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Zensur im Deutschen Fernsehn?




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Frage von B.DeKid:


Netter Artikel gerade gefunden zum Thema Atomausstieg

http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2011/03/mit-dem-zweiten-sieht-man-schwarz.html

"Schall und Rauch" wrote:


Mitten in der Sendung wurde dann offensichtlich zensiert, heisst, plötzlich war der Bildschirm schwarz, nach dem der Gastkomiker Michael Mittermeier Wörter benutzte, die man im ZDF sonst nicht hört:



Die Zuschauer staunten nicht schlecht, als nichts mehr auf der Mattscheibe lief. Hat da der Zensor zugeschlagen? Nach 14 Sekunden folgte ein Teaser für "Aspekte", dann Werbung für "Terra X".



Hier das Video Laenge ca 4 min

http://www.youtube.com/watch?v=5TnY7Av8d_w

......................

Recht lustig - soviel zum Thema "Wortwahl" ;-))

MfG
B.DeKid




Antwort von Pianist:

Erstens ist es keine Zensur, wenn ein Sender eine Sendung abbricht. Zensur wäre es nur, wenn eine staatliche Stelle den Sender dazu aufgefordert hätte. In diesem Fall war es jedoch nichts weiter als eine technische Panne. Da hat einfach jemand zu früh den Stecker rausgezogen. Die ganze Sendung gibt es in der ZDF-Mediathek, es fehlte gestern praktisch nur die letzte Minute.

Matthias



Antwort von Bischofsheimer:

Hat mich auch erstaunt, das da der Abruch kam.
Das das ZDF teilweise in Parteipolitik hineingezogen wurde , oder war
ist ja hinlänglich durch den " wortbrüchigen" !!! (; Nachtflugverbot ) Koch bekannt.
Der hatte ja dafür gesorgt, das der Chefredakteur Bresser damals seinen Hut nehmen musste.
Aber es ist nicht immer so . Beispiel :"Neues aus der Anstalt" , oder auch gestern die kritischen Beiträge, die der "Wendehals Merkel" hoffendlich Feuer unter ihrem Hintern machen.
Trotzdem , ich bin mit den öffendlich , rechtlichen immer noch zufrieden,
wenn ich manchmal sehe, was im privaten TV so niveauloses angeboten wird.
Da zahle ich gerne meine Gebühr an die GEZ.



Antwort von Bernd E.:

"B.DeKid" wrote:
...Mitten in der Sendung wurde dann offensichtlich zensiert...

Warum Verschwörungstheorien in die Welt setzen, wenn zehn Sekunden googeln genügen, um die Hintergründe zu erfahren, die nichts mit einer Zensur zu tun haben? Wer aber noch die Verabschiedung nachholen möchte - das war alles, was abgeschnitten wurde -, der kann die Show sowohl als Wiederholung im Fernsehen als auch online in der ZDF-Mediathek sehen, wo sie auf der Startseite sogar als "Tipp" steht. Zensur sähe nun wirklich anders aus.



Antwort von nicecam:

Wobei es heissen muss:

"B.DeKid" wrote:
"Schall und Rauch" wrote:


Mitten in der Sendung wurde dann offensichtlich zensiert, heisst, plötzlich war der Bildschirm schwarz, nach dem der Gastkomiker Michael Mittermeier Wörter benutzte, die man im ZDF sonst nicht hört:



Die Zuschauer staunten nicht schlecht, als nichts mehr auf der Mattscheibe lief. Hat da der Zensor zugeschlagen? Nach 14 Sekunden folgte ein Teaser für "Aspekte", dann Werbung für "Terra X".



Björn hat nur zitiert.



Antwort von Axel:

Auf jeden Fall danke für den Link. Mittermeier kann große Klasse sein, wenn das Thema stimmt. Die Aufforderung an die Atomkraft-Fans, doch jetzt eine Demo zu machen, war in Idee und Vortrag spitze!



Antwort von Bernd E.:

"nicecam" wrote:
...Björn hat nur zitiert...

Richtig, mein Fehler, sorry! Das ändert zwar nichts am grundsätzlichen Problem mit Verschwörungsphantasien, geht aber nicht gegen Björn.



Antwort von NEEL:

"Pianist" wrote:
Erstens ist es keine Zensur, wenn ein Sender eine Sendung abbricht. Zensur wäre es nur, wenn eine staatliche Stelle den Sender dazu aufgefordert hätte. In diesem Fall war es jedoch nichts weiter als eine technische Panne. Da hat einfach jemand zu früh den Stecker rausgezogen. Die ganze Sendung gibt es in der ZDF-Mediathek, es fehlte gestern praktisch nur die letzte Minute.

Matthias

Habe Gestern auch Mittermaier gesehen und das erinnerte sehr an solch eine "Zensur"... (;vielleicht wurds ja unter den Tisch gekehrt...:-)
Ich kann mich aus meinem Studium aber sehr wohl an Beispiele für Zensur im westdeutschen TV erinnern. Dass Sendungen abgeschaltet wurden gehört(;e) auch dazu, das bekannteste Beispiel war 1980, als der BR Udo Lindenberg den Saft abdrehte und auf einen Pannenbildschirm schaltete. Verantwortlicher damals war Schönhuber, der spätere REP-Chef, der seinerzeit noch Intendant des BRs war. Ich selbst war damals noch zu klein, um das mitzubekommen, aber vielleicht kann sich ja einer der Älteren daran erinnern.



Antwort von Axel:

"NEEL" wrote:
Ich kann mich aus meinem Studium aber sehr wohl an Beispiele für Zensur im westdeutschen TV erinnern. Dass Sendungen abgeschaltet wurden gehört(;e) auch dazu ...


Beim Fernsehen arbeiten eben auch nur Menschen und keine Weisen. Manches von dem, was früher Grund zum Abschalten gab, erscheint heute läppisch. Aber machen wir uns nichts vor: Die Atomdiskussion ist kein Tabu-Thema (;auch wenn uns Angie das offenbar so empfand). Bei einem richtigen Tabu-Thema würde auch heute abgeschaltet - wenn es überhaupt den Weg ins TV-Forum fände, das ja bekanntlich das öffentliche Gewissen bei der Arbeit zeigt. Dann und wann braucht es Kontroversen zum Verdauen, aber Unverdauliches wird mit Rücksicht auf ausgewogene Harmlosigkeit erst gar nicht serviert ...



Antwort von 02VideoFaBI:

Das ganze war nur ein Versäumnis: Normalerweise ist die Leitung auch noch für eine Viertelstunde nach Ende der Sendung frei, da die Verspätung der Sendung allerdings länger als 15 Minuten war und niemand daran gedacht hatte eine längere Leitung zu beantragen, wurde sie Punkt halb abgestellt... Mit Zensur hat das nichts zu tun!



Antwort von B.DeKid:

In eigener Sache:

Ich habe euch nur eigentlich das Video zeigen wollen auf das ich gestossen war bei meinem täglichen Streifzug durchs INet.

Die Überschrift "Zensur im Deuschen "TV" " wählte ich bewusst um eure Aufmerksamkeit zu wecken bzw die Kernaussage/-frage des verlinkten Artikels hervor zu heben.

..............

@ Axel

Ich hab auf jeden Fall gut lachen müssen , ich seh deutsche StandUp Comedians leider viel zu selten.


MfG
B.DeKid



Antwort von Pianist:

"NEEL" wrote:
Ich kann mich aus meinem Studium aber sehr wohl an Beispiele für Zensur im westdeutschen TV erinnern. Dass Sendungen abgeschaltet wurden gehört(;e) auch dazu, das bekannteste Beispiel war 1980, als der BR Udo Lindenberg den Saft abdrehte und auf einen Pannenbildschirm schaltete. Verantwortlicher damals war Schönhuber, der spätere REP-Chef, der seinerzeit noch Intendant des BRs war.

Schönhuber war zu keinem Zeitpunkt BR-Intendant, er war dort Chefredakteur Fernsehen und flog kurz danach raus, wenn auch aus anderen Gründen. Abschaltungen gab es beim BR mehrfach, aber auch das war keine Zensur, weil sie nicht von einer staatlichen Stelle befohlen wurde. Das war alles hausgemacht.

Matthias



Antwort von Frank B.:

Ich will dem deutschen, öffentlich rechtlichen Fernsehen und Rundfunk nicht unbedingt Zensur unterstellen, jedoch fällt mir auf, dass bestimmte Aussagen favorisiert, andere unterdrückt werden, dass z.B. in Talkshows die Gäste offensichtlich so ausgesucht werden, dass sich die, wie auch immer genehmere Aussage durchsetzt und, dass statt Informationsfernsehen oft Erziehungsfernsehen / -rundfunk gemacht wird. Kurz gesagt, dass massig Meinung gemacht und manipuliert wird statt einfach unabhängig zu informieren.



