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Movie-Look vs. Hobbyfilmer-Look (;Hilfe gesucht)




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Frage von Max:


Hallo,

Die grundlegende Frage, die ich stellen möchte ist: Warum sehen privat gedrehte Filme nie/wenig aus wie professionelle Filme?
Um die offensichtlichsten Antwort zu umgehen, möchte ich nicht hören, dass es an der Kamera liegt. Wenn man durchaus mit teurem Gerät filmt, kommt es meißt trotzdem zu diesem "Heimkino-Look"

Konkretes Beispiel:
Das beste Beispiel dafür ist der Film "Collateral". Gedreht mit teurer Ausrüstung, allerdings teilweise der Look eines "Amateur"-Filmes. Aber warum sehen in diesem Film manche Einstellungen aus wie sie für den großen Film üblich sind, und manche nicht.
Liegt es an der Beleuchtung?
Es kommt mir manchmal sogar so vor, als könnte es an der FramerateFramerate im Glossar erklärt der aufnahme liegen.
Die Einstellungen, die nach Kino aussehen haben weiche Bewegungen, was unter anderem sicher an dem Gewicht der Kamera liegt. Andere Szenen kommen einem dagegen sehr schnell und zackig vor und sehen aus, als wären sie mit einer kleinen Handkamera gedreht worden. Selbst in einer festen Kamera-Einstellung habe ich manchmal diesen Eindruck.
Oder liegt das Geheimnis in der Post-Production und der letztendlichen Farb-/Kontrast-Korrektur?

Was ich eigentlich wissen will:
Welche Faktoren muss man beachten, um auf einer guten 3CCD-Kamera ein Bild hinzubekommen, was dem eines Kinofilms kaum in etwas nachsteht.

Für Antworten wäre ich dankbar!

Max

coolmaxx -BEI- web.de




Antwort von Roger:

Hallo Max

mit der Handkamera oder Schulterkamera hat das meiner Meinung wenig zu tun. Ich bin überzeugt, dass auch bei "Colateral" durchwegs mit prof. Schulterkameras auf DV in einem Profiformat gedreht wurde.

nach meinem Dafürhalten kommt der Effekt zb durch die extreme Tiefenunschärfe von Film zustande. Bei DV gibts dass beinahe nicht. Ev. mit grösster BlendeBlende im Glossar erklärt und allenfalls noch mit grossem ZoomZoom im Glossar erklärt bekommt man eine sehr geringe Tiefenunschärfe hin, zurück bleibt aber in den meisten Fällen die Gefahr des verwackelns. Das zweite ist sicher auch die Framerate. Sequenzen mit 50 Halbbildern von DV wirken zwingend anders als als 25 oder 24 Vollbilder. Auch das beim Dreh verwendete Licht beeinflusst den Look des gedrehten Materials ungemein. Zum Schluss kan man noch die Postproduktion hinzusummieren, was dem finalen Bild den abschliessenden Look gibt. Licht- und Farbbestimmung. Sättigung, Körnung, und, und, und ...

Wenn man all diese Punkte zusammenaddiert, auf dem Abspann die Personen der Produktion und Postproduktion anschaut, das Budget eines Drehs wie Colateral berücksichtigt und die zur Verfügung Hardware miteinbezieht, sehe ich mit meinem 1-Chiper, Mac und FinalCut-Express sehr alt aus!

Roger






Antwort von Markus:

Hallo zusammen,

bislang wurde nur über die Aufnahmetechnik gesprochen, doch es sind sehr viele "Kleinigkeiten", die einen Film professionell wirken lassen. Zur Kamera gehört auch ein professioneller Kameramann mit einem Gespür für gute Bilder, einem fundierten Fachwissen und entsprechender Erfahrung. Zusätzlich zur Kamera werden Stative, Kräne, Dollies und Steadycams benötigt. Es wird z.T. ein erheblicher Aufwand getrieben, um eine saubere Kamerafahrt zu realisieren.

Was darüber hinaus noch dazu gehört ist ein sorgfältig ausgewählter Drehort, der die geplante Handlung in einen passenden Rahmen stellt. Scheinwerfer sorgen für die richtige Lichtstimmung, Maskenbildner für ein "natürliches" Aussehen der Schauspieler. Letztere tun nicht so, als ob sie in einem Film mitspielen, sondern sie verkörpern mit ihrem Handeln glaubhaft einen anderen Menschen.

Wenn jetzt noch ein gelungenes Drehbuch vorliegt, welches von einem engagierten und sympatischen Regisseur mit Sozial- und Fachkompetenz umgesetzt wird, dann kommt am Set richtig Stimmung auf - und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch entsprechend gelungene Aufnahmen. Erst wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, können die Cutter bzw. die Postproduction einen richtigen Film daraus machen.

