| Gain Werte (;einstellen)
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Frage von hd2006:
Schönen guten Abend,
sitze vor meiner Cam und dem Handbuch und grüble über die Gain Funktion. Ich kann da 3 Verschiedenen Stufen (;H-M-L) dB-Werte zuordnen. Kann mir evtl. jemand einen Link sagen wo das auch für nicht Profis anschaulich verdeutlicht wird?. Hab mal irgendwo gelesen, daß der Gain-Wert dem ISO Wert bei Fotocam. gleichzusetzen ist, also die "Film"-Empfindlichkeit. Hat jemand da "Praxiswerte" bei bestimmten Aufnahmesituationen.
Besten Dank
Armin
Antwort von Bernd E.:
Der Gain ist bei Camcordern sozusagen die Fortsetzung der Blende mit anderen Mitteln, das heißt, das Bildsignal wird elektronisch verstärkt und damit das Bild aufgehellt, wobei jeweils 6dB einer Blendenstufe entsprechen. So gesehen ist eine Zuschaltung des Gains tatsächlich identisch mit einer Erhöhung der ISO-Zahl im Fotobereich. "Praxiswerte" kann es keine geben, weil die jeweils beste Einstellung von zu vielen Faktoren wie Lichtempfindlichkeit der Kamera, Lichtsituation vor Ort usw. abhängt. Generell sollte man aber, wenn"s denn schon nötig ist, mit so wenig Gain wie möglich arbeiten, weil damit auch das Rauschen im Bild verstärkt wird. Für besonders rauscharme Aufnahmen bei gutem Licht haben manche Kameras sogar eine negative Gain-Einstellung, wie zum Beispiel -3dB.
Antwort von Debonnaire:
Es ist simpel: Solange du ohne Gain bei voll geöffneter Blende keine unterbelichteten Aufnahmen hast, keinen Gain über 0 dB einschalten! Jede elektronische Verstärkung des Sensorsignals führt zu einer Bildverschlechterung.
Anstatt den Gain hochzufahren, kannst du auch die Verschlusszeit über die "normalen" 1/50 Sekunde verlängern. Dabei werden dann aber u.U. bewegte Objekte dann verschmiert aufgezeichnet.
Wenn du aber Gain wirklich brauchst, dann nur immer das absolute Minimum einschalten, bis du wieder brauchbare Aufnahmen kriegst!
Du siehst: Es ist immer ein Abwägen von diversen, Kompromisse fordernden Pros & Cons. Filmen ist halt keine exakte Wissenschaft! ;-)
Antwort von srone:
richtig belichten bei gleichzeitigem erhalt der qualität ist schon eine wissenschaft für sich, die beteiligten faktoren sind jedoch mannigfaltig. ;-)
lg
srone
Antwort von hd2006:
Besten Dank, das hilft mir schon weiter
Grüsse Armin
Antwort von Jollitop:
Hätte da auch mal 'ne Frage zu (;weil ich's ehrlicherweise auch noch nicht ausprobiert habe):
Wenn der Gain nur elektronisch verstärkt, dann müsste ich doch zum selben Ergebnis kommen, wenn ich ohn Gain filme und ein evtl. zu dunkles Bild in der Nachbearbeitung aufhelle, oder? Dann wäre mein Ausgangsmaterial im Zweifelsfall immer "rauschfrei" und ich habe noch immer die Wahl, wieviel Rauschen ich in Kauf nehme.
Oder habe ich da einen Denkfehler?
Antwort von marwie:
Teste es bei deiner Kamera aus, aber der Gain wird vor der Komprimierung und der Umwandlung nach idr. 4:2:0 angewendet, sollte die Qualität also bei den meisten Kameras besser sein bei internem Gain als mit Gain per Software, oder hab ich ein Denkfehler gemacht?
Antwort von B.DeKid:
......Für besonders rauscharme Aufnahmen bei gutem Licht haben manche Kameras sogar eine negative Gain-Einstellung, wie zum Beispiel -3dB.
Nutze Ich immer ist in meinen Augen das sauberste Bild dann , kann also die Aussage nur bestätigen.
MfG B.DeKid
Antwort von Debonnaire:
Wenn der Gain nur elektronisch verstärkt, dann müsste ich doch zum selben Ergebnis kommen, wenn ich ohn Gain filme und ein evtl. zu dunkles Bild in der Nachbearbeitung aufhelle, oder? Dann wäre mein Ausgangsmaterial im Zweifelsfall immer "rauschfrei" und ich habe noch immer die Wahl, wieviel Rauschen ich in Kauf nehme.
Oder habe ich da einen Denkfehler? Da ich nicht auf den Kondensor genau weiss, wie die Kameras intern funktinoieren, weiss ich auch nicht, ob du da einen Denkfehler gemacht haben könntest. ;-)
Aber es scheint mir ebenfalls wahrscheinlich, dass eine Helligkeitssteigerung in der Post die schlechteren Ergebnisse bringt, als es ein moderates Erhöhen des Gains bei der Aufnahme macht, da (;ausser bei echten fullHD-Kameras) ja vor der Abspeicherung immer massivst komprimiert wird. Da könnte es gut sein, dass die gesamte Signalverarbeitung vorher und damit auf der Basis einer wesentlich fetteren Datenbasis passiert, was natürlich der Qualität zu Gute kommt!
Antwort von Meggs:
Wenn der Gain nur elektronisch verstärkt, dann müsste ich doch zum selben Ergebnis kommen, wenn ich ohn Gain filme und ein evtl. zu dunkles Bild in der Nachbearbeitung aufhelle, oder?
Nein. Höherer Gain macht den Chip empfindlicher, es rauscht zwar stärker, aber man sieht bei den dunklen Stellen im Bild Kontraste. Bei niedrigerem Gain saufen die dunklen Stellen ab, das heißt, es wird einheitlich schwarz aufgezeichnet. In solche Aufnahmen bekommst du nie wieder die Bildinformation. Wenn du hinterher aufhellst, hast du statt einheitlichem Schwarz einheitliches Grau, aber keine Kontraste.
Antwort von Jollitop:
Ok, an die Signalverarbeitung hatte ich nicht gedacht... Danke für die Antworten!
Antwort von shipoffools:
Hätte da auch mal 'ne Frage zu (;weil ich's ehrlicherweise auch noch nicht ausprobiert habe):
Wenn der Gain nur elektronisch verstärkt, dann müsste ich doch zum selben Ergebnis kommen, wenn ich ohn Gain filme und ein evtl. zu dunkles Bild in der Nachbearbeitung aufhelle, oder? Dann wäre mein Ausgangsmaterial im Zweifelsfall immer "rauschfrei" und ich habe noch immer die Wahl, wieviel Rauschen ich in Kauf nehme.
Oder habe ich da einen Denkfehler?
Dazu gibt es einen schönen Test von slashcam:
Ratgeber : Gain oder Post – Ein kurzer empirischer Vergleich
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