Antwort von Pianist:

"Frank B." wrote:
Ich will dem deutschen, öffentlich rechtlichen Fernsehen und Rundfunk nicht unbedingt Zensur unterstellen, jedoch fällt mir auf, dass bestimmte Aussagen favorisiert, andere unterdrückt werden, dass z.B. in Talkshows die Gäste offensichtlich so ausgesucht werden, dass sich die, wie auch immer genehmere Aussage durchsetzt und, dass statt Informationsfernsehen oft Erziehungsfernsehen / -rundfunk gemacht wird. Kurz gesagt, dass massig Meinung gemacht und manipuliert wird statt einfach unabhängig zu informieren.

Das kann man durchaus so sehen, hat aber alles nichts mit Zensur zu tun, sondern das sind redaktionelle und programmliche Entscheidungen, die in den Sendern selbst getroffen werden und nicht von außen durch staatliche Stellen vorgegeben werden (;siehe Art. 5 [1] Satz 3 GG).

Matthias



Antwort von dienstag_01:

Das Zensur ausschließlich von staatlichen Stellen ausgehen muß, halte ich für ein Gerücht. Was ist z.B. mit der Kirche?



Antwort von Pianist:

"dienstag_01" wrote:
Das Zensur ausschließlich von staatlichen Stellen ausgehen muß, halte ich für ein Gerücht. Was ist z.B. mit der Kirche?

Ist aber so definiert. Auch die Kirche hat keine Möglichkeit, Zensur auszuüben. Wie sollte sie das tun? (;also mal abgesehen von kirchlichen Medien, auf die sie auf dem Dienstweg Einfluss nehmen kann)

Matthias



Antwort von Frank B.:

Nein, die Kirche kann wirklich nicht für alles verantwortlich gemacht werden.
Viel schlimmer ist die sogenannte Selbstzensur. Man kann es böse auch vorauseilenden Gehorsam nennen.



Antwort von dienstag_01:

Mir geht es auschliesslich auf den vereinfachenden Blick, dass nur der Staat Zensur ausüben kann (;oder das man nur dessen Verbote Zensur nennt).

siehe Ketzerprozesse, Index mit verbotenen Schriften

Auch wenn es das nicht mehr gibt, bleibt es doch trotzdem nichtstaatliche Zensur.



Antwort von Axel:

"Frank B." wrote:
Nein, die Kirche kann wirklich nicht für alles verantwortlich gemacht werden.
Viel schlimmer ist die sogenannte Selbstzensur. Man kann es böse auch vorauseilenden Gehorsam nennen.


Oder noch schlimmer: Professionalität. Nehmen wir an, du berichtest über einen komplizierten Sachverhalt, aber du tust dies als Berichterstatter für's Fernsehen (;nennen wir es hier mal: Die Öffentlichkeit) ...,

"Frank B." wrote:
Kurz gesagt, dass massig Meinung gemacht und manipuliert wird statt einfach unabhängig zu informieren.


... dann verpackst du die Information in eine bestimmte Beitragsform, in die - je nachdem ob die Nachricht für RTL 2 oder ARTE ist - mehr oder weniger eine Geschichte hineingebastelt wird. Was der Zuschauer nicht einordnen und bewerten kann, wird nicht gesendet. Die Form der Aufbereitung macht das Geschehen zwar einerseits fassbar, thematisiert es aber andererseits zu Tode, und mit der Wirklichkeit hat es regelmäßig nichts mehr zu tun (;jeder, der schon einmal selbst Gegenstand einer Nachricht war, weiß, in welchem Umfang das zutrifft).

Dahinter steckt keine böse Absicht, die Wirklichkeit (;nehmen wir das Geschehen in Japan und Libyen als Beispiel) ist in ihrer Vielschichtigkeit nicht in den technisch-naturwissenschaftlichen Aspekten zu erfassen, von den menschlichen Beweggründen ganz zu schweigen. Eine niederträchtige Manipulation ist gar nicht im Gange.



Antwort von campool:

Es gab auch bei den letzten Ausgaben der Heute-Show ein paar technische Fehler. So zum Beispiel vor drei Wochen, als, wieso auch immer, plötzlich die MAZ gestoppt wurde. Danach gings wieder ganz normal weiter. Oder auch in der ersten März-Ausgabe, als die Wiedergabe recht merkwürdig stockte, aber nichts übersprungen wurde. Vielleicht sollte das ZDF etwas von seinen Gebühren in Reinigungskassetten investieren ;-)



Antwort von Frank B.:

"Axel" wrote:
Eine niederträchtige Manipulation ist gar nicht im Gange.


Von Niedertracht hab ich auch nicht gesprochen. Es muss/ sollte aber immer das Für und Wider beleuchtet werden. Was spricht also, um bei Deinen Beispielen zu bleiben, nach dem Atomunfall in Japan noch für die Nutzung der Kernenergie in Deutschland? Sollten wir uns von einem Kernkraftwerksunfall, der auf einen Tsunami und ein Erdbeben der Stärke 9.0 zurückgeht, in Europa beeinflussen lassen? Was spricht dafür, was dagegen - ganz sachlich und ohne vorgegebene Meinung und mit möglichst wenig Emotion (;die ist im höchsten Maße manipulativ). Ich kann mich in den letzten Tagen nicht an eine Sondersendung erinnern, die diese Fragen klar in alle Richtungen beleuchtet hat. Oder, was spricht dafür, die Aufständigen in Libyen zu unterstützen, was dagegen? Sollten wirklich erneut europäische Soldaten in einen externen Konflikt eingreifen? Warum sind die, die noch vor kurzem ihren Freund Gaddafi hofiert haben, plötzlich so gegen ihn. Was steckt wirklich dahinter? Hier will ich Infos, Infos, Infos und zwar in alle Richtungen. Da muss man auch mal investigativ recherchieren und man darf keine Angst davor haben, Dinge öffentlich zu machen, die nicht dem Mainstream entsprechen.

Mir fehlt halt sehr oft die nötige Distanz zum Geschehen, was freilich nicht immer leicht, aber unbedingt nötig ist für eine unabhängige Berichterstattung. Einige andere Ursachen dafür hast Du ja sehr schön beschrieben.



Antwort von Axel:

@Frank B.
Die "unabhängige Berichterstattung", die du dir wünschst, kann es ja gar nicht geben. Der Korrespondent spricht als Deutscher zu Deutschen, er kann seine eigene Betroffenheit nicht ausblenden, der Moderator muss - heute gern mithilfe von Experten - eine wackelige Faktenlage zu interpretieren helfen, sonst wäre nämlich wenig zu vermelden. Es ist ein Ringen um mehr Verstehen, es ist ein Prozess der Information durch Vergleich mehrerer, auch sich widersprechender Quellen. Aus allem kannst du und sollst du selbst zu einer Einschätzung gelangen.

Bis in die späten Siebziger hinein waren Nachrichten so, wie du sie dir vielleicht insgeheim wünschst: In der Tagesschau wurde autoritär und unwidersprochen die "Wahrheit" verkündet, die Deutschen wussten, woran sie waren.

Es ist unfair, von einem Medium neutrale und umfassende Information zu erwarten. Ein um einige Promille klareres Bild kann erreichen, wer ständig die Perspektive wechselt und eben für das Libyen-Thema auch mal Al-Jazeera guckt. Nur zum Beispiel.



Antwort von NEEL:

"Axel" wrote:
niederträchtige Manipulation ist gar nicht im Gange.

Ich bin mir da nicht so sicher. Wie Frank B. schreibt, läuft Manipulation mitunter sehr differenziert und subtil. "Niederträchtig" würde ich eher mit "parteiisch" oder "gekauft" umschreiben. Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß z.B. bei den ÖRs Jahrelang keinerlei kritische Berichterstattung zu Monsanto genehm war... Auch kenne ich einen Vertrieb, der Jahrelang erfolglos versuchte, den preisgekrönten Dokumentarfilm "The Corporation" an die ÖR-Sender zu verkaufen - angeblich sei der Film zu "tendenziös". Wenn etwas politisch bzw. von der Wirtschaft nicht gewollt ist, erscheint es auch nicht auf dem Schirm, so ist zumindest mein Eindruck.



