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Krümmung bei Weitwinkel, fehler oder nicht?




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Frage von unodostres:


Hallo,

habe mir gestern für meine HV30 den Canon WW-Konverter WD-H43 gekauft. Jetzt habe ich festegestellt da ich wenn ich z.B in Räumen Filme und objekte nur wenige Meter weit weg sind diese un den äußeren Bereichen etwas gekrümmt dagestellt sind.

Ist das so richtig bei diesem Objektiv? Oder ein Fehler?




Antwort von RickyMartini:

Eine Krümmung kann durchaus vorkommen.
Könntest du davon ein Bild hier reinstellen? Zur besseren Beurteilung.



Antwort von ksr:

Leider ziemlich sicher korrekt.
Wenn es sehr weitwinklig wird, lassen sich Verzeichnungen optisch nicht mehr vermeiden (;Extrembeispiel: Fisheye). Bei "normalen" Weitwinkeln gilt: Je weniger Verzerrung, desto teurer...
Mein Canon-WW verzerrt auch leicht (;obwohl's auch nicht gerade billig war...), fällt aber so richtig eigentlich nur auf, wenn gerade Linien (;Türrahmen tec.) im Bild sind.



Antwort von KrischanDO:

Moin,

diese Verzeichnungen sind sogar natürlich.

Wenn Du z.B. seitlich mit drei Meter Abstand vor einem 10 Meter langen LKW stehst, ist der LKW in der Mitte 3 Meter entfernt, links und rechts aber 5,8 Meter, fast doppelt so weit weg, wird also etwas mehr als halb so groß abgebildet. Wie wird der LKW von außen nach innen größer? Gerkümmt, sonst müsste in der Mitte ein Knick sein. Das Hirn rechnet es weg, weil wir davon ausgehen, dass der Gegenstand gerade Kanten hat.
In Grenzen gleichen das manche Optiken aus, aber irgendwann sieht es panne aus.

Grüße
Christian



Antwort von domain:

Echte Weitwinkelobjektive, die mit ihrer realen BrennweiteBrennweite im Glossar erklärt im richtigen Abstand zur Film- oder Sensorebene "arbeiten" dürfen zeigen keine tonnenmäßige Verzeichnung, genau so wenig wie primitive Lochkameras. Das Problem begann erst mit den Retrofokus-Objektiven, bei denen der Abstand der hintersten Linse zur Sensorebene oft größer als die gesamte BrennweiteBrennweite im Glossar erklärt ist. Um dabei überhaupt einen Weitwinkeleffekt erzielen zu können beginnen sie mit einer oft starken Konkavlinse als Frontlinse (;quasi wie ein umgekehrter Operngucker) und damit wird eine Korrektur der äußeren Bildbereiche ohne tonnenmäßige Verzeichnung schwierig und teuer.
Bei richtigen oder auch gemäßigten Fischaugeneffekten wird diese Verzeichnung allerdings absichtlich in Kauf genommen, sie sind preiswert herzustellen.



Antwort von KrischanDO:

"domain" wrote:
... zeigen keine tonnenmäßige Verzeichnung, genau so wenig wie primitive Lochkameras. ...
Bei richtigen oder auch gemäßigten Fischaugeneffekten wird diese Verzeichnung allerdings absichtlich in Kauf genommen, sie sind preiswert herzustellen.


Wie geht denn dann eine weitwinklige Lochkamera mit dem Effekt um, dass Dinge, die weiter weg sind, kleiner abgebildet werden?

Und wie will man bei einem echten Fischauge (;180° Bildwinkel, gemacht, um für Meteorologen den ganzen Himmel inkl. Horizont aufzunehmen) den Horizont abbilden, wenn nicht kreisförmig?

Ich reite darauf so rum, weil da so viel Mythen unterwegs sind, besonders bei Hobbyfotografen, die auf Nichtverstehen der optischen Gesetze beruhen.

Grüße
Christian



Antwort von unodostres:

Ja, bei Einstellungen draußen fällt es nicht auf. Nur Halt wenn es drinnen ist. Und ja bei einer Tür ist es mir aufegfallen.
Anbei mal ein Bild. Die Person wolte unkenntlich gemacht werden, falls Ihr euch über das schwarze etwas auf dem Bild wundern solltet.



Antwort von domain:

Eine Lochkamera zeigt keine optischen Fehler (;kerzengerade Linien am Rand) ist allerdings halt recht unscharf, weil jeder Punkt so groß wie ihre Lochblende abgebildet wird. Weiters hat sie eine Tiefenschärfe von Frontblende bis Unendlich, bringt aber kaum einen richtigen 180 Grad Bildwinkel zusammen.
Dafür braucht man in der Tat eine extrem starke konkave Frontlinse.
Allerdings, normale Weitwinkelobjektive, die mit einer solchen, wenn auch nicht so starken Frontlinse beginnen sind keine klassischen Weitwinkelobjektive und somit gibt es die Korrekturbleme, deren Lösung von extrem gut bis stark verzeichnend reichen kann, je nach Design und Preis.
Ich habe z.B. zwei 15 mm Objektive von Nikon. Das eine war sehr günstig mit nahezu 180 Grad Bildwinkel in den Diagonalen, also Fisheye, das andere schweineteuer mit ebenfalls 15 mm BrennweiteBrennweite im Glossar erklärt, welches nicht die geringste tonnenförmige Verzeichnung aufweist, aber ebenfalls wegen der Retrobauweise mit einer Konkavlinse beginnt und nicht annähernd 180 Grad erreicht, jedoch so wie ein echtes 15mm Objektiv abbildet.
Merke: richtig gute Weitwinkelobjektive verzeichen nicht. Eine ganz andere Sache wiederum sind konzeptionelle Fisheyobjektive bzw. preiswerte Weitwinkelobjektive mit leichtem Fisheye-Effekt.



