DJI hat die Osmo Pocket 4 offiziell vorgestellt – wie die Gerüchte schon vermuten ließen, handelt es sich dabei um eine eher evolutionäre Weiterentwicklung der Pocket 3 als einen großen Sprung - dieser scheint dem neuen Modell Osmo Pocket 4 Pro vorbehalten, doch dazu unten mehr. Die Verbesserungen bzw. kleinen Neuerungen betreffen den erstmals vorhandenen internen Speicher, den Sensor, die Zeitlupenaufnahme, den Zoom, die Fotoauflösung und die Bedienung. Die Informationen aus den Leaks haben sich weitgehend bestätigt, allerdings mit einer wichtigen Korrektur nach oben: so liegt die maximale Zeitlupen-Framerate nicht bei 4K/120fps, sondern bei 4K/240fps – das ermöglicht 10-fache Zeitlupe bei 24p-Wiedergabe (die Pocket 3 bot nur 4K/120fps bzw. 1080p/240fps).

Neuer Sensor
Der neue - jetzt stacked - Sensor ist zwar nach wie vor 1" groß, wurde jedoch verbessert und soll nun 14 Blendenstufen Dynamikumfang liefern (die Pocket 3 hatte Tests zufolge nur 13 Stops; DJI hat nie offizielle Werte publiziert). Der neue Sensor verbessert auch die Aufnahme von Fotos, die jetzt eine Auflösung von rund 37 Megapixel (16:9: 7.680 x 4.320 - 1:1, 6.144 x 6.144) statt der bisherigen 9,4 MP (16:9, 3.840 x 2.160 - 1:1, 3.072 x 3.072) unterstützen, zudem wurde der ISO-Bereich auf 50–12.800 erweitert (Pocket 3: 50–6.400).
Die Pocket 4 nutzt nun auch das vollwertige professionelle 10-Bit D-Log statt des leichtgewichtigeren D-Log M der Pocket 3, was größeren Spielraum in der Farbkorrektur bietet. Die maximale Bitrate steigt von 130 auf 180 Mbps, was der Videoqualität sehr zuträglich sein sollte - gestrichen wurde allerdings die Aufnahme in H.264, die Pocket 4 nimmt jetzt ausschließlich in HEVC/H.265 auf. Auch das integrierte schwenkbare 2"-Display wurde verbessert und ist nun statt 700 Nits 1.000 Nits hell (die Auflösung ist allerdings gleich geblieben).

Erstmals interner Speicher
Das interessanteste Upgrade hat wohl der interne Speicher erfahren, der vorher gar nicht vorhanden war, d.h. man war ganz auf microSD-Karten angewiesen und konnte keine Aufnahme ohne diese machen. Er ist jetzt mit 107 GB auch gut bemessen und kann mit bis zu 800 MB/s per USB 3.1 ausgelesen werden. Zudem wurde das Wi-Fi auf die neueste Generation 6 aufgerüstet.
Verbesserter Zoom
Ein Upgrade gibt es auch beim Zoom: so verfügt die Pocket 4 neben einem digitalen verlustfreien 2-fach-Zoomauch über eine neue dedizierte Zoomtaste für die direkte Steuerung - dazu kommt daneben noch eine frei belegbare Custom-Taste. Im Videomodus sind nun auch langsame Verschlusszeiten bis 1/4 Sekunde möglich, was mit dem mechanischen Gimbal interessante Langzeitbelichtungs-Effekte erlaubt.

Verbessertes Tracking
Die Pocket 4 nutzt DJIs aktuelles visuelles Trackingsystem ActiveTrack 7.0, das Tests zufolge deutlich besser als die Vorgängerversion ist und Motive jetzt noch zuverlässiger und auch bei vollem Zoom verfolgen kann. Die Pocket 4 wird so noch mehr zu einem intelligenten Kameramann.
// Top-News auf einen Blick:
- DJI Osmo Pocket 4P - Dual-Kamera mit 17 Blendenstufen Dynamik, 3x Zoom und D-Log2
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Akku und Laufzeit
Der Akku wächst auf 1.545 mAh (Pocket 3: 1.300 mAh), die Laufzeit liegt bei bis zu 240 Minuten bei 1080p/24fps (Pocket 3: 166 min) - 80 % Ladung sind in 18 Minuten erreicht. Beim Formfaktor bleibt die Pocket 4 praktisch identisch zum Vorgänger: Mit 190,5 g und 144,2 × 44,4 × 33,5 mm ist sie minimal größer und rund 11 g schwerer als die Pocket 3 (179 g, 139,7 × 42,2 × 33,5 mm).
Audio
Im Audio-Bereich setzt DJI neben den integrierten 3 Mikrofonen - wie schon bei der Pocket 3 - auf das hauseigene OsmoAudio-System, welches 4-Kanal-Audio mit Hilfe von DJIs Mic Sendern (Mic 2, Mic 3, Mic Mini) aufnehmen kann, zum Beispiel für gleichzeitige Aufzeichnung von Sprache und Umgebungsgeräuschen.