Antwort von Hans-Joachim:

Natürlich gibt es im TV eine Auswahl, was gesendet wird und was nicht. Das kann doch auch gar nicht anders sein. Willst Du alles senden, was es am Markt gibt oder was ist Dein Ziel? Für ARD und ZDF gibt es immerhin noch Kontrollgremien, in die Parteien, Gewerkschaften, Kirchen u.a. Vertreter entsenden. Gibt es etwas vergleichbares im privaten TV?

Wenn mich einseitige Sendungen stören, dann inbesondere in Sat1/pro7 und ihrem Nachrichtensender N24.

Generell wirst Du aber niemals eine Informationsauswahl erreichen, mit denen ein jeder zufrieden ist. Es wird immer Leute geben, die mit irgendeiner Sendung oder Nicht-Sendung nicht einverstanden ist.



Antwort von NEEL:

"Hans-Joachim" wrote:
Natürlich gibt es im TV eine Auswahl, was gesendet wird und was nicht. Das kann doch auch gar nicht anders sein. Willst Du alles senden, was es am Markt gibt oder was ist Dein Ziel? Für ARD und ZDF gibt es immerhin noch Kontrollgremien, in die Parteien, Gewerkschaften, Kirchen u.a. Vertreter entsenden. Gibt es etwas vergleichbares im privaten TV?

Wenn mich einseitige Sendungen stören, dann inbesondere in Sat1/pro7 und ihrem Nachrichtensender N24.

Generell wirst Du aber niemals eine Informationsauswahl erreichen, mit denen ein jeder zufrieden ist. Es wird immer Leute geben, die mit irgendeiner Sendung oder Nicht-Sendung nicht einverstanden ist.


Mit Verlaub... es ist doch ein gewaltiger Unterschied ob es seitens der Sender eine qualitative Auswahl gibt, oder bestimmte Informationen über Jahre (;und eben auch preisgekrönte Dokumentarfilme z.B. zum Thema Monsanto) unterdrückt werden. Mit der Feld- Wald- und Wiesen Aussage "willst du alles senden was es am Markt gibt" wird man dieser Form der - Zensur! - meiner Meinung nach nicht gerecht.



Antwort von Axel:

@NEEL
"Wenn etwas politisch bzw. von der Wirtschaft nicht gewollt ist, erscheint es auch nicht auf dem Schirm, so ist zumindest mein Eindruck."

Deswegen meine Gleichsetzung von ÖR-TV mit "Öffentlichkeit". Fernsehen versucht immer, möglichst "offiziell" zu sein. Etwas schon eingestandenermaßen Tendenziöses kann man also nur "aufbereiten", also neutralisieren. Wer wie wir das Gefühl hat, öffentlich-rechtlich zu seicht informiert zu werden, kann andere Quellen zur Ergänzung heranziehen. Das ist doch gar kein so großes Problem.

Zum Problem kann es für den Einzelnen werden, wenn er Nachrichten zu wichtig nimmt. Auch dann, wenn er sie bloß als templates für seine Selbstdarstellung in sozialen Smalltalks verwendet, um seine "Meinung" kundzutun. Wir alle sind Teil eines großen Ganzen. Aber kollektives Denken und Handeln machen den Einzelnen klein. Erst das Denken und Handeln aus dem eigenen Gewissen bewegt die Welt zum Besseren. Nicht die Empörung über die Atomkraft-Lobby bringt irgend etwas, selbst weniger Strom zu verschwenden eine Menge. Es war total unwahrscheinlich, dass die japanischen AKWs havarieren könnten, aber das Unwahrscheinliche geschieht. Können ein paar Feuerwehrleute mit Tropfen auf heiße Steine die Katastrophe abwenden? Das werden wir sehen. Es klingt unwahrscheinlich, aber das Unwahrscheinliche geschieht. Aber nur, wenn es ein paar Verrückte gibt, die ihr Leben praktisch opfern, um es einzuladen. Das hat nichts mit Kamikaze-Mentalität zu tun. Überall auf der Welt gibt es Menschen, die bereit sind, zu handeln.



Antwort von Frank B.:

"Axel" wrote:

Die "unabhängige Berichterstattung", die du dir wünschst, kann es ja gar nicht geben. Der Korrespondent spricht als Deutscher zu Deutschen, er kann seine eigene Betroffenheit nicht ausblenden, der Moderator muss - heute gern mithilfe von Experten - eine wackelige Faktenlage zu interpretieren helfen...


Das widerspricht sich m.E. ein wenig. Nichts spricht eben gegen eine Beleuchtung einer wackeligen Faktenlage durch Experten. Doch sollten diese nicht alle in die gleiche Richtung deuten, wenn es auch noch andere Richtungen gibt oder geben könnte. Also nicht nur Für oder Wider, sondern beides. Genau das aber erfordert möglichst das Ausblenden eigener Betroffenheit des Journalisten. Im Ringen um das Verstehen, muss sich der Journalist zurück nehmen. Er muss das Verstehen seinen Zuschauern bzw. Zuhörern überlassen. Er ist sozusagen der Moderator zwischen den Faktendeutungen. Er hat weiter nichts zu tun, als diese zu benennen, nicht zu interpretieren.

"Axel" wrote:
...sonst wäre nämlich wenig zu vermelden...


Das ist mit Sicherheit ein Problem der heutigen Fernsehmacher. Es gibt viele Boten, die nur wenige Botschaften zu überbringen hätten. Da fühlt man sich offensichtlich dazu berufen, auch um die Sendezeit rund um die Uhr voll zu bekommen, einen Haufen Füllmaterial aufzubringen, um ein Thema aktuell und am köcheln zu halten. Da wird eben viel Polemik um eine Faktenlage gemacht.
In der Tat, es würden deutlich weniger Sendezeit und damit evtl. Kosten benötigt, um mindestens genauso umfassend zu informieren, wie es bisher dort geschieht.

"Axel" wrote:
Bis in die späten Siebziger hinein waren Nachrichten so, wie du sie dir vielleicht insgeheim wünschst: In der Tagesschau wurde autoritär und unwidersprochen die "Wahrheit" verkündet, die Deutschen wussten, woran sie waren.


Ja, die gute alte Zeit. Aber Spaß (;eigentlich ist es gar keiner) beiseite, davon haben wir uns leider sehr weit entfernt und wir stöhnen unter immer weiter steigenden Gebühren bzw. Zwangsabgaben.

"Axel" wrote:
Ein um einige Promille klareres Bild kann erreichen, wer ständig die Perspektive wechselt und eben für das Libyen-Thema auch mal Al-Jazeera guckt. Nur zum Beispiel.


Ganz klare Zustimmung. Um wirklich einigermaßen gut informiert zu sein und sich eine Meinung zu bilden, ist es heute unumgänglich, andere Quellen als das ör Fernsehen anzuzapfen.
Ohne Internetrecherchen bilde ich mir meist keine Meinung mehr zu politischen Prozessen. Gar zu oft habe ich eben dabei erleben müssen, welche Fakten mir vom ör Rundfunk vorenthalten wurden.



Antwort von nicecam:

"Wetten dass" - Samstag, 19. März 2011 20.59.30 Uhr. 5sekündige Einblendung des Testbildes beim Auftritt von Justin Bieber. Wenn das keine Zensur war...

Die kreischenden Mädels vorm Fernseher behaupten dieses ;-)



Antwort von Frank B.:

@nicecam

Wenn das wirklich Absicht gewesen sein sollte und kein technisches Problem (;kann bei einer Livesendung schon mal auftreten), dann hatte es wohl eher wirtschaftliche Gründe (;keine Zensur). Man wollte dann wohl den Millionen mitschneidenden Mädels die Aufzeichnung ruinieren, dass sie sich dann auch wirklich die neuste DVD von dem Typen kaufen ;)

Dennoch ein wunderbares Beispiel dafür, was ursprünglich nicht zur Aufgabe der ÖR gehört. Sowas sollte man heutzutage ruhig den Privaten überlassen.



Antwort von NEEL:

"Axel" wrote:
@NEEL

Deswegen meine Gleichsetzung von ÖR-TV mit "Öffentlichkeit". Fernsehen versucht immer, möglichst "offiziell" zu sein. Etwas schon eingestandenermaßen Tendenziöses kann man also nur "aufbereiten", also neutralisieren. Wer wie wir das Gefühl hat, öffentlich-rechtlich zu seicht informiert zu werden, kann andere Quellen zur Ergänzung heranziehen. Das ist doch gar kein so großes Problem.