Leider glauben Hobbyfilmer immer wieder, mit der richtigen Software würden ihre freihand gefilmten Szenen zu einem Augenschmaus, der all den o.g. Aufwand unnötig werden lässt. Die eigene Familie im Sommerurlaub wird eben nie ein Endprodukt wie "The Beach" hervorbringen.

Liebe Grüße
Markus

www.behrendt.tv
markus -BEI- behrendt.tv



Antwort von Dlugosch:

"(;User Above)" wrote:

: Hallo Max
:
: Über das thema "filmlook" wurde schon bis zum Erbrechen geschrieben und diskutiert.

Nur sehr sehr teure HD Videocams beherrschen den Filmlook einigermassen, begrenzt aber auf die Auflösung eines 16 mm Films.Mit progressivem Aufnahmemodus, den einige Videocams beherrschen, einigen Filtern in der Post-bearbeitung, der richtigen Beleuchtung und einem Drreh mit möglichts offener BlendeBlende im Glossar erklärt schwächen den Live-Charakter einer typischen Videoaufnahme in Richtung Filmlook ab. Den richtigen Filmlook erhälst du nur mit einer richtigen analogen F.ilmkamera . dies ist auch der Grund, warum die meisten sog. Video-Musik-Clips nicht mit videokameras, sondern mit analogen 16 oder 33 mm -Kameras gedreht werden. Auch bei den billigen Soaps, die überwiegend mit Video gedreht werden, weicht man bei schnelleren Fahraufnahmen dennoch auf die analogen Filmkameras aus, eben aus den von dir beschriebenen Gründen.

Gruss
Rainer D

rdlug007 -BEI- aol.com



Antwort von Lukas Schaufler:

Was man ganz besonders bei "Collateral" gut sehen kann ist der (;noch?!?) geringe Kontrastumfang von HD Kameras - siehe Autoszenen in der Dunkelheit wenn man an einer Lichtquelle vorbeifährt...

Habe mir das auch am Waveform angeschaut...sieht böse aus *g*

Lg.
Lukas


http://www.schaufler.cc
lukas -BEI- schaufler.cc



Antwort von holger:

nun, dazu muss ich jedoch sagen, dass man mit entsprechenden mitteln bei schnitt und produktion mit genügend erfahrung auch aus relativ schlecht bzw vor allem mit einfachsten mitteln gefilmtem material noch einigermaßen überraschende ergebnisse erzielen kann.
vielerlei kommt es ganz darauf an, welche ideen man hat bzw wie man sie umsetzt. es muss nicht immer teuerstes equipment sein, um einen film zu drehen, der dann auch eine art "kinocharakter" haben kann.




Antwort von Jan:

Hi, also nach meiner Erfahrung sind es folgende Dinge, die für den Filmlook besonders wichtig sind:

1. Die Schärfentiefe - Die ist leider bei DV schwer, vernünftig herzustellen. Es gibt 35mm Vorsätze, mit denen man angeblich Schärfentiefen wie bei 35mm Film erreichen soll, aber die kosten mehrere tausend euro. (;Leider :/ )
2. Der Krontast - Wenn man in der Postproduktion den kontrast erhöht, wirkt das Bild schon viel filmiger :)
3. Motion BlurBlur im Glossar erklärt - Wenn man gleich mit 25 oder 24 Bildern/sekunde dreht, is die bewegungsunschärfe natürlich größer als mit 50 bildern/sekunde.
4. Natürlich die Bildrate :) also 25p oder 24p is da besser als 50 halbbilder :)

Nicht zu vernachlässien sind natürlich auch Perspektiven, saubere Kamerafahrten, gute Szenenbeleuchtung, und und und.

Und, auch wenns nich direkt zum Filmlook gehört, aber der Ton sollte auch so gut wie möglich sein. Sonst nützt einem die teuerste 35mm Kamera mit dem besten Dolly und Kran nix ;-)

Ich finde, die Schärfentefe is das größte Problem. Ich hab ne VX2000 von Sony, die schon recht große CCDs hat (;1/3"), aber vernünfige Schärfentiefen bekomm ich auch damit leider kaum hin. Alles andere lässt sich alles noch relativ gut am am Rechner korrigieren. So ein Vorsatz, der die Brennweiten von 35mm Film nachahmt, wär schon was...wenn die nich so heftig teuer wären. In einer Preisliste von P+S Technik hab ich ma nen Preis von über 6000 Euro für sowas gesehen :/ Es gibt noch ein Konkurrenzprodukt namens "Movietube", aber da weiß ich den Preis nicht.

So richtigen Filmlook gibts wohl nur mit mindestens 16mm Filmkameras.

Gruß Jan



jan -BEI- strueben.de




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