Antwort von KrischanDO:

Hi,

wie das auf dem Bild aussieht, ist das normal für "einfache" Weitwinkel.
Selbst mein Nikkor 24-70, das so viel kostet, wie eine HD-30 mit Konverter, macht das bei 24 mm am Bildrand.
Die Scheren, die das nicht machen, sind selten und kosten das 5-fache.

Grüße
Christian



Antwort von KrischanDO:

"domain" wrote:
Eine Lochkamera zeigt keine optischen Fehler (;kerzengerade Linien am Rand)...


Das ist kein optischer Fehler, das ist Natur.
Wenn das Loch der Lochkamera nahe genug an der Mattscheibe ist, wird die auch weitwinklig. Und dann hat die auch krumme Linien. Dass deren Lichtstärke dann gegen Null geht, weil so schräg kein Licht mehr durchkommt, ist eine andere Sache. Abstrahieren ist angesagt.
Soll ichs aufmalen? ;-)

Grüße
Christian



Antwort von unodostres:

Hm....ich dachte 240 € sind schon ne Menge für sone Linse!?!
Ohne Verzerung wäre natürlich schöner.



Antwort von KrischanDO:

"unodostres" wrote:
Hm....ich dachte 240 € sind schon ne Menge für sone Linse!?!
Ohne Verzerung wäre natürlich schöner.


Im Teltec-Katalog, in dem ich gerne blättere, kosten Weitwinkeloptiken für Profi-Camcorder mittel-fünfstellig...
Mein 24-70 Nikkor hat 1.500 Euro gekostet.
Das 15er, bei dem die Krümmun der Linien herauskorrgiert wurde, um unseren Sehgewohnheiten entgegenzukommen, hat rum die 15.000 DM gekostet, wenn es die ist, die ich kenne.

Sieh halt zu, dass in der Bildmitte so viel passiert, dass einem die Linien am Rand egal sind...

Grüße
Christian



Antwort von domain:

"KrischanDO" wrote:

Wenn das Loch der Lochkamera nahe genug an der Mattscheibe ist, wird die auch weitwinklig. Und dann hat die auch krumme Linien.


Bei ebener Abbildungsfläche und die Mattscheibe (;bzw. Film oder Sensor) ist eine solche gilt für Lochkameras und echte Weitwinkelobjektive:
"..Dennoch von praktischem Nutzen sind die gnomonischen Azimutalprojektionen, bei denen die Projektionsfläche eine Ebene ist. Gnomonische Azimutalprojektionen sind geradentreu. Alle Geraden auf der Erdoberfläche werden wieder als Geraden abgebildet."

Aus http://de.wikipedia.org/wiki/Gnomonisch

Damit du mal siehst, wie ein echtes Weitwinkelobjektiv auf einer Spezialkamera ohne Konkav-Frontlinse aussieht:

http://www.zeiss.de/c12567a8003b0478/Contents-Frame/66b8286a022d0124c125708a0045e5cc

Diese Spezial-Hasselblad hat keinen Schwingspiegel und ermöglichte dadurch einen verkürzten Korpus, damit das echte Weitwinkelobjektiv ohne Retrofokusbauweise näher an die Filmoberfläche gerückt werden konnte. Selbstverständlich zeigt es nicht die geringste tonnenförmige Verzeichnung.



Antwort von KrischanDO:

Hi,

danke für die Links. Mit der Hasselblad hatte ich schon im Praktikum das Vergnügen.
Die gnomonische Projektion ist aber eine andere Baustelle. In der Lochkamera projiziert man eine Geraden vor der Kamera auf eine Ebene.
Wenn ich morgen nicht fotografieren muss, mache ich mal eine Zeichnung.

Grüße
Christian



Antwort von domain:

Lasse mich gerne von dir überzeugen, aber dazu noch ein Text aus dem Net:

"Die gnomonische Projektion (;auch Zentralprojektion, verzeichnungsfreie Projektion oder orthoskopische Projektion genannt) ist wohl die bedeutendste Projektionsart. Sie ist die ideale "Fotoprojektion" (;abgesehen von Fischaugenobjektiven). Da aber die Objektive meist geringfügig von der gnomonischen Projektion abweichen (;Verzeichnung), kann nur einer Lochkamera die ideale Abbildung nachgesagt werden.

Um aber zur Usprungsfrage zurückzukehren. Ein verzeichnendes Weitwinkelobjektiv (;und da nehme ich die Fischaugen wegen ihres Spezialauftrages mal ausdrücklich aus) ist in jedem Fall geringer zu bewerten als ein nicht tonnenförmig verzeichnendes.
Es ist übrigens ganz typisch, dass die preiswerten Zoomobjektive unserer Videokameras im sgn. Weitwinkelbereich eine tonnenförmige Verzeichnung aufweisen, welche durch preiswerte Weitwinkelvorsätze nochmals verstärkt wird. Das ist also nicht zwangsläufig optisch bedingt, sondern eine reine Preisfrage schon beim Objektivdesign.



Antwort von KrischanDO:

Hi,

muss heute Bilder verschlagworten, keine Zeit für Zeichnungen.
Aber hier ist ein netter Lochkamera-Link zum Mitmachen;
http://www.solargraphy.com/

Grüße
Christian




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