Für die breite Masse dürfte immer noch gelten, daß das, was in den ÖRs nicht behandelt wird, schlicht nicht existiert. Zum Problem wird es spätestens dann, wenn bestimmte Konzerne dies offenbar mit Lobbyarbeit erreichen. Wenn dann noch "ein Jeder lediglich vor seiner eigenen Türe kehrt", freuen sich die Lobbyisten, denn so können sie unbemerkt und ungestört weiterarbeiten. Und schwupps - ist das neue Gentechnikgesetz auf den Weg gebracht, um am konkreten Beispiel zu bleiben. Berichterstattung? Fehlanzeige. Kontextuelle Information? Nö. Frage ich meine Eltern, ob sie davon etwas mitbekommen haben, schauen sie mich ungläubig an, denn es war in der Tagesschau nicht die Rede davon. Klar könnten meine Eltern jederzeit das Internet benutzen. Das tun sie aber nicht. Die Tagesschau bzw. das ÖR-Fernsehen allgemein erklärt ihnen immer noch die Welt (;und damit auch ihr Wahlverhalten)...



Antwort von Axel:

"NEEL" wrote:
Frage ich meine Eltern, ob sie davon etwas mitbekommen haben, schauen sie mich ungläubig an, denn es war in der Tagesschau nicht die Rede davon. Klar könnten meine Eltern jederzeit das Internet benutzen. Das tun sie aber nicht. Die Tagesschau bzw. das ÖR-Fernsehen allgemein erklärt ihnen die Welt...


Okay, gehen wir mal davon aus, dass du und ich mehr Durchblick haben als deine Eltern, weil wir uns anders informieren. Wir bilden uns also ein, dass unsere Meinung relevanter ist, weil wir skeptischer sind.

Für wen ist denn Meinung wichtig? Ist Meinung etwas, das mich selbst definiert? Ändert sie den Alltag? Ändert sie die Perspektive?

Führst du nicht so mehr oder weniger dasselbe Leben wie deine Eltern, verbrauchst du nicht dieselben Ressourcen und sorgst du nicht ebenfalls für Nachkommen, die neben was zum Kauen noch den Luxus einer Meinung genießen wollen?

Materialistisch betrachtet sind all die hypothetischen Betrachtungen, die man über die Welt anstellen kann, gar nicht existent. Lediglich der Handelnde tritt in Erscheinung. Was du tust und wie du lebst, das formt die Welt, ob du es in Bescheidenheit und Zufriedenheit tust oder im ständig erneuertem Wissen und rastloser Suche nach Antworten: Egal!

"NEEL" wrote:
... und damit ihr Wahlverhalten...


Hmm, ich habe nicht den Eindruck, dass es so besonders darauf ankommt, welche Partei man heute wählt, solange es nicht die Ultrarechten sind. Würden - nur zum Beispiel - die Grünen sofort alle AKWs abschalten lassen? Hätten sie - im Amt und kurz vor Wahlen - tatsächlich gesagt, jo, wir ziehen gegen Gaddafi?

"NEEL" wrote:
Für die breite Masse dürfte immer noch gelten, daß das, was in den ÖRs nicht behandelt wird, schlicht nicht existiert.


Die breite Masse ist keine schöne Vorstellung und hat auch in geschichtlichem Rückblick noch nie angenehme Aspekte mit sich gebracht. Ziemlich unwahrscheinlich, dass sich das mit einem wertvolleren ÖR-TV ändern würde. Dann würde die breite Masse das eben nicht mehr ansehen.



Antwort von Hans-Joachim:

"NEEL" wrote:

Für die breite Masse dürfte immer noch gelten, daß das, was in den ÖRs nicht behandelt wird, schlicht nicht existiert. Zum Problem wird es spätestens dann, wenn bestimmte Konzerne dies offenbar mit Lobbyarbeit erreichen.


1. Der Einfluss von Konzernen auf das OR-Fernsehen ist geringer als du glaubst. Und wenn Du ab und zu Dokus gerade zu Stromkonzernen ansehen würdest, wüßtest Du das auch. Manchmal wird kein gutes Haar an denen gelassen.

2. Es wird in ARD und ZDF und den Digitalsendern so viel an Informationssendungen ausgestrahlt, dass es manchen Leuten schon zu viel ist. Dann heißt es, 'schon wieder das Thema xyz' usw. Genau deshalb ist der Anteil an Infosendungen und Dkumentation im Privatfernsehen auch geringer. Also wenn Du oder Deine Eltern oder sonst jemand sich über Energie oder private Wasserwirtschaft oder wirtschaftliche Verflechtungen informieren wollte, hättest Du dort Sendungen ohne Ende. Nur: man schaltet ab, weil die Aufnahmefähigkeit und -Willigkeit eine Grenze hat.



Antwort von NEEL:

"Axel" wrote:

Okay, gehen wir mal davon aus, dass du und ich mehr Durchblick haben als deine Eltern, weil wir uns anders informieren. Wir bilden uns also ein, dass unsere Meinung relevanter ist, weil wir skeptischer sind.

oder vielleicht weil wir uns - im Unterschied zu o.g. überhaupt mit bestimmten Themen befassen?
Quote:
Für wen ist denn Meinung wichtig? Ist Meinung etwas, das mich selbst definiert? Ändert sie den Alltag? Ändert sie die Perspektive?

Eindeutig ja. Sie ändert das Kauf- und Wahlverhalten. Sie ändert - in unserem Fall - den Inhalt der persönlichen Filmproduktion.
Quote:
Führst du nicht so mehr oder weniger dasselbe Leben wie deine Eltern, verbrauchst du nicht dieselben Ressourcen und sorgst du nicht ebenfalls für Nachkommen, die neben was zum Kauen noch den Luxus einer Meinung genießen wollen?

Nein, eben nicht. Bin aufgrund eines langen Prozesses des Nachdenkens z.B. Vegetarier geworden, habe weniger Verlangen nach Statussymbolen (;mein Auto ist ein unscheinbarer alter Bus und kein Audi-Cabrio), fahre fast immer Fahrrad (;ausser wenn Berlin wettertechnisch gräßlich ist:-) und komme bislang ohne das bürgerliche Sicherheitsdenken aus (;= kein Angestelltenverhältnis, weniger Versicherungen, keinen Bausparvertrag etc.) Das alleine rettet nicht die Welt, aber ich fühle mich bedeutend besser in irgendeiner Form verantwortlich zu handeln. Für meine Eltern ist das teilweise nicht nachvollziehbar..:-)
Quote:
Materialistisch betrachtet sind all die hypothetischen Betrachtungen, die man über die Welt anstellen kann, gar nicht existent.

???
Quote:
Lediglich der Handelnde tritt in Erscheinung. Was du tust und wie du lebst, das formt die Welt, ob du es in Bescheidenheit und Zufriedenheit tust oder im ständig erneuertem Wissen und rastloser Suche nach Antworten: Egal!

Das sehe ich auch so. Aber: Das Sein bestimmt meiner Meinung nach das Bewußtsein stärker als umgekehrt.
Quote:
Hmm, ich habe nicht den Eindruck, dass es so besonders darauf ankommt, welche Partei man heute wählt, solange es nicht die Ultrarechten sind. Würden - nur zum Beispiel - die Grünen sofort alle AKWs abschalten lassen? Hätten sie - im Amt und kurz vor Wahlen - tatsächlich gesagt, jo, wir ziehen gegen Gaddafi?

Das halte ich für eine komplett falsche Annahme. Im Detail ist es ein doch gewaltiger Unterschied ob z.B. die Grünen die Grenzwerte für Gifte in Nahrungsmitteln hochsetzen oder die CSU die Werte praktisch freigibt. Ob wir mit Stoiber Kriegspartei im Irak geworden wären, ob die CDU den Atomausstieg rückgängig macht oder Rotgrün ihn wieder in Gang setzt - ob sich das Gesamtschulsystem oder die Bürgerversicherung durchsetzt, Studiengebühren erhoben werden oder nicht - das sind unabhängig von der persönlichen Wahrnehmung große und messbare Unterschiede, die teilweise sehr tief in den Alltag und die private Lebensgestaltung eingreifen...! Zu behaupten, alle Parteien seien gleich halte ich für fast schon fatalistisch.
"NEEL" wrote:
Für die breite Masse dürfte immer noch gelten, daß das, was in den ÖRs nicht behandelt wird, schlicht nicht existiert.

Quote:
Die breite Masse ist keine schöne Vorstellung und hat auch in geschichtlichem Rückblick noch nie angenehme Aspekte mit sich gebracht.

