen wirken, gesamt betrachtet, wie stets bremsend. Auch H.264 kam nicht über Nacht, und ist bis heute nicht überall und komplett angenommen -- MPEG-2
wird weltweit im Sendebereich noch immer vielerorts verwendet.
Aus Japan kommt übrigens
die Kunde, daß bereits die kommende Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in 4K ausgestrahlt werden soll, um die stagnierenden TV-Verkäufe anzukurbeln -- ob hier bereits der HEVC Standard zum Einsatz kommen soll, ist nicht bekannt. 