Preis und Verfügbarkeit
Die Pocket 4 ist in zwei Bundles erhältlich: die Standard-Combo kostet 499 Euro, die Kreativ-Combo mit Weitwinkelobjektiv, DJI Mic 3, dem neuen Fülllicht und Mini-Stativ 619 Euro.
| DJI Osmo Pocket 3 & 4 – Technische Daten | ||
| Merkmal | Osmo Pocket 3 | Osmo Pocket 4 |
| Sensor | 1" CMOS | 1" CMOS (neu, stacked) |
| Objektiv | 20 mm equiv., f/2.0 | 20 mm equiv., f/2.0 |
| Max. Zeitlupe | 4K/120fps, 1080p/240fps | 4K/240fps |
| Normales Video | 4K bis 60fps | 4K bis 60fps |
| Dynamikumfang | nicht offiziell angegeben² | 14 Blendenstufen |
| Farbprofil | 10-Bit D-Log M | 10-Bit D-Log (voll) |
| Foto-Auflösung | ca. 9,4 MP | ca. 37 MP |
| ISO (Foto/Video) | 50–6.400 | 50–12.800 |
| ISO (Wenig Licht) | 50–16.000 | 50–25.600 |
| Digitaler Zoom (4K) | 2× | 4× |
| Max. Bitrate | 130 Mbps | 180 Mbps |
| Codec | MP4 (H.264/HEVC) | MP4 (nur HEVC) |
| Interner Speicher | – | 107 GB |
| microSD | Ja (bis 1 TB) | Ja |
| USB | USB-C | USB-C 3.1 (bis 800 MB/s) |
| Wi-Fi | 802.11 a/b/g/n/ac (Wi-Fi 5) | 802.11 a/b/g/n/ac/ax (Wi-Fi 6) |
| Display | 2", 700 Nits | 2", 1.000 Nits |
| Gewicht | 179 g | 190,5 g |
| Maße (L×B×H) | 139,7 × 42,2 × 33,5 mm | 144,2 × 44,4 × 33,5 mm |
| Akku | 1.300 mAh | 1.545 mAh |
| Laufzeit (1080p/24) | 166 min | 240 min |
| Schnellladung (80 %) | 16 min (65W PD) | 18 min (65W PD) |
| Verschlusszeit Video (M) | bis Framerate-Limit | bis 1/4 s |
| Tracking | ActiveTrack 6.0 | ActiveTrack 7.0 |
| Zusätzl. Tasten | – | Zoom-Taste, Custom-Taste |
| Preis (Standard Combo) | 429 Euro | 499 Euro |
Ausblick: Osmo Pocket 4 Pro (4P) am 21. April?
Die Upgrades der Pocket 4 sind nett, aber die eigentlich spannende Neuerung steht noch aus: In China hat DJI die in den Gerüchten ebenfalls erwähnte Pro-Version der Osmo Pocket 4 gerade geteasert und deren Veröffentlichung zum 21. April angekündigt (es ist aber nicht klar, ob sie zu diesem Termin nur in China - wie zuvor schon einige Produkte - oder weltweit vorbestellt werden wird). Der Preis der Osmo Pocket 4P soll um die 600–650 Euro betragen.

Die Osmo Pocket 4 Pro (4P) soll dann wirklich Neues mitbringen, nämlich ein Dual-Kamera-System mit einer Hauptkamera mit 1"-Sensor sowie einer mit 3-fachem optischen Zoom - gerüchteweise soll sie auch Hasselblad Color Science nutzen; das ist zwar keineswegs sicher, würde aber den Pro-Charakter des neuen Modells betonen. DJI bringt mit der 4P dann direkt ein Konkurrenzmodell zur schon angekündigten Insta360 Luna, die ebenfalls auf ein Dual-Kamera-Gimbal-Konzept setzt - ein weiterer Schlag im gerade heißen Konkurrenzkampf der beiden chinesischen Hersteller, der gerade in einer Patentverletzungsklage von DJI gegen Insta360 gipfelte.


