Nein! Entschiedener Einspruch! So würde man jede Diktatur begründen! Es gehört doch gerade zu den elementaren Erkenntnissen der Demokratietheorie, daß die breite, freie und selbstbestimmte Masse anders bestimmt und - als bekanntestes Beispiel - Kriege zwischen Demokratien stets verhindert. Einzige bekannte Ausnahme: Der englisch-amerikanische Seekrieg von 1812...(;!) Eine Volksabstimmung zur Gentechnik wird mit Sicherheit anders aussehen, als die jüngste Entscheidung der CDU-Ministerpräsidenten. Ich vertraue der -aufgeklärten! - breiten Masse mehr als bestechlichen Politikern, weswegen ich z.B. Volksentscheide in elementaren Sachfragen für notwendig halte. Aber: Eine gute Aufklärung ist die Grundlage für ethisch wertvolle bzw. sachlich richtige Entscheidungen! Und eben hier setzen meiner Meinung nach die beobachtbaren Lenkungs- und Manipulationsversuche seitens der Medien an...
[quote]Ziemlich unwahrscheinlich, dass sich das mit einem wertvolleren ÖR-TV ändern würde. Dann würde die breite Masse das eben nicht mehr ansehen.[[/quote]
Das glaube ich nicht. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Die breite Masse wird das ÖR-Angebot in jedem Falle weiter sehen. Zudem: Es soll ja nicht zugehen wie im Schulunterricht... Gutes Niveau ist durch intelligenten Witz geprägt und nicht durch Langeweile. Ich glaube schon an den Erfolg von guten Sendungen und Filmen, vor allem wenn sie häufiger werden und ein Gewohnheitseffekt eintritt. Auf dem Kinosektor ist das deutlich zu beobachten: Das Angebot schafft das Bewusstsein. In Städten wie Freiburg und Münster ist es auch für Hausfrauen völlig normal, in eines der vielen Programmkinos zu gehen, während diese in anderen Städten - aufgrund es Seltenheitswertes - nur von Studenten besucht werden. Das ist Inhalt einer FFA-Studie, die für viel Wirbel gesorgt hat, weil sie etliche Vorurteile im Hinblick auf gute Filme in Frage stellt. Qualität braucht offenbar eine kritische Mindestmasse, damit sie sich durchsetzt, dann wird sie aber auch zur Leitinstanz, weil sie schlicht erfüllender ist (;= mehr Spass macht!)...:-)



Antwort von NEEL:

[quote="Hans-Joachim"]

Quote:
1. Der Einfluss von Konzernen auf das OR-Fernsehen ist geringer als du glaubst. Und wenn Du ab und zu Dokus gerade zu Stromkonzernen ansehen würdest, wüßtest Du das auch. Manchmal wird kein gutes Haar an denen gelassen.

Wenn dem so ist, dann haben sie IMHO schlicht die schlechteren Lobbyisten als skrupellose Gentechnik-Konzerne wie Monsanto, die selbst wissenschaftlichen Fachblättern stets mit Klagewellen drohen.

Quote:
2. Es wird in ARD und ZDF und den Digitalsendern so viel an Informationssendungen ausgestrahlt, dass es manchen Leuten schon zu viel ist. Dann heißt es, 'schon wieder das Thema xyz' usw. Genau deshalb ist der Anteil an Infosendungen und Dkumentation im Privatfernsehen auch geringer. Also wenn Du oder Deine Eltern oder sonst jemand sich über Energie oder private Wasserwirtschaft oder wirtschaftliche Verflechtungen informieren wollte, hättest Du dort Sendungen ohne Ende. Nur: man schaltet ab, weil die Aufnahmefähigkeit und -Willigkeit eine Grenze hat
.

Man sagt, es gäbe zwei Möglichkeiten der Zensur: Unterdrückung der Nachricht oder Überschwemmung mit belanglosen Infos :-). Ich sehe ehrlichgesagt eine Mischung von beidem. Zumindest wenn die x-te Dokumentation über hochheldenhafte Industriekletterer oder gigantische Mega-Unterwasserbagger läuft. Und gleichzeitig eben nicht transparent dargestellt wird, wie die EU gerade ein Hintertor für die Gentechnik öffnet, dem unsere Ministerpräsidenten dann - insgeheim - zustimmen...



Antwort von Hans-Joachim:

Lieber Neel,

ich habe das starke Gefühl, dass Du einfach die falschen Sendungen ansiehst. Z.B. heute (;Sonntag) Morgen auf Phoenix: Das verdrängte Risiko. Eine Dokumentation für die weltweite Vernetzung internationaler und besonders deutscher Konzerne, die ihnen selbst nicht gefallen haben dürfte; um nur mal ein Beispiel zu nennen.
Du gehst aber nach der Methode vor: das schau ich mir nicht an, dann kann ich hinterher besser schimpfen und seh meine Vorurteile nicht in Gefahr.

Und eine Bitte habe ich noch. Wenn Du mich schon zitierst, dann bitte richtig. Füge nicht irgendetwas in meinen Text ein, was von Dir stammt. Da bin ich ein bißchen sauer drüber, denn bei der Zahl Deiner Postings kann es nicht daran liegen, dass Du die Zitat-Technik nicht beherrscht. Also was soll das? Stell das bitte richtig, falls Du Dich dazu aufraffen kannst.



Antwort von Hans-Joachim:

Ich sehe gerade, Du hast es wieder in Ordnung gebracht, also nehme ich die letzte Aussage zurück.



Antwort von Axel:

@NEEL
Das alles ist sehr sympathisch. Bitte verwechsle meinen Zynismus nicht mit Politikverdrossenheit und meine Bemerkungen über die Masse nicht als Demokratiefeindlichkeit. Was du schilderst, wie du lebst und wahrnimmst, das alles ist sehr förderlich. Aber die Öffentlichkeit, das Kollektiv, mit dem wir uns vor den Tagesthemen synchronisieren, hat keine Identität. Es ist wie eine Petrischale, auf der sich ansiedelt, was der Wind gerade heranweht. Das öffentliche Bewusstsein kann nur ein dummes Zufallsprodukt sein, gegenüber dem Skepsis angebracht ist.
Warum eine Demokratie die am wenigsten schlimme Staatsform ist: Weil immerhin der Durchschnitt aus millionenfachem Egoismus statistisch am ehesten der Mehrheit gefällt. Klingt ziemlich lahm, aber glaubst du denn ernsthaft an mehr?

Bezogen auf das Threadthema (;ich war OT) ist natürlich die Herstellung von Öffentlichkeit die Aufgabe der Sender, und Unterdrückung von Information muss selbst öffentlich gemacht werden, kein Widerspruch.



Antwort von NEEL:

@ hans Joachim: Mit Verlaub, ich habe Dein Posting richtig zitiert und mit Sicherheit nichts eingefügt.

Und schon gar nicht wieder "in Ordnung" gebracht!

Um zukünftigen Unterstellungen vorzubeugen: Ich werde auf Deine Postings fürderhin nicht mehr eingehen. Schönen Sonntag noch.



Antwort von NEEL:

"Axel" wrote:
@NEEL
Das öffentliche Bewusstsein kann nur ein dummes Zufallsprodukt sein, gegenüber dem Skepsis angebracht ist.

Ich denke, das öffentliche Bewußtsein hängt von der Bildung ab. Oder um es mit Popper zu beschreiben: das Basiswissen (;= das was wir über Elternhaus, Schul- und Unibildung erlernt haben) bildet den Prüfsatz, an dem alle eingehenden Informationen verifiziert oder falsifiziert werden. Das Basiswissen bzw. Basisgewissheiten sind schwer zu verändern. Dieser Kompass bedeutet im schlimmsten Fall der geringen oder falschen Bildung Risiko, aber bei guter Bildung auch Sicherheit gegenüber "dummen Zufallsprodukten". Gute Bildung ist Aufklärung und darauf kommt es IMHO an...

Quote:
Warum eine Demokratie die am wenigsten schlimme Staatsform ist: Weil immerhin der Durchschnitt aus millionenfachem Egoismus statistisch am ehesten der Mehrheit gefällt. Klingt ziemlich lahm, aber glaubst du denn ernsthaft an mehr?


Ja, da glaube ich an mehr. Es geht um die Ausbildung einer verantwortungsvoll handelnden, sich selbst aufklärenden Zivilgesellschaft. Das geht technisch über Interessensausgleich, der - immer die richtige Bildung/Aufklärung vorausgeschickt - mehrheitlich zum Wohl aller beiträgt. Beispiel: Ein P_harma_Konzern hat das Interesse mit Genpflanzen große Profite zu machen. Das ist sein Partikularinteresse. Die sich selbst zivilgesellschaftlich aufklärende Masse (;die zuvor keine Ahnung von diesem Thema hatte) widerspricht per Volksentscheid, obwohl der P_harma_Konzern an den Egoismus appelliert indem er das buchstäblich Blaue vom Himmel herunterlügt...

Ein gutes Beispiel für den kollektiven Erkenntnisgewinn ist die Atomkraft. Es ist allein den Bürgerinitiativen zu verdanken, daß sich das Wissen um die Risiken der Atomkraft im öffentlichen Bewusstsein niedergeschlagen hat. In rechten Diktaturen wie Rußland oder China hat sich dieses öffentliche Bewußtsein gar nicht ausbilden können, weil die Bildung einer handlungsfähigen Zivilgesellschaft von Anfang an unterdrückt wurde.

Im weiteren Verlauf kommt es zu solidarischen (;= nicht primär egoistischen) Entscheidungen, z.B. per Wählervotum für eine teurere alternative Energiegesetzgebung zu stimmen.

Feind der Aufklärung und damit der Demokratie sind politisches Mißmanagement, gezielt gestreute Propaganda und Vorurteile. Auch eine Tabu-Gesellschaft wie Japan zeigt die Hürden der Aufklärung. Wenn es unehrenhaft ist, an der Atomkraft zu zweifeln, weil das Gemeinwohl darunter leiden könnte, dann wird dies nicht Teil der zivilgesellschaftlichen Debatte. ich gehe davon aus, daß dieses Thema Japan nicht so schnell loslassen wird. Eventuell wird es zur Hinterfragung dieses und anderer Tabus führen und so zu einer Modernisierung der Gesellschaft führen.

Grob gesagt führt eine aufgeklärte Demokratie meines Erachtens nach in langsamen Schritten über die Möglichkeit der Bewußtseinsbildung zu einer verantwortungsvollen und damit auch solidarischeren Gesellschaft. Propaganda - meist von Konzernen und Lobbyverbänden gestreut - verwässert das Ergebnis, weswegen sie offengelegt und bekämpft werden muß.

Quote:
Bezogen auf das Threadthema (;ich war OT) ist natürlich die Herstellung von Öffentlichkeit die Aufgabe der Sender, und Unterdrückung von Information muss selbst öffentlich gemacht werden, kein Widerspruch.


Das sehe ich genau so.


PS: @slashcam: Warum ist die korrekte Schreibweise des Begriffs P_harma_konzern gesperrt? Ich musste ihn umschreiben. Ist das Angst vor Monsanto oder Via_gra_werbung?



Antwort von Hans-Joachim:

Macht nichts, man muss es auch nicht wieder und wieder diskutieren, es ist bereits alles gesagt.

Allerdings bin ich mir sicher, dass Dein Satz "Wenn dem so ist ..." zuerst unter meinem Zitat stand. WIederum ist es dumm von mir, das nicht kopiert zu haben; aber ich bin nicht davon ausgegangen, dass Du es hier leugnen würdest. Es kommt aber einfach daher, dass Du die Korrektur noch vorgenommen hast, während ich schon am Schreiben war. Also lassen wir es doch dabei, besonders weil es auch mit der Fragestellung nichts zu tun hat.

Im übrigen glaube ich, dass es im TV genauso abgeht wie hier: manchmal passt mir ein Bericht nicht und einen anderen finde ich super recherchiert. Ein anderer sieht es gerade umgekehrt. In den Fernsehanstalten sitzen eben genauso Leute mit unterschiedlichen Meinungen wie sie hier aufeinander prallen. Ich finde es auch gut, dass man dies merkt, denn sonst hätten wir tatsächlich eine Zensur.



Antwort von NEEL:

"Hans-Joachim" wrote:
WIederum ist es dumm von mir, das nicht kopiert zu haben; aber ich bin nicht davon ausgegangen, dass Du es hier leugnen würdest.


Pfff... Seelig die im Geiste kleinen.



Antwort von Frank B.:

In diesem Zusammenhang mal gut zu lesen:

http://www.presserat.info/uploads/media/Pressekodex.pdf

Schon nach den ersten vier Seiten wird klar, was heute im Fernsehalltag der ÖR sehr oft falsch läuft.

Ganz interessant auch Ziffer 12 mit deren Hilfe z.B. Gewalt in bestimmten Milieus an vielen Stellen des Fernsehgeschehens nicht thematisiert werden darf, bzw. in vorauseilendem Gehorsam und aus Angst sich angreifbar zu machen, nicht thematisiert wird.



Antwort von NEEL:

"Frank B." wrote:

Ganz interessant auch Ziffer 12 mit deren Hilfe z.B. Gewalt in bestimmten Milieus an vielen Stellen des Fernsehgeschehens nicht thematisiert werden darf, bzw. in vorauseilendem Gehorsam und aus Angst sich angreifbar zu machen, nicht thematisiert wird.


Zitat: "Besonders zu erwähnen ist, daß die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte".

Nicht ganz auszuschließen in einem Land, welches häufiger mal zu Pogromen neigt...

Den "deutschen Christen" seis gedankt...
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Christen



Antwort von Hans-Joachim:

"NEEL" wrote:

Pfff... Seelig die im Geiste kleinen.


Entschuldigung, aber ich konnte ja nicht wissen, wie klein Du bist. Und ich wußte nicht, dass es etwas mit Themati Zensur zu tun hat.
Es wundert mich nicht im geringsten, dass Du Dich nicht einmal an die eigenen Aussagen hälst:
"NEEL" wrote:

Um zukünftigen Unterstellungen vorzubeugen: Ich werde auf Deine Postings fürderhin nicht mehr eingehen. Schönen Sonntag noch.


Fank, was stört Dich denn an dem Absatz 12? Dass nicht über Gewalt berichtet werden darf, steht dort doch gar nicht. Nur sollte das nicht in diskriminierender Weise geschehen. Aus meiner Sicht völlig richtig, sonst sind wir auf dem gleichen Niveau wie die Zeitung mit den großen Buchstaben.



Antwort von Frank B.:

"NEEL" wrote:

Den "deutschen Christen" seis gedankt...
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Christen


Dass du auch immer stänkern musst ;)

Na ja, die Deutschen Christen sind in der Tat kein Ruhmesblatt für die evangelische Kirche in Deutschland. Tja, so ist das in Diktaturen, dort passen sich viele an, die es nicht tun sollten. Und viele die heute laut gegen Nazis schreien, hätten damals mit großer Sicherheit auch mitgemacht.
Einige in der Kirche haben begriffen, dass die Deutschen Christen nicht der richtige Weg der Kirche sein können und gründeten die Bekennende Kirche.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bekennende_Kirche

In der Barmer Theologischen Erklärung distanzierte man sich von den DC und ging in einen Kirchenkampf, der auch zur Verfolgung der Bekennenden Kirche führte.

Nach dem Krieg war es diese Strömung, die die Neuorientierung der ev. Kirche begründete.

http://de.wikipedia.org/wiki/Stuttgarter_Schuldbekenntnis

Die Väter des Grundgesetzes waren u.a. durch diese Strömung geprägt.
Um eine neue Diktatur zu unterbinden, war ihnen die Meinungs und Pressefreiheit wichtig und ist somit ins Grundgesetz gekommen. In ihnen haben wir ein großes Gut, das auch mir als ehemaligen DDR-Bürger sehr wichtig ist. Vielleicht habe ich von daher auch ein Gespür dafür, wenn diese Dinge bedroht werden. Vielleicht bin ich da manchmal auch etwas übersensibel. Aber ich denke, zwei Diktaturen reichen. Alles, was nach Meinungsdiktatur und Begrenzung der Rede- und Meinungsfreiheit riecht, stinkt mir.



Antwort von Frank B.:

"Hans-Joachim" wrote:

Fank, was stört Dich denn an dem Absatz 12? Dass nicht über Gewalt berichtet werden darf, steht dort doch gar nicht. Nur sollte das nicht in diskriminierender Weise geschehen. Aus meiner Sicht völlig richtig, sonst sind wir auf dem gleichen Niveau wie die Zeitung mit den großen Buchstaben.


Nun, diese Ziffer 12 möchte Diskriminierung vorbeugen, die aber sofort immer unterstellt wird, wenn man bestimmte Minderheiten z.B. mit bestimmten Verbrechen bzw. anderen negativen Auswirkungen in Zusammenhang bringt, was natürlich nicht nur eine Diskriminierung sondern auch ein Faktum ist bzw. sein könnte. Weil es aber oft als Diskriminierung verstanden werden könnte, bzw. es diesbezüglich Klagen hageln könnte, scheuen sich viele Verantwortliche in Fernsehen und Rundfunk über solche Tatsachen zu berichten. U.U. werden da sogar Statistiken bereinigt. Das ist Selbstzensur bzw. das, was ich etwas böse als vorauseilenden Gehorsam bezeichne.



Antwort von NEEL:

@Frank B.

Das große Problem am Protestantismus ist IMHO der Protestantismus selber, da täuscht auch keine bekennende Kirche drüber hinweg. Es beginnt mit Luthers feigem Verrat an den aufständischen Bauern und seinem eitlen Kotau vor der Obrigkeit, führt für nicht wenige Historiker über die Implementierung des Untertanenprinzips ins protestantische "Christentum" und den lutherischen Antisemitismus in einer geistigen Linie der Unterdrückung fort in den Nationalsozialismus. Die "deutschen Christen" hatten Vorgänger im Kaiserreich und wurden 1932 gegründet, also noch vor den Nazis. Und deren unheilvolle Vorgänger hatten ebenso Vorgänger. Auf die evangelische Kirche konnte Hitler bekanntlich stärker bauen als auf die katholische...

Vielleicht ist es das Prinzip des "Lebens als Wartezimmer" das den so stark jenseitsbetonten Protestantismus so unerträglich macht - selbst in seiner nicht evangelikalen Form. Unser katholischer Pfarrer wusste schon, warum er süffisant von der "Religion des Gehörnten" sprach, wenn es um die Protestanten ging. Selbst der Katholizismus ist diesseitiger und lebensbejahender.

Willkommen im Leben, das für Euch Protestanten ja nur eine Tortur sein darf... deswegen wohl auch der Kotau vor dem aus Eurer Sicht wohl unvermeidlichen Unrecht! Es ist die Aufgabe im Hier und Jetzt das gute Leben zu schaffen. Wie im Himmel, so auch auf Erden! Und das ist es, was wirklich Freiheitsliebende solidarisch vorantreibt... übrigens ohne Unterschied in Bezug auf Hautfarbe und Religionszugehörigkeit.



Antwort von Frank B.:

Ja, Neel, ich werde Deine Meinung nicht ändern. Viel gäbe es zu erwiedern auf Deine Aussagen. Eventuell könnte man mal einige Gedanken daran verschwenden, eine der Ursachen der Judenverfolgung im dritten Reich (;die vollkommen anders als Luthers zeitweiser Antisemitismus nicht religiös, sondern rassisch begründet war - es wurden also auch Juden getötet, die getauft oder atheistisch waren) in Darwins Evolutionstheorie und u.a. in seinem Werk "The Descent of Man" und der daraus folgenden Klassifizierung von Menschen in hoch- und minderentwickelte zu suchen. Rassismus gab es im Christentum nämlich nicht, jedenfalls keinen biblisch begründeten.
Aber all diese Ausführungen gingen viel zu weit und würden dem Thread hier nicht gerecht und würden ihn sprengen. Hier geht es ja um etwas ganz anderes, nämlich um Zensur im Deutschen Fernsehen. Ich möchte mich mit dir auch nicht mehr auf eine Diskussion über religiöse Fragen einlassen, da dies mit dir m.E. nicht möglich ist, ohne dass du unsachlich und polemisch wirst. Die letzte Diskussion ab hier:
http://forum.slashcam.de/viewtopic.php?p=442109#442109
fand ich diesbezüglich nicht sehr erquicklich. Das hat nichts mehr mit Kritik zu tun, sondern ist reine Polemik.
Ich denke, ich habe auch hier im Thread meine Meinung zur Genüge kund getan. Viel mehr gibt es für mich an dieser Stelle auch nicht mehr zu sagen.
Ich danke allen Mitdiskutanten für interessante Ansichten.



Antwort von handiro:

"Axel" wrote:
@Frank B.
Die "unabhängige Berichterstattung", die du dir wünschst, kann es ja gar nicht geben.
Es ist unfair, von einem Medium neutrale und umfassende Information zu erwarten. Ein um einige Promille klareres Bild kann erreichen, wer ständig die Perspektive wechselt und eben für das Libyen-Thema auch mal Al-Jazeera guckt. Nur zum Beispiel.


100% Zustimmung! Sehr gut gesagt. Wir können uns nur einbilden uns besser zu informieren aber wir können uns Mühe geben und schon das ist schwierig genug.

Und zur angeblichen Zensur: es wird laufend kontrolliert ob man mit dem gesagten/gezeigten ein juristisches Risiko eingeht, dafür haben die Sender Justitiare.

Solange Schramm beim ZDF in der Anstalt auftrat, hatte ich oft das Gefühl der schrammt da ganz knapp an der KanteKante im Glossar erklärt lang und war begeistert!

Mittermäßig mit seiner anal, fäkal und genital-Sprache finde ich dermassen unter aller Socke, dass ich den wegzappe...Selbstzensur :-))))



Antwort von DWUA:

"B.DeKid" wrote:
In eigener Sache:

Ich habe euch nur eigentlich das Video zeigen wollen auf das ich gestossen war bei meinem täglichen Streifzug durchs INet.

Die Überschrift "Zensur im Deuschen "TV" " wählte ich bewusst um eure Aufmerksamkeit zu wecken bzw die Kernaussage/-frage des verlinkten Artikels hervor zu heben.


Gude,
danke für den amüsanten Link.
Wie du siehst, hat er Gemüter erregt.
Besser: Das Substantiv "Zensur".
Ein letzter Todesstich des Torreros ins Rückenmark des Stieres.
Das Publikum ist begeistert. Von wegen..

Nein, die Kürze der "Strippe" zwischen Politik und TV wird nur noch
von Brooker zu Brooker im Börsenhandel übertroffen.
Erst an zweiter Stelle rangiert betr. Schnelligkeit die Kommunikation
zwischen Staatssekretariat/Abgeordneten und der Intendanz.
Der Intendant (;gekauft oder nicht), gibt seinem Programmdirektor
zu verstehen, dass es Klagen von wichtiger Seite gäbe.
Der Programmdirektor beruft sich auf die Abteilungsleiter Politik/Wirtschaft/Soziales.
Die Abteilungsleiter geben den Chefredakteuren einen auf den Deckel:
"So geht das nicht!!"
Was soll so ein armer Redakteur nun schreiben?

Betr. "Zensur bei MM":
Quatsch! So blöd sind die nun auch wieder nicht...

;))



Antwort von Gabriel_Natas:

"Frank B." wrote:
Rassismus gab es im Christentum nämlich nicht, jedenfalls keinen biblisch begründeten.


Hier nur eine kleine historische Anmerkung:
Es gab, vor allem in den USA im 18ten und 19ten Jahrhundert, biblischen Rassismus.
Das ging sogar soweit, dass man von 3 Adams und Evas ausging, ein Paar für die Weißen, eins für die Schwarzen und eins für die Chinesen. Und natürlich hat Gott vorgesehen, dass der Weiße über den anderen beiden steht.
Diese Bibelauslegung war eine Rechtfertigung für die Sklavenhaltung und war eine der stärksten Konkurrenztheorien zum sozialdarwinistischen Schwachsinn.

Rassistische Theorien kommen da vor, wo man Rechtfertigungen für Ungleichheiten braucht. In den USA hat man Sklaven gehalten, also braucht man eine Begründung, warum der Schwarze Sklave war ... und die hat man sich mit der Bibel zusammengeschustert.

In Deutschland zu der Zeit gabs keine Sklaven, also auch keinen christlichen Rassismus in dem Sinne.


Das ist nun mal eine Denkweise der Menschen ...
Ist heute auch so:
Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten werden von denen, die oben stehen, mit Schwachsinn begründet.

Ich hatte schon Diskussionen mit bekennenden FDPlern, die ihren Erfolg doch tatsächlich genetisch begründen wollten und das die Dummen dumm sind, weil ihre Gene nicht mehr hergeben.

Vor 1000 Jahren waren die Ungerechtigkeiten Gott gegeben, vor 100 Jahren wars die Evolution und heute anscheinend immer noch ... .

Und um den Bogen zur Zensur zu spannen:

Medienmanipulation bedarf nicht unbedingt direkt der Zensur:

http://www.fernsehkritik.tv/folge-63/Start/#

Man schaue sich den Beitrag zur Integration an (;der Rest ist nicht wirklich doll) und schaue, wie da extrem manipuliert wird um Sarrazins Thesen zu stützen.



Antwort von DWUA:

Björn,
hättest du gedacht, dass deine Ausgangsfrage
jemals so viele Katecheten wach macht?

Ist ja beängstigend!

;))



Antwort von Axel:

"DWUA" wrote:
Ist ja beängstigend!


Wenn wir hier nicht alle für die Gesellschaft (;"die breite Masse") nicht repräsantative Vollpfosten sind, zeichnet dieser Mikrokosmos des Meinungsaustauschs über die allgemeine Lage zumindest kein sehr ermutigendes Bild. Rassisten, Glaubensfanatiker, Christenbasher, Verschwörungstheoretiker, das ist so ungefähr das Spektrum, das Marietta Slomkas Augenbraue nach oben schnellen lässt. Wir sollten lieber bei der Frage bleiben Wie kommt das Video auf den Computer?



Antwort von Gabriel_Natas:

"Axel" wrote:
"DWUA" wrote:
Ist ja beängstigend!


Wenn wir hier nicht alle für die Gesellschaft (;"die breite Masse") nicht repräsantative Vollpfosten sind, zeichnet dieser Mikrokosmos des Meinungsaustauschs über die allgemeine Lage zumindest kein sehr ermutigendes Bild. Rassisten, Glaubensfanatiker, Christenbasher, Verschwörungstheoretiker, das ist so ungefähr das Spektrum, das Marietta Slomkas Augenbraue nach oben schnellen lässt. Wir sollten lieber bei der Frage bleiben Wie kommt das Video auf den Computer?


Nur weil wir drüber reden, werden wir noch lange nicht zu Rassisten oder Glaubensfanatikern ;)

Und das wir durch die Medien manipuliert werden ist auch keine große Verschwörungstheorie sondern wird jedem klar, der mal einen Blick auf die Werbebudgets wirft.



Antwort von DWUA:

Die meisten kennen aber eher Mirko Slomka und möchten ihr
Video fernsehtauglich machen.
Gegen den neu erwachten pseudo-christlichen Fanatismus hilft nur eins:
ABSCHALTEN!
Und dies weitersagen!

;))



Antwort von B.DeKid:

@ DWUA

Nö hätte ich nicht gedacht das der Thread eine Diskussion auslöst.

Is mir eigentlich auch egal denn

Ich bin evangelisch getaugt , denn unterschied zwischen katholisch evangelisch Islam BuddistHeide etc. war mir immer relativ egal - alles in meinen Augen erst mal nur Menschen.

Lesen tu ich alles egal ob konservativ AntiFa , Rechts , Verschwörung , Fanatisch ... eigentlich alles .

Objektiv urteilen handeln ist meine Pflicht und mein Glauben.

Respektieren tu ich eigentlich auch alle mögliche Schichten.

Somit find ich das doch angenehm wenn sich hier ein Teil der User angeregt unterhalten.Muss halt nur locker sein und nicht so sehr verbissen rüber kommen.

Ob es Zensur gibt in D Land - hmm keine Ahnung ich denke mal es gibt überall Zensur! Teils berechtigt teils überzogen.

Solang man ja weiss das es so ist , finde ich is das doch ok.

Ob diese Sendung zensiert wurde -nee eher nicht.

Ob die Wortwahl passend fürs ZDF ist / war - Nein war sie eher nicht . Aber die Zuschauer haben ja gut gelacht somit war es wohl nicht so schlimm oder?

Alles in allem doch ne runde Sache - also darfs "ruhig" weitergehen - viele Sachen die bereits geschrieben wurden fand ich sehr intressant.

Muss Axel aber zustimmen - ich glaube auch das wer eben nicht mit der Masse schwimmt eher als Depp gesehen wird von der Gesellschaft.

Aber so ist das nun einmal und schlimm is das ja auch nicht wirklich.

......................

Reicht das als Statment?

;-))

MfG
B.DeKid



Antwort von Axel:

"B.DeKid" wrote:
Muss Axel aber zustimmen - ich glaube auch das wer eben nicht mit der Masse schwimmt eher als Depp gesehen wird von der Gesellschaft.


Ich hatte mich mal wieder zu verschwurbelt ausgedrückt. Sollte heißen: Wir hier im Forum kriegen keine Einigung auf die Kette. Sind wir blöder als die "breite Masse"? Vor allem NEEL war der Ansicht, dass die Aufklärung immer weiter voranschreitet und die Gesellschaft immer besser wird.



Antwort von B.DeKid:

"Axel" wrote:
..... Sind wir blöder als die "breite Masse"? ...


In gewisser Weise denke ich schon das dies einige sind.

Ich würde mich - in meinem Fall - manchmal schon freuen , wenn ich mich so mit allem so zufrieden geben könnte. Wenn für mich so "normale" Sachen , wie die 5 Cent teurer gewordene Milch oder der nicht gekehrte Bürgersteig des Nachbarn, so das HighLight meiner Aufregung sei.

Ich find manchmal haben es "die normalen" Leute einfacher , weil sie sich eben garnicht erst mit gewissen Sachen auseinander setzen;-)

Ob ich gern "normal" sein würde - auf keinen Fall.
Ob wir es hier auf "die Kette bekommen" - weiss nicht wie sähe es denn aus wenn man es "auf die Kette " bekommt?

Wären wir dann alle immer zufrieden oder gar einer Meinung?

Also das fände ich dann garnicht lustig, sondern eher "normal" ;-)

Ich will so bleiben wie ich bin, auch ohne "Du Darfst".

MfG
B.DeKid



Antwort von domain:

"B.DeKid" wrote:

Ich will so bleiben wie ich bin ...........

Niemand darf so bleiben, wie er ist, das bedeutet Stillstand Selbstzufriedenheit und Rückschritt zugleich.

Faust zweiter Teil:
"Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen"



Antwort von handiro:

"domain" wrote:
"B.DeKid" wrote:

Ich will so bleiben wie ich bin ...........

Niemand darf so bleiben, wie er ist, das bedeutet Stillstand Selbstzufriedenheit und Rückschritt zugleich.

Faust zweiter Teil:
"Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen"


haha, schlau geboren und dumm gestorben, genau so!



Antwort von NEEL:

"Axel" wrote:

Ich hatte mich mal wieder zu verschwurbelt ausgedrückt. Sollte heißen: Wir hier im Forum kriegen keine Einigung auf die Kette. Sind wir blöder als die "breite Masse"? Vor allem NEEL war der Ansicht, dass die Aufklärung immer weiter voranschreitet und die Gesellschaft immer besser wird.

Sorry, das habe ich nicht gesagt. Ich bin der Auffassung, daß wir die Chance dazu haben, daß sich die Gesellschaft solidarisch weiter entwickelt. Nicht mehr und nicht weniger. Dem gegenüber stehende antagonistische Kräfte sind IMHO Zensur und Desinformation. Das gilt es m.E. nach aufzudecken.

Und nebenbei zur Klarstellung: Ich habe nichts gegen Christen und auch nichts gegen Muslime, bin mit Vertretern von beiden Seiten als auch mit Atheisten befreundet. Deswegen halte ich nichts von einem Bashing. Sehr wohl aber positioniere ich mich leidenschaftlich gegen die extremistischen Ausformungen der Religionen oder auch des Atheismus, vor allem, wenn sie so "normal" und scheinbar harmlos klingen. Auf der christlichen Seite sind das eben die Evangelikalen (;siehe auch Bush und dessen Hardliner), auf der muslimischen Seite Al-Kaida und intolerante Islamisten, auf der atheistischen Seite u.a. Faschisten. Die Grenzen sind leider fliessend... Was alle gemeinsam haben: Sie filtern Informationen, rechtfertigen ihre Taten (;streiten dabei mißliebige Tatsachen ab) und versuchen medial Einfluss zu nehmen. Wenn sie damit durchkommen heißt das in aller Regel Aufklärung adé, Menschlichkeit adé.

"Axel" wrote:

Wir sollten lieber bei der Frage bleiben Wie kommt das Video auf den Computer?

Bin von der schreibenden Zunft, deshalb meine präferierte Antwort dazu: Alles beginnt einer Idee...:-) Unzensiert natürlich...



Antwort von Anne Nerven:

"NEEL" wrote:
Nein, eben nicht. Bin aufgrund eines langen Prozesses des Nachdenkens z.B. Vegetarier geworden, habe weniger Verlangen nach Statussymbolen...fahre fast immer Fahrrad...und komme bislang ohne das bürgerliche Sicherheitsdenken aus (;= kein Angestelltenverhältnis, weniger Versicherungen, keinen Bausparvertrag etc.)...

:-) Rein volkswirtschaftlich betrachtet ist Dein Verhalten der GAU!
Aber davon ab: ich lebe ganz genau